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Geschichtlicher Überblick über das Saargebiet,
die Ansprüche Frankreichs und das Zustandekommen
des Friedensvertrages über das Saargebiet.
Bereits vor dem Weltkrieg war jedem Deutschen das Wort
Saarbrücken geläufig, einmal geschichtlich durch die Erstürmung
der Spicherer Höhen, unmittelbar vor den Toren
der Stadt, am 6. August 1870, andererseits durch die in der
Umgebung der Stadt Saarbrücken liegenden Kohlengruben
und die auf diesen fußenden Industrien. Diese Gegend der
Kohle, der „Saarkohle“, wurde allgemein das Saarkohlenbecken
genannt.
Das Saargebiet des Friedensvertrags von Versailles stimmt
im großen und ganzen mit diesem Saarkohlenbecken überein,
man hat aber, wie die deutschen Gegenvorschlägel zu den
Friedensbedingungen der alliierten und assoziierten Mächte
mit Recht ausführen, die Grenzen so gezogen, „daß das Gebiet-
weit über das Kohlenvorkommen hinausgreift und außer
diesem umfangreiche Forsten, zahlreiche Kalkwerke, Glashütten
und sonstige sehr lohnende Industrien umfaßt.“
Infolge des unerhörten Aufschwungs der Kohlenförderung
und der Industrie ist Saarbrücken, einst eine kleine Residenz
der kunstsinnigen Fürsten von Nassau-Saarbrücken, zu einer
Stadt von über 100000 Einwohnern gewachsen.
Die politische Grenze, die mit Frankreich der Grenze von
vor dem Kriege 1870 entspricht, ist im Art. 48 des Friedensvertrages
von Versailles geregelt worden. Das Gebiet umfaßt
etwa 190000 Hektar mit etwa 700000 Einwohnern?
Es besteht zum größten Teil aus dem Südzipfel des Regierungsbezirks
Trier, zum kleineren Teil aus der westlichen
bayerischen Pfalz. Etwa 60% der Bevölkerung sind in den
Kohlengruben und der Industrie, 30% im Handel und Gewerbe
beschäftigt.
1 Weißbuch, S. 56.
Ss 5 Bernhard Rausch, Die Saarpolitik Frankreichs. Berlin 1923,