stand, daß das Saargebiet heute tatsächlich von den Sachlieferungen
ausgeschlossen ist.
Auch die französische Behauptung von der wirtschaftlichen
Einheit des Saarbeckens mit Lothringen wird statistisch
widerlegt?". An Steinkohlen wie an Koks wurden im
Jahre 1913 nur 8% nach Elsaß-Lothringen ausgeführt. Demnach
ist auch der französische Einwand, das Saargebiet gehe
bei einer Trennung von Elsaß-Lothringen wirtschaftlich zugrunde,
auf Grund des. statistischen deutschen Materials
widerlegt. Man hätte mit Leichtigkeit durch besondere Handelsverträge
den wirtschaftlichen Grenzverkehr zwischen Saar
und Elsaß-Lothringen regeln können, und zwar war dies
ım so leichter, als beide Teile ein- und ausführten, Lothringen
das Erz und das Saargebiet die Kohle und seine Nebenprodukte.
Der Aufbau der nordfranzösischen Gruben wird
auf zehn Jahre berechnet, im Laufe dieser Zeit wird der
Ausfall der jährlich geförderten Kohlen geringer. Dieser
Ausfall konnte von Deutschland ersetzt werden aus der
Ruhr wie aus der Saar.
Wenn Frankreich trotzdem die Saarkohlengruben als Kapital,
nicht bloß deren Ausbeutung verlangte, so war dies eine
glatte Annexion.
Als Lloyd George und Wilson die obenerwähnte Denkschrift
erhielten, in der Frankreich seine historischen und
wirtschaftlichen Ansprüche auf das Saargebiet geltend
machte, haben sie diese Annexionsabsichten auch sofort
herausgefühlt.
Beide verwarfen einmütig die historischen Ansprüche mit
den Worten: „Lassen Sie uns kein neues Elsaß-Lothringen
schaffen?8,“ Während Lloyd George bereit war, in irgend
einer Form den wirtschaftlichen Ansprüchen Frankreichs entgegenzukommen,
wollte Wilson den Franzosen nur das Recht
auf eine seinem Förderungsausfall entsprechende Kohlenmenge
zugestehen. „Niemals, in keiner Urkunde hat Frankreich
die Grenze von 1814 verlangt. Die Friedensgrundlagen,
die Frankreich angenommen hat, sprechen von einer
Wiedergutmachung des Unrechts, das Frankreich 1871, nicht
aber im Jahre 1815 erlitten hat.... Ich bin bereit, Frankreich
die Nutzung der Kohlengruben für eine begrenzte Zeit zuzuerkennen....
Die Frage des Eigentums an den Kohlengruben
erscheint mir als eine reine Gefühlssache.“
27 Saarweißbuch. S., 11.
2% Weißbuch, S. 7.
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