an die verbündeten Monarchen und den Staatskanzler Hardenberg
nach Paris, in denen der Anschluß an Preußen gefordert
wurde. Diesem Drängen wurde denn auch entsprochen und
im zweiten Pariser Frieden das ganze Saarland zu Preußen
geschlagen.
Als nach der Schlacht bei Königgrätz preußisch-österreichische
Friedensverhandlungen zu erwarten waren, versuchte
Napolean I]I.8, dem Sieger in den Arm zu fallen, um beim
Friedensschluß ein ganz bestimmtes Trinkgeld zu erpressen.
Die Forderung hieß Saar und Pfalz und das linksrheinische
Hessen. Es bleibt immer dasselbe: bei Ludwig XIV. hieß es
Reunion; bei Napoleon IM. Kompensation, bei den heutigen
Franzosen Reparation !?
Wenn auch die Schlagworte wechselten, die Beweggründe
der Franzosen zur Erringung des Saargebiets blieben immer
dieselben. Jedenfalls trifft es den Nagel auf den Kopf, wenn
Benjamin Franklin in seinem offenen Brief an den Präsidenten
Wilson!® ausruft: Il reste ceci, que ’hegemonie dans
la region du Rhin ne tient pas aux details du trace de la
frontiere... La clef de ce bassin, en ce qui concerne
les houilles, est en Westphalie et sur la Sarre.
C’est lä, et la seulement qu’est la clef de notre
maison. C’estlä quenous devons l’aller chercher.
Sarre et Westphalie! Tel doit &re notre mot d’ordre.
Sarre et Westphalie! Tel doit &tre notre cri de guerre. C'est
lä quest l’avenir de la France, sa securite, par cons6&-quent
sa frontiere. Sarre et Westphalie!
Derartige offene Annexionspläne nur um der Kohlen willen
konnte das offizielle Frankreich nach dem Weltkrieg nicht
auf seine Fahnen schreiben. Es mußte daher, um sich die Zustimmung
Wilsons zu verschaffen, gewichtige Gründe ins
Feld führen und durch mühselige Verhandlungen Schritt
für Schritt Boden gewinnen, bis es, wenn auch nicht ganz,
sein Ziel erreichte.
Über die Schwierigkeiten, die zu überwinden waren, berichtet
Tardieu in einem Artikel in der Zeitschrift l’Illustra-5
Hermann Stegemann: Der Kampf um den Rhein, Stuttgart
1924, S. 563.
9 Prof. Oncken in der Protestkundgebung der Heidelberger
Universität, Heidelberg 1919, S. 10.
10 Franklin, Benjamin: Sarre et Westphalie, lettre ouverte ä
M. le President actuel de la Republique des Etats-Unis. Paris
1919. (Die hier unterstrichenen Stellen sind auch im Original
durch Druck hervorgehoben.)