Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

fierärztliche Abnahme der vorschriftsmäßig ausge—
führten Desinsektion des Stalles usw. stattgefunden hat,
hebe ich die unterm 10. Januar dieses Jahres ange—
ordneten Schutzmaßnahmen hiermit wieder auf. (Saar—
zrücker Kreisblatt Nr. 2 Seite 8.)
Saarbrücken, den 10. März 1920.
Der Polizei⸗-Direktor.

167) Bekannrimachung.
Die Pachtzeit des im Stadtkreise Saarbrücken ges
legenen Fischereibezirks der Saar vom Ende des
Schonreviers unterhalb des Saarbrücker Wehres, d. h.
vom letzten Stoppfahl am rechten Ufer unterhalb dieses
Wehres bis zu dem am Wehrrücken des Nadelwehres
zu Luisenthal beginnenden Schonreviers, läuft mit dem
31. März dieses Jahres ab.
Die Neuverpachtung dieser Strecke für die Zeit vom
1. April 1920 bis 31. März 1932 findet am 26. dieses
Monats 11 Uhr vormittags auf Zimmer J des Polizei—
direktionsbezirkes öffentlich an den Meistbietenden
statt. Die allgemeinen Bedingungen für die Verpach—
tung der dem Staate zustehenden Fischereien im Rer
gierungsbezirk Trier liegen bis zum Verpachtungs—
termin werktäglich von 8 Uhr vormittags bis 2 Uhr
nachmittags auf Zimmer 31 des vorgen. Dienstge—
häudes zur Einsichtnahme aus.
Saarbrücken, den 15. März 1920.
Der Polizei⸗Direktor.

—I—

168)
Der Plan über die Errichtung einer oberirdischen
Telegraphenlinie an der Kreisstraße von der Post—
agentur bis zur Sparkasse in Lauterbach liegt bei dem
Postamt in Völklingen vom 20. März ab vier Wochen
aus.
Trier, den 15. März 1920.

Ober⸗-Postdirektion.

69 VBekbanntmachumng.
Amtstierärztlicher Feststellung zufolge ist die Maul—
und Klauenseuche unter dem Rindviehbestande der
Witwe Johann Huppert in Hilschbach erloschen.
Die Gehöftssperre und die angeordneten Schutzmaß—
nahmen sind daher aufgehoben worden.
Riegelsberg, den 2. März 1920.
Die Polizei⸗-Verwaltung.
Der Bürgermeister.
Langer

17095) Gemeindeangelegenheiten von Sulzbach.
Die Gemeindevertretung hat in ihrer am 26. 2. er.
stattgesundenen Sitzung solgendes beschlossen: 1. Den
haushaltsplan der höheren Mädchenschule in Ein—
nahme und Ausgabe auf 29000 Mk, festzusetzen. Der
Zuschuß der Gemeinde beträgt 18 000 Mk., das Schul—
geld 250. — Mk. 2. Den Haushaltsplan des Realgym—
nasiums in Einnahme und Ausgabe auf 217000 Mek.
festzusetzen. Der Zuschuß der Gemeinde beträgt 110 000
Mark. Das Schulgeld wurde festgelegt für Septima
auf 200.— Mk., für Sexta bis Quarta auf 260. — Mk.,
für Untertertia bis Untersekunde auf 300. — Mk., für
Obersekunda bis Oberprima auf 400. - Mk. Auswür—
tige zahlen 100. — Mk. mehr. An die Gemeinden Dud—
weiler und Friedrichssthal soll bezüglich Gewährung
namhafter Zuschüsse herangetreten werden, andern—
falls die Schulgelder für die betr. Schulkinder zu er—
höhen sind. 3. Den Lehrern und Lehrerinnen eine
einmalige Zulage von 1500 des Grundgehalts von
1400 bezw. 1200 Mk. unter Anrechnung der staatlicher—

seits für die Zeit vom 1. 1. bis 31. 3. 1920 gewährten
Teuerungszulagen von 1508 zu bewilligen, ferner eine
stinderzulage von 150 Mk. für jedes Kind und die
Ortszulagen von 675 und 275 Mk. umgestaffelt ab
1. 1. 1920 festzusetzen, schließlich den pens. Lehrern
und Lehrerinnen eine einmalige Teuerungszulage von
700 Mk. zu gewähren; 4. den Angehörigen der ver—
storbenen Lehrerin Wert das Gnadenquartal zu zah—
sen; 5. sich mit der Weiterbeurlaubung der Lehrerin
sünzer für ein halbes Jahr einverstanden zu erklä—
ren, da Fräulein Künzer die Stellvertretungskosten
iber rimmt; 6. dem Kommissionsbeschluß betr. Erhöhung
der Elektrizitäts- und Wasserpreise (vergl. besondere
Bekanntmachung) zuzustimmen; 7. die Speicher bezw
steller verschiedener Schulhäuser zu Wohnungen um—
zubauen; 8. zu den Solbadkuren armer Kinder 500
Mark zu bewilligen; 9. die Anpachtung eines Sport—
Natzes für die Vereine von Neuweiler und die Zupach—
zung von Waldland zum Sportplatz des Turnvereins
Sulzbach zu genehmigen; 10. dem Vergleich in Sachen
der Gemeinde Sulzbach contra Lebach gemäßn gz 58
. A. G. zuzustimmen.
Sulzbach-Saar, den 26. Februar 1920
Der Bürgermeister.

Saarbrücken, den 24. Märs 1920
Der Landrat:
J. B.: van Endert.

Wodurch heben wir die Viehzucht und steigern
dadurch unsere Fleisch⸗ und Fettvorräte?
Von Dr. Fritg Moebiuns, Assistent bei der Pommerschen
Landwir tschafts lammer.
Der Mangel an Schiffsraum und der niedrige Stand der
Baluta machen es Deutschland auf unabsehbare Zeit unmöglich,
Nahrungsmittel und Futtermittel im nennenswerten Mengen ein—
zuführen. Die Kartoffelernte ist eine knapp mittelmäßige zu
nennen. Infolge des früh eingetretenen Frostes lann ein große
Teil der m der Erde zurückgebliebenen Kartoffeln als erfroren
und für die menschliche Ernährung als verloren gelten. Bei
der großen Kartoffelknappheit, mit der wir also im kommenden
Frühjahr zu rechnen haben, dürfen gesunde und brauchbare Kar—
coffeln unter keinen Umständen verfüttert werden, sondern müssen
außer zur Saat ausschließlich zur Ernährung des Volles ver⸗
wandt werden. Andererseits ist es eine der dringendsten
Forderungen des Tages, mit allen Mitteln die
Schweinezucht zu heben, um das darbende Volk mit
den nötigen Mengen Fleisch und Fett zu versorgen.
Womit sollman das Schwein füttern? Die eigene
Erzeugung von Futtermitteln durch Anlage von Wiesen und Weiden
und Anbau von Futterpflanzen stößt insofern auf Schwierigkeiten,
als die Preise für die Saaten von Leguminosen und Gräsern
eine erschrechende Höhe erreicht haben. Da ist es denn Pflicht
die Landwirte erneut auf Matador-Comfrey, als eine;
eit Jahrzehnten best bewährten Grünfutterquelle, hinzuwelsen
Die verhältnismäßig geringen Ausgaben für Saatgut (Stedlinge)
nachen sich durchaus bezahlt, denn eine einmal richtig angelegte
Plantage hält 20 bis 30 Jahre aus und liefert schon im ersten
Jahre 3—24, in den folgenden Jahren bis zu 8 Schnitte saf⸗
iges, zartes, nährstoffreiches Grünfutter (bis zu 1000 Zentner
ür den Morgen), das niemals, auch wenn es noch so alt ift,
um Verholzen neigt. Gerade dieser Vort il macht „Matador“ zu
inem geeigneten und beliebten Futter für die Schweine. Für
einen Morgen (1, Hektar) sind 20000 Stecklinge erforderlich.
Diese Fläche genügt, um gegen 100 Schweine von dem erĩten
Frühjahr an, wenn noch an kein anderes Grünfutter gedacht
werden kann, bis in den iefen Herbst hinein mit bestem Grün
kutter zu versorgen.
Matador-Comfrey kildet auch für Pferde, Rind-—
vieh, Ziegen und Schafe, selbst für Kaninchen.
            
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