Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

55) Bekanntmachung.
An die Imker!
Infolge der überaus schlechten Lage der Zuckerver—
sorgung kann jetzt noch keine Gewähr dafür über—
nommen werden, daß das Reich auch in diesem Jahre
wieder Zucker zur Fütterung der überwinterten Bienen—
bölker zur Verfügung stellt. Es sind aber alle Schritte
getan, um es trotz der zeitigen Notlage zu ermöglichen,
daß den Imkern wieder- Zucker, wenn auch nicht im
bisherigen Umfange, zur Verfügung gestellt wird. Die
Erwägungen über die etwa zu verteilende Menge
werden erst in den nächsten Tagen zum Abschluß ge—
langen. Doch dürfen die Hoffnungen nicht zu hoch
zeschraubt werden. Es wird keinesfalls viel Zuckert
geben, dafür wird aber von der Verpflichtung zur Ab—
gabe von Honig Abstand genommen werden.
Die Ausgabe des Frühjahrzuckers auf Grund der
oorjährigen Ortslisten hat zu großen Mißhelligkeiten
geführt. Neue Ortslisten müssen zu Grund gelegt und
deshalb mit größter Beschleunigung aufgestellt werden,
damit zu gegebener Zeit mit der Verteilung des Zuckers
sofort begonnen werden kann. Zu diesem Zwecke hat
sich jeder Imker, der Bienenzucker zu erhalten wünscht.,
sofort in die Ortsliste, die vom 10. bis 15. März bei
der Gemeindebehörde offen liegt, einzutragen. Die
Eintragungen werden zum Zwecke der Auestellung der
zollamtlichen Berechtigungsscheine nachgeprüft werden.
Verspätete Anmeldungen können keinesfalls berück—
sichtigt werden. Eine Fristverlängerung kann nicht
eintreten.
Die Verteilung erfolgt durch den bienenwirtschaft—
lichen Provinzialverband bezw. durch die örtlichen
Imkervereine, auch für die Imker, die nicht Mitglieder
dieser Organisation sind. Die auf das Volk entfallende
Zuckermenge wird noch besonders bekanntgegeben
werden.
Saarbrücken, den 6. März 1920.
Der Landrat.

156) Bekanutmachung.
Am Freitag, den 12. März 1920, findet im Kath.
Bürgerverein zu Trier der von der Landwirtschafts—
kammer für die Rheinprovinz veranstaltete Landfrauentag
 statt.
Vortragsfolge: Vorm. 111,3 Uhr bis 1 Uhr: 1. Vor—
trag: Die Mitarbeit der Landfrau am Wiederaufbau
Deutschlandz. (Freiin von Mirbach, Schloß Harff,
Kreis Bergheim.) Aussprache. — Nachm. 1/33 Uhr:
2. Vortrag: Die Landfrau und die Hebung der Vieh—
wirtschaft. (Tierzuchtdirektor Oekonomierat Dettinger,
Bonn.) — 3. Vortrag: Rechte und Pslichten der Land—
frau als Staatsbürgerin. (Frl. Maria Doll, Köln.)
Aussprache.
Vor den Vorträgen ist Gelegenheit zu drei Besich—
tigungen gegeben:
1. Besichtigung des ortsgeschichtlichen Museums
Volkstrachten), daran anschließend Besichtigung der
Porta Nigra. — Treffpunkt /210 Uhr Rotes Haus,
dauptmarkt.
2. Besichtigung der Porta Nigra, daran anschließend
Besichtigung des Roten Hauses. — Treffpunkt */310
Uhr Porta Nigra.
3. Besichtigung des Schlachthofes und der Molkerei.
Trefspunkt 1,210 Uhr Haupteingang des Rathauses.
Nach dem 2. Vortrag tritt eine Pause ein, um Ge—
legenheit zu einem Imbiß zu geben.
Es werden Teilnehmerkarten von 2 Mk. ausgegeben.
Dieselben sind am Versammlungstage an der Kasse
oder gegen Voreinsendung des Betrages von der Land—
wirtschaftskammer in Bonn, Endenicher Allee 60, zu
zeziehen.
Lehrerinnen, Haushaltungslehrerinnen und ange—

stellte Sozialbeamtinnen erhalten eine Freikarte, wenn
sie sich als solche ausweisen.
Auch Herren sind als Teilnehmer willkommen.
Saarbrücken, den 9. März 1920.
Der Landrat.
J. V.: Best.

beaunnumacungen pohderer behoren.
57) VBekanntmachung.
Kreistierärztlicher Feststellung zufolge ist die Maul—
und Klauenseuche unter dem Rindviehbestande des
Ackerers Friedrich Krebs zu Güchenbach erloschen.
Die über das Gehöft verhängte Sperre, sowie die
veiteren Schutzmaßnahmen sind aufgehoben worden.
Riegelsberg, den 21. Februar 1920.
Die Polizeiverwaltung.
Der Bürgermeister.
Langer.

158) Bekanntmachung.
Nachdem nach kreistierärztlicher Feststellung die
unter dem Rindviehbestande des Bergmannes Franz
Werron zu Ueberhofen ausgebrochen gewesene Maul—
und Klauenseuche erloschen ist, wird die über das Ge—
höft verhängte Sperre aufgehoben.
Die weiteren Schutzmaßnahmen sind ebenfalls auf—
gehoben worden.
Riegelsberg, den 21. Februar 1920.
Die Polizeiverwaltung.
Der Bürgermeister.
Langer.

Saarbrücken, den 10. März 1920. J
Der Landrat:
J. B.: van Endert.

Steckbrief·
Gegen die unten Beschriebene, welche flüchtig ist, it die Unter—
uchungzshaft wegen Betrugs, begangen in Saarbrücken und Um—
jebung, am 9. Dezember 1919 verhängt.
Es wird ersucht, dieselbe zu verhaften und in das Gefängnis
in Saarbrücken abzuliefern, sowꝛe zu den hiesigen Allen 9 J
Nr. 2407/19 sofort Mitteilung zu machen.
Personbeschreibung.
1. Familienname: König Peter Witwe;
2. Vorname: Anna, geb. Flieceenstein;
3. Geboren am 18. Januar 1880 zu Bitsch, Kreis Bitsch;
4. Letzter Aufenthalt (Wohnung): Saarbrüden;
5. Jeßiger (rermuteter) Aufenthalt: Straßburg;
8. Größe: klem, ca. 1,653;
7. Gestalt: schwächlich, schlank;
8. Haar: dunkelbraun;
9. Gesicht: länglich;
9. Saitn: hoch;
1. Auge: dunlelbraun;
2. Augenbrauen: dunkelbraun;
13. Nase: gewöhnlich;
Ohren: mittel;
. Mund: mittel:
6. Zähne: lüdenhaft;
.7. Kinn: spitz;
18. Hände und Füße: gewöhnlich;
19. Gang und Haltung: flot?en geraden Gang;
20. Spraͤche: deutsch und französisch;
21. Bekleidung: hellaraucs Jackttkleid, blauen Samthut oder
schwarzen Trauerkut.
Saarbrücken, den 14. Februar 1920.
Der Erste Staatsanwalt.
Sofort licferbar ab Auerbach etwa 10)9 Zentner prima
helles Getreidestroh, gepreßt, gebünder und lang—
drusch, vorzügliches Futterstroh, Bohnenstroh aepreßt.
Frbfenströh Rapsstroh, sow'e mehrcre Waggons
drima Wiesenheu, offeriert ab hiesiger Stat,on sowte
zroßes Lager in allen Arten Futtermitteln. Eilanfragen
möglichst telearaphisch an:
Firma Simon Hahn, Auerbah (Gessen).
Telephon-Amt Benshtim Nr. 29). — Telegramm-Adresse:
Handelshaus Auerbach.
            
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