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stellte der kommissarische Bürgermeister, Herr Klein,
die berufenen städtischen und ländlichen Vertreter so—
wie die der betreffenden Körperschaften wie der ein—
zelnen Verwaltungszweige der Regierungs-Kommission
vor.
Als Sprecher deutete er auf die schwierige Lage des
Ldandes hin, das durch die Zollgrenze im Osten und
durch die Valutaschranke im Westen in Not und Armut
zu ersticken drohe. Voll Vertrauen und Hoffnung seien
nunmehr die Blicke der Einwohner auf die hohe Re—
gierungs-Kommission gerichtet. Er versiderte weiter,
daß man es versuchen wollte, hier die Kulturen von
zwei Nachbarländern einander näher zu bringen und
sie so aus dem jetzigen Dunkel wieder an das Licht ge—
langen zu lassen.
Seine Erwiderung leitete der Herr Präsident Rault
mit einem anerkennenden und dankbar empfundenen
Hinweis auf die taktvolle und erfolgreiche Wirksam—
keit General Wirbels für Stadt und Land ein. Den
berufenen Vertretern der Bevölkerung konnte er serner
verkünden, daß der Vollzugsrat des Völkerbundes Saar⸗
brücken als Hauptstadt des Saarlands und als Sitz der
Regierung auserkoren habe, aber auch die historische
Bedeutung Saarlouis solle gebührende Beachtung
finden.
Von der treuen und hingebenden Mitarbeit der
Herren Bürgermeister und der Gemeindekollegten er—
warte die Regierung besondere Erfolge. Die Re—
zgierungs-Kommission, als Mandatarin des Völker—
bundes, könne ihrerseits die Versicherung abgeben, daß
sie ohne jeglichen Hintergedanken sich dem großen
Werke widme, das für die ganze Welt eine ausschlagende
Bedeutung erlange. Sie sei dabei ader auf die Hilse
von Stadt und Land angewiesen, welche in der Achtung
der Gesetze und der Beobachtung der öfsentlichen Ord—
nung schon zu einem großen Teile am Erfolge beitrage:
Davon hänge in erster Linte das Gedeihen des wirt—
schaftlichen Lebens des Saarlandes ab.
Herr Bürgermeister Klein ließ es sich nicht nehmen,
aoch im Anschluß an die Rede des Herrn Präsidenten
Rault Herrn General Wirbel, als dem bisherigen
Obersten Verwalter des Saargebiets, für seine um—
sichtige und schnelle Abhilfe schafsende Wirksamkeit den
gehührenden Dank auszusprechen, worauf ihm General
Wirbel seinerseits dankend erwiderte.
Die zahlreichen, aus der Pfalz eingetrosffenen Herren
schlossen den offiziellen Empfang ab. Ihr Sprecher
var Herr Regierungsrat Blaß. Er betonte die Sonder—
stellung, welche die Saarpfälzer im Lande einnehmen
und deutete daher auch auf ihre Sonderwünsche hin.
Herr Staartsrat, Präsident Rault, gab der in so statt—
licher Zahl erschjenenen Abordnung der Pfalz die Ver—
sficherung, daß die Regterungs-Kommission die In—
teressen der Pfälzer schützen werde und deren in Aus—
sicht gestellte loyale Mitwirkung bei dieser gemein—
amen Arbeit dankbar entgegennehme.
àdministration Supérieure
de la Sarre.
Saarbrücken, den 23. Februar 1920.
143) Bekanusmachung.
Die Wirtschafts-Abteilung von Saarbrücken (Section
Economique de Sarrebruck) erhält täglich von den ver—
schiedenen französischen Wirtschafts-Abteilungen aus
dem besetzten Gebiete Waren-Angebote und Nachfragen,
die an die betrefsenden Wirtschafts-Abteilungen ge—
richtet sind. Diese Schriftstücke liegen auf der Wirt—
schaftsabteilung von Saarbrücken (Sertion économique,
im Landgericht, Zimmer 127) zur Einsichtnahme für
Interessenten auf. (49
gez. H. Wirbel.
Administration Supérieure
de la Sarre.
Sarrebruck le 25 février 10920
144) Bekannutwmachung.
Nach erfolgter Begutachtung des leitenden Aus—
schusses der beratenden Wirtschafts-Kommission be—
chlteßt General Wirbel, Oberster Verwalter des Saar—
zebtets, daß in dieser Kommission
1 Sitz dem Haus- und Grundbesitzerverein,
1 Sitz dem Arbeitgeberverband für das Baugewerbe.
1Sitz den ländlichen Genossenschaften
zugeteilt wird.
Daß den freien Gewerkschaften nur 2 Sitze beige—
messen wurden, beruht auf einem Drucksehler, es soll
heißen 3 Sitze. 51
Es versteht sich von selbst, daß es sich in dieser
Kommission nicht um rein numerische oder politische
Vertretung, sondern um eine Vertretung rein wirt—
schaftlicher Interessen und Compe!enzen handelt.
gez. Wäirbel.
115) Bekanntmachnung.
Auf eine Eingabe der Wirtschaftsabteilung wurde
Zimon Nikolaus wegen Uebectretung der Verfügung
dezs Generals, Obersten Verwalter des Saargebiets,
»om 6. Februar 1920 auf Veranlassung der Gerichts—
zehörde am 26. d. Mts. verhaftet. Er wurde bei
heimlichen Wechseloperationen in einem Saale des
Tafés Baldes, Bahnhofsstraße 34, auf frischer Tat er—
appt. —
gez. Wirbel.
Regterungs-Kommission
für das Saargebiet.
Saarbrücken, den 26. Februar 1920
46) Berfügung.
Um den Diebstählen von Eisen- und Gußgegen
ständen zu steuern, welche infolge der von Wieder—
derläufern angebotenen hohen Preisen immer häufiger
werden, verfügt der Präsident der Regierungs-Kommis—
sion wie folgt:
1. Nur den Eisen- und Gußhändlern, welche als
solche in das Handelsregister eingetragen sind, isi
Eisen- und Gußhandel gestattet.
2. Sie haben ein Spezialregister zu führen, in web
chem sämtliche Käuse und Verläufe, Gewicht, Gattung
und Herkunft der Gegenstände, sowie Name und Adpesse
des Verkäufsers oder des Käufers zu vermerken sind
3. Sie werden den Bürgermeisterämtern ihrer Ge—
neinde 8 Tage nach Bekanntgabe vorliegender Ver—
ügung eine vollständige Ausstellung ihrer Bestände
inreichen und dabei die Gegenstände, deren Herkunfit
ihnen zweifselhaft erscheint, besonders vermerken. Die
so angegebenen Lagervorräte werden kontrolliert.
4 In der Folge werden sie das Bürgermeisteram
sosfort von jeder erhaltenen Offerte, besonders, wenn
ihre Herkunft zweiselhaft erscheint, benachrichtigen
müssen.
5. Das Unterlassen dieser Vorschriften setzt sie allen
Verantwortlichkeiten aus, die sich Hehler zuschulden
kommen lassen, falls gestohlene Gegenstände in ihrem
Besitze gefunden oder, wenn nachgewiesen werden kann,
daß sie die betrefsenden Gegenstände in ihrem Besitze
hatten und wiederverkauft haben. Außer der Verhän—
zung der gewöhnlichen Strasen kann das Geschäft ge—
schlossen und die Beschlagnahme der Bestände veranlaß!
werden.
6. Die Kontrolle der Bestände und Register kann
durch Vertreter der Polizeibehörde und der Preis—
prüfungsstelle, sowie durch jeden von den Bürger