Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

38) Bekaunntmachnug.
Nach Ablauf-der in meiner Bekanntmachung vom
1. Dezember v. Is. — Kreisblatt S. 248 — festgesetzten
Frist für die Abstimmung über die Errichtung einer
zwangsinnung für das Friseurhandwerk in den Bür⸗
germeistereien Völklingen, Püttlingen und Ludweiler
ist die Abstimmungsliste geschlossen worden.
Von heute ab liegt die Liste während zwei Wochen
verktäglich von 9 bis 1 Uhr vormittags in den Dienst⸗
räumen des hiesigen Landratsamts, Schloßplatz 8,
zur Einsicht und Erhebung etwaiger Einsprüche der
Beteiligten aus.
Es wird darauf hingewiesen, daß nach Ablauf der
Frist angebrachte Einsprüche nicht berücksichtigt werden.
Saarbrücken, den 14. Januar 1920.
der Kommissar zur Errichtung einer Friseurzwangs⸗
innnung in den Bürgermeistereien Völklingen, Pütt⸗
lingen und Ludweiler.
J. V.: van Endert, Regierungs-Assessor.
39) Nächste Obstbaukurse hier.
Unter Bezugnahme auf mein Ausschreiben vom 17.
September 1919 K. A. 6494, abgedruckt im Kreisblatt
Nre s68 Seite 209, mache ich darauf aufmerksam, daß
der n äch ste Obstbaukursus durch Herrn Lehrer
Wagner hier im kommenden Monat o der
Anfang März stattfinden wird und es er—
wünscht ist, daß schon jetzt weitere Meldungen
zur Teilnahme an demselben gemacht
berden. Das Interesse, das dem Kursus vom 16.
bis 30. Oktober hierselbst entgegen gebracht wurde,
war außerordentlich groß. Es hatten sich 32 Teil⸗
nehmer gemeldet (30 Herren und 2 Damen).
Infolge der kurz vorher plötzlich eingetretenen drin⸗
genden Arbeiten, des vielfach notwendigen Urlaubs.
rankheiten und dergl. konnten nur 18 Herren und
Dame sich beteiligen, aus dem Stadtkreise 3, aus dem
Landkreise 16 Personen. Die theoretischen Unter⸗
weisungen fanden im latholischen Vereinshause
Mainzerstraße) von 1/29-10 Uhr täglich statt, daran
schlossen sich die praktischen Uebungen, die bis 1 Uhr
mittags dauerten. Das aufgestellte reiche Programm,
das alle wichtigen Fragen des Obstbaues in theore⸗
tischer und praktischer Beziehung umfaßte, wurde in
allen Punkten eingehend erledigt. Die Vorträge wur—⸗
den durch praktische Beispiele, große Zeichnungen und
zahlreiche Naturobjekte veranschaulicht. So wurden
aus etwa 70 vorgelegten Obstsorten nur wenige als
die besten ausgewählt und zur Anpflanzung emp⸗
fohlen, besonders die altbewährten Lokalsorten. Die
Tierschädlinge, die Pilzkrankheiten an Baum, Strauch
und Obst, wurden sämtlich in natura vorgeführt, teils
an dem besonders angelegten Obstbaumuseum, teils
an den Sammlungen des Saarmuseums. Zur Be⸗
kämpfung der Baumschädlinge wurden die besten und
neuesten Mittel angegeben.
Die praktischen Uebungen fanden in den Obstanlagen
don Herrn Lehrer Wagner sowie in verschiedenen
zweckentsprechenden Gärten in der Nähe statt, so daß
reiche Gelegenheit zum Schneiden und Formen jeder
Art von Bäumen geboten war. Die verschiedenen
VBeredlungsarbeiten wurden im Walde geübt. Bei
dieser anschaulichen Behandlung der einzelnen Themen
var das Interesse der Mitglieder stets sehr lebhaft.
Zum besseren Behalten des Gelernten haben fast alle
den gesamten Unterricht in besondere Hefte stkizziert
In der Schlußstunde des Kursus wurden die Teil⸗
nehmer eindringlich ermahnt, nunmehr Pioniere der
Obstbaumzucht in ihren Gemeinden zu sein durch
Gründung von Obstbauvereinen mit praktischen Sta⸗
tuten, durch prattische anschauliche Belehrung in den

Versammlungen, durch Anregung der Gemeinden zur
allgemeinen Bepflanzung der Straßen, Feldwege und
Dedländereien nach dem Beispiele anderer Gemeinden
und Kreise, durch energische allgemeine Bekämpfung
der sehr bedrohlich auftretenden Obstbauschädlinge, in
der Schule durch Anleitung zum richtigen Pflanzen,
Veredeln und Pflegen der Obstbäume durch Beloh—
nung tüchtiger Schüler mit einem Obstbüchlein (à 30
Pfennig), durch Empfehlung der bekannt gewordenen
besten Obstbücher. Damit wird der Obstdiebstahl und
Baumfrevel gedämpft und wir heben so in kurzer
Zeit auf die einfachste und billigste Weise den Wohl⸗
stand des Einzelnen, der Gemeinde und des Kreises
Mit herzlichen Worten des Dankes für die emp⸗
sangenen Belehrungen verabschiedeten sich die ein⸗
zelnen Teilnehmer, denen dann noch zur erneuten
Auffrischung ein besonderer Leitfaden mitgegeben
worden ist.
Ich bitte die Herren Bürgermeister weitere Mel⸗
dungen gefl. sammeln und mir bis Anfang k. Mts.
vorlegen zu wollen. Kreisausschüsse zu den entstehen⸗
den Kosten werden, wie in der Bekanntmachung vom
17. September 1919 für den festen Kursus zugesichert,
auch für den bevorstehenden' Kursus in Aussicht ge⸗
ttellt.
Die Herren Kreisschulinspektoren werden um jede
nur mögliche Förderung des Besuchs der Kurse, im
Interesse der guten Sache, dringend gebeten.
Saarbrücken, den 19. Januar 1920.
Der Landrat.
J. V.: van Endert, Regierungsassessor.

40 Drdnung
betreffend die Erbebung von Lustbarkeitssteuern im Besirke
der Gemeinde Breoach.
Auf Grund des Beschlusses des Gemeinderates von Bisch
misheim vom 3. Juti 1919, Bliesranscach »vom 16. Juli
is. Bubingen vom 17 Zuli 1919, Scchtnaen om
JFuli 1919. Güdingen vom 17. Juli 19 SEcheidt⸗Rent risch
hom 21. Zuli 1819, wird bhierdurch in Gemänñheit der
z8 13, 18, 82 des Kommunal⸗Abanabe-Gesetzes vom 14.
Fuͤli is93 in Verbindung mit Artidel 11 der Ausfü h⸗
Anasanweisung vom 10. Wai 1894 nachsteöende Ordnung
ireffend die Erbebung von Lustbarkeitssteuern im Be⸗
zirke der genannten Gemeinden erlassen:
81.
Für alle im Bezirke der genanaten Gemeinden sliatt⸗
indeiden Lustbarkeiten sind an die Gemeindekaise nach—
tehende Steuern zu entrichten, und 3war:
ljur die Veranstactung einer Tanzdelustigung:
a) gleichviel ob dieselbe längstens bis 12 Uhr oder
uüber 12 übhr nachts hinaus vauert 60 Wark.
b) Wenn dieselbe von Wasten oesucht wird 100 Me.
2. für die Veranstaltung eines Festes unter sreiem
dimmel einschließzlich Festzug jiür en Tag 25 VNcart.
3. für die Veranstaltung, eiger —D
a) Wwenn bei derfelben ein Eintriltseld von böchstens
0 50 Weark erboben wird oↄder aber vie Bab ung
eines Eintrittsgeldes in das Belieben der Zu—
schauer gestellt wird 10 Weark,
b) wenn bei derselben ein Cintrittsgeld von mebr
als 50 bis 100 Wart erboben wird 29 Mark
e) wenn bei derfelben ein gintrittzgesd von mebr
als 1,00 Utark erbeben wird 50 Mark
1für die Veranstaltung
a) eines Konzertes 10 Mark.
p einer Thratervorstellung 25 Mart.
5. für Gesang und deklamatorische Vorträge und sogen.
Tingel-⸗Tangel für den Tag 25 Wart.
fuür“ andere Nusitk und Gesangvortrage in Gast⸗
virtschaften, Schanlbuden, öfsent ichen Veranäg naslekalen,
BZuden doder Selten. mit Ausnahme er gegen Geldein⸗
ruͤrf spielenden Automaten, für den Tag 10 Wark.
7. fur das Halten eines Klavierz in Gastwir schaften.
Schankstuben und öhent ichen Vergnügunzsletalen jähb lich
20 Wartk.
7a. sür das Halten von Glüfsspiel⸗, Geschicklihkeits⸗
und fonstigen der Erabtßung und Untersartiing dienen⸗
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.