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Haarbrücker Kreisblatt
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Umlliches Anzeigeblatt
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Arennnazger Dieunteg. dt
11. Dezember 1919 45. Jabrg.
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Donnerstag
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Generalleutnant Wirbel und die Vorstellung der Richtpretse für Obst (8. 246). — Ausführung des Impf⸗
Dehörden auf dem Rathause (S. 2454 — Anweisung geschäftes (S. 247). — Geschäftsschließung (S. 247).
aber Verfand, Aufbewahrung und Verwendung von —. Viehseuchenpolizeiliche Anordnungen G. 247). —
Vefrierfleisch (S. 245). — Waffsengebrauchsrecht der Bäckerzwangsinnung (S. 248). — Friseurzwangs—
Forst⸗ und Jagdschutzbeamten (S. 246). — Anstellung innung (S. 248). — Maul⸗ und Klauenseuche (S. 249).
und Pflichten der Bezirksschornsteinfeger (S. 246). — — Pocken (S. 248).
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Eeneralleuknaut Wirbel und die Vorstellung der
Behörden auf dem Rathause.
Samstag, den 22. November 1919, erschien in Be—
aleltung der Generäle Andlauer, Brissaud Desmaillet
de Combarieu, sowie der höheren Generalstabs⸗Offi⸗
nere der neuernannte Oberste Verwalter des Saar—⸗
debletes, Herr Generalleutnant Wirbel, auf dem
Rathaufe der Stadt Saarbrücken, wo ihn der Ober⸗
durgermeister Klein begrüßte und ihm die Spitzen
der städtischen und staatlichen Behörden sowie die Ver—⸗
kreter der Ameiterpogepten vorstellte.
Größere Abordnukgen der verschiedenen Truppen⸗
teile mit einer Fahnenabteilung standen vor dem
Nathause in Paradestellung. Ehe der Oberste Militär—
berwalter das Rathaus betrat, schritt er die Front ab
Im Festsaale des Rathauses richtete Bürgermeister
Slein folgende Ansprache an den General:
Meine Herren, wir haben uns eingefunden, um
Sle Herr General Wirbel zu begrüßen. Wir müssen
gleichzeitig Abschied nehmen von Ihnen, Herr General
Andiauer. Wir danken Ihnen hierbei für das Wohl
wollen, das Sie der Bevölkerung des Saargebietes
erwiesen haben, und wünschen Ihnen das Beste für
die fernere Zukunft. Von Ihnen, Herr Generat
Wirbel, erhofsen wir ein gleiches Wohlwollen für das
saargebiet; wir haben das Vertrauen, daß Sie der
schwierigen Lage, in der sich das Saargebiet befindet,
Nechnung tragen werden.
In seiner Antwort führte Herr General Wirbel
unter anderem aus: „Gleich seinem Vorgänger,
Beneral Andlauer, werde auch er mit dem größten
Wohlwollen alle jene Angelegenheiten prüfen, die der
Bevolkerung am Herzen liegen und, unter Mitwir—
kung der hiesigen Behörden, werde er sich bemühen,
diesen Angelegenheiten die bestmöglichste Behandlung
angedeihen zu lafsen. Er unterschätze keineswegs die
bdesonderen Schwierigkeiten, die der Bevöllerung seit
dem Friedensvertrag erwachsen seien. Frankreich liege
es voilkommen fern, etwa auf das Gebiet überzugrei—
sen, welches der Regierungskommission angewiesen
worden sei, Es sei daher zur Zeit unzulässig, Be—
stimmungen zu treffen, welche der späteren Entschei—
dung dieser Kommission Abbruch tun könnten. Die
Bevölkerung sollte sich bis zum Zusammentritt der
Kommission in Geduld der gewohnten Arbeit hingeben.
Das seien die Voraussetzungen, unter denen er die, ihm
von der franzbsischen Reglerung übertragene Amtsge—
walt ausüben werde. Er brauche nicht zu betonen,
daß diese Amtsgewalt aus dem Friedensvertrage ihre
tiefe Begründung und ihre volle Berechtigurg ab—
leite. Ihre Machtbefugnisse werden andauern, bis sie
von der späteren Verwaltungskommission abgelöst
werden. Hinzufügen möchte er aber noch, daß diese
Amtsgewalt sich serner aufbaue auf dem unerschütter⸗
lichen Boden, welchen der unbestrittene Sieg der tap—
feren französischen Heere geschaffen habe, im Vereine
mit denen der verbündeten Mitkämpfer.
Ravitaillement de la Sarre.
Auweisung über Versand, Aufbewahrung und
Berwendung von Gefrierfleisch.
1. Ueber die Art der Aufbewahrung von
Gefrierfleisch.
Es ist eine besondere Eigentümlichkeit des Ge—
frierfleisches, daß es sich nur langsam auftauen läßt.,
Ein großes Stück Fleisch, das aus dem Gefrier—
raum oder dem Gefrierwagen beispielsweise an die
offene Luft bei — 200 gebracht wird, braucht drei Tage,
bis es vollständig aufgetaut ist.
Selbstverständlich tauen Fleischstücke von 2 bis8
Kilogramm viel schneller auf, dafür tritt aber ein
größerer Verlust an Saft ein.
Ein sicheres Zeichen dafür, daß der Auftauungs⸗
prozeß sich vollzogen hat, ist das Einschrumpfen der
Fleischoberfläche und eine leichte Abgabe von Blut—
saft.
Es ist durchaus unnötig, das aufzutauende Sleisch
in einen Raum mit sogenannter Uebergangstemperatur
zu bringen. Die einzige Vorsichtsmaßregel, die an—
gewendet werden soll, besteht darin, das Fleisch nicht
der kalten oder trockenen Luft auszusetzen. In diesem
Falle würde sich nämlich das Fleisch bei der Erwärmung
mit einer Reif- oder Feuchtigkeitsschicht iberziehen,
welche durch die Kondensierung des in der Luft ent—⸗
haltenen Wasserdampsfes hervorgerufen wird.
3. Erhaltung des Gefrierzustandes. JIso—
lierung.
Soll das Auftauen verzögert werden, dann ist
das gefrorene Fleisch mit einem schlechten Wärme—
leiter zu umgeben. Als solche gelten: Torf, Kohlen—
taub, Kork, Sögmehl oder Stroh.
Ehe jedoch das Fleisch auf diese Weise isoliert wird,
muß man es unbedingt vorher mit einer baumwollenen
oder leinenen Hülle überziehen. Auf diese Weise wird
es vor jeder Verunreinigung bewahrt, anderseits wird
dadurch eine saubere Handhabung gewährleistet.