Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

da die Lebensmittel dringend im Saargebiet denötigt
ARden.
Saarbrücken. den 13. Ottober 16019.
Landrat.
Dborn lfern

372)

Bekanut machn ng
In mehreren Kreisen haben die Landwirte das
Srotgetreide der diesjährigen Ernte nicht zur Abliese⸗
eung gebracht und zwar aus dem Grunde, weil ihnen
die sestgesetzten Preise nicht hoch genug erscheinen.
In der kürzlich stattgefundenen Auseinan dersetz⸗
ung init der Freien Bauernschaft und dem Trierer
Bauernverein habe ich die finanziellen Gründe klar—
gelegt, wonach trotz meines Wunsches eine Preiser—
höhung in diesem Sinne unmöglich bewilligt werden
lann.
Diese beiden landwirtschaftlichen Vereine haben
sehr wohl erkannt, daß die Erhöhung eine für den
Auͤgenblick unmögliche Sache ist, ja sie haben sich be—
reit erklärt, für die sofortige Einbringung des Getrei—
des Sorge tragen zu wollen und zwar zu dem gegen—
wärtigen Preis.
Infolgedessen richte ich im Interesse der Bevölke—
rung an die Landwirte des Saargebiets folgenden
Aufruf:
Entsprechend den von der deutschen Behörde aus—
gegebenen Bestimmungen muß die Getreideeinbringung
auf schnellstem Wege erledigt werden.
Zur Erleichterung dieses Vorgangs bestimme ich
außerdem folgendes:
Jede von der Reichsgetreidestelle beschlossene neue
Preiserhöhung wird sofort im Saargebiet in An—
wendung gebracht werden.
Dieser Ueberschuß wird dem Landmann beim Vor—
zeigen seines Lieferungsscheines nachträglich nach—
gezahlt werden.
Jeder Landwirt wird bei Ablieferung der durch
die deutsche Behörde sestgesetzten Getreidebestände
eine endgültige Bescheinigung erhalten, wonach
er bis zur nächsten Ernte von jeder Haussuchung
und Kontrolle befreit sein wird.
Sollten Meinungsverschiedenheiten in der Fest—
setzung der abzuliefernden Mengen zwischen Kommunal⸗
verband und einem Mitglied der Freien Bauernschaft
bestehen, so steht der Freien Bauernschaft das Recht
zu, versöhnend einzugreisen, bevor die Auferlegung
von Strafen erforderlich wird.
Das gleiche gilt für den Trierer Bauernverein.
Ich rechne bestimmt darauf, daß die Landwirte vor—
Iwen Bestimmungen unverzüglich nachkommen wer—⸗
en.
Sollten trotz alledem ZIwischenfälle vorkommen,
daß eine Gemeinde durch ihren schlechten Willen sich der
Ablieferung des Getreides zu entziehen sucht, so werde
ich nicht zurückschrecken, jedwegliche Lebensmittelver—
jorgung zu unterbinden bis zu dem Tage, wo die Ge⸗—
meinde ihren Pflichten nachgekommen ist.
gez. Nadaillac.
Leiter der Lebensmittelkontrollstelle
Vorstehende Bekanntmachung wird hiermit ver—
bffentlich mit der dringenden Aufforderung, nunmehr
für schleunige Ablieferung des Brotgetreides Sorge
—X
Saarbrücken, den 13. Oktober 1918.
Der Landrat.

378) XXXXX
Detr unterm 11. Ju ds. Is. Nr. K. 8663 der Firma Speden⸗
beuer nud Jobänntgen zu Vöoltlingen erteilte Erlguhnisschein fuur

den Handel mit Tabakwaren ist den Inhabern verloren get⸗
gangen.
Vorgenannter Firma ist heute ein neuer Schein ausgefettigu
worden. Die Erlaubniskaxte vom 11. 7. wird daher für ungültig
arklärt.
Saarbrucden, den 13. Ottober 19109.
Der Lanbraut:
dvdon Halfern.
637 00 Fps
vordunnimaczungen gugerer beboten.
374) Rheinische Polizeischule Düsseldorf.
Der nächste Unterrichtskursus für Polizei⸗Unter⸗
beamte (Polizeiwachtmeister), die bereits im Polizei⸗
dienst eingestellt sind, findet in der Zeit vom 13. Okt.
bis 24. Dezember 1819 statt. Das Schulgeld beträgt
300 Mk. einschl. Miete für Wohnung und ist im Voraus
der Stadtkasse (Abt. Polizeischultasse) in Düsseldorf
zu übersenden. Für die im Verpflegungsbetrieb der
Schule zu erhaltende Beköstigung sind z. Zt. täglich
5,30 Mk. zu zahlen. Anmeldungen zu dem Kursus bitte
ich mir möglichst bald zu übersenden.
Düsseldorf, den 19. September 1919.
Der Vorsitzende des Kuratoriums.
—⸗

Saarbrücken, den 18 Ottober.
Der Landrat:
von Halrfern.

*

Rheinischhe Bauern!
Mit erschreckender Deutlichkeit gewinnt bei den mab⸗
gedenden Stellen die Erkenntitis an Boden, daß infolge
unzureichender Ablieferuna von Körnerfrüchten die Ver—
sorgung der Bevölterung mit dem, wichtigsten Nahrunoßs
mittel für die kommende Winterzeit in Frage gestellt ist.
Wenn auch die verfpätete Ernte, die Schwierigtkeiten
des Druiches und der Mangel an Arbeitern der schnellen
und rechtzeitigen Ablieferunn des Getreides hemmend im
Wege fiehen, so dürfen diese Fakttoren den gewissenhaften
Landwirt nicht abbalten, seine vaterländischen Pflichten zu
trfüllen. Das Versagen der Lebensmittelversorgung kann
zerade jetzt die weittragendsten Folgen baben, die auch für
hben landwirischaftlichen Berufsstand ihre duntlen Schlag—
chatten werfen würden. Gerade bei der jetzigen trostlosen
dage im Innern muß der Bauernstand fseiner vistorifchen
Aufgabe, innerhalb der Nation das staatserbaltende Elenrent
zu sein, treu bleiben. —
Zwar baben auch die Landwirte als Gegenletituma für
ihr treues Ausbarren das Recht, zu fordern, daß o Gtaatseitung
 auch die anderen Stände zur restlosen Erfülliunsg
ibrer Pflichten mit allen Mitteln veranlaßt. J
Wenn restlose Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen.
selbst unter persönlichen Opfern, der Landwirtschaft zugute
geschrieben werden kann, dann ist für berechtiate Forderungen
wirtschaftlicher Art eine feste Stütze geschaffen. So be—⸗
steben schon jetzt berechtigte Hoffnungen, daß seitens der
maßaebenden Instanzen den erböhten Produttionskosten tin
Form von Erböhung der Höchstpreise für Brotaetreide Rech⸗
aung getragen wird. ——
Dem Auftrage der Landwirtschaftskammer schließen wir
uns voll und ganz an: W —
Rheinische Landwirte, helft dem Vaterlande in seiner
Not, liefert freiwillig und bald an den Kommunalvecbaad
die geseblich vorgeschriebenen Mengen Eurer Erzeugnisse
ab. Damit werdet Ihr auch am wirksamsten den Kampf ge
gen die bestehende Zwanagswirtschaft unterstützen.
Utbeinischer Bauernverein.

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Nnger Ainger⸗Geeh hastu⸗
Sacrbrücken 8
———
Ages Momagmehl
Ergergnte des ganpedlcat;
            
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