Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

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Erfahrung dadurch hervorgerufenen beruhlgenden Wirkung
auf die Bevollerung fur wimnkhenswert. Demgegenlüber weif
Herr Regierungs-Assessor van Endert auf die Gesahr der
Wiiß⸗ und Uebergrifse hin, die in der Zulassung zuweitgehender
 Befugune llege, ganz abgesehen davon, daß diese
als sehr piel Zeit und Ärbeit erfordernd von den durch
Berufsarbeit meist hinreichend in Anspruch genommenen
Milgliedern nicht verlangt werden bönne. Die Uebertragung
von Verwaltuugsbesugnifsen hätte dann auch im Eineh
falle bereils zu Beschwerden im Kreiswohnungsausschuß
geführt. Der Rahmen der oben angesührten Verfügungen
müsse daher eingehalten werden, was nicht ausschließe, im
Einzelfall ein oder mehrere Mitglieder der Kommiffionen,
die geeignot und bereit dazu wären, mit der Ausführung
von Verwaltiungasmoßnahmen auf dem Gebiet der Wohnungs⸗
pflege zu beaufbragen. Die Anwesenden stimmen diesem
Standpunkte zu.
I 8 uu. 4. Die in der letzten Kreiswo hnungsausschußsitzung
beratenen Belarntiachungen und Verordnungen zum Mtieter⸗
schutz und zur Belänrpfung der Wohming-not“ sowie die
Satzungen der Müeteiingungsämter werden durchgesprochen
und finden allgemeine Zuffimmung; auch die vor gesehene
Bekannmachung über die Zulassungshöhe von Mie tztns⸗
steigerungen wird in der vorliegenden Fassung als den
Bedürfnissen der einzelnen Bürgermeistereien entsprechend an⸗
kannt. Bezüglich der Bestinmmung in der Satzung der
Einigungssümter, daß für die Zulaftung als Beisißer desfen
Iugehstiakeit zur Wohnungskomnnissivn Borausfezung sein
solle, wird besonders von dem Buͤrgermeister von Brebach
und Riegelsberg eingewendet, daß hierdurch unter Umstãnden
die Objektlvitect der Einicingsämtet leiden konne. Nach
Kirager Aussprache soll jedoch das Statirt voriäufig in der
vorliegenden Fassung erlassen und e orderlichenfalls durch
entsprochende Nachträge ergänzt werden.
Zu 5. Den Bürgermeistern wird mitgeteilt, daß der Kreis
grundfätzlich berert sei, bei Umbauten und Neparaturen ais
Maßnahmen gegen Wohnungsmangel bis zu Linem Drittei
der Kosten gu ubernehmen urer der Voraussetzung, daß auch
die Gemeinden sich an der Uebernahme bieser Koften be⸗
teiligen. Die Beihilfen durften jedoch nur nach noch zu
bestinmt gu formulierenden Grundbsagen gewährt werden.
Die Herren Buͤrgermeisser werden un nunalsbald zu er—
stettenden Bericht zu dieser Frage Stellung nehmen und
Vorschlage unterbreiten.
Bekanutmachuus
Um im Freise den Obstbau mehr wie bisher zu
süördern, halte ich es für zweckmäßig, die von dem als
Obstzüchter anerkrannten Lehrer Wagner, Saarbrücken
3. Varkst. 1 einzurichtenden Obstbaukurse weiteren Be⸗
vpösterungstreisen zugünglich zu machen. Auf das in
Abschrift beigefügte Schreiben des Lehrers Wagner vom
10. ds. Mis. gestatte ich mir dieserhalb Bezug zu
nehmen. LSehrer Wagner ist in weiten Kreisen der
Saarbenslterung als Fachmann auf dem Gebiete der
Obstbauzucht bekannt und es ist daher die Gewähr ge—
boten, daß die Kurfusteilnehmer vor allen Dingen
eine gute praftische Ausbildung erhalten.
Die praktischen Unterweisungen sollen in seinen
beiden auf dem Banne St. Iohann gelegenen Obst⸗
anlagen stattfinden.
Hierdurch ist die Möglichkeit gegaben, daß die Kur⸗
susteilnehmer aus dem Kreise täglich nach Haufe zu—
rückfsahren kEönnen, wodurch die Kosten gegen die bis—
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deutend vermindert werden:
Falls die Bürgermeistereien eine Beihülfe zu den
stosten der Kursusteilnehrrer gewähren, werde ich auf
Antrag einen angemessenen Kreiszuschuß zu den den
Bürgermeistereien entsteßenden Kosten bewilligen.
Bis zum TJ. Oltober ds. Is. bitte ich mir die Na⸗
men uUnd Wohnorte der Personen, die sich an dem in
der Zeit vom 13. — 25 Oktober ds. Is. stattfindenden
Kursus beteillgen wollen, anzugeben. Auch Frauen
und jüngere Leute können teilnehmen. Sollten die
Teilnehmerzahl sehr groß werden, so ist Herr Wagner
bereit, den nüchsten Kursus im Februar 10920 abzu—
sSaarbrucken, den 17. September 1919.
Der Landrat.
pon Halfern.

Nach meiner eigenen Erfahrung und den mir aus—
gesprochenen Ansicht von Kollegen, welche Obstbaukurse
an diesbezüglichen Lehranstalten mitgemacht haben, ent⸗
sprechen dieselben vielfach nicht den auf sie gesetzten Er—
wartungen. Ich halte es deshalb für ratsam Obstbau⸗
kurse hier einzurichten, weil Lalles zu einer genl⸗
genden Unterweisung im Obstbau notwendige Anschau—
ungsmaterial in dem seit einigen Jahren angelegten
Obstbau⸗Museum vorhanden, 2 in meinen beiden Obst⸗
anlagen und Nachbargärten Gelegenheit zu jeder grak⸗
tischen Nebung gegeben, 3. den Teilnehmern keine grd⸗
ßen Kosten erwachsen, indem sie abends zu Hause sein
können und 4 dieselben noch später jederzeit bel mir
Rat und Hilfe finden können.
Für die theoretischen Belehrungen wird sicher ein
Schulsaal oder ein geeignetes Wirtslokal zu finden sein
Als Zeitpunkt würde ich die Pflanzzeit der Obstbäume
im Herbst und Frühjahr (Ottober und März) vorschla—
gen, weil gerade das richtige Pflanzen von größter
Htigkeit ist und alle andere Belehrungen sich mil
Vorteil daran anschließen lassen. Es könnte somit
ein Kursus etwa vom 13. — 25. Oktober und vom 1.
— 13. März stattsinden. Als Vergütung kämen fe
nach Mitgliederzahl 3050 Pik. pro Teilnehmer in
Betracht.
Der Lehrplan würde sich wie folgt gestalten⸗
J. Theoretische Belehrung:
1. Vortrag: neber den Wert des Obstbaues.
2. Die Sorienwahl, Neuzüchtungen und
volalsorten, das Rheinische Normal⸗
Obstsortiment.
Hläne für Obstpflanzungen, Ankauf
von Bäumen und Selbstzucht. (Ge⸗
setzliche Bestimmungen).
Das richtige Pflanzen der Bäume
Baumschattz.
Die Einrichtung des Baumes zur Nah
rungsaufnahme.
Die Düngung der Obstbäume und
Sträüucher.
Wurzel⸗- und Stammpflege.
Der Kronenschnitt, Aufbau der Krone
Das Beschneiden der Zwergobstbäume
Mintecs und Sommerschnitt.
Beschneiden und Vermehren der
Sträucher.
NAusputzen und Abwerfen älterer
Büäüume.
Die naturliche und künstliche Vermeh-—
rung, die wichtigsten Veredlungs—⸗
arten, die Zwischenveredlung.
Tierfseinde der Obstbäume und Sträucher
und deren Betämpfung. (Wühl⸗
mauns, Hase. Apsfelblütenstecher,
Blattlsans, Apfewiuler, Blausieb,
Weidenbohrer ujw.)
14.. BVas Leben der kleinen Spaltpilze.
15. * Die Pilzkrankheiten an Wurzel, Stamm,
Zweig, Blatt, Blüte und Frucht und
ihre Bekämpfung. 6Gvburzelkropf,
Krebs, Apfelmehltau, Fusikladium,
Vwnilia, Gürtelrost usw.)
Ursachen und Behebung der Unfrucht⸗
barbkeit.
Obsternte und Verwertung des Obstes
Lagern und Keltern, der Obstwein
und die Gährungspilze.

5*
            
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