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979) Bekanntmachung.
Gemäß den Verordnungen des Herrn Reichskom—
missars für die Kohlenvesteilung haben die industriel—
len Kohlenve braucher mit einem Bedarf von moönat—
lich 10 To. und mehr die durch den Herrn Reichskom—
missar ausgegebenen Kohlenmeldekarten auszufüllen.
Das Wirtschaftamt des Saargebiets versendet des—
halb an die früheren Bezieher der Kohlenmeldekarten
Formulare, welche möglichst schnell auszufüllen und an
die genannte Seelle zur weiteren Bearbeitung zurück—
zusenden sind.
Diejenigen industrieslen Verbraucher, welche ihren
Betrieb seit Beginn der Demobilmachung vergrößert
oder neu aufgenommen haben, sodaß sie jetzt zum ersten
Male einen Kohlenverbrauch von mehr als 10 To.
monatlich haben, werden hierdurch aufgesordert, um—
gehend ihre Firma bei dem Wirtschaftsamte des Saar—
gebietes, Saarbrücken 3, Grafs-Johannstraße 2, Fern—
sprecher 3044, 3045, anzumelden, damit ihnen ebenfalls
die Kohlenmeldefsormulare raschestens zugestellt wer—
den können.
Saarbrücken, den 14. Dezember 1918.
Ser Regierungspräsident.
Wirt'chaftsamt des Saargebietes.
J. VB.: von Halfern, Landrat.
980) Bekanntmachung.
Herr Oberst Stuhl in Saarbrücken gibt bekannt:
Das Benehmen der Bepölkerung gegenüber den franszö—
sischen Truppen gibt noch immer zu lebhaften Klagen der
französischen Behsrden Anlaß. Es sind in den letzten Tagen
von ihnen deshalb Freiheitsstrafen verhängt worden. Be—
sucher einer hiesigen Wirtschaft, die neben ihnen sizende fran—
zösische Offiziere beleidigten, sind mit Gefängnis bis zu 6
Mongten, im Nichtbeitreibungsfalle der aleichzeinng e kann⸗
ten Geldstrafe bis zu neun Monaten bestraft worden. Ein
sechszehnjähriger Junge, welcher auf der Straße fransö—
sischen Soldaten Schimpfworte nachgerufen hatte, hat 6
Monate Gefängnis erhalcen. Die Bevölkerung wird des—
halb im eigenen Interesse nochmals gebeten, gezenüber der
Besatzungstruppen ein rubiges, korrektes und würdiges Be—
nehmen zu zeigen.
Saarbrücken, den 18. Desember 1918.
Der Polizei⸗Direktor.
von Halfern.
Bekanntmachung.
Das Geschäftsztmmer des Kreistierarztes, Vete—
rinärrats Dr. Finkenbrink in Saarbrücken, ist an das
Fernsprechnetz mit der Nummer 107 angeschlossen.
Saarbrücken, den 21. Dezember 1918.
Der Landrat:
von Halfern.
Saarbrücken, 27. Dezember 1018.
Der Landrat:
ovon Halfern.
Aufsorderung.
des Reichswirtschaftsamts, den Einschlag von Nutzholz
im Winter 1818,1919 möglichst zu steigern.
Deutschland verbrauchte in den letzten Friedens—
jahren rund 42 Millionen Festmeter (km) Nutzholz,
wovon 28 Millionen fm aus inländischer Erzeugung
und rund 14 Millionen fm aus der Einfuhr gedeckt
wurden. Für die Deckung des Bedarfes des Jahres
1919 ist auf eine erhebliche Einfuhr nicht zu rechnen,
weil die Einfuhrländer durch die Kriegsfolgen daran
verhindert sind. Außerdem wird der einheimische Be—
darf sehr viel größer sein, als in Friedenszeiten, da
mit einem gesteigerten Bedarf zu rechnen ist, schon
deshalb, weil während des Krieges fast alle Unterhal—
tungs- und Erssatzbauten im Hoch- und Tiefsbau, bei
der Eisenbahn und im Bergbau unterblieben sind.
Außerdem fordert unsere innere Wirtschaft eine um—
sangreiche Tätigkeit auf dem Gebiete des Wohnungsbaues
und der Besiedlung. Schließlich ist auch damit zu
rechnen, daß der Friedensschluß sehr erhebliche Aufor—
derungen an deutschem Holz für den Wirderausbau von
Nordfrankreich und Belgien bedingt. Man wird
daher den Nutzholzbedarf Deutschlands im
nächsten Jahr auf mindestens 40-50 Mil-—
lbibnen sfmeschätzen können, gegen einen
Friedenseinschlag von 28 Millionen fm.
Der Bedarf im nächsten Jahr ist also fast
doppelt soh och wie der normale Einschlag
im Frieden.
Allestaatlichen und kommunalen Forst—
verwaltungen und alle Privatwald besi—
zerwerden daher aufgefordert, in dem be—
vorstehenden Winter einen möglichst star—
ken Holzeinschlag vorzunehmen; das liegt
durchaus in ihrem eigenen Interesse. Sie werden da—
mit außerdem der Gesamtwirtschast den größten Dienst
leisten, weil sowohl der Holzeinschlag selbst, als die
weitere Verwendung des Holzes eines der wirksam—
sten Mittel zur Behebung der Arbeits- und Wohnungs—
not sind. Die Linderung der Arbeits- und Wohnungs—
not ist aber eine der wichtigsten Aufgaben der nächsten
Zeit.
Berlin, den 4. Dezember 1918.
Die Demobilmachung hat begonnen, unsere Feld—
grauen kehren in die Heimat zurück. Alles kommt
jetzt darauf an, das wirtschaftliche Leben wieder in
Bang zu bringen, in Stadt und Land Gelegeheit zu
redlicher Arbeit zu schaffen, denn Arbeitslosigkeit
bringt die Gefahr von Hungersnot und Ausschreitun—
gen. Schon sind Staat und Gemeinde am Werke, für
die fortsallenden Heeresaufträge durch Inangriffnahme
größerer Arbeiten und Erteilung mannigaltiger Auf—
träge Gelegenheit zur Arbeit und Verdienst zu bieten.
Damit geschieht aber nicht genug, auch für den Hand—
werker, der an diesen öfsentlichen Arbeiten keinen An—
teil nimmt, muß gesorgt werden. Deswegen ergeht
außer an die öffentlichen Körperschaften auch an jeden
Privatbetrieb und Privathaushalt der Ruf:, Denkt
an die Handwerker, die aus dem Felde oder aus dem
dilfsdienst heimkehren und jetzt wieder Arbeit und
Brot haben wollen und haben müssen. In jedem Be—
triebe und Haushalte werden Arbeiten oder Anschaf—
iungen vorzunehmen sein, die während des Krieges zu—
rückgestellt waren, wird es Aenderungen und Ausbes—
serungen geben, die schon längst hätten ausgeführt sein
sollen. Jetzt ist die rechte Zeit, sie in Auftrag zu geben.
Damit für den einzelnen verbundene kleine Geldopfer
müssen gebracht werden. Verlasse sich niemand darauf,
daß vielleicht in wenigen Wochen die Preise niedriger
sein werden. Bleiben unsere Handwerker und Geschäfts⸗
leute jetzt ohne Verdienst, so können daraus Zustände
entstehen, die der Gesamtheit und jedem Einzelnen
unendlich viel teuerer zu stehen kommen.
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