Zur Kohlenversorgung.
Von welcher Bedeutung die Notwendigkeit einer starken
sohlenförderuna für unsere Kriegsführung und für die
Interessen aller sonstigen deutschen Kohlenverbraucher ist,
dürfte allgemein bekannt sein; ebenso aber auch, unter
welch großen Schwierigkeiten und unter welch äußerster
Anspannung aller Kräfte unsere Koblenbergbau-Industrie
zu arbeiten hat.
Unsere Kriegsindustrie bedarf gewaltiger Brenn—⸗
stoffmengen, um dem ungebeuren Auswand der Gegner
an Streitmitteln aller Art mit gleichen Mitteln entgegen⸗
pirlen zu können. Unsere Kriegsindustrie unter allen
Umständen mit den notwendigen Brennstoffen zu versehen,
ist deshalb einer der vaterländischen Gesichtspunkte, von
velchen die Tätigkeit der Koblenindustrie getragen wird,
denn ohne unsere gewaltig angespannte Kohlenindustrie
väre kein Krieg und kein Sieg denkbar. Aber auch unsere
deutsche Marine und die Eisenbahn dürfen aus dem—
selben Grunde nicht über Mangel an Kohlen zu klagen
haben, ebenso muß auf das Wirtschaftsleben, auf die
Basanstalten und auf Betriebe jeglicher Art, insbesondere
iber auf unsere Großstädte die größte Rücksicht genommen
verden.
Bedenkt man ferner, welche Kohlenmengen für die
dohlenausfuhr, die uns auf vielen anderen Ge—
hieten Tauschgeschäfte gegen notwendige Einfuhr-Artikel,
Lebensmittel uswp. ermöglicht, notwendig sind, so wird wohl
eder einsichtsvolle Mann einsehen, mit welchen außer—
ordentlichen Schwierigkeiten bezüglich der Kohlenver—
fsorgung die Kohlenindustrie zu kämpfen hat.
Insbesondere bereitet die Hausbrandkohlenver—
sorgung große Schwierigkeiten, deren man aber auf
Brund besonderer Maßnahmen Herr zu werden hofft. Den
dausbrand rücksichtslos einzuschränken, darf kaum in Er—
vägung gezogen werden, weil dadurch die Widerstandskraft
des Volkes beeinträchtigt würde. Der Reichskommissar für
die Koblenverteilung ist deshalb fortwährend bemüht ge—
wvesen, hier einen Ausweg zu suchen, den man allem
Anscheine nach in recht glücklicher Weise gefunden Hat.
Zunächst wurden 50 Millionen Zentner Kohlen
ür Hausbrandzwecke allein schon in dem Monat
August freigemacht; das ist bedeutend mehr, als die Be—
zölkerung in diesem Monat in Friedenszeiten je bezog.
Vor allem aber gilt es jetzt, die croßen Städte,
namentlich diejenigen Süddeutschlands, die weit von
den Produktionsgebieten entfernt liegen, vor Beginn
des Winters schon reichlich mit Kohlen zu
pversorgen. Die Versorgung dieser Städte erfolgt des—
halb zurzeit gewissermaßen auf Kosten der Kreise, die in
unmtttelbarer Nähe der Kohlengruben liegen und die ihren
hausbrand gewohnheitsmäßig durch Fuhren von den Land—
halden decken. So ist auf Anordnung des Reichskommissars
für die Kohlenverteilung z. B. bis etwa zum Herbst—
eintritt der Kohlenabsatz auf den Landhalden der Gru—
ben für die dortigen Landkreise eingeschränkt, ohne daß
die Landbevölkerung hierdurch in irgend
einer, Weise wegen des Winterbedarfs ge—
schädigt wird.
Um die jetzige Zeit wird nämlich seitens der Eisenbahn ge—
augend Leermaterial zur Verfügung gestellt, sodatz der Versand
der Kohlen in die weitergelegenen Orte und Großstädte leicht
tattfinden kann, was sich etwa Ende September, Anfang Oktober,
wo sich belamntlich alljährlich großer Wagenmangel bemerkbar
nacht, nicht mehr wie in dem ktzigen Maße ermöglichen lassen
wird. Infolgedessen muß die jetzige Zeit für die Versorgung der
Broßstädte in Süddeutschland ausgenutzt werden, während die
Landkreise des Saarreviers ihren Winterbedarf an Kohlen etwa
vm 1. Oktober an wieder wie in früherer Zeit auf den Land⸗
halden reichlich eindecen können, denn bei Wagenmangel sind die
Bruben froh, wenn an den Landhalden reichlich Kohlen genommen
werden, weil dadurch Stockungen in der Förderung möglichst ver⸗
mrieden werden.
So wie in den gewaltigen Riesenkämpfen durch ihre lange
Dauer überall andere Verhältnisse eingetreten sind, und so wie
es zu einem siegreichen Durchhalten der Mitarbeit eines jeden
einzelnen beutschen Mannes und jeder deutschen Frau bedarf, so
nüssen auch für die Kohlenversorgung vaterländische Gesichtspunkte
in Betracht bommen. Auch hier“ muhz der Wahlfpruch, der uns
Deutschen zum Siege verhelfen wird, gelten „Einer für alle und
alle für einen.“
Was unsere größeren Städte während des Krieges unter
Entbehrungen aller Art zu leiden gehabt haben, das weiß man
auch bei uns draußen auf dem Lande recht gut und so wird sich
unsere Landbevölkerung mit der vorstehend erwähnten Regelung
ihrer Kohlenversorgung wohl zufrieden geben, zumal zu irgend
welcher Besorgnis wegen der Versorgung mit Kohlen für den be—
vorstehenden Winter lein Grund vporlieat.
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Beöffnet 81,—1, 824 Uhr, Sametags 81/-1 Uhr.
Die Kasse ist eine Einrichtung des Kreises Saar⸗
brücken, fteht unter Aufsicht der Kgl. Regierung
und ist von dieser als „mündelsicher“ erklärt.
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daß es auf fseine Mirwirkung nicht ankommt.
Jeder muß sein Gold zur Goldankaufstelle bringen.
Vv.