Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

wie frisches Futter von den Tieren aufgenommen wird.
Diese Talsache ist für solche Betriebe von Bedeutung, die
von einer zentralen Anlage aus eine arößere Zahl ent—
legener Betriebe mit Futter versorgen
Die Bewirtschaftung der Lauge hat der Kriegsaus—
schuß für Ersaßfutter, Berlin We62, Burggargfenstraße 11.
sdernommen:. éin Deittel der verfügbaren Menge ist be⸗
reils vergeben. Interessenten sollten daher ihren Laugen—
bedarf möglichst frühzeitig bei dem genannten Kriegsaus⸗
schuß anmelden. Die Vermehrung des verfügbaren Laugen—
heftandes ist übrigens in die Wege geleitet.
Nach den bisherigen, Ergebnisen steht
a lso fest, daß das aufgeschlossene Stroh ein
dusgezeichnetes Futter für Arbeitspferde
und Zugochsen ist, daß es aber wahrschein—
lbich Juch für Milchvteh- und Schweinefütterung
 mit bestem Erfols verwendet werden
kann. In letzterer Beziehung werden weitere
Mitteilungen folgen.

** Die Kartossel im Weltkriea. Die Kriegsjahre haben
den Nachweis geführt, welche auderordentliche Bedeutung
die heimische Kartoffelerzeugung für unsere Voltksernäh—
rung hat. Der von einem hervorragenden Sachverstän—
digen schon vor dem Kriege vertretene Standpunkt, daß
Deutschland den in einem Kriege fehlenden Einfuhrüber—
schuß an Lebensmitteln von rund, 20 Millionen Doppelzentner
 ausschließlich durch Kartoffeln ersetzen könnte, ist
burch die Kriegserfahrungen bestätigt. Wir müssen des—
halb nach den überaus ungünstigen Erfahrungen des Jahres
1916 auf jede Weise bedacht sein, unsere Kartoffelerzeug—
umg im nächsten Jahre so zu steigern, daß sie den Fehl—
befrag an ausländischen Lebensmitteln voll ersetzen kann
Dieses Ziel verfolgt die im Oktober begründete Kartofsel—
hau-Gesellschaft. Für ihre Bestrebungen, in weiten Kreisen
Verständnis zu verbreiten, besweckt eine kleine Schrift
die soeben Dr. Kurt Bischoff veröffentlicht. Sie zeigt uns
die Bedeutung der Kartoffel im Weltkrieg; in eingehender
Weise werden alle Verwendungsmöglichkeiten der Kartoffel
dargestellt. Die Schrift verdient weitgehende Beachtung
nicht nur in den Kreisen der Landwirtschaft, sondern
auch derjenigen Industrien, die sich mit der gewerblichen
Verwertung der Kartoffel beschäftigen. Sie ist gegen Ein—
sendung von 30 Pfennig in Marken von der Geschäftsstelle
der Gesellschaft zur Förderung des Baues und der Ver—
pendns der Kartoffel. Berlin W. 9, Eichhornstraße 6, au
221iehen

Wucher mit Suppenwürseln und Suppenwürzen
wird zurzeit in erschreckendem Maße getrieben. Nicht selten
bestehen diese von sogenannten Nahrungsmittelfabriken
unter hochtönender Reklame angepriesenen Waren zum
allerarößten Teil aus Saͤlz. So ist ein Fall bekannt ge
worden, wonach ein von der Nahrungsmittel-Fa
brit „Boliath“ in Berlin, Schönhauser; Allee 92
vpertriebener Suppenwürfel zu 90 Prozent aus Sals bestand
Der Inhaber dieser Firma fertigte vor dem Kriege Schön
heitsartikel an. Während des Krieges verlegte er sich au
die Herstellung und den Vertrieb eines Suppenwürfels
„Goliath“. Dieser Würfel machte aber seinem Namen keine
Ehre und fand unter den Verbrauchern keinen Gefallen
Der Erzeuger des Suppenwürfels Goliath“ soll bereits vor.
bestraft sein, u. a. während des Krieges zweimal wegen
Nahrungsmittelvergehens. Ihm wurde auch von der Handels—
erlaubnisstelle in Berlin der Großhandel mit Lebens—
mitteln untersagt. Einer seiner Abnehmer war der Kauf—
mann Otto Kruschin Breslau, der die Ware als
Zwischenhändler an einen gewissen Kaufmann Paul Sei—
del in Breslau, Salzstr. 34, weitervertrieben hat
Seidel war auch nur Zwischenhändler. Es kaun daher
nicht verwundern, daß die Suppenwürfel schließlich recht
teuer zu stehen kamen. Seidel wurde ebenfalls der Handel
mit Suppenwürfeln untersagt. 309 000 Stück, die sich noch
in seinem Besitze befanden, wurden wegen ihrer Rinder
wertigkeit beschlagnahmt. Dringlich zu wünschen wäre es
wenn das gegen Seidel und noch andere Zwischenhändler
beabsichtigte Strafververfahren recht bald zu einem durch
areifenden Erfolg führen würde.
Den Kleinhändlern aber kann nicht oft genug geraten
werden, bei dem Einkaufe von Suppenwürfeln recht vor⸗
sichtig zu sein. Sie mögen sich nicht durch noch so ver—
kockende Angebote und schöne Warenzeichen betören lassen
vielmehr nur mit durchaus einwandfreien Firmen in Ver—⸗
bindung treten. Ueber unbekannte Firmen und die von
diesen angepriesenen Waren erkundige inan sich vor einer
Bestellung. Die Zentralstelle zur Bekämpfung
der Schwindelfirmen in Lübeck, die sich u. a.
auch die Bekämpfung des Kriegswuchers zum Ziele gesetzt
hat, geht bierbei gern mit Rat und Ftou vsanß 5438

anspruchnahme dieser Zentralstelle verursacht keine Koften.
Die Zentralstelle würde es auch begrüßen, wenn ihr Kennt—
nis gegeben würde von neu auftauchenden zweifelhaften
Beschäften, damit sie schleunigst die geeianelen Gegen—
maßnahmen ergreifen kann

Saarbrücken, den 2. Januar 1917.
Der Königliche Landrat.
von Halfern.

Kram⸗ und Viehmärkte

141

zu Bitburg
im Jahre 1917.
Montag, den 8. Januar,
Montag, den 12. Februar, mit Pferde un
Fohlenmarkt,
Montag, den 12. März, mit Stiermarkt.
Montag, den 26. März,
Montag, den 16. April,
Dienstag, den 30. April,
Montag, den 14. Mai, mit Krammarkt
Dienstag, den 29. Mai,
Montag, den 11. Juni,
Montag, den 9. Juli, mit Pferde- um
Fohlenmarkt,
Montag, den 13. August,
Montag, den 10. September, mit Stiermarkt
Montag, den 24. September.
Montag, den 15. Oktober,
Montag, den 29. Oktober,
Montag, den 12. November, mit Krammarkt
Montag, den 26. November,
Montag, den 10. Dezember, Nikolausmarkt
Bitburg, den 6. Dezember 1916.
Der Bürgermeister:
J. V.: Blifssenbach.

Kreis⸗Sparkasse
Saarbrücken.

Tel.2741. Ablshshunßhirg onth. Postshelßfünih sn 824
Kassenlokal: Gerichtsstraße 3 in Saarbrücken 1.
Geöffnet 81,, —J. 5324 Uhr, Samstags 81,—1 Uhr.

Reserven ea. 1600 000 Mark.
Die Kasse ist eine Einrichtung des Kreises Saav⸗
brücken, steht unter Aufsicht der Kgl. Regierung und
int von dieser als „mündelsicher“ erklärt.
Einziehung von Spareinlagen bei auswärtigen
Kassen ohne Unterbrechung der Verzinsung und ohne
jegliche Kosten für die Sparer. — Prämiierung min—
derbemittelter Sparer. — Eröffnung provisionsfreier
Sched⸗ und UNeberweisungskonten zur Förderung des
bargeldlosen Zahlungsverkehrs. — Mietweise Abgabe
von feuer⸗ und einbruchssicheren Schrankfächern zur
Aufbewahrung von Sparbüchern, Wertpapieren, Ur—⸗
kunden usw. von Mk. 3— Mietpreis an bro Jahr.
            
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