Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

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zartenerträge durch Sprengen) nußbar gemacht werden müs⸗
en. Sie hätte daneben in elektrizitätsloöosen Gebieten auch
ie tierische Kraft beim Häckselshneiden usw. ersetzen und
ur Erzeugung elekrischen Lichtes (statt der üblichen feuer—
efährlichen Beleuchtung) herangeßzogen werden können.
Durch den Bau von Troknungsanlagen und
donservenfabriken wird der Landwirt vom Markte
inabbängiger. Er kann den Vorteil des bhöheren Preises
ür Frischgemüse in gemüsearmen Zahren mitnehmen, obne
aß er, wie bisher, Gesahr läuft, daß ihm in gemüsereichen
zahren ein Preis geboten wird, der seine Produktionskosten
icht deckt. Auch können leicht verderbliche Erntevorräte
ür schlechte Jahre aufbewahrt werden und viele Abfälle
znnen überhaupt erst, wenn auch nur als Viehfutter, ver—
ertet werden. Das alles ist von um so größerer Bedeutung,
18 wir uns von dem im Preise wie in der Versorgung aus—
leichenden Weltmarkte unabhängig machen müssen.
Die Beschleunigung der Mechanisierunag der
andwirtschaftlichen Betriebe während der Uebergangszeit
zuß unsere größte Sorge sein. Schon jetßt müßte der Bedarf
in Kraftmotoren und anderen Maschinen, die bei der Demo⸗
intachhung an der Front und in den besetzten Gebieten über—
üssig werden, von den Landkreisen angemeldet sein. Wegen
»rNotwendigkeit der Entlastung der Transportwege wird
ine gleichmähßige Versorgung nicht möglich sein. Das Wich—
iaste ist, daß die Maschinen so schnell wie möglich wieder in
Bretrieb genommen werden. Demgegenüber müssen auch die
3kalischen Interessen, z. B. der Wunsch, durch eine über
angere Zeit verteilte Versteigerung höhere Einnahmen
rauszuhdlen, in den Hintergrund treten. Die Industrie
nird voraussichtlich wenige Jahre nach dem Kriege der Land—
irtschaft die zunächst zur Verfügung stehenden Arbeitsetfte
 wieder entziehen. Die Landwirtschaft muß sich dann
n Menschenkraft möglichst unabhängig gemacht haben
nd zwar dadurch, daß sie sie voll nutzt, solange sie ihr billig
ur Verfügung steht.
ãĩ. Leistungssteigeruug des einzeltnten Arbeiters.
uind zwar durch Leistungssteigerung des einzelnen Arbeiters,
it uns in den letzten Jahren aus Amerika gewiesen worden.
dort hat der frühere Werkmeister Taylor mit einer Reibe von
Ittrarbeitern planmäßig Versuche angestellt und durch Aen—
derung und Anpassung des Handwerksgeräts sowie durch
sSinlegung zweckmäßiger Arbeitspausen Leistungen erreicht.
die seibst der gewinnsfüchtigste Praktiker nicht für möglich
whalten hätte. Es stellte sich dabei heraus, daß in vielen
Fällen Akkorddurchschnitte vone Handarbeitern und selbst
döchstleistungen verdoppelt, ja verdreifacht werden konnten.
Trotz Einschränkung der Arbeitszeit und Steigerung der
Böhne wuchs der Unternehmergewinn dabei in der Regel
Aus erheblich.
— Stellen wir uns einmal vor, wie vielfach noch ein und
cselbe Spaten, also dasselbe Gewicht, dieselbe Größe und
rorm für die verschiedensten Bodenarten und ohne Rücksicht
iuf den Zweck vermendet wird, so drängt sich doch der Ge—
ankte auf, daß zur Bearbeitung leichten Bodens oder für ge—
jeriuge Tiefe der Spaten eine geringere Beanspruchung er—
ährt als im schweren Boden und bei tiefem Graben, daß
er also von geringerem Gewicht und geringerer Oberfläche
ein fann und seine Einführung eine bedeutende Entlastung
des Arbeiters mit sich bringen muß. Wenn ein überflüfsiges
Sewicht tagaus, tagein und täglich mehrere tausend Mal ge—
oben werden mußz so ergibt sich daraus ein gangs ungeheurer
traftverbrauch. Es würde sich zweifellos lohnen, mehrere
Spatenformen für die vermschiedenen Zwecke und Bodenarten
ur Verfügung zu haben. Nehnliches gilt für die Form des
Spatengriffes. Jedem Praktiker ist es klar, daß mit einem
BPlionierspaten, dessen Stiel oben nur in einen Knopf aus—
äuft, weniger geleistet werden kann als mit einem Spaten,
dessen Stiel mit einem kurzen Quergriff abgeschlossen ist.
Lin ausgeschnittener Griff macht den Spaten noch handlicher
ind verbürgt deswegen noch größere Leistungen. Da aber
die Möglichteit des Bruches und die Schwierigkeit des Er—
gtzes des Griffes bei diesein groß ist, wird in der Landwirt⸗
chaft allgemein auf seine Anwendung verzichtet Würde man
tun durch vergleichende Forschungen erkennen, daß die
deistungen mit solchen Spaten nur um 1000 höher sind als
bei anderen, so würde es für jeden Praktiker selbstverftändlich
ein. daß er den Spaten einführen und entsprechend der
größeren Gefährdung eine Reihe Reservespaten halten würde.
Bei einer Lebendsdauer des Spatens von nur 100 Arbeitsage
 zund einem Tagelohn von 34 für den Tag würden
. gespart, während der Spaten vielleicht 26 tostet. Die
n AIation entscheidet.
Außer auf Boden und Verwendungsart muß auf die Körper—
osse und das Maß der rein physischen Kraft des eEinzelnen Ar—⸗
eliers, besonders bei der Bestimmung der Stiellänge und Größe
e; Spatenblattes, Rückssicht genommen werden. Aehnliche Etr—
Aaungen gelten für anderes Handwerkszeug und die von Tieren
ze Agenen Maschinen, dann für Hubhöhe und Murfweite, z. B.
ei der Beladung von Wagen usw

Noch fsehlt es in Deutschland gänzlich an erner solchen wissen
chafrlichen Ersorschung der Leistung des landwirtschaftlichen Ar—
eiters. Sie ware zwecmäßig zentral einer Hochschule anzuglie—
ern und unter Leitung eines vrganisatorisch begabten Forschers
u siellen, der am besten zugleich erfinderische und praktische Ver⸗
nlagung auf dem Gebiete der Organisation mitbringt. Ein
o geleitetes Institut hätte auch die Aufgabe, Praktiker zu Ver—
uchen anzuregen, die Erfahrungen zu sammeln und sie durch Vet—
illgemeinerung nutzbringend zu verwerten.
6. Die Wirkung auf Industrie und Arbeitsmarkt.
Der Industräe wird durch die Mechanisierung
der Landwirtschaft Gelegenheit gegeben, teil
veise die großen Schwierigkeiten zu überwin—
den, die ihr in der Uebergangszeit auf dem
Peltmarkte infolge von Rohstoffmangel und
Wirtschaftskämpfen bevorstehen. Die Rohstoffe für
andwirtschaftliche Maschinen, für Feld⸗ und Anschlußgleise können
rößtenteils im eigenen Lande gedeckt werden. Ein Mangel daran
st nicht zu befürchten. Es scheint, datz vor dem Kriege die In—
ustrie durch lohnende Ausfuhr auf anderen Gebieten von enmer
esonderen Entwicklung unserer landwirtschaftlichen Maschinen zu⸗
ückgehalten worden ist. Auf jeden Fall muß sich unfere Ma—
chinenindustrie in dieser Richtung weiterentwickeln, wenn sie gegen
zie gerade auf diesem Markte vorherrschende amerikanische Köon—
urrenz auffommen will.
Durch die Steigerung der landwirtschaftlichen Meliorationen
uind die Betriebs-Intensivierung wird der Arbeitsmarft
ür landwirtschaftliche Arbeiter aufnahmefähig.
verade die Landwirtschaft wird neben den großen Tiefbauuntei
ehmen GBau von Schiffahrtskanälen, Eisenbahnen, mulitärischen
befestigungsanlagen) ungelerunten Arbeitern Gelegenheit
ur Betätigung geben können. Durch die Mechanisierung aber in
»er Landwirtschaft erhalten die gelernten Industrie-Ar—
zeiter in den Fabrilen wie auch unmittelbar auf dem Lande
ils Monteure und bei Reparaturen die Möglichkeit, in ihrem alten
verufe wieder beschäftigt zu werden. Auch die Düngerin dustrie
ann einen erheblichen Teil der von der Front zurücktommenden
Urbeitskräfte aufnehmen.
Die Demobilmachung der Truppen muß im engsten Zusammen⸗
jange mit der Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes sehen. In
er Front dürsen nur die notwendigsten Mannschaften zurütkge⸗
jalten werden, alle anderen sind zu fruchtbarer Arbeit anzusehen,
enn unsere Arbeitskraft wird neben dem Grund
und Boden in erster Linie das Kapital zu
neuem wirtschaftlichen Aufstiege bilden.
Die Landwirischaft ist erfreulicherweise insolge im allgemeinen
ingemessener Preise während des Krieges in der Lage, Geld
ür die Intensivierung auszugeben, und sie wird unmittelbar nach
Friedensschluß um so eher dafür zu haben sein, als in den ersten
Jahren noch lohnende Preise gellen werden und der leider schon
ingeleitete Umsatz der Güter in kapitalschwächere Hände dann
wch nicht genügend vorgeschritten sein wird. Das Absatzgebiet
»er Landwirtschaft aber braucht nicht erst wiedererobert zu werden
vie das der Industrie und an Rohstoffen mangelt es nicht, wenn
* Saatgut in einzelnen Fällen, das also zu ersetzen ist,
Absieht.
7. Mitwirkung der Behörden.
Sollen auf den hier vorgeschlagenen Wegen die no twen digen
chnellen Ersolge erreicht werden, so ist das nur auf Grund eines
vährend des Krieges gründlich vorbereiteten Planes möglich. Da⸗
»ei darf man auf die Mitarbeit der Landwirte nicht verzichten
vollen. Der Genossenschaftsgedanke muß die
reue Organisation beseelen. Produktionszwang könnte
atastrophal wirken.
Die behördliche Mitarbeit müßte sich auf die wissenschaftliche
krforschung und den Erfahrungsaustausch veschränken, Produl⸗
ionsgenossenschaften anregen und planmäßig bilden, durch Be⸗
ehrung wirken und durch innere Kolonisation für eine zweckmäßige
vrundbesitzverteiling sorgen. Dazu braucht der Beamtenapparat
ticht vergrößert zu werden, man mußz im Gegenteil in den Be⸗
itzern und den Betriebsleitern den Ehrgeiz zur Mitarbeit und
ur Initiative erwecken und dadurch Forschung und Beratung
ezentralisieren. Auf der Basis der landwirtschaftlichen Vereine
ind in ihnen zusammengeschlossen könnten sehr wohl landwirt
chaftliche Produktionsgemeinschaften mit Ge—
tossenschaftszwang entwigelt werden, die nicht etwa ge
neinsam bestellen und ernten sollen. wohl aber gemeinsam mit
inem gewissen Zwange über die Bewirischaftung der einzelnen
Felder beralen önnen. Es kommt besonders gemeinsamer g
auf (dadurch auch Transporteinschränkung), z. B. von Saatgu
ind künstlichem Dünger, in Frage, daun gemeẽnschaftliches Halten
von teuren landwirtschaftlichen Wiaschinen, Zuchttieren usw. und
er Bau von Verkehrsanlagen (Eifenbahnanschlufsen uswi). Ge
pisse Zwangsmaßregeln, wie beispielsweise die Beschaffung worn
Zaotaut und Dünger auf Kosten der Rentzer nach bestünmten
ßlane. können ebenso gutgehehen werdes mie in der Tierzuch
er läugst eingeführte Zwang der Zulassung nur anerlannter unn
icher Zuchttiere, umsomehr, als sich auch der schwerfälligste Besiße
ei der Ernte von dem Erfolge gern üherzeugen wird
            
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