eventl. Beeinträchtigung des Wachstums der ersten mit
Stickstoff behandelten Saaten würden die Landwirte durch
Fehlernten kopfscheu gemacht werden.
Der Kalibedarf kann in jeder Menge im eigenen Lande
gedeckt werden, und wir können auch Kali zum Eintausch
von Phosphorfäure, die wir im eigenen Lande wenigstens
hzis jetzt nicht in genügender Menge gewinnen können,
ausführen, da das Ausland auf uns angewiesen ist.
Die noch wenig bekannten Forschungen Mitscherlichs
4. a. aus den letzten Jahren über die Rentabilität verschie—
den großer Düngergaben geben gute Anhaltspunkte für
die rationelle Verteilung des Düngers nach der Släche.
Auf die nach neueren Erfahrungen nicht, gering zu
veranschlagenden aber ziemlich unerforschten Reizwirkungen
einzelner in geringen Mengen zuzuführender Stoffe wie
zucker, Mangan-, Kupfersulfat usw. soll nur hingewiesen
werden.
2. Sicherstellung brauchbaren und angemesseuer Mengen
Saatgu tes.
Die Deckung des Saatgutes aus der eigenen Wirt—
schaft ist leider noch in vielen, besonders kleinbäuerlichen
Betrieben an der Tagesordnung. Die Erkenntnis ist noch
nicht durchgedrungen, daß die geringe Mehrausgabe für
jutes Saatgut aus den Saatgutwirtschaften nur einen
zerhältnismäßig geringen Teil der Kosten für Arbeit,
Düngung usw. beträgt und sich mehr als bezahlt macht.
Noch immer werden als pPflanszkartoffeln solche mittlerer
Größe ausgesucht; dadurch aber werden sehr oft gerade
die Kartoffeln von kranken Stauden (Kräuselkrankheit) wie—
der ausgepflanzt, wodurch ohne weiteres ein Rückgang der
Ernte eintreten muß. Der Krieg hat leider in dieser
Richtung seine gansz besonderen Lehren mit sich gebracht
Durch Verordnungen hat man im Frühijiahr 1916 versucht,
den Verbrauch an Saatkartoffeln einzuschränken. Es durften
auf den preußischen Morgen nicht mehr als 8 Zentner
ausgepflanzt werden. Durch Zerschneiden der Kartoffeln
sollten die Pflanzkartoffeln vervielfacht werden. In einigen
Wirtschaften, wo nur gute und reichliche Saat verwendet
worden ist, ist die Kartoffelernte des Jahres 1916 nicht
ch lechter gewesen als in früheren Jahren. In der Mark
Brandenburg ergaben auf einem Schlage von 60 Morgen
18 Zentner Saatgut je Morgen durchschnittlich eine Rekord—
ernte von 172 Zentnern. Auf den mit 8 ZBir. bestellten
Flächen waren von vornherein Mindererträge von 20 bis
30 Ztr. zu erwarten, wenigstens nach der üblichen engen
Pflanzmethode. Neuerdings durchgeführte Versuche haben
ergeben, daß bei ertragreichen Sorten und auf nährstoff⸗
reichem Boden die Entfernung der Pflanzlöcher ohne Er—
ragseinbuße erheblich vergrößert werden kann. Allein durch
Verwendung von nur ertragreichen Sorten soll die Kar—
offelernte Deutschlands nach Sachverständigenschätzung um
— Millionen Tonnen — also um 50 0 — gesteigert werden
önnen.
Bei Getreide wird allgemein zuviel Saatgut vergeudet.
Die Erfahrungen rationell arbeitender Wirtschaften haben
exgehen, daß auf leichtem Boden 15—520 Kilogr. Saatgut
Drillsaat) auf dem Morgen infolge stärkerer Bewurzelung,
geringeren Wasserverbrauchs und besserer Bestockung die
zöchsten Erträge bringen und daß man bei gewissen Boden—
arten vielleicht sogar noch etwas niedriger gehen kann.
dennoch werden in der Regel noch 40 Kilogr., ja sogar
breitwürfia) 50 Kilogr. auf den Morgen ausgesät.
Fortseßung folgt.)
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zur Wein- und Obstweinbereitung mit
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386
Kgl. Lehranstalt für Wein⸗, Obst⸗ und
Gartenbau zu Geisenheim am Khein.
Wir bringen hiermit zur Kenntnis, daß an der
Kgl. Lehranstalt im Jahre 1907:
1. Ein Obstverwertungslehrgang für Männer und
Haushaltungslehrerinnen in der Zeit vom 30
Juli bis 19. August,
2. ein Obstverwertungslehrgang für Frauen in der
Zeit vom 20. bis 25. August
abgehalten werden.
Die Lehrgänge beginnen an den zuerst genannten
Tagen vormittags um 8 Uhr. Der Unterricht wird
theoretisch und praktisch erteilt, sodaß die Teilnehmer
Belegenheit haben, die verschiedenen Verwertungsmög—
lichkeiten einzuüben.
Das Unterrichtsgeld beträgt für den Lehrgang zu
1: für Preußen 10 Mk. für Nichtpreußen 15 Mk.
für den Lehrgang zu 2: für Preußen 6 Mk., für Nicht—
preußen 9 Mk.
Anmeldungen sind unter Angabe des Vor- und Zu—
namens, Wohnortes sowie der Staatsangehörigkeit an
die Direktion zu richten.
Der Direktor.
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st stets gebrauchsbeéereit, unabhangig von
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Frauen und Kindern zu handhaben. Aus—-—
hrungen fur alle Zwecke von M. 60.- an.
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Bericht aus dem Felde: „Die Brande wurden
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st.““ 102 Menschenlepen aus Feuersgefahr
gerettet.
Veplangen die donderdpukschriff: Ru—
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Fernruf: Lützow 2919. (02
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