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die gigantischen Gedanken und Pläne zum Heil unserer
Millionenheere und zum Verderben unserer unzähl⸗
haren Feinde auf dem ganzen Erdenrund geboren und
geschmiedet werden.
Während ich noch auf den Herrn Rittmeister v. Pentz.
Adjutant des Chefs des Generalstabes des Feldheeres,
vwarte, um meinen Schatz ihm anzuvertrauen, öffnet
sich die Tür und vor mir steht der Held nicht nur dieses
dages, grüßt mich aufs herzlichste, nötigt mich in sein
Arbeitszimmer und gibt mir Gelegenheit, die Geburts⸗
tagssegenswünsche der großen Gemeinde seiner Ver—
ehrer auszusprechen. Auf den von Riesenkarten bedeckten
Tisch lege ich das Kunstwert des Berliner Meisters
Bruno Paul, die schlichte und dabei vornehme Adresse
in rotem Leder und grauer Seide, auf einzelnen Perga—
mentblättern das Belenntnis der Ludendorff-Verehrer,
Der Geist schafft Waffen und Sieg“ wiedergebend und
in der Mitte von vier bebensvollen Gestalten lesender
krieger Gruß und Gabe der Spender.
Die folgenden Blätter bringen den Wortlaut der
huldigungsadresse. Darunter prangt zwischen zwei
Rosen der markige Namenszug der Kaisertochter, Ihrer
söniglichen Hoheit der Frau Herzogin Viktoria Luise
von Braunschweig und Lüneburg, als der Ehrenvor⸗
sitzenden des Ausschusses für fahrbare Kriegsbüchereien
- ein leuchtendes Zeichen für die innige Anteilnahme
des Kaiserhauses an den Werken der Soldatenfürsorge
im Felde. Daran reihen sich die Namen der Ausschuß—
mitglieder unter Führung des Vorsitzenden, des Unter⸗
staats selretärs Dr. Conze.
Unter beifälligem Nicken des Kopfes liest der Ge—
jeierte aufmerksam die Worte, die aus dem Herzen
ron Millionen geredet waren. Wie ein heller Son—
nenglanz liegt es auf dem Angesicht des Generals,
als er mir seinen Dank an meine Mitarbeiter an
seinem Werle der Soldatenfürsorge aufträgt und an
alle, „die ihm diese Erinnerung fürs Leben“ zuge—
eignet hätten.
Nie ist mir aufgefallen, daß ein Mensch so ver⸗
schieden aussehen könnte. Professor Bruno Paul hatte
nir kurz zuvor in seinem Ateler die neueste Pho—
vgraphie des Ersten Quartiermeisters gezeigt.
Ift das nicht der Kopf eines römischen Impera⸗
tors?“ Ich mußte ihm recht geben. Zug um Zug
Beist und Stahl. Scheinbar keines Lächelns fähig.
ẽs gab Zeiten, wo ich lehteres wirkuch selost geglaudi
habe. So war mir von der ersten längeren Unter⸗
redung der unsagbar tiefe Ernst in seinen Gesichts
usdruck im Gedüchtnis. Und nun stand ein ganz anderer
or mir, wie er von seiner Sorge um das geistige
Vohl des Heeres, um ihre Pflege von Herz und Gemut
sinter der Front durch Büchereien und Soldatenheime
prach; selbst ein echt gemütvoller, deutscher Mann
T, Sanz Herz“, wie eine feine Kennerin seines
debens ihn mir kurz kennzeichnele. Doch was sage
ich: „Ein anderer Nicht voch. Ein Mann aus
einem Gruß, nur daß des entsetzlichen Krieges furchtbarer
Ernst eifersüchtig daruber wacht, daß er allein
m seinem Tun und ARusfehen herrsche.
Dem ehernen Kriegsgott zum Trotz Sonnenschein
auf des Geburtstagshelden Angesicht gezaubert zu
haben, wird bleibende Freude seiner Bewunderer sein.
Wer aus Dr. Kracks trefflicher Lebensbeschreibung
des VFrsten Generalquartiermeisters Ludendorff Bil⸗
der gus feinen sungen Jahren kennt, würde mit mir
im veränderten· Bilde des Lieiteren die herzgewin—
nenden Züge des Jüngeren wiedergefunden haben.
Im schlichten Gotteshause wohnte ich später einem
erhebenden Festaottesdient bei. den der geldoberst⸗
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vpfarrer des Westheeres D. Goens abhielt. Da wal
krraft und Leben, was der Soldat zumal in ernsten
zeiten zur Herzensstärkung nötig hat. Und mitten
unter seinen Soldaten der Generalfeldmarschall schlicht
und einfach wie ein Vater unter den Seinen. Wohl
dem Voll, das mit seinem Herrscher und seinen Heer⸗
Ahrern sich in der Hand und Leitung des Herrn
der Heerscharen weiß!
Als ich das Gotteshaus verließ, brauste ein föhn⸗
artiger Sturm durch die Straßen. Mir ging's durch's
herz wie ein Ahnen, daß mit diesem Sturm zu—
zleich ein anderer Sturm um die Wette wüte, west⸗
värtsher, ein Sturm, der wohl ein paar Zinnen ab—
hrechen kann, nicht aber die lebendige Mauer durch
zrechen, die wie eine eherne Schutzwehr unsere Bru⸗—
der mit ihren Leibern vilden.
Und in diesem sieghaften Gefühl der Unüberwind⸗
barkeit unseres unvergleichlichen Heeres und unseren
Führer wurde ich bestärkt, als ich bald darauf an der
Zeite des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg bei
der Frühstückstafel soß.
Wie sticht doch die vollkommene, abgeklärte Ruhe
und Bestimmtheit dieses Größten unter den Großen
ab von dem pharsengeschwollenen, aufgeblasenen, ver⸗
ogenen und verschlagenen Wesen der Wortheldenführer
ruf der andern Seite. Wie von einer hohen Warte
über Länder und Meere schauend sprach der Feldmar—
schall über die Entwickelung in den fseindlichen Län—
dern mit der Ruhe eines Steuermanns, der sein Rie⸗
tenschiff gelassen durch das wildeste Gewoge der feind⸗
lichen Elemente hindurchleitet. Bei aller Erhaben⸗
jeit über das, was so manchen im Volke ängstigt,
empfindet der Feldmarschall die Not und Sorge der
deimat wie nur einer. Ich brauche ja nur an die
dindenburgspende für die Schwerarbeiter zu erinnern.
MNan hört es auch bei der Tafel aus der innigen,
reudigen Ueberraschung des Hausherrn heraus, daß
sich in Dldenburg überraschend große Kartoffelvorräte
gefunden hätten. Man hört aus der väterlich
liebevolien Weife, in der er für die Soldaten ein⸗
frat und jeden willkommen hieß, der ihnen hilft,
chren Geift und ihr Gemüt fröhlich zu halten. Des
Wachsens und des Gedeihens der sahrbaren Kriegs—
üchereien sich freuend, sagte der Generalfeldmarschall:
Die Soldaten können gar nicht genug zu lesen krie⸗
jen!“ Das sei ein anerkennendes und anspornen«
des Wort für alle, die auf diesem Gebiete der geistigen
Fürsorge unserer Feldgrauen tätig sind. Ein Fin—
gerzeig zugleich für die Soldatenheime an allen Fron⸗
den, die großen Mittel der Soldatenheimspende zum
guten Teil zur Anlegung gediegener Leibbüchereien
zu verwerten.
Einen besonderen Freund und hohen Gönner
haben die fahrbaren Kriegsbüchereien in dem Groß—
jerzog von Baden gefunden. Ueber die herzlichen
druße, die mir Seine Königliche Hoheit per⸗
önlich im Felde für den Herrn Generalfeldmarschall
ind den Herrn Ersten Generalquartiermeister aufge
ragen hatte, war der Hausherr sehr erfreut und
rühmte die Treue des Großherzogs, mit der er seiner
abischen Landeskinder sich annehme und sie an der
Front besuche und stärke. Nicht verschweigen will zch,
aß der Generalseldmarschall kein Verständnis für die
deute zeigte, welche in diesen Zeiten höchster Be—
rängnis es fertig brächten, Unruhen zu erregen, die
Arbeit niederzulegen und so den Todfeinden unseres
Volkes in die Hande zu arbeiten, unbewußt sogan
derführt durch bestochene feindliche Agenten — in
eimer Zeit, da jede Kraft und jede Arbeitsstunde dem
Baterlande gehore. Um so höher schätze er alle, düt
ohne Murren und Klagen die unvermeidlichen Ein⸗