10.00 Uhr Walpershofen. Die anzukörenden Tiere
aus Herchenbach sind in Walpershofen
mit vorzuführen.
10.330, Hilschbach.
11.00,, Guichenbach. Die anzuköbrenden Tiere
aus Ueberhofen sind in Guichenbach mit
vorzuführen.
3. Tag der Körnng, den 30. Mai 1917.
Abfahrt 7.30 Uhr vormittags vom Landratsamt.
7.45 Uhr Güdingen.
8.15, Bübingen.
8.30,„ Kleinblittersdorf.
.10Auersmacher. Der Stier aus Han—
weiler ist auf der Straße bei der Halte⸗
stelle Auersmacher vorzuführen. Die an⸗
zukörenden Tiere aus Auersmacher sind
an der Straßenkreuzung nach Rilchingen
bei der Kuchlinger Kapelle vorzuführen.
9.15,, Bliesransbach.
10.220, Fechingen.
10.40,, Neufechingen.
11.00,, Bischmisheim.
1.20, Scheidt.
11.45,, Dudweiler. Marktplatz.!
12. 10, SEulzbach.
12.30, Bildstock. Etierstall.)
4. Tag der Körung, den 1. Juni 1917.
Abfahrt 7.30 Uhr vormittags vom Landratsamt.
7.45 Uhr Gersweiler.
820, Clarenthal. Die Tiere aus Clarenthal
sind am Ausgange des früheren Ortsteiles
Krughütte nach Kleinrosseln vorzuführen.
8.509., Großrosseln (an der Brücke).
9.20, Emmersweiler (an der Abzweigung
von St. Nicolas).
3.45,, Naßweiler.
10.000, St. Nicolas (an der Kirche).
10.220,, Carlsbrunn.
10.45.,, Lauterbach.
11.115, Ludweiler.
11.45.,, Geislautern.“
12.00, Wehrden.
12.220, FSürstenhausen.
Die Herren Bürgermeister werden ersucht, fur
ortsübliche Bekanntmachung sofort Sorge zu tragen,
auch die betreffenden Besitzer der anzukörenden Tiere
noch entsprechend besonders zu benachrichtigen. Es
kommen jetzt nur Stiere und Eber zur Körung. Die
Ankörung von Ziegenböcken wird im Spätsommer er⸗
folgen. Die anzukörenden Tiere sind auf
den Gehöften der Stierhalter bezw. an
den im Körplan bezeichneten besonderen
Stellen vorzuführen und die Deckregister
mitzubringen. Das zum Ankauf geeignete Zucht⸗
vieh ist ebenfalls an den Gehöften der Stierbesitzer
aufzustellen. Ich weise noch besonders darauf hin,
daß die Stiere an den bestimmten Orten vorgeführt
verden muüssen.
Die Herren Orts⸗ und Bezirksvorsteher werden
ersucht, an den Körterminen innerhalb ihrer Bezirke
leilzunehmen; den Rürgermeistern wird die Teilnahme
anheimgestellt.
Der Königliche Landrat.
von Halfern.
——
Flachsanubaun 1917.
Aus Westfondsmitteln sind der Landwirtschaftskammer
re Sunimen —* ee e — in *
inprovins in diesem Jahre ül esen worden.
Mittel diien in der Deevb verteilt werden. daß sämt⸗
103
iche Flachsanbauer in der Rheinprovins auf Antrag einen
Zuschuß von 10 Mk. pro Morgen Anbaufläche erhalten.
dieienigen Landwirte, welche in diesem Jahre den Slachs
anbau in ihrer Wirtschaft neu einführen, erhalten außer⸗
dem eine besondere Ermunterungasprämie von 20 Mk. pro
Morgen.
Allen, FSlachsanbauern wird pro Morgen/ Sentner
Stichstoffdünger (ichwefelsaures Ammoniak oder Källstickstoff)
zu den geltenden Höchstpreisen vellesert. Dieser Dünger
sann auch zu anderen Früchten gegeben werden. Serner
können die Slachsanbauer verlangen, daß ihnen 52 der
zeernteten Faser als Bindegarn zurülckgeliefert werden.
Der ungeröstete Strohflachs der Ernte 1917 wird durch
die Kriegs⸗Flachsbau-Gesellschaft und deren Beauftragte zum
Bretse von 22-528 Mk. die 100 Kilo abgenommen. Den
dandwirten sind bis zu 10 Zentner des selostgeernteten
deinsamens zur Verwertung in der eigenen Wirtschaft
reigegeben. Der Höchstpreis für Leinsamen beträgt für
die Ernte 1917 59 Mk. die 100 Kilo.
Saatleinsamen ist durch die Landwirtschaftskammer
zum Preise von 65 Mk. die 100 Kilo zu beziehen. Dieser
Preis kann voraussichtlich noch ermäßigt werden. Nähere
Auskunft über Flachsbau erteilen die Landwirtschaftskammer
oder die zuständigen landwirtschaftlichen Winterschulen.
Anmeldungen für Lieferung des Saatgutes sind um—
rehend an die Landwirtschaftskammer direkt oder durch
Vermittelung der Winterschulen einzureichen.
Landwirtschaftskammer für die Rheinprovinz.
Der Vorsitzende:
(gez.): von Groot—
104.5 Sardwirte, baut Flachs.
Aus dem Winterschulbez. Wissen von Winterschuldir. Fisch.
Die öffentliche Aufforderung der Landwirtschaftskam⸗
ner, im Jahre 1916 mit der Kriegsflachsbau-Gesellschaft
FIlachsanbauverträge abzuschließen, hatte den Eriolg, daß
m Kreise Altenkirchen im Sabre 18916 rund 80 Morgen
Flachs angebaut wurden (gegen 40 im Jahre 1912), auf
denen rund 1000 Zentner Flachsstroh ersielt worden sind.
Acht Landwirte des Kreises hatten sogar je einen Morgen
Flachs angebaut. Vom Herrn Landwirtschaftsminister wurde
den Landwirten aus den gebirgigen Teilen der Rhein—
provins das Lob gespendet, daß sie in Bezug auf Anbau
des Flachses ihre Pflicht erfüllt hätten. Es wurden da—
durch einerseits die notwendigen Slachsfasern geliefert,
anderseits unserer Ernährungsfrage ein hochzuveranschla⸗
zender Dienst, geleistet, da die Leinsamen das wertvolle
uind sehr teure Leinöl und die abfallenden Kuchen das
kiweiß für unsere Milcherzeugung lieferten. Auch lann
deinöl als Streckung von Schweineschmals und dergleichen
erwendet werden. Das Schweineschmals, vorher flüssig
emacht, gibt mit Leinöl halb und balb gemischt, ein durch⸗
rus schmackhaftes Leinölschmalz. Zedenfalls verdient dieses
aus besten reinen Naturerzeugnissen selbst hergestellte Fett
eher Zutrauen, als die Margarinen, welche aus minder—
wertigen und sweifelhaften Fetten bereitet werden. In
den östlichen katholishen Ländern bildet Leinzl in den
Fastenzeiten ein vielverwendetes Fett. Der Krieg ist noch
nicht zu Ende, und wenn wir auch Frieden erzwungen
haben, hört noch lange nicht die Fettnot auf.
Auf den 80 Morgen Slachs konnten rund 240 Zentner
deinfamen gewonnen und daraus rund 2000 Liter Leindl
zeschlagen werden. Diese Zahlen führen au dem Schluß,
daß der SFlachsbau von Jedem Landwirt, ob groß oder
lein, im Kreise Altenkirchen aufgenommen werden muß,
um den Bedürfnissen von Armee und Marine, wie der
VBolksernährung Rechnung zu tragen. Das lommt un⸗
mitteslbar der Allgemeinbeit zugute.
Wenn die Landwirte aus der Bürgermeisterei Geb⸗
zardshain zwei Waggon, rund 200 Zentner, ablieferten,
ann kann man an die Landwirte gus dem „Zentrum der
Landwirtschaft“ auch die Bitte richten, daß sie ihren
Pflichten gegenüber dem Vaterlande nachkommen mögen.
Nach dem Raufen wird der Flachs in Schwaden ge—
legt und nach einigen Stunden ungebunden auf Drabt⸗
oder Lattengestellen in Kapellen gesetzt, oder in kleine
Bündel gebunden auf denselben aufgehangen. Ein An⸗
cösten ist zu vermeiden, da der Strobflachs dadurch an
Bewicht verliert und halb geröstet nur als Strohflachs be⸗
zahlt wird. Nachdem der Slachs getrocknet ist, wird er
ebunden und unter Dach gebracht. Später wird er ge—
riffelt und gelegentlich abgeliefert.
— Weiter ist noch zu bemerken, daß die Breise für
Flachsstroh für 1917 um 83 MNark pro Bentner erhöht
vorden sfind und daß jedem, der Flachs anbaut, Kallstick⸗
toff (auf 1 Morgen u/ Zentner) zur beliebigen Verwen⸗
»ung zur Verfügung geftellt wird. Diejenigen Landwirte.