Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

pflichtigen Alter stehenden Lehrer anzugeben, soweit
sie am 1. 5. 1917 im Schuldienste tätig sind; (z. B.
uffz. Ldw. J, gv).

Zu Spalte 32:
Lehrer, welche von der Militärbehörde in den
Schuldienst entlassen worden sind, geben in Spalte
32 den Tag der Wiederaufnahme des Schuldienstes an.
Saarbrücken, den 22. April 1917.
Königl. Kreisschulinspeltion
1: II3. Bölklingen: Neunkirchen:
moöorx. i. V.: Marx, Hirtz. Hirtz. i. V.: Marx.
339.) Bekanntmachung.
An verschiedenen Schulen ist die Einrichtung ge—
troffen, daß die Lehrerinnen der Unterklassen nur vor—
mittags die unteren Jahrgänge unterrichten und nach—
mittags die vorschulpflichtigen Kinder sowie auch die
unteren Jahrgänge der schulpflichtigen Kinder in einem
Kinderhort beaufsichtigen und beschäftigen. Diese Ein—
richtung ist in Anbetracht der Zeitverhältnisse mit
Freuden zu begrüßen und verdient überall, wo ein Be—
dürfnis dazu vorliegt, alsbaldige Nachahmung. Die
herren Schulleiter u. s.f. werden ersucht, diese zweck—
mäßige Einrichtung nach Kräften zu fördern und ge—
gebenenfalls zu berichten.
Saarbrücken, den 19. April 1917.
Königl. Kreisschulinspektion
1: 11: Völklingen: Neunkirchen:
Marx. i. V.: Marx, Hirtz. Hirtz. i.. B.: Marx.
340.) Bekanntmachung.
Unter dem auf Grube Lampennest untergebrachten
Bchweinebestande der Kreismastanstalt ist nach amts—
tierärztlicher Feststellung die Rotlaufseuche ausge—
brochen.
Die erforderlichen Schutzmaßregeln sind ange—
vrdnet.
Riegelsberg, den 12. April 1917.
Die Polizeiverwaltung.
Der Bürgermeister.
Langer.

341. Bekanntmachung.
In Neuscheuern ist die Maul- und Klauen—
seuche festgestellt worden.
Sperrbezirk: Die Gemeinde Neuscheuern mit Aus—
nahme der Annexen Freihof und Schürenwald.
Von der Bildung eines Beobachtungsgebiets ist
wegen der isplierten Lage der Gemeinde Neuscheuern
vorläufig abgesehen worden.
Saargemünd, den 12. April 1917
Der Kreisdirektor.

Saarbrücken, den 24. April 1917.
Der Königliche Landrat:
v. Halfern.

Zum Flachsanbau 1917.
Aus Westfondsmitteln ist der Landwirtschafts—
kammer ein erheblicher Betrag zur Förderung des
Flachsbaues in der Rheinprovinz in diesem Jahre über—
wiesen worden. Die Mittel sollen in der Weise er—
teilt werden, daß sämtliche Flachsbauer in der Rhein—
provinz auf Antrag einen Zuschuß von 10 Mark pro
Morgen Anbaufläche erhalten. Diejenigen Landwirte,
welche in diesem Jahre den Flachsbau neu einführen,
erhalten außerdem eine besondere Ermunterunas—
prämie von 20 Mark pro Morgen.
Allen Flachsbauern wird pro Morgen 1/, Zentner
Stickstoffdünger (schwefelsaueres Ammoniak oder Kalk—
stickstoff) zu den geltenden Höcstpreisen geliefert.
Dieser Dünger kann auch zu anderen Früchten gegeben
werden. Ferner können die Flachsbauer verlangen,

daß ihnen 500 der geernteten Faser als Bindegarn
zurückgeliefert werden.
Der ungeröstete Strohflachs der Ernte 1917 wird
durch die Kriegs-Flachsbau-Gesellschaft und deren Be—
auftragten zum Preise von 22528 Mk. die 100 Kilo
abgenommen. Den Landwirten sind bis zu 10 Zent—
ner des selbstgeernteten Leinsamens zur Verwertung
in der eigenen Wirtschaft freigegeben. Der Höchstpreis
für Leinsamen beträgt für die Ernte 1917 59 Mark
die 100 Kilo.
Saatleinsamen ist durch die Landwirtschaftskammer
zum Preise von 65 Mk. die 100 Kilo zu beziehen.
Dieser Preis kann voraussichtlich noch ermäßigt werden.
Nähere Auskunft über Flachsanbau erteilen kostenlos
die Landwirtschaftskammer oder äuch die zuständigen
Winterschulen.
Anmeldungen für Lieferung des Saatguts sind
umgehend an die Landwirtschaftskammer direkt oder
durch Vermittlung der Winterschulen einzureichen.
Landwirtschaftskammer für die Rheinprovinz.

Anbaun der Hülsenfrüchte, namentlich der Wintererbse.
Die Hülsenfrüchte spielen in der Kriegswirtschaft eine besonders
hedeutsame Rolle, weil sie dank ihres hohen Eiweißgehaltes am
»esten geeignet sind, das Fleisch zu ersetzen. Erbsen, Linsen, Bohnen
enthalten rund 20 60 verdauliches Eiweiß, während Weizen und
Roggen kaum 10 00 davon aufweisen. Da sich aber das Eiweihß
»ei den Getreidearten nur in den äußersten Zellschichten des
Kornes befindet, geht der größte Teil desselben beim Mahlen in
die Kleie, kommt also der menschlichen Nahrung gar nicht zugute.
Bei den Hülsenfrüchten sind dagegen diese wertvollen Nährstoffe im
zanzen Korn gleichmäßig verteilt und ihre Vorbereitung beschränkt
ich — wenn eine solche überhaupt vorgenommen wird — auf die
Entfernung der äußeren harten Schale, die nur wenig Nährstoffe
enthält. In Friedenszeicen wurden zur menschlichen Ernährung
herangezogen einmal die Linsen, die aber von der deutschen Land
virtschaft im Großbetriebe kaum angebaut werden und die deshalb
in beträchtlichen Mengen vom Ausland, namen lich von Rußland.
eingeführt wurden. In Deutschland beschränkt sich ihr Anbau itz
der Hauptsache auf Hessen, Thüringen und Franken. Daher bommt
es auch, daß ihre Bestände während des Krieges so schnell zusammen—
Jeschmolzen sind. Die Bohne. d. h. die Busch- oder Kruppbohne
sst in der Hauptsache auf den garten- und feldmäßigen Gemüsebau
ingewiesen und wird in Deutschland in größerem Umfange nicht
aingebaut. Die weißblühende Saaterbse hat von jeher den Marlkt
zeherrscht, weil sie im landwirtschaftlichen Großbetrieb in vielen
Varietäten angebaut wird. Sie ist aus der rotblühenden Felderbse,
der Peluschke. hervorgegangen, was sich schon darin zeigt, daß man
zei der Saaterbse haͤufig Rückfälle zur rotblühenden Felderbfe
eobachten kann.
Im Kriege haben sich diese Verhältnisse gänzlich verändert.
Zunächst wurde die Ackerbohne. auch Pferde- oder Saubohne ge—
iannt, zur menschlichen Ernährung hesangezogen. Ihre Verwendung
zut menschlichen Ernährung beschränkte sich zu Friedenszeiten auf
die Herstellung von Bohnenmehl, das namentlich in Süddeutschland
dem Spelzmehl beigemischt und mit diesem verbacken wird. Außer—
dem liefern ihre Abarten die im Westen so beliebten „diden Bohnen“
n halbreifem Zustand als Gemüse. Es hat sich aber gezeigt. daß
iich die Acerbohne. wenn sie geschält, also ihrer größten harten
Schale beraubt wird. zur Hersie“lung schmackhafter und nährstoff⸗
eicher Gerich“e ausgezeschnet eignet. Die Wicke, d. h. d'e gewöhn—
iche Sommersaawicke. ist früher zur mensch'ichen Ernährung über—
zauvt nicht verwendet worden; sie ist aber hierzu in hervorragender
Weise geeignet, wenn sie nur vorgewässert wird; sie wird zu die em
Zweck zunächst einen Tag unter kal‘es Wasser gesetzt, am zweiten
kdage wird das erste Wasser abgegossen und durch neues ersetzt,
ie wird sodann einen weiteren Tag unter Wasser stehen gelassen
ind ist nach dem Abgießen des zweiten Wassers zur Zubereitung
ertig. da sie durch die Wässerung ihren bitteren Geschwaf verloren
at. Die aus ihr hergestell‘en Gerich“‘e sind von den Lirsengerichten
'aum zu unterscheiden. Dasslelbe gilt von der Peluschke, der
jewöhnlichen rotblühenden Felderbse. Sie ist als Sonimerfrucht
zon jeher in Form von Gemenge in aller Art. namentlich im
»reußischen Osten für Fut‘erwecke in größztiem Umfange angebaut.
ur menschlichen Ernährung aber nur in einzelnen Gegenden gebraucht
vorden. Sie hat vor der we'ßblübenden Saaserbse den Vorzug.
daß sie viel geringere Anforderungen an den Boden und das Klima
tellt und dahber viel sicherer ist, als die Saaterbse. Sie wird daher
ruch wohl Sanderbse gerannt. Die gewöhnl'iche. als Sommerfrucht
ingebaute Peluschke hat kein pralles rundes Korn w'e die Erbfe.
ondern ein Korn mit einagedrückter runzlicher Oherfläche.
Bekannt ist. daß sowohl non der Saaterbse als von der Feld—
erbse oder Veluschke eine'lne Varie‘ä“en als Win“erfrucht angebauf
verden: von der großen Praxis wurde ihnen aber bisher keine
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.