Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

meist im Wege des Bankkredits im Vorschuß bleibt,
die hierfür zu berechnenden 6 Prozent Bankzinsen,
im Jahre also 15000 Mark zu bestreiten. Es ver—
bleiben dem Aufkäufer demnach 15000 Mark Jahres—
Brutto-Einnahme. Aus diesen Einkünften hat er seine
Bureaukosten, die notwendigen Futtermittel, Stricke
usw. zu bezahlen, so daß im besten Falle 10 bis
12000 Mark verbleiben, gewiß kein Betrag, der als
zu hoch zu bezeichnen ist. Ueber diese zweieinhalb
Prozent hinaus zahlt der Verband an seine Kom—
munalverbände als Entgelt für deren Tätigkeit einhalb
Prozent und weiter erwachsen ihm, im Durchschnitt
durch die Monarchie gerechnet, einhalb Prozent dadurch
an Spesen, daß er den kleinsten Händlern, da wo
es notwendig ist, Zuschüsse gewährt, teils in Form
fester Bezüge, teils als Zusatzprovision. Danach ver—
bleiben den einzelnen Verbänden von der Gesamt—
provisian von 7 Prozent dreieinhalb Prozent brutto.
Von diesen dreieinhalb Prozent sind zunächst zu be—
streiten die Kosten der Sammelstellen der Verbände,
auf welchen das Vieh vor dem Abtransport nach
den großen Kommunen und den Heeresabteillungen
zusammengeführt wird. Diese Sammelstellen besinden
sich in der Regel auf großen städtischen Schlachthöfen,
und die dort zu zahlenden Gebühren sind sehr er—
heblich. Sie treten in die Erscheinung als Wiege—
und Stallgebühren, Futterkosten, Honorar der Tier—⸗
ärzte uswp. Ferner deckt aus jener Bruttoprovision
von dreieinhalb Prozent der Verband alle Verluste,
welche ihn beim Transport der Tiere zu seiner Sam—
melstelle oder aber von der Sammelstelle zu den ein—
zelnen kommunalen Abnahmestellen trefsen, und welche
bei der minderen Qualität die Tiere außerordent
lich hohe sind. Dies liegt, wie ausgeführt wurde,
nicht an mangelhafter Disposition seitens der ein—
zelnen Verbände, sondern daran, daß die Viehabtrans⸗
porte oft lange dauern und durch Munitions⸗ und
Truppentransporte in der regelmäßigen Abfertigung
aufgehalten werden. Nach den bisherigen Ersah—
rungssätzen werden durch jene Sammelstellenspesen und
durch die Verluste rund 2 Prozent absorbiert, so daß
dann dem Verbande noch eineinhalb Prozent Pro—
vision verbleibt. Von diesen eineinhalb Prozent hat
er seine Verwaltungskosten, seine Bankspesen, kurz
alle laufenden weitern Ausgaben zu decken und erst der
Rest stellt den rechnungsmäßigen Ueberschuß dar. Da
nun die Verbände ohne jedes Betriebskapital ar—
beiten, auch kein Rechtssubjekt hinter ihnen steht, auf
das sie für Fälle von Verlusten zurückgreifen kön—
nen, gebieten es die einfachsten kaufmännischen Be—
grifse, für ausreichende Reserven Sorge zu tragen
Ohne solche kann bei den gewaltigen Umsätzen, die für
die preußische Monarchie im Zahre 8 Milliarden Mk.
übersteigen, das Riesenunternehmen nicht sachgemäß
geleitet werden. Es müssen alle Eventualitäten ins
Auge gefaßt und für Verluste Vorsorge getroffen wer—
den. Der Leiter des Landesfleischamts sprach in der
Haushaltskommission des Landtages sich dahin aus,
daß er zur Zeit die schwersten Bedenken trage, an
der festgesetzten Provision etwas zu ändern. Es müsse
abgewartet werden, wie die Entwicklung der Dinge
bis zum nächsten Frühjahr sich gestaltet und mit wel—
chen Ueberschüssen die einzelnen Verbände arbeiten.
Wenn überhaupt an eine Herabsetzung der Proviston
gedacht werden könne, so wäre eine Ermäßigung um
mehr als 1 Prozent absolut ausgeschlossen. Aber auch
dieses eine Prozent würde voraussichtlich dem Kon—
sum nicht im geringsten zustatten kommen; denn um—
gerechnet auf das Pfund Fleisch betrage die Ermä—
ßigung der Provision um 1 Prozent 2 Pfennige für
das Pfund Sleisch, auf den Kopf der Bevölkerung bei
250 Gramm pro Woche, infolgedefssen auf das ganze
Jahr gerechnet 50 Pfennig pro Jahr. Es sei bilfiger—⸗

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veise zu bezweifeln, daß sich diese minimale Fleisch—
preisermäßigung von 2 Pfennig auf das Pfund im
Kleinhandelspreise ausdrücken würde. Es sei da—
her sehr zu überlegen, ob man immer wieder auf
die Ermäßigung dieser Provision dringen oder sie
tieber beibehalten wolle, da es sich doch offensicht—
iich lediglich um eine Prinzipienfrage handele und
rnicht um wirtschaftliche Gesichtspunkte. Es dürfe wei—
erhin auch nicht außer acht gelassen werden, daß die
ganzen Ueberschüsse, welche sich bei den Verbänden
ergeben würden, lediglich verwendet werden dürften
zur Aufbringung von Milchvieh und zur Beschaffung
on DYuchtschweinen und anderes mehr, Maßnahmen,
die direkt den Konsumenten zugute kämen und in
nanchen Provinzen in wirksamer Weise bereits zu—
zute gekommen wären. Man wird daher gut tun,
die ruhige Weiterentwickelung der Verbände abzu—
varten und nicht unnötig in die Entwicklung einzu—
greifen, da ein solcher Eingriff für den Konsumen—
en absolut keine Wirkung haben würde und anderer—
eits die Verbände in ihrer finanziellen Betätigung
so sehr schwächen könnte, daß die Allgemeinheit und
damit wieder der Konsument nur Schaden hat, wenn
eben die nötigen Mittel für Beschaffung von Milch—
kühen, Zuchtschweinen usw. nicht zur Verfügung stehen.

Saarbrücken, den 19. Dezember 1916.
Der Königliche Landrat.
von Halfern.

5 Saarbrucken!, Telephon 16603.
Caye Englert Gute uüche fj Bier,
Straßenbaunha testelle zum Sch'ach seild Saai sür Vereine.
Vereins!okal sür Turner, ürieger, Sänger Eisenbahner ꝛc.

Die neue Verordnung über den
p mif Tpafsgitodgen Igh
berkehr ut deeseltese und Mohl.
welche in allen Betrieben, in denen Backwaren her—⸗
gestellt werden, sowie in allen Brot- und Mehlver—⸗
kaufsstellen angebracht werden muß, ist zum Preise
von 40 Pfg. (Verkaufspreis 50 Pfg.) zu haben in der
Buchdrnuckerei C. H. Scheur, Bölklingen.
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Auskunft in allen Fenerbestattungsangelegen-

 erteilt das Vorztandsmitglied
 Herr A
Rummel, Saarbrucken 83,
onigin. Luisenstr. 12, II.
Bestattungen besorgt,
auch wahrend der Kriegszeit.
 die Schreinerei H.
Kõni, Hinterg. 15. Diese
unterhalt Lager in vorsehriftamãssig.
 Sargen
118 W

Besuehen
Sie
die Haudelsschule
aapheütken d, Sulzbacnstp.lh.
Grũndliche
Ausbiidung im:
Buchtuhr. u. Stenogr.,
Maschinenschreiben,
Rechnen, Burgerkunde,
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kunde, Reehtschr. ete.
Aulinahme neuer Sehldlee vom
1. bis 4. jeden Monats.

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