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Amktliches Anzeigeblatt
ur den Kreis Saarbrücken
herausgegeben vom Kgl. Landraisamt Saarbrüugten
Schriftleltung des nichtamtlichen Teiles, Druck und Verlag von G. H. Scheur Taer⸗
»ruͤckten (Druckoet Völtlnigen). — Ferniprecher der Geschäftöstelle (Balutbreurese)
Nr. WSO (Amt Saarbrucken), Ferniprecher⸗der Druckerei Nr. 1134 (Amt Saarbeuckene
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Ar. 119.
Bezugeprels füͤr das Vlerteljahr 1.8 Mit.
Anzeigenge duüͤhrein: die Ageipaltene Zeile oder deren Raum 2V Pfg.
Amitliche Anzeigen: der s0 min breite 1nim bohe Raum 20 Pig.
— Erscheimungsetage: Dienstag und Freitag. —
Donnerstag,
30. November 1916. 42. Jahrg.
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Inhalt.
Beschlagnahme von Aepfseln (S. 581). — Aufruf (S. 381). von Kartoffeln (S. 583). — Gesuche für Heeresangehörige
Terminkalender (S. 582). — Merkblatt über die Lagerung S. 584). — Bekanntmachungen der Schulbehörden (S. 584).
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21. Mrer behö.
1074.) Verordnung.
Die Verordnung vom 16. September 1916, betref—
fend Veschlagnahme der Aepfel usw. wird aufgehoben.
Saarbrücken, den 22. November 1916.
Der kommandierende General
des Stellvertretenden 21. Armeekorps zugleich
für das 16. Armeekorps und die Festung Bitsch.
gez. v. Moßner.
staatlichen Zwange allein läßt sich erfahrungsgemäs
zu wenig erreichen. Darum müssen darüber hinaut
die Landwirte ihre Produkte, vor allem Fett in weite—
stem Maße freiwillig dem Verbrauche für unsere In—
dustriearbeiter zuführen.
Wenn jeder Einzelne, der eine Hausschlachtung
vornimmt, sich entschließen könnte, einige Pfund
Schmalz oder Speck oder sonst gelegentlich Butter frei—
villig zum festgesetzten Preis abzuliefern, würde unse—
ren schwerarbeitenden Industriearbeitern und Bergleu—
en des Saarreviers und damit unseren vor dem Feinde
tehenden Feldgrauen und dem Vaterlande schon eine
vesentliche Hilfe geleistet werden.
Die Herren Landräte werden die Sammelstellen
in ihren Kreisen bekannt geben, wo gleichzeitig auf
Wunsch Bezahlung erfolgen wird. Die Herren Geist—
lichen und Lehrer werden gebeten, sich nötigenfalls
der Mühe der Uebermittelung zu unterziehen.
Nun tue ZJeder, soweit er es irgend kann, seine
pPflicht; die freiwillig ertragenen Entbehrungen wer—
den gewiß die Opfer unserer tapferen Kämpfer erleich—
tern und besonderen Gottessegen uns erwirken.
Trier, den 21. November 1916.
M. Felix Korum, Bischof von Trieer.
Dr. Baltz, Wirkl. Geheimer Oberregierungsrat,
Regierungspräsident.
Klingemann, Generalsuperintendent.
Der vorstehende Aufruf wired veröffentlicht mit
der dringenden Bitte, den Anregungen in dem Aufruf
nachzukommen.
Die Landwirte des Landkreises Saarbrücken sind
zisher den Anforderungen, die an sie bei Ablieferung
»er landwirtschaftlichen Erzeugnisse gestellt worden
ind, in jeder Hinsicht bereitwillig und ohne Zwang
rachgekommen. Ich bin daher überzeugt, daß sie auch
den vorstehenden Anrezungen in weitgehendem Maße
nachkommen werden.
In jedem Gemeindebezirk wird eine besondere
Zammelstelle errichtet werden, die von dem zustäu—
digen Bürgermeisteramt noch näher bekannt gegeben
vird.
Für ausgelassenes Schmalz werden 2,80 Mark,
ür unausgelassenes Schmalz 2,40 Mark, sür Speck
ungesalzen 2,20 Mark und gesalzen 2,60 Mark für
das Pfund vergütet.
Saarbrücken, den 27. November 1916.
Der Königliche Landrat.
von Halfern.
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075. Aufruf.
Unser Hindenburg hat dem deutschen Volke wieder
einmal aus der Seele und zum Herzen gesprochen. Und
iberall in deutschen Landen werden seine vornehmlich
an die deutschen Landwirte gerichteten Worte einen
berständnisvollen Widerhall finden.
Unsere Industriearbeiter dürfen nicht Not leiden,
oor allem nicht Not an Fett, damit sie stark und lei—
tungsfähig bleiben, damit unsere tapferen Feldgrauen
Munition und Waffen haben; das ist Hindenburgs ein—
dringliche Mahnung, die hineindringen möge in das
fkernste Tal, in die niedrigste Hütte, zum großen Grund⸗
hesitzer wie zum kleinen Landwirt.
Wir wissen, daß es manch einem sorgsamen Haus—
dater nicht leicht fällt, seiner Familie und seiner Wirt⸗
schaft die durch die Kriegsmaßnahmen ersorderten Ein—
schränkungen aufzuerlegen.
Aber es ist notwendig; das Vaterland verlangt,
daß der Einzelne sich einschränkt, damit Heer und
Lolksgesamtheit das Nötigsie zum Leben und zur Ver—
teidigung erhalten. Dankbar preisen wir die große
GBnade Gottes, die es verhütet hat, daß der Feind in
unseren Landen steht, unsere Heimat und Höfe zertreten
hat. Vertrauensvoll hoffen wir auf ihn, daß er uns
bald einen ehrenvollen Frieden und Sicherheit für die
Zukunft bescheren wird.
Der erprobte mildtätige Sinn unserer Bevölke—
rung wird gewiß in der gemeinsamen Not des Vater—
landes alle zu freudigem Opfermut antreiben.
Wir sind überzeugt, daß es im Regierungsbezirk
Feier keinen gibt, der sich den Fordernngen der Stunde
verschließen wird.
An den durch die behördlichen Vorschriften an—
Jeordneten Zwangsmaßnahmen zur Ablieferung von
Butter und Milch und Kartoffeln muß naturgemäß
festgehalten werden, als an der sicheren Mindestver—⸗
sorgung unserer Industriearbeiter. Aber mit dem