heitsmerkmale zeigen, so liegt der Verdacht des Aus—
bruches der Schweinepest vor. Von dem Schweinepestver—
dacht ist der Ortspolizeibehörde Anzeige zu erstatten, wo—
rauf durch eine amtstierärztliche Untersuchung festgestellt
wird, ob der Verdacht begründet ist oder nicht.
Verhütung der Einschleppung der Schweinepost
in einen Bestand.
Zur Verhütung der Einschleppung der Schweinepest in
einen Bestand ist in erster Linie der Zukauf von Schweinen
mit arößter Vorsicht zu bewirken. Neue Schweine, deren
Herkuünft nicht nachweislich unverdächtig ist, sind, wenn
irgend möglich, in einen besonderen Stall unter Beobach—
tung zu stellen, ehe sie zu dem alten Bestande gebracht
werden. Es empfiehlt sich, die neu angekauften Tiere mit
nigen Ferkeln des alten Bestandes entweder unmittelbar
Zwei Eier in drei Wochen.
Am 18. September ist die Verordnung über Eier
in Kraft getreten, und es darf augenommen werden,
daß nunmehr in allen Teilen des Reiches die Kom—
munal-Verbände ihre Vorbereitungen beendigt haben,
durch die die gesamte Bevölkerung in die Eierver—
sorgung einbezogen werden soll. In vielen Gemein—
den sind die Eierkarten zunächst an alle Verbraucher
ohne jede Ausnahme abgegeben worden. Es werden
daher jetzt viele Personen in den Besitz von Eierkarten
kommen, die bisher nicht in der Lage waren, Eier
regelmäßig zu verzehren. Ueberall dort, wo keine Vor—
sorge getrofsen worden ist, um die Geflügelhalter
und die Besitzer von eingelagerten Eiern von dem
sartenempfang auszuschließen, ist außerdem eine
zweifellos nicht beabsichtigte Doppelbelieferung manches
bereits wohlversorgten Hausstandes herbeigeführt wor—
den. Die erste Wirkung der neuen Regelung wird
also sein, daß der Kreis der mit Eiern regelmäßig
zu versorgenden Bevölkerung eine ganz beträchtliche
Erweiterung erfährt. Da sich dies in einer Zeit voll—
zieht, in der erfahrungsgemäß die Eiererzeugung stark
zurückgeht, um allmählich auf ein ganz unbedeutendes
Minimum zu sinken, so ist leicht einzusehen, mit
velchen . Schwierigkeiten die geplante Regelung zu
rechnen hat. Wenn unter den geschilderten Umständen
überhaupt das erstrebte Ziel einer möglichst gleich—
mäßigen Belieferung aller versorgungsberechtigten
Berbraucher erreicht werden soll. wird neben einer
weitgehenden VBeschränkung jedes über die Bedürfnisse
der Haushaltungen hinausgehenden Verbrauchs eine
verhältnismäßig niedrige Bemessung der auf den Ein—
zelnen entfallenden Ration nicht zu umgehen sein.
Aus diesen Gründen ist daher vorerst bestimmt wor—
den, daß in den nächsten drei Wochen im ganzen
Reich nicht mehr als je zwei Eier an die versorgungs—
berechtigten Verbraucher abgegeben werden dürfen. In
jseder Woche ein Ei zu geben, ließ sich in gegen—
wärtiger Jahreszeit nach Maßgabe der verfügbaren
Vorräte leider nicht ermöglichen. Wie lange jene
knappe Menge belassen werden muß, ob sie während
der Winterszeit überhaupt zu Gunsten einer höheren
Ration wird beseitigt werden können, oder ob nicht
dielmehr mit Hinblick auf die täglich sich vermin—
dernde Legefähigkeit der Hühner noch mit einer wei—
teren Herabsetzung gerechnet werden muß, läßt sich
porläufig nicht übersehen. Zur Vermeidung einer weit
verbreiteten Mißdeutung aller Rationsfestsetzungen sei
ausdrücklich bemerkt, daß die Bestimmung einer Höchst—
verbrauchsmenge von zwei Eiern in drei Wochen
keinesfalls bedeutet, daß nunmehr jeder Verbraucher
mit der Lieferung einer entsprechenden Eiermenge zu
rechnen oder sie etwa gar zu beanspruchen hätte.
Der Sinn der Bestimmung ist vielmehr lediglich der,
daß bis auf weiteres an keiner Stelle des Reiches
mehr als zwei Eier in drei Wochen verabfolgt wer—
—
»der so in einer Bucht zusammenzubringen, daß sie nur
zdurch ein Gitter voneinander getrennt sind. Sind die
Ferkel nach zehn Tagen noch gesund und frei von Er—
cheinungen der Schweinepest, so können die neu angekauf—
ten Tiere unbedenklich zu dem alten Bestande in den ge—
neinsamen Schweinestall gebracht werden. Um auch der
vefahr der Einschleppung der Schweineseuche zu begegnen,
ist die Beobachtung auf die Dauer von vier Wochen aus—
zudehnen.
Da die Schweinepest auch leicht durch Personenverkehr
und durch leblose Gegenstände (Stallgeräte, Futter- und
Ztreumaterialien, sowie Dünger) verschleppt werden kann,
st die Berührung mit nicht nachweislich unverdächtigen
Zchweinebeständen und die Verwendung von Stallgekäten,
Futterstoffen, Streu und Dünger aus solchen zu vermeiden.
Besondere Vorsicht ist bei der Einstellung von Sauen
in die Ställe fremder Eberhalter geboten.
»en dürfen. Inwieweit diese Höchstmenge tatsächlich
erreicht und abgegeben werden kann, ist ungewiß und
zängt zum Teil von Umständen ab, die, wie die
degeleistung der Hühner, sich der menschlichen Ein—
virkung entziehen. — Davon, daß zurzeit Eier zu—
ückgehalten werden, um sie, wie in einem Teil der
Presse behauptet wird, einzutalken, ist keine gMede. Es
zjelangen vielmehr alle zur Verfügung stehenden Eier—
nengen restlos zur Verteilung. Leider aber ist es
Tatsache, daß die Abnahme der Legefähigkeit der
Zühner in der gegendvärtigen Jahreszeit nicht nur
»ine üble Angewohnheit der deutschen Hühner, sondern
eine internationale ist, ein Umstand, der sich in den
Einfuhrziffern recht beträchtlich fühlbar macht.
—VV
828.) VBekanutmachung.
Die Höchstpreise für Vollmilch werden von heute
ab wie fokgt sestgesetzt:
Im Kleinhandel an den Verbraucher auf 34 Pfg.
pro Liter:
». Stallhöchstpreis für die Vandwirte auf 30 Bfg
pro Liter.
Saarbrücken, den 14. Oktober 1916.
Der Königliche Landrat
von Halfern.
bounnimuchungen erer debörsen
3298.)
Bekgnutmachung.
Nachdem die Rotlaufseuchhe unter dem Schweinen—
zestande des Bauunternehnrers Heinrich Micka zu
dudweiler, Saarbrüceerstraße 192, erloschen, ist
die üdber das Gehöft verhängte Sperre aufagehoben
vorden.
Dudweiler, den 10. Oktober 1916.
Die RPolizei-Berwaltung.
Der Bürgermeister: Jost.
An die Arbeitgeber der Rheinpr»vinz.
Die Kriegsbeschädigtenfürsorge der Rheinprovinz,
vie sie auf Anregung des Herrn Oberpräsidenten
»urch Beschluß des Rheinischen Provinziallandtages
inter Leitung des Landeshauptmanns und des Tätig—
eitsausschusses für Kriegsbeschädigtenfürsorge einge—
ichtet worden ist, hat über ein Jahr ihrer Tätigkeit
inter sich. Reiche Erfahrungen sind inzwischen ge—
ammelt, aber auch schöne Erfolge sind erzielt worden
zank der Mitarbeit aller Bevölkerungskreise, nicht zu—
etzt auch dank der verständnisvollen Unterstützung
durch die Arbeitgeber. Fast alle Kriegsbeschädigten
jaben, sofern sie guten Willens waren, in das Erwerbs—
eben wieder eingereiht werden können. Naturgemäß
hachsen die Schwierigkeiten ständig mit dem Steigen