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tur die jüngeren Tiere (Ferkel und Läufer). Die cronisch
erkrankten Tiere lsassen außer Husten und Atembeschwerden
nach Umhertreiben aus Mertmal der erheblichen Störung
des Allgemeinbefindens, Verringerung der Futteraufnahme,
mangelhaftes Gedeihen (Kümmernd, häufig verklebte Augen
und einen mit Schörfbildung verbundenen Nusschlag der
Haut erkennen. Die an chronischer Schweineseuche erkrankten
Tiere können nach wochenlängem Kranksein zugrunde gehen
»doer genesen und maäaitfähig werden. Die Verluste an Fer—
teln beischronischer Schweineseuche sind häufig nur gering,
können aber auch bis zu 50 und 7500 betragen.
Merkmale au den toten Tieren.
Bei gestorbenen, getöteten oder geschlach-—
eten schweineseuchekrauken Schweinen findet man größere
»der kleinere Teile der Lungen entzündet. Die entzündeten
Teile fallen nach der Herausnahme der Lungen aus dem
Brustkorb nicht zusammen, haben keine hellrote Farbe,
wie die Lungen gesunder Tiere, sondern eine dunkelrote,
graurote oder graue Farbe und fühlen sich sest an, etwa
wie die Leber. Bei der akuten Schweineseuche sind
in der Regei größere Abschnitte der Lungen entzündet
und gleichzeitig das Brustfell, hänfig auch der Hersbeutel
mit einem abziehbaren Besage versehen. NAußerdem sind
die Veränderungen an Leber, Nieren, Muskeln und Hersz—
fleisch, unter Umständen auch an Milz und Lymphdrüsen,
zugegen. Bei der chronischen Form der Schweineseuche
veschränkt sich die Erlrankung gewöhnlich auf die vorderen
VLappen der Lunge. Gleichzeitig zeigen die mit chronischer
Schweineseuche behafteten Tiere während der eigentlichen
srantheit einen schlechten Ernährungszustand.
Bermischung der Schweinescuche mit der Schweinepest
und anderen Erkraukungen.
Der Verlauf der Schweineseuche kann dadurch abge—
indert werden, daß die Tiere neben der Schweineseuche
zleichzeitig von anderen Erkrankungen, insbesondere von
der Schweinepest, befallen werden. Die Schweinepest ist eine
ansteckende Darmentzündung, ihr hauptsjächlichstes Zeichen ist
ein heftiger Durchfall. Bei Vermischung der Schweineseuche
nit Schweinepest tritt mithin zu den geschilderten Symp—
tomen der Schweinefseuche bei den lebenden Tieren Durch—
fall und den gestorbenen, getöteten oder geschlachteten eine
Entzündung der Schleimhaut des Darms, namentlich des
Blind- und Grimmdarms, hinzu. Die Schleimhaut des
Blind- und Grimmdarms weist bei schweinepestkranken
Schweinen an einzelnen Stellen oder in größerer Ausdeh—
nung trübe, gelbe Beläge der Schoörfe, ferner Geschwüre anf.
Anzeigepflicht.
Wennein Schwein unter den angegebenen
Erscheinungen bald nach dem Ankauf er—
rankt, oder wenun mehrere Schweine eines
Bestandes die angeführten Krankheitsmerkmale zeigen,
so liegt der Verdacht des Ausbruches der Schweineseuche vor.
Von dem Schweineseucheverdacht ist der Ortspolizeibehörde
Anzeige zu erstatten, worauf durch eine amtstierärgztliche
Untersuchung festgestellt wird, ob der Verdacht begründet
ist oder nicht.
Verhütung der Schweineseuche.
Zur Verhütung der Einschleppung der Schweineseuche
in einen Bestand ist der Zukauf von Schweinen mit größ—
ter Vorsicht zu bewirken. Neue Schweine, deren Herkunft
nicht nachweislich unverdächtig ist, sind, wenn irgend mög
lich, in einem besonderen Stalle unter Beobachtung zu
stellen, ehe die Tiere zu dem alten Bestande gebracht
verden. Es empfiehlt sich, die neu angekauften Tiere mit
einigen Ferkeln des alten Bestandes entweder unmittel—
bar oder so in einer Bucht zusammenzubringen, daß sie
aur durch ein Gitter voneinander getrennt sind. Sind
die Fertel nach vier Wochen noch gesund und frei von Er—
scheinungen der Schweineseuche, so können die neu ange⸗
kauften Tiere unbedenklich zu dem alten Beftand in den
jemeinsamen Schweinestall gebracht werden. Besondere Vor—
sicht ist bei Einstellung von Sauen in die Ställe freinder
Eberhalter geboten.
Eine naturgemäße (Wild-) Haltung der Schweine, be—
sonders der Zuchttieère, ist zu empfehlen.
Gemeinfaßliche Belehruug über di— Schweinepest.
Wosen
—ZDie Schweinepest ist eine ansteckende Krankheit der
Schweine, die in Form einer Entzündung der Schleimhaut
des Darmes auftritt. Der Ansteckungsstoff wird von
den erkrantten Tieren mit dem Kote ausgeschieden. Durch
Wühlen im Boden, der durch die Ausscheidungen 6664
ranker Schwrine verunreiniat ist, und durch die Auf—
iahme von Futter, auf das der Ansteckungsstoff über—
ragen ist, werden gesunde Schweine angesteckt. Die Ver—
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Rurch kranke Tiere, sondern auch durch Zwischenträger. So
ünnen Bersonen, deren Kleider und Schuhwerk durch die
Ausscheidungen pestkranker Schweine verunreinigt sind, die
Zeuche in gesunde Bestände einschleppen, und in ähnlicher
Veise kann die Schweinepest durch Stallgeräte, Futtermittel,
Zztreu und Dünger aus verseuchten Ställen in andere
ztälle übertragen werden.
Merkmale au den lebenden Tioren.
Die Aufnahme des Ansteckungsstoffes der Schweinepest
zat nicht die sofortige Erkrankung der Tiere zur Folge.
Rffensichtliche Erscheinungen der durch die Ansteckung be—
virkten Ertrankung treten erst nach einer bestimmten Zeit
Inkubationszeit) hervor. Die Inkubationszeit bei der
—chweinepest ist nicht in allen Fällen gleich, beträgt aber
durchschnittlich etws 10 Tage. Nach dieser Zeit zeigen die
Tiere heftigen Durchsall.
Beim raschen (akutend) Verlauf der Schweinepest ist
reichzeitig das Allgemeinbefinden der Tiere schwer ge—
tört. Die Tiere nehmen nur wenig oder gar kein Futter
»u sich, haben Fieber und sind sehr schwach. Die Tiere
rerkriechen sich in der Streu und bewegen sich nach Auf—
reiben träge und teilnahmslos unter Schwanken des
dinterteils. Akut erkrankte Tiere können schon nach einigen
Tagen zugrunde gehen, oder sie sterben im Verlauf von
ein bis zwei Wochen. Tiere, die erst nach ein bis zwei
Wochen eingehen, magern stark ab. Bei der akuten Form
der Schweinepest erkranken ältere und jüngere Tiere ohne
Interschied.
Beim schleichenden ichronischen) Verlauf der
zchweinepest werden vorwiegend die jüngeren Tiere (Fertel
ind Läufer von der Erkrankung befallen. Die hronisch
rkrankten Schweine können wochen- und monatelang leben
uind zeigen im Aufang der Erkrankung außer Durchfall
vechselnden Appetit und Abmagerung. Daneben haben sie
zänfig verklebte Augen und einen mit Schorfbildung ver—
zundenen Hautausschlag. Im weiteren Verlauf der Krank—
heit kann bei den mit chronischer Schweinepest behafteten
Tieren Durchfall mit Verstopfung abwechseln.
Meoerkmnle an den toten Tieren.
Bei gestorbenen, getöteten dder Ve—
chlachteten pesttranken Schweinen findet man die
Zchleimhbaut des Darmkanals in größerer oder geringerer
Ausdehnung entzündet. Die entzündlichen Veränderungen
etreffen hauptsächtich die Schleimbaut des Dickdarmes
Blind- und Grimmdarm), können aber auch im letzten
Abschnitt des Dünndarmes (Hüftdarm) zugegen sein. Die
Schleimhaut der genannten, Darmabschnitte weist bei pest—
ranken Schweinen an einzelnen Stellen oder in größerer
Ausdebhnung trübe, gelbe Beläge oder Schorfe, ferner Ge—
chwüre auf. Die Schorfe in der Schleimhaut können sich
nopfartig von der Umgebung abheben. Außerdem kann
die ganze Darmwand so verändert sein, daß der betref—
ende Darmabschnitt nach Entleerung des Inhalts nicht mehr
zusammenfällt. Die im Darmgekröse liegenden Lymphdrüsen
Gekrösdrüsen), die zu den veränderten Darmabschnitten
Jehören, sind geschwollen und können trübe, graugelbe
Sinlagerungen aufweisen oder im ganzen trübe und grau—
gjelb erscheinen. Verkalkung wird in den veränderten
mphdrüsen bei Schweinepeft — im Gegenfatz zur Tuber—
ulose — nicht beobachtet
Vermischnug der Schweinepest mit der Schwrünesenche.
Tiere, die an Schweinepest erkrankt sind, können gleich—
zeitig von Schweineseuche befallen werden und dann außer
den Krankheitsmerkmalen der Schweinepest auch diejenigen
der Schweineseuche zeigen. In solchen Fällen treten zu
den angeführten Symptomen der Schweinepest noch Husten
uind Atembeschwerden bei den lebenden Tieren und eine
ẽͤntzündung der Lungen bei den gestorbenen, getöteten oder
geschlachteten Tieren hinzu. Die entzündeten Lungen fallen
nach der Herausnahme aus dem Brufikorb nicht oder nicht
pollständig zusammen, haben im Bereiche größerer oder
kleinerer Abschnitte keine hellrote Farbe, wie die Lungen
jgesunder Tiere, sondern eine dunkelrote, graurote oder
zraue Farbe und fühlen sich fest an wie die Leber Außer⸗
dem können das Brusftfell und der Herzbeutel mit einem
abziehbaren Belage versehen fein.
Anzeigepflicht.
S. Wenn ein Schwein unter den Erscheinungen der
SZchweinepest oder der Schweinepest ünd Schweineseuche
ald nach dem Ankaufserkrankt, oder wenn meh—
ere Schweine eines Bestandes die angeführten Kraänk—