Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

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Wort und Beispiel andere mit fortreißen zur sieg⸗
reichen Kriegsanleihe, und wenn er schon verwundet
ist durch Gleichgültigkeit oder Mißtrauen, raste und
ruhe nicht, bis er geborgen ist für unsere große vater—
ländische Sache! Und wieder haben wir gehört in
seliger Jugendzeit: Das Gebet der Kinder dringt durch
die Wolken. Dann wird auch auf den Geldern, die
durch die Hände der Kinder und Schulen der
Kriegsanleihe zufließen sollen, Gottes Segen und
deutsche Siegeskrast ruhen. Vergiß das nicht, wenn
deine Lieblinge, für deren Zukunft Millionen kämpfen
und bluten, um eine Beisteuer zur Kriegsanleihe bitten!
Du willst auch flüssiges Geld behalten
für die Zukunft? Ach ja, du möchtest deine Werk—
statt erweitern, deine Scheuern größer bauen oder einen
GBarten kaufen; dein Sohn soll studieren und deine
Tochter will heiraten — alles gut und schön, aber
Lüssiges Geld brauchst du dazu nicht verstauen, und
ein hochgemutes deutsches Mädchen mit Kriegsanleihen
und vaterländischem Sinn möchte ich schon gleich in
mneine Arme schließen. Wenn die Zeit gekommen ist,
tannst du doch deine Kriegsanleihen gut verkanfen
»der kannst sie verpfänden bei der Sparkasse oder den
Reichsdarlehnskassen, die auch sicher nach dem Kriege
so lange bestehen bleiben, als ein Bedürfnis vorliegt.
Um flüfsiges Geld brauchst du also niemals zu bangen,
solange du Kriegsanleihen hast.
Aberßwie ist es mit der Sicherheit der
Kriegsanleihen? fragen Herr Angstmeier und
Fräulein Zitterig wie aus einem Munde. Sei ruhig,
lieber Angstmeier, unser Vaterland ist groß und reich
und treu. Es stellt sich selbst zur Sicherheit mit seiner
Fhre und mit seiner und aller Bundesstaaten Steuer—⸗
kraft, mit seinen Eisenbahnen und Stauntsgebäuden,
mit seinen Forsten und gewerblichen AUnlagen, und
der gute Wille wird gewährleistet durch die Reichs—
gesetze und durch unsere Abgeordneten, die selbst wohl
ohne Ausnahme Kriegsanleihen haben. Und die Zah—
ung der Zinsen in der versprochenen Höhe und Zeit—
zauer ist ebenso sicher wie das Kapital. Für Fräu—
ein Zitterig aber haben wir noch an die 400000
ARuadratkilometer Feindesland fest in der Hand, ein
vertvolles Pfand, fast so groß wie das Deutsche Reich
elber. — Wennu salles gut geht, flüstert Tante
Miesmacher? Ach ja, bei der ersten Kriegsanleihe hätte
ie vielleicht so flüstern können; wenn sie es aber jetzt
ioch tut, dann muß sie nach Rußland, von Posen
rus 13 Stunden in einem D-Zug durch erobertes Land
in die undurchdringliche Hindenburg-Front gerast,
»der an die Somme, wo eine Schnecke in acht Wochen
veiter gekommen wäre als die Engländer und Fran—
zosen, und sie wird mit eigenen Augen sehen, wie
alles gut geht. —. Auch unsere bombensichern Spar—
zassen können keine größere Sicherheit bieten als das
Reich. Wenn aber der Feind über uns hereingebrochen
väre, so würden auch sie ins Wanlen gekommen sein,—
Frage einmal die Sparkassen in Arras, Ppern und
Verdun, wieviel ihre beliehenen Häuser, Bauplätze und
ALecker noch wert sind! Es gibt aber Leute, die sind
ioch klüger und vorsichtiger als Herr Angstmeier, Fräu—⸗
lein Zitterig und Tante Miesmacher. Und doch haben
sie viele Millionen für Kirchen, Stiftungen und Mün—
del den Sparkassen entnommen und für die Kriegs—
mleihen nutzbar gemacht. Und die vorsichtigen Spar—
tafsen selber, die doch gewöhnlich nur zur Hälfte des
Wertes beleihen, haben Millionen und aber Millionen
driegsanleihen gezeichnet, und da will noch einer fra—
gen, wie es mit der Sicherheit steht? Nun gçut, so
kage ich kurz und bündig: Die Kriegsamnletten fallen
erft mit dem Deutschen Reich, und das Deutsche Raeich
teht so fest wie der Himmel über uns. Aber nun
ommt alsle her — auch Herr Angstmeier, Fräulein
            
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