um etwa 5—660 und bei einem solchen von / Schmelskoks
um etwa 10-12 00 steigern.
Hierbei sind die in der Versuchsanlage festgesetzten
Preise für die Brennstoffe zugrunde gelegt, die sich für
Gaskoks um 10 0 und für Schmelzkoks sogar um 25 90
höher stellen als die Steinkohlenpreise, und zwar in
allen Fällen einschließlich Ausfuhr, also frei Kesselhaus
gerechnet.
Bei der großen Bedeutung der Frage muß trotz
der entstehenden, nicht wesentlich höheren Kosten
die Verwendung von Koks überall dort stattfinden, wo
es nach der Beschaffenheit der Feuerunagas—
Anlagen irgend möglich ist.
Wesentlich leichter kann die zweite vaterländische Pflicht
erfüllt werden, den in der Landwirtschaft selbst vorhan—
denen organischen Stickstoffdünger zweckmäßig z3u ver—
wenden. *
Die seit Jahren übliche und von allen Landwirt—
schaftslehrern nachdrücklichst empfohlene Stickstoff-Kopf—
düngung kann in diesem Frühiahr den Getreide—
saaten nur dann gegeben werden, wenn die Jauche
in unverdünnter Form, also unter Fernhaltung
des Regenwassers, hierfür verwertet wird. Da die Kopf—
düngung in verhältnismäßig schwachen Gaben verabfolgt
wird, die aber möglichst gleichmäßig zu verteilen sind, diese
Verteilung aber in flüssiger Form undurchführbar ist.
muß die Jauche mit Torfmull vermischt wer—
den, der in beliebigen Mengen leicht beschafft werden
kann. Die bisher übliche Verteilung der Jauche in flüs—
siger Form über Wiesen und Aecker muß im Jahre 1915
unbedingt unterbleiben. Die Jauche darf nur für die
Beschaffung von Brotgetreide Verwertfuna
finden.
Auf Anregung des landwirtschaftlichen Ministeriums
sind praktische Versuche gemacht worden, die ergeben haben,
daß bei inniger Vermischung von 5 Zentnern Jauche mit
1 Zentner Torfmull durch Hin- und Herschaufeln eine Masse
entsteht, die feinkrümelig genug ist, um' mit der Hand
in gleichmäßiger Verteilung auf die Getreidefelder aus—
gestreut zu werden. Die Mischung wird am besten in
dichten Kastenwagen lose auf das Feld gefahren und unter
Verwendung von Körben oder anderen größeren offenen
Gefäßen ausgestreut. Säcke sind für diesen Zweck un—
geeignet. Die Mischung enthält in 6 Zentnern 1,25 Pfund
leichtlöslichen Stickstoffes, also in einem Zentner rund 6,20
Pfund. Will man die übliche Gabe von 50 Pfund Sal—
peter auf den Morgen, enthaltend 8 Pfund Stickstoff,
ersetzen, so müssen 40 Zentner der Torfmulliauchemischung
ausgestreut werden.
Der zu 6 Zentner Mischung gebrauchte Zentner Torf
kostet frei Hof durchschnittlich 1330 Mark, ein Zentner der
Mischung also rund 22 Pfennig und einschließlich des
Mischens, Ausfahrens und Ausstreuens (18 Pfennig) 40
Pfennig. Eine Jauchekopfdüngung von 40 Zentnern stellt
sich demnach für den Morgen auf 16 Mark. Die Kosten
der Beschaffung und des Ausstreuens von 50 Pfund Sal—
peter betragen 5.75 Mark. Die Jaucheverwendung ist also
wesentlich tfeurer. Der Umstand, daß auf den meisten
Gütern die ru sisch-polnischen Schnitter den ganzen Winter
hindurch beschäftigt werden müssen und zu ermäßigten
Löhnen zu arbeiten bereit sind, wird aber die im wesent—
lichen aus Arbeitslöhnen bestehenden Kosten erheblich her—
abmindern. Außerdem muß berücksichtigt werden, daß bei
den herrschenden hohen Getreidepreisen eine volle Deckung
der Kosten eintritt. Endlich zwingt der Krieg den deut—
schen Landwirt in den nächsten Jahren zur Erhaltung
des Vaterlandes hohe Getreideernten zu erzielen. Die
Jauchekopfdüngung muß also überall im höchstmöalichen
Umfange durchgeführt werden.
Mit der Erzeugung des Jauchetorfs ist natürlich nicht
erst im Frühjahr zu beginnen, sie muß sofort einsetzen
und den ganzen Winter hindurch in dem Maße anhalten
in dem die Jauche anfällt.
Wenngleich die Jaucheverwendung keinen vollen Er—
satz für die bisher übliche Kopfdüngung bietet, ist sie im
laufenden Jahre das einzigste überall brauchbare Mittel,
um eine für die Steigerung der Erträge an Brotgetreide
unbedingt nötige Stickstoffdüngung wenigstens in beschei—
denen Grenzen zu ermöglichen. Für alle schwächer be—
standenen Saaten ist eine Torfmull-Jauchedüngung, auch
bei geringerem Jauchevorrat, wenigstens mit 4 Pfund Stick—
stoff, entsprechend 2) Zentner Torfmull-Jauchemischung auf
den Morgen unerläßlich. Kein Tropfen Jauche darf un—
genutzt abfließen. Der heute unersetzliche, in der eigenen
Wirtschaft erzeugt organische Stickstoffvorrat muß vor Ver—
susten möalichst bewahrt bleiben.
Saarbrücken, den 16. Februar 19015.
Der Königliche Landrat:
von Miduel.
Verlustliste.
Landkreis Saarbrücken.
Nr. 141.
Inf.“Ragt. Nr. 97. (GBerichtigung früherer Angaben.
10. Komp.; Res. Schütz, Fürstenhausen, bisher vermißt
ist verwundet.
Nr. 143.
Inf.“„Regt. Nr. 70. 9. Komp.: Gefr. d. R. Albert
Merz, Walpershofen, schwer verwundet.
Inf.“Regt. Nr. 137. (Berichtigung früherer Angaben.
6. Komp.: Musk. Wilh. Darm, Engelfangen, bisher verw.
in franz. Gefangensch.
Inf.“Regt. Nr. 174. 3. Komp.: Res. Nikol. Schwan,
Bildstock, leicht verwundet. (Berichtigung früh. Angaben.“
4. Komp.: Res. Nikol. Muns, Klein-Blittersdorf. bishes
ichwer verwundet, ist gestorben.
Brigade-Ersatz-Bataillon Nr. 32. 1. Komp.: San.
—
Adolf Riebold, Buchenschachen, leicht verwundet. — Kriegs—
reiwilliger Max König, Sulzbach, vermißt. — Wehrmann
deinrich Ott, Holz, gefallen. — Gefr. Andreas Huber,
deusweiler, schwer verw. — Wehrm. Math. Montag, Dud—
weiler, leicht verwundet. — Wehrm. Johann Burger, Dud—
weiler, schwer verwundet. — Wehrm. Ludwig Frans, Dud—
weiler, leicht verwundet. — Wehrm. Johann Koster, Quier
—
verw.ub. d. Truppe. — Kriegsfreiw. Vet. Merkel. Brebao
leicht verw. b. d. Truppe.
2. Komp.: Unteroff. Stefan Colling, Dudweiler, leicht
verwundet. — Gefr. Ludwig Wilhelm, Dudweiler, schwer
derwundet und vermißt. — Wehrm. Nikol. Bleif, Bildstock,
schwer verwundet und vermißt. — Wehrm. Wilh. Baum,
Ddudweiler, leicht verwundet. — Wehrm. Peter Lambert,
Bischmisheim, leicht verw. — Wehrm. Joh. Mind, Geis—
lautern, leicht verw. — Wehrm. Peter Schneider, Friedrichs—
thal, leicht verw. — Ers.-Res. Jak. Kerpen, Kleinblitters—
dorf, gefallen. — Wehrm. Joh. Simon 1, Altenkessel, schwer
verwundet. — Wehrm. Wilh. Büttner, Sulzbach, gefallen.
— Wehrm. Joh. Simon 2, Elversberg, gefallen. — Wehrm
Georg Spengler, Sulzbach, schwer verw. — San.-Gefr. Ferd.
Deutsch, Bischmisheim, schwer verw. — Wehrm. Nikolaus
Maurer, Quierschied, schwer verw. — Res. Friedr. Jacob
Völklingen, leicht verw. b. d. Truppe.
3. Komp.: Wehrm. Heinrich Drießler, Hirxberg, leicht
verw. — Wehrm. Joh. Hussong, Bischmisheim, leicht verw.
— Wehrm. Bernhard Konrad, Gersweiler, leicht verw. —
Gefr. Julius Walter, Dudweiler, leicht verw. — Wehrm.
Joh. Altmeyer, Sellerbach, leicht verw. — Wehrm. Peter
Bastink, Sulzbach, leicht verw. — Gefr. Aug. Schlicher
Fechingen, leicht verw. — Kriegsfreiw. Otto Klein, Hei—
iigenwald, gefallen. — Ers.-Res. Ferd. Stenger, Quier—
chied, gefallen. — Gefr. Andr. Nonnweiler, Herrensohr
eicht verw. — Wehrm. Georg Kahl, Güdingen, leicht ver—
edet — Wehrm. Jakoh Schäfer. Vüttlingen. schwer ver
mundeft.
—
*
Lohrinden⸗Versteigerung
im Reg.Bez. Trier.
Aus den Gemeinde- und Koniglichen Waldungen
werden versteigert, jedesmal 9 Uhr anfangend
1. am 2, 3. und 4. März im Case Baur zu Trier
27000 Zentner Lohrinde aus den Kreisen Trier,
Saarhurg, Prum, Daun, Oberförsterei Mander⸗
schetd, des Kreises Wittlich und Bitburg,
2. om 5. März im Neuen Münchner Kind'l zu Saar—
brücken 29000 Zentner aus den Kreisen Saar—⸗
louis, Saarbrücken, Merzig, Ottweiler, St Wendel.
Losverzeichnisse mit genaueren Angaben übersendet
auf Anfordern unenigeltlich das Königl. Fornbureau
der Regierung zu Trier.
Käufer haben ihre Vertreter mit beglaubigter Voll⸗
macht zu versehen. Aufarbeitung durch die Waldbesitzer
Verkauf nach Gewicht.
r— * * * *
Königliche Regierung zu Trier.