Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

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4. Kohlrabei kaun noch sehr gut ausgesüt wer⸗
den und läßt eine gute Entwicklung erwarten. Beson⸗
ders zu empfehlen ist die Sorte „Blauer Goliath“.
Zur Bepflianzung von 10 Quadrotmetern sind 4-255
sBramm Samen auszusäen.
5. Mairüben können jetzt noch, allerdings nur
aoch kurze Zeit, mit Aussicht äuf guten Erfolg zur
Aussaat gelangen.
6. Stoppelrüben sind in zartem Zustande ein
zutes Gemüse, außerdem ein gutes Viehfutter. Aus⸗
aat noch bis Pitte August. Können auch über Winter
m Boden verbleiben.
Von einer zweiten Bohnen-Aussaat ist
zetzt nach Beginn des Monats Augustabzu—
sehen; es ist bei unseren klimatischen Verhältnissen
ein Erfolg nicht mehr zu erwarten. Dagegen sollte
niemand, der in der Lage dazu ist, versäumen. Boh⸗
nensaat für nächstes Jahr zu sammeln (durch
Ausreifenlassen), da für die nächstjährige Aussaat
wenig Samen vorhanden sein dürfte.
Jeder, der an der Herbeiführung einer zweiten Ge⸗
müseernte mithilft, erwirbt sich Berdienste um die Siche⸗
rung der Volksernährung in diesem Winter, um
das Vaterland und den endgültigen Sieg! Es soll
niemand deshalb von der Uebernahme der Arbeit ab⸗
sehen, weil er denkt, er sei mit den Seinen versorgt.
Was über den eigenen Verbrauch an Gemüsmengen
erzielt wird, findet diesen Winter Abnahme bei guten
Preisen. Wo das Dörren angebracht ist (mnan verlange
lostenlos Heft 5 der von der ZentralbEinkaufsgesell⸗
chaft m. b. H., Verlagsabt. Berlin, herausgegebenen
Flugschriften zur Vollsernährung“ und das Flugblatt
„An die ländlichen Hausfrauen“, gleichfalls von der
zentral⸗Einkaufsgesellschaft herausgegeben), sollte man
reichlich Gebrauch machen von dieser einfachsten, na⸗—
ürlichsten und billigsten Konserdterungsart.
In vielen Ortschaften werden voraussichtlich die
ländlichen Genossenschaften oder gemein—
nützigen Vereine auch ganz kleine Mengen der
obengenannten Gemüsesorten in frischem oder getrock
netem Zustande abnehmen und auch bezahlen.
Wo Schwierigkeiten im Absatz größerer Mengen
Dörrgemülse auftreten sollten, ist die Zentral⸗Einkaufs⸗
gefellschaft m b. H., Abtlg. VI, Berlin W8, Behren⸗
straße 21, gern bereit, nach Möglichkeit durch Rat und
Zermittlung gute Dienste zu leisten. Auch wird die
Zentral⸗Einkaufsgesellschaft, Abtlg VI, gern Ratschläge
erteilen und Adressen zum Bezug von Samen nach⸗
weisen, wo Schwierigkeiten in der Beschaffung bestehen.
Es kommen für Gartenbesitzer nur kleine Vengen in
Betracht, von jeder Sorte wenige Gramm, die für ein
paar Pfennige zu beschaffen sind.
velft alle mit, eine zweite Gemüse⸗
ernte zu erztelen! Fangt sofort mit der
Arbeit an, kein Tag darf verloren gehen!
Teich.
Sorgt für Fettgewrnnung!
DSDer dem Reichskanzler unterstellte KRriegsaus⸗
schuß für pflanzliche und tie rische Oete
und Fette schreibt uns:
In den Friedensjahren und auch in den ersten
seriegsmonaten sind bedeutende Mengen Oele und Fette,
velche für die Margarine⸗ und Speisefettindustrie ver⸗
vendbar waren, und infolgedessen der Volksernührung
zugeführt werden konnien, fur technische Zwecke ver⸗
arbeitet worden. Es ist das Bestreben des Kriegsaus⸗
chusses, dafür zu sorgen, daß santtliche für Ernährungs⸗
zwecke brauchbare Stoffe derjenigen Industrte zugeführt
verden, die im Interesse der Volksernährung tätig
ist. Mit Rücksicht guf die Bedeutung der Sicherstellung
des Oel- und Fettbedarfs für das wirtschaftliche Durck

halten während des Krieges, ist dem Kriegsausschuß
durch Bundesratsbeschluß vom 15. Juli 1915 die Be—
virtschaftung der gesamten deutschen Oelfruchternte
übertragen worden. Dadurch hat der Kriegsausschuß
die Möglichkeit, dafür zu sorgen, daß diejenigen Oele,
velche aus der diesjährigen Ernte geschlagen werden,
veitmöglichst im Interesse der Volksernährung ver—⸗
vendet werden. Da der Kriegsausschuß durch diefe
Sachlage gezwungen wird, bestimmten Industriezweigen
dele und Fette zu entziehen, so hält er es für seine
pflicht, den Versuch zu machen, neue Fettquellen zu
erschließen.
Eine Frage von hoher wirtschaftlicher Vedeutung
st die Wiedergewinnung der Fette aus den fetthaltigen
Abwässern in Gastwirtschaften, Schlächter⸗
ien, Wurstfabriken, Krankenhäusern und Privat⸗
uüchen. Der Kriegsausschuß hat daher eingehend ge—
ozrüft, ob es nicht möglich ist, die in Frage kommenden
Interessenden dahin zu bringen, einen wirklich prak⸗
ischen Fettabscheider aufzustellen. Die diesbez üglichen
Arbeiten des Kriegsausschusses haben nunmehr das
krgebnis gezeitigt, daß ein bestimmtes Fettabscheide—
ystem zu einem verhältnismäßig niedrigen Anschaf⸗
ungspreise empfohlen werden kann. Der Apparat ist
ereits praktisch erprobt worden, und darf nach der
leberzeugung Sachverständiger als das im Augenblick
ür die Fettgewinnung aus den Spulwässern geeignetste
Mittel angesprochen werden. Der Kriegsausschuß,
velcher bedanntlich keine Erwerbsgesellschaft ist, hat
die Vermittlungsarbeit lediglich im Interesse der Fett⸗
jewinnung übernommen. Er stellt seine Organisation
n den Dienst der Propaganda und erhofft die Unter⸗
tützung der deutschen Interessenten.
An den Bezug der Fettabscheider durch den Kriegs⸗
ausschuß ist für die Gastwirte lediglich die Bedingung
»er Lieserung des gesamten mit diesem Apparate ge⸗
vonnenen Fettes während der Krriegsdauer an seine
Besellschaft geknüpft. Der Kriegsausschuß sorgt für
die Abholung des gewonnenen Fettes; er sowohl, als
die ihm angegliederte Kriegsabrechnungsstelle der Sei—
en⸗ und Stearinfabriken, welche die aus den Spul—
vãssern gewonnenen Fette, nachdem solche durch Ver—⸗
nittelung des Kriegsausschusses ausgeschmolzen worden
siind, an die Seifen⸗ und Stearininduftrie zur Verteiling
 bringt, werden die Anschaffung von Fettabscheide⸗
apparaten im Interesse der Gesamtwirtschaft dadurch
interstutzen, daß sie für das gewonnene Fett die ihr
inter Ansehung der Marktlage jeweils möglichen Preise
ezahlen werden. Dadurch wird in Anbetracht der
zeutigen sehr hohen Fettpreise eine schnelle Abtragung
der Anschaffungskosten in Aussicht gestellt werden
Bnnen.
Aus allen Teilen des Reiches sind dem Kriegsaus—
ichuß Zuschriften zugegangen, die beweisen, daß der
Frage der Fettgewinnung aus Spuülwäfsern in den
streisen der Interessenten das nötige Verständnis ent⸗
gegengebracht wird. Im Interesse der Sache ist aber
chnelles Handeln geboten, daher sollten Gastwirte und
Schlãächtermeister den Anfang machen und unverzüglich
Fettabscheider aufstellen. Wir hoffen, daß in kurzer
Zeit Tausende von Fettabscheidern aufgestellt und zum
Nutzen unserer Volkswirtschaft wirken werden.
Nähere Auskunft über den durch Vermittlung des
Kriegsausschusses zu beziehenden Fettabscheider geben
die Ortsvereine des deutschen Gastwirte⸗
berbandes, die Fleischer— respektive Metzger⸗
innungen, die Organisationen der deutschen Ho tel⸗
zesitzer sowie der Kriegsausschuß für pflanzliche und
ierische Oele und Zette, Berlin V. 8 Kanonierstraße
 29/30.
Der Königliche Vandrat:
non Miaqauel.
            
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