Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

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wer unbefugt beschlagnahmte Vorräte bei—
seite schafft, insbesondere aus dem Bezirke
des Kommunalverbandes entfernt, für den
sie beschlagnahmt sind, sie beschädigt, zer⸗
stört, verarbeitet oder verbraucht;
wer unbefugt beschlagnahmte Vorräde ver⸗
kauft, kauft oder ein anderes Veräußerungs⸗
und Erwerbsgeschäfte über sie abschließt;
wer als Saatgerste erworbene Gerste ohne
Genehmigung der zuständigen Behörde zu
anderen Zwecken verwendet.
Mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder
mit Geldstrafe bis zu 15000 Mark wird be—
straft, wer unbefugt Gerste verarbeitet.
Unbefugt verarbeitete oder erworbene Gerste

verfällt ohne Entgelt zugunsten der Zentralstelle
zur Beschaffung der Heeresverpflegung.
Unter dem Titel „Die dritie Kriegsauleihe eine Volks⸗
anleihe“ hat der Volks⸗Sparverband für Deutschland eine
Flugschrift veröffentlicht, in der verschiedene Wege bezeich—
net werden, um eine Beteiligung weitester Kreise der Be—
völkerung an der dritten Kriegsanleibe mit Beträgen selbst
unter 100 Mark zu ermöglichen. Insbesondere werden dabei
die Erfabrungen bei der zweiten Kriegsanleihe berücksich—
tigt, die bezüglich der Schulen, Sparkafsen, Semmlungen
einzelner Firmen usw. gemacht worden sind. Der PVreis
der Flugschrift beträgt bei Einzelbezug 10 Pfa. bei größeren
Bartien 4 Pfg. für das Stück. Der Erlös ist für bedürftige
Waisen gefallener Kriegsteilnebmer bestimmt.
Saarbrücken, den 10. September 1915
Der Köniulnmwe Vandrat:
von Miauel.
dritten Kriegsanleib
dritten Kriegsanleihe.

ur

Sie ersme Kriegsanleihe hat nicht weniger er⸗
bracht als 4l/, Milliarden. Die zweite mehr als
das 2oppelte.

wird namentlich die Kriegsanleibe geschätzt, die
ehe Stiche läßt und noch dazu bobe Linsen

Welcner Erfolg wird der dritten
beschieden sein?

4.

Man weiß es im Bolrke: ver Krieg kbostet
SGeld und dvoppelt Gesd, wenn jeit dop⸗
velt so piele Soldaten im Jelde stehen.
Man weiß aber eauch: diese Vorsorge ver⸗
bürgt uns den Sieg.

Zn Schätzung der Summen gehen die Mei—
nungen der Sachverständigen auseinander, aber
darin stimmen alle überein, daß die Voraus—
— für gutes Gelingen auch diesmal gegeben
nd

der drutsche Krieger, der bei Taunenberg den
chweren Anfsang urltgemacht. brennt varauf, ettt
auch beli dem Enischridungsratf nit⸗
zutun. Ss auch das deutsche Bock. Es hat in
bangeren Tagen die Kriegskassen gefüllt. Es wird
auch jeigt — und jest erst recot dabei sein, wo die
Vasfenersolae unserer Sshuue — um bescheiden zu
ee — die Zuverlicht des Gelingens gefestigst
F

1. Au verfügbaren Gesvern und Kapitalien
febblt es nicht.
Deutschland lebt nicht mebr in der Knapp—
heit früherer Zeiten, 21 Milliarden betragen die
Einlanen bei den Sparkafsen, über 15 Milliarden
liegen bei Banken und Genossenschaften. Auch jetzt
nachdem Millionen von Zeichnern zweimal schon
hr Erspartes dem Vaterlande dargebracht haben.
ist Geld in Sülle vorbanden. Freilich, die 13
bis 14 Milliarden der ersten Anleihen spielen zu
aroßem Teile wieder mit. Fast restlos sind sie
in Deutichland verblieben. England und Frant
reich zablen, was sie aus Ankeihen erlösen, an
Amerika — Rußland an Amerika und Japan.
Deutschland aber zahlt an tausende und aber
tausende einheimischer Fabriken, einbeimischer Liefe
ranten und Arbeiter. Die Hande wechseln, aber
es sind deutsche Hände, die die Milliarden er
halten haben und willig sie den neuen Anleihen
dienstbar machen. Ein Kreislauf des Geldes! und
sodann: große Ausgaben fallen sort im Kriege —
für Ausdehnung der Industrie. Reueinrichtungen
und derol. Die sonst hierfür verwendeten Summen
 sfuchen nach Anlage. Nicht minder auch Mii—
onenerlöse aus dem Verkauf der Bestände und
däger. Der Ankauf der Robhstoffe ruht. So fließen
auch diese Millionen nur in bescheidenstem Mahe
dem Auslande zu.
2. Dank der Fülle des Gesdes ist der Geld⸗
stand überaus leicht.
Er ist leichter noch als im Frühjahr und viel
leichter als im vorigen Herbste. Die Sporkaffen
gewähren an Zinsen etwa 3.. die Einzaͤh
ungen auf die zweite LAinleihe baben ste binter
fich und inzwischen betrachtlihe Spargelder neu
pereinnabmen können. Die Hinsen für Einlagen
bei den Banken sind noch geringer. Für tägliches
Beld. Eledo! Rur solche Zinsen können die Bante
vergüten, denn ihre Kasfsen sind überfültt. 86
Etinleger empfanden dies peinlich, der Anleihe aber
kommt es zugute.
3. Die Laufer der frützeren Anleiben haben
ein gutes Geschaäft gemacht
Wer vom Deutschen Reiche 5eb erhält und daneben
schon im Kriege einen Kursgewinn zu vere
hat, darf zufrieden sein. Seit die bglang
Behutzr bevorzugten fremdlandischen Renten schon
hin sichtlich der Zinszablung böse im Stich gelafsen
baben, sind die Staaisanseihen wiede in Gunf

Zu den Anleihebedingungen:
Der 5vrozentiee Zinsfuß ißt beibehalten.
Er wird auch diemal starken Anreis ausüben.
Deutschland zablse im Zreden 4 rozent. Es
bat für die Kriegsanleihen diesen Satz um ein
Prozent erböht. Der Verfuch Englands, gleich uns
rit solcher Erböhung auszukommen, ist mißglückt.
Es mußte zuleßt seinen riree um volle 2
Prozent erhöhen: von A auf

Ser Preis ver borozentigen Auleihe be⸗
—2
Schuld buebeintragungen bosten nur 98,80.
Der Ausaabekurs der ersten Anleihe stellte sich
auf 97, 800, der der zweiten auf 98 Sdie sturse
betder Anleihen haben inswischen eine so wesent⸗
liche Erböhung erfahren, daß der jetzt festgesehte
Kurs von 99 oder 98.80 als mähng bezeichnet
wverden muß. Uebrigens genießt der Zeichner noc
Zinsvorteil. Es werden ihm 8 Studhinsen vom
Zablungstage bis zum 1. April 15916. mit wel—
vem Tage der Zinsenlauf der Anleibe beginnt.
vorweg verdutet.

Vor dem Jahre 1924 is die zBprozentig
Anleihe nicht Landbar.
Die neunahrige Laufzeit dürfte für Kurs⸗
gewinn erfreuliche Aussichten erofnen.
Diese Unkundbarkett bedeutet aber nur, daß
das Reich die Anleihe bis 1924 nicht kündigen
und also auch den Zinsfuß nicht berabsetzen kaunm.
Die Inbaber der Schuldverschreibungen Bnnen
natürlich über diese wie über edes andere Wert
papier (durch Verkauf, Verpfändung ufw.) ver⸗

Die Zeichner Lönnen dir gezeichneten Be—⸗
trãge vom 30. Sevtember ab eder⸗
zeit voll bezahlen oder auch die bis
wam Jaunnar 19816 gerxäumig bemesfsenen
Eiuzabluugstermine mnuchalten.
            
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