Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

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Einfache und billige Verfahren zur Aufbewahrung von
gepökelten und geräucherten Fleischdauerwaren.
Die Aufbewahrung von gepökelten oder geräucherten
Fleischdauerwaren für längere Zeit bietet dort, wo die
geeigneten luüftigen und trockenen Räume hierfür zur Ver—
üguüng stehen, keinerlei Schwierigkeiten. Anders, wenn
solche Räume fehlen, oder wenn diese Fleischdauerwaren,
pie im einzelnen Haushalt, in Räumen mit anderen Le—
bensmitteln zugleich aufbewahrt werden müssen und dadurch
den verschiedensten äußeren Einflüssen ausgesetzt sind, wie
dem Verstauben, der Ablagerung von Fliegeneiern, der Ein⸗
virkung von Luft und Feuchtigkeit, sowie von Keimen aus
der Luft, wodurch die Waren ranzig oder weich werden oder
in Fäulnis übergehen können usw. Um die Fleischwaren
hor diesen äußeren Einflüssen zu schützen, sind bereits
herschiedene Verfahren empfohlen worden, so z. B. das
Fintauchen in schmelzbare Massen, die innerhalb kurzer
zeit erstarren und die Ware von der Luft vollständig
bifchließen. Weniger bekannt dürften zwei einfache und
hillige, vom gesundheitlichen Standpunkt völlig unbedenk—
liche Vexfahren sein, mit denen man besonders in Belgien
eit Jahren gute Erfahrungen gemacht hat. Diese beiden
Berfahren bestehen in dem Verpacken von Fleischdauerwaren
— gepökeltem oder geräuchertem Fleisch — in abgelöscch—
em Kalk oder in Holzasche. Voraussetzung für die
Zhaltbarkeit der so behandelten Waren ist, daß sie sich vor
zem Einlegen in Kalk oder Holzasche in einwandfreiem
Zustande befinden; denn wenn die Waren bereits angefangen
haben zu verderben, so vermögen diese Verfahren dies
nicht hintanzuhalten. Nach zuverlässigen Mitteilungen aus
Belgien erfahren gut geräucherte Waren durch das Kalkver—
ahren keine nennenswerte Veränderung der äußeren Be—
schaffenheit und des Geschmacks; dagegen wird die äußere
Zchicht nur gepökelter Waren in geringem Maße verändert,
vd daß sie vor dem Genuß durch Abschneiden oder Ab—
schaben entfernt werden muß. Beim Einlagern von nur
gepökelter Ware hat man also mit einem geringen Ver—
lust zu rechnen. Mit dem Holzascheverfahren sind in Bel—
zien die besten Ergebnisse selbst bei sehr langer Aufbe—
wahrung von Fleischwaren, die durch Pökeln oder durch
Pzkeln und Raäuchern konserviert worden waren, erzsielit

vorden. Die Einlagerung von geräucherten oder gepötelten
Fleischdauerwaren, die sich in völlig trockenem Zu—
tand befinden müssen, in Kalkpulver oder Holzasche wird
zweckmäßig folgendermaßen vorgenommen:
Man legt auf den Boden eines Behälters (Faß, Tonne,
siste, uswp.) zunächst eine nicht zu dünne Schicht abge—
löschten Kalkpulvers oder Holzasche; alsdann werden die
rockenen, für die Aufbewahrung bestimmter Fleischwaren
einzeln so auf dem Kalk oder der Holzasche ausgebreitet,
daß die einzelnen Stücke sich nicht berühren; sodann be—
deckt man diese wiederum mit einer nicht zu dünnen, min—
destens aber 10 Zentimeter starken Schicht der genannten
Mittel und wechselt mit dem Aufschichten der Fleischwaren
einerseits und des Kalkpulvers oder der Holzasche anderer—
jeijits 4ab. bis der Behälter voll ist. Die oberste Fleisch—
schicht wird mit einer besonders starken Kalk- oder Holz—
ascheschicht bedeckt.
Durch zeitweiliges Entnehmen eines Fleifchstückes aus
dem Behälter wird man sich zweckmäßig von dem Zustand der
Waren überzeugen. Die so hergerichteten Behälter müssen
an einem trockenen, kühlen Orte aufbewahrt werden.
Das Kaltpulver kann leicht von jedermann durch
schwaches Anfeuchten von gebranntem Weißkalk mit Was—
ser hergestellt werden; wobei dieser unter Erwärmung in
ein trockenes Pulver zerfällt.

Saarbrücken, den 4. Juni 1915.
Der Königliche Landrat:
von Miqequel.

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werden angefertigt unter Garantie für guten Sitz
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saffee.

Bekanntrnachung.
Die Ausgabe der Stücke der zweiten Kriegsanleihe beginnt anfangs Juni
and zwar werden zunächst 10 — 1556 der 58 Reichsanleihe und etwa 808 der
Reichsschatzanweisungen ausgegeben. Weitere Beträge werden in Zwischenräumen
hon je 4 bis 6 Wochen nach Maßgabe der eingehenden Lieferungen verteilt werden;
die Schlußlieferung wird nicht vor dem Spätherbst erfolgen können.
Eine raschere Lieserung ist wegen der gewaltigen Masse des herzustellenden
und zu bearbeitenden Materials leider nicht möglich, und es ergeht daher an die
Zeichner die dringende Bitte, sich bei Absorderung der ihnen jugeteilten Stücke
vorerst auf das unbedingt erforderliche Maß zu beschränken.
Berlin, Ende Mai 19185.
Reichsbank-Direktorium.
Havenstein v. Grimm

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