Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

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so M —XAI rete Ien ee Ie mNals es trotz aller Bemühungen nicht gelungen ist, den
— — ellungen dar für die 1915er Ernte verfügbaren Kunstdünger an
er Idee unherdaihb Pes lgeaen. den Ort seiner Verwendung zu befördern. Von den
Der Bürgermeister: Erschwernissen des Verkehrs würde besonders hart be—⸗
W. Ppoller. troffen die Kalkz und Mergel-Industrie, deren
Absatz während der Kriegszeit nur wenige Prozente
der zu normalen Zeiten abgesetzten Mengen ausmacht.
Das ist deshalb bedauerlich, weil gerade der Düngerkall
ähig ist, die sonst fehlenden Nährstoffe dadurch zu
erfetzen, daß er abgesehen von seinen günstigen Neben⸗
virkungen die im Boden vorhandenen Vorräte an
Pflanzennährstoffen aufschließt und sie den Pflanzen
zugänglich macht. Die geringe Verwendung von
duͤngekalt in der Kriegszeit hat auch keineswegs darin
hren Grund, daß etwa die Landwirtschaft hierüber
ucht hinreichend unterrichtet wäre, sie liegen allein
in den Schwierigkeiten des Verkehrs, die für den Kalk
deshalb besonders ins Gewicht fallen, weil zur Er⸗
zielung eines gewissen Erfolges viel größere Gaben
don Kalk notwendig sind, als von den Nährstoffen,
die unmittelbar als Pflanzennahrung in Betracht kom⸗
men. Aber eben darum sollte man nicht versäumen,
in den verkehrsruhigen Zeiten den Kalkbedarf zu
decken. Es gibt ja im Laufe des Sommers reichlich
helegenheit, auf mehrjährigen Kleeschlägen, auf der
hetreidestoppel usw. die notwendige Kalkdüngung für
die nächste Herbst- und Frühjahrsbestellung im vor⸗
vus zu geben. Auch die in großem Umfange in An⸗
zriff genommene Moor⸗ und Oedlandskultur wird ir
hben Sommermonaten die reichliche Verwendung von
Zalk und Mergel zur Folge haben, da eine angemessene
Kalkgabe die unerläßliche Voraussetzung für den Er⸗
tolg dieser Kulturen bildet.
Für die Sulfat- und Phosphat⸗Industrie brachte
der Krieg anfangs insofern Erschwernisse mit sich, als
die Beschaffung der zur Schwefelfäure—
fabrikation nach dem Kammersystem erforder⸗
lichen nitrosen Gase auf Schwierigkeiten stieß.
Diese Hindernisse können als beseitigt betrachtet wer⸗
den, nachdem es gelungen ist, mit Hilfe von Verbren⸗
rungsapparaten für diese Zwecke Ammoniak zu ver⸗
venden. Die Einführung dieses Verfahrens in die
zchwefelsäure⸗Industrie muß als ein Gewinn bezeichnet
verden, den der Krieg gebracht hat, denn das neue Ver⸗
ahren bietet dem früheren gegenüber so viele Vorteile,
datßz es auch nach dem Kriege im vollen Umfange beibe⸗
halten werden důrfte. Unter diesen Umstünden erichein:
s dringend erwünscht, daß alle Werke zu diesem Ver⸗
ahren übergehen und sich nur in der Zwischenzeit bis
zur Fertigstellung der Verbrennungsapparate der noch
derfügbaren Ersatzstoffe bedienen.
Für den Fall, daß bei längerer Dauer des Krieges
in sparsames Haushalten mit den Beständen an
Schwefelsäure und deren Rohstoffen angezeigt er⸗
cheinen solite, bietet sich die Möglichkeit, an deren
Zztelle das Bifulfat zu verwenden, das gerade in⸗
olge des Krieges in überaus reichlichen Mengen zur
berfügung steht. Wenn auch die eingeleiteten Versuche
iber die Wirksamkeit des Natrium⸗Ammonium-Sulfates
s Düngemittel noch nicht zum Abschluß gekommen
ind, so kann doch bezüglich dessen Brauchbarkeit schon
etzt kein Zweifel bestehen, und es erscheint dringend er⸗
vünscht, daß die Werke den bisher
ingenommenen ablehnenden Standpunkt ver—⸗
assen und sich mit dem neuen Verfahren
venigstens insoweit befassen, daß seine Einführung er⸗
vlgen kann, sobald die Rotwendigkeit hierfür vorliegt.
Schluß fsolgt.)
Saarbrücken. 27. April 1915.
Der Könioliche Landrat:
von Miauel

αααααααÔαααα

Personal⸗Chrouil.
Der Herr Minister des Innern hat durch Erlaß
bom 10. d. Mits. den bei dem Oberpräsidium in Cob—
lenz beschäftigten Oberregierunggrat Dr. von Gal
zum stellvertretenden Mitgliede des Provinzialrates
zer Rheinprovinz auf die Dauer seines Hauptamtes
im Sitze des Oberpräsidenten der Rheinprovinz er⸗
nannt. P. 2368.
Versorgung der Laubitrüschaft mit Kunstsünger.
Im landwirtschaftlichen Ministerium
jaben in letzter Zeit mehrfach Sitzungen über die Be—
chaffung von Kunstdünger, über dessen gleichmäßige
Berteilung auf die eingzelnen Gebiete des Landes und
iüber die Preisfestsetzung zwischen den Vertretern der
Fabriken und der Verbraucherverbände stattgefunden.
Die Beförderung des Kunstdüngers begegnet
ortdauernd großen Schwierigkeiten; es muß deshalb
den Verbrauchern dringend geraten werden, sich mit
der Lieferung in offenen, provisorisch gedeckten Wagen
rinverstanden zu erklären. Den Werken entstehen, so⸗
fern sie die provisorische Deckung der Wagen selbst vor—
—DDD—
die Herstellung der provisorischen Deckung, sondern
ruch indirekt infolge der langsameren Abfertigung der
Ladungen. Die Unkosten berechnen sich durchschnittlich
auf 15 Mark für den Wagen. Von den Vertretern der
Verbraucher wurde die Uebernahme etwa der Hälfte
der Kosten durch den Empfänger als gerechtfertigt an—
erkannt. Da die Schwierigkeiten der Beförderung vor⸗
aussichtlich während der ganzen Dauer des Krieges
fortbestehen werden, kann den Landwirten nicht drin—
gend genug empfohlen werden, die alljährlich in den
Monaten Mai, JZuni und Juli eintretenden Zeiten
schwächeren Verkehrs für den Bezug des Kunstdüngers
zur Herbsthesftellung zu henutzen, und dies um so mehr.
            
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