Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

einigen Proben aus Pommern, Posen und der
Rheinprovinz beschickt.
Für frisches Gemüse schließt der Anmelde—
termin erst am 1. Mai, jedoch ist auch hier
eine Anmeldung aus Elsaß-Lothringen sowie
aus Baden zu erwarten.
Gruppe 4. Futtergewächse.
Keine Anmeldung.
Gruppe 5. Oedlandkultur.
Keine Anmeldung.
Bruppe 6. Obst- und Weinbau.
Sammelausstellungen von badischen und
elsaß⸗-lothringischen Edelbranntweinen (Kirsch—
und Zwetschenwasser). Einige andere Aus—
steller mit Edelbranntweinen und Obstweinen.
Badisches Schwarzwaldhaus mit Ausschank
badischer Edelbranntweine und Ausgabe von
badischen Speckschnitten.
Obst- und Schaumweinkosthalle mit 4 Aus—
stellern.
Kosthalle für alkoholfreie Obstgetränke mit
Aussteller.
Weinausstellung der D. L. G. mit Kost—⸗
halle, etwa 200 Weine zum Ausschank und
ebensoviel für die fachmännische Weinprobe,
die diesmal probeweise in die Nachmittags—
stunden des Donnerstags, Freitags und Mon—
tags gelegt worden sind.
In frisches Obst ist nach vorliegenden Ver—
handlungen gute Beschickung zu erwarten. An—
meldeschluß am 1. Mai.
Gruppe 7. Milchwirtschaft.
26 Frischmilchproben. 827 Butterproben.
In der Käsehalle werden 44 Stände besetzt
sein. Der Milchwirtschaftliche Verein für
Elsaß-Lothringen veranstaltet hier eine sehr
ausgedehnte Vorführung in den Klassen der
Münsterkäse und der Weichkäse nach französi—
scher Art. Aber auch alle anderen Käsesorten
werden zahlreich vertreten sein, besonders
darunter Tilsiterkäse durch eine Sammelaus—
stellung des Verbandes westpreußischer Käse—
fabrikanten. An Landesteilen sind vertreten:
Elsaß-Lothringen, Württemberg, Bayern,
Großherzogtum Hessen, Rheinprovinz, Waldeck
Hannover, Mecklenburg-Schwerin, Westpreußen,
Schleswig-Holstein, Pommern, Vosen, König
reich Sachsen.
Gruppe 8. Landwirtschaftliche
Nebengewerbe.
Keine Anmeldung.
Gruppe 9. Bienenwirtschaft.
Hier wird neben Einzelausstellungen aus
Bayern, Baden und Provinz Sachsen der
Elsaß-Lothringische Bienenzüchterverein eine
Sammelausstellung veranstalten, für die in—
bezug auf die bienenwirtschaftlichen Erzeug—
nisse und Bienenwohnungen eine reichliche An—
meldung vorliegt; aber auch für lebende
Bienen ist eine solche noch zu erwarten, da
der Anmeldetermin erst am 30. April schließt
Gruppe 10. Dauerwaren.
Zu der Dauerwarenprüfung haben 68 Aus—
steller aus fast allen Landesteilen Deutschlands
283 Gegenstände angemeldet, und zwar
Molkereiwaren 40, Fleischwaren 72, Fischwaren
9, Obsterzeugnisse 46, Trauben-, Obst- und
Beerenweine 60, Gemüsse und Kartoffeln 28,
Teig- und Backwaren 15 und sonstige Dauer—
waren 13 Gegenstände.
Gruppe 11. Düngerwirtschaft.
Keine Anmeldung.
Srunppe 12. Handelsdüngemittel.
Die Badische Landwirtschaftskammer stellt
eine Sammelausstellung zum Preisbewerb.
Außerdem 8 weitere Aussteller mit Handels—
düngemitteln aller Art, darunter das Kali—
syndikat, die Anglo-Continentalen (vorm. Oh—
lendorffschen) Guano-Werke, die Verkaufs-Ver—
einigung für Stickstoffdünger, der Verein der

Thomasphosphatfabriken, die Delegation der
Vereinigten Salpeter-Produzenten, die Deut—
sche Ammoniak-Verkaufs-Vereinigung.
Gruppe 13. Handelsfuttermittel.
Geringe Beschickung mit im ganzen 5 Aus—
stellern.
Gruppe 14. Hilfsmittel für den
landwirtschaftlichen Betrieb.
In üblicher Weise Sattlerwaren, Meßinstru—
nente, Medikamente durch 10 Aussteller. Zur
Prüfung auf „neu und beachtenswert“ sind
angemeldet „Pferdenackenentlaster“, „Zug—
trangverbindungen“ und „Konservengläser
nit Apparat zum Einkochen“.
GBruppe 15. Landeskultur, einschl.
Vereins-, Genossenschafts- und
Versicherungswesen.
Das Ministerium für Elsaß-Lothringen, Ab—
teilung für Landwirtschaft und öffentliche Ar—
deiten, und das Großh. Badische Ministerium
des Innern mit Darstellungen aus dem Ge—
diete der Landeskultur, des Schulwesens, des
Versuchswesens und aller sonstigen für die För—
»erung der einheimischen Landwirtschaft ge—
roffenen Einrichtungen. Ferner das Bürger—
neisteramt der Stadt Straßburg i. Els. mit
Vorführung einer Kläranlage. Der Bund für
Vogelschutz mit Vorführungen seiner Bestre—
hungen. Der Verband ländlicher Genossen—
schaften in Elsaß-Lothringen und der land—
virtschaftlichen Kreisvereine von Elsaß-Loth—
ringen mit statistischem Material und sonsti—
zen Darstellungen über ihre Entwicklung und
hre Bestrebungen.
Grußpe 17. Lehrmittel.
13 Aussteller mit den üblichen Fachzeit—
schriften und sonstiger Literatur.
Bruppe 18ÿ522. Kolonialwirtschaft—
lbae Abteilung.
Das Preisausschreiben für Sisalhanf wird
nit 10 Proben beschickt sein. Eine große Aus—
tellung roher und veredelter Erzeugnisse aus
— DDD—
nial-Gesellschaft als Sammelausstellung veran—
taltet werden.
D. L. G.-Aussteéellungen.
Vorstand, Dünger- und Futterstelle, Buch—
telle, Baustelle, Sonderausschuß für Rinder—
eistungsprüfungen, Sonderausschuß für Dauer—
veiden, Sonderausschuß für Feldgemüsebau.
Die Abteilung 3 „Landwirtschaftliche
Beräte, Maschinen und Bauwesen“ ist in die—
em Jahre wiederum gut beschickt. Es haben
355 Aussteller über 7500 Maschinen und Ge—
räte für die allgemeine Schau angemeldet.
Außerdem sind 110 Gegenstände zur Vorprü—
ung angemeldet, von denen ein großer Teil,
veil er auf der Ausstellung direkt nicht ge—
drüft worden kann, zu Dauerprüfungen zurück—
gestellt wird, die dann bald nach der Ausstel—
ung stattfinden. Nur in der Vorprüfung wer—
den Auszeichnungen erteilt, während über die
allgemeine Schau und die Hauptprüfungen nur
Berichte herausgegeben werden. Die ausge—
eichneten Gegenstände können das Prädikat
„Neu und beachtenswert“ und dazu je nach
Ldeistung eine große bronzene oder silberne
denkmünze erlangen.
Zu den diesjährigen Hauptprüfungen sind
aingemeldet:
12 Motorpflüge, Prüfung voraussichtlich
im August d. J.,
8 Kartoffelleger, Prüfung Ende April
d. J.,
24 Kartoffelernter, Prüfung im Herbst
d. J.
Im Jahre 1912 fand bekanntlich keine Aus—
stellung, wohl aber fanden Hauptprüfungen
tatt. Zur Hauptprüfung waren angemeldet

Hackmaschinen 23 Stück,
Knochenmühlen 6 Stück,
Flugbrandvernichtungsapparate 3 Stück
und
Trockenapparte 4 Stück.
deber das Ergebnis der Prüfungen sind Be—
cichte erschienen. Die im Jahre 1912 geprüf—
en Maschinen sind auch auf der Ausstellung
n Straßburg ausgestellt, ebenso die zu den
diesjährigen Prüfungen angemeldeten Gegen—
tände.

Zahnkrankheiten der Ziegen.
(Machdruck verboten.)
Die Kennzeichen für das Vorhandensein kranker
Zähne bei Ziegen sind im allgemeinen: den
Tieren fließt Speichel aus dem Maul, erschwertes
oses Kauen, die Futteraufnahme geschieht ängst—
ich und wird oft unterbrochen, insbesondere wenn
Futterstoffe in einen hohlen Zahn oder an ent⸗
ündliches Zahnfleisch gekommen sind. Ferner
ommt es bdei, der Aufnahme von Raufutter zu
dem sog, „Ballenmachen“; das Futter wird näm—
ich in länglichplatte Form gedrückt, eingespeichelt
ind dann aus dem Maule fallen gelassen, Mit—
unter scharrt das Tier, legt sich und springt schnell
nuf, als habe es erhebliche Bauchschmerzen.
Ueberzählige Schneidezähneé trifft man mitunter
oppelseitig an, Sie koönnen die Weichteile des
saumens verletzen. Durch Entfernung eines Zah—
ies oder Verkürzung ist das Uebel zu beseitigen.
Bei jungen Tieren im, Alter, von Iuse Jahren ist
as Ausziehen vorzuziehen. Beim Ausziehen eines
Zahnes muß die Zange tief angelegt werden; dann
vird durch langsame Bewegung des Zahnes eine
Lockerung herbeigeführt und er behutsam gezogen.
Hierauf wird die angegriffene Stelle mit lau—
warmem Wasser ausgespuͤlt, zusammengedrückt und
darin Jodoformgaze gelegt, die nach zwei Tagen
zu entfernen ist. Ueberstehende Ränder und zu
pitze Schneidezähne werden abgefeilt.
Es kommen auch Abnormitaͤten des Zahnge—
isses vor, wo die Badenzähne nicht übereinander
geifen (Scherengebiß). Da in, diesem Falle das
Mahlen fast unmöglich ist, also das Futter nicht
zenügend ausgenutztf werden kann. tut man besser,
»as Tier zu schlachten.
Zahnfachentzundung kommt oft vor, Sie rührt
zewöhnlich von einem krankhaften Gebiß oder
»on Fremdkörpern her. Auch kann sie entstanden
ein durch Verletzung des Zahnfleisches, die eine
unkundige Person beim Ziehen eines Zahnes her⸗
dvorgerufen hat. Die betreffenden Tiere zeigen Un—
uhe, strecken den Kopf weit vor, speicheln, kauen
richt, und reiben die Zähne, zuweilen hin und her.
Im weiteren Verlaufe der Krankheit schwillt das
Zahnfleisch an, wird bläulich-rot und trilf vom
Zahn etwas Zurück, Die Zähne werden locker und
önnen zum Ausfallen gelangen. Die Behandlung
asse man möglichst vom Tierarzt vornehnien. Im
illgemeinen sind öftere Spülungen der Maulhöhle
nit kräftigem, warmem Salzwässer geboten.
Zahnkaries, guch Zahnfraß genannt, besteht in
inem trockenen Zerfall,des Zahnes. Meistens sind
»ei den Ziegen die Backenzähne davon befallen,
ind war deginut dieser Fraß meistens an der
Reibflaͤche Krone). Sobald der Zahnnerv bloß—
zelegt ist und darin kaltes Gesöff oder, Futter
ommt treten Schmerzen ein. Diese Zahnkrankheit
ommt fast nur dann vor, wenn die Tiere häufig
zekochtes, warmes Futter erhalten haben und man
dann uoch gleich darauf kaltes Trinkwasser vor—
etzt. Wenn es sich um ein wertvolles Tier han—
delt, lasse man den hohlen Zahn plombieren, vor—
zusgesetzt, daß die Zahnwuürzel noch gesund ist.
Bor dem Plombieren ist der Zahn zu reinigen und
dann der Nerv unwirksam zu ingchen.
Beim Zahnwechsel kommen an den Schneidezäh—
gen auch Schmerzen vor, gewöhnlich, wenn der
Ausfall verzögert ist, ferner auch, wenn der Er—
atzzahn in schiefe Stellung gedrängt wird. Es
ntsteht hierdurch schmerzhafte Reizung des Zahn—
leisches. In vielen Fällen muß der hinderliche
Zahn ausgezogen werden, und zwar mitiels einer
leinen Zahnzange. Fals nur scharfe Kansen und
Ecken. an einem Zahn wahrzunehmen find. üst ein
Abfeilen angebracht.
Alle diese Krankheiten soll man frühzeitig un—
ersuchen und behandeln lassen. Manche Tiere
verden von Laien auf Magenkrankheit in Kur ge—
tommen, sind aber zahn- und maulkrank Die Er—
ahrung hat gelehrt, daß man beim Ankauf von
Ziegen diesen auch in das Maul hineinschauen soll.
Weiterhin lese man die preisgekrönte, vom Staats—
ekretär empfohlene Schrift über; „Die Ziegen—
ucht unserer, jeutigen Zeit und Behandlung. tran—
er Ziegen“ von Landwirtschaftslehrer d. Reneffe
Fyppenraths Verlaa. Münster i. W., 3. Auflage
            
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