Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

Bekanntmachung.
Infolge Ausbruchs der Rotlauf-Seuche habe
ich über das Gehöft des Bergmanns Friedrich
Brutscher zu Gersweiler die Sperre ver—
hängt.
Gersweiler (Saar), den 10. Mai 1913.
Die Polizei-Verwaltung.
Der Bürgermeister:
Müller.

Bekanntwmachung.
Am Freitag, den 23. ds. Mts., nachmittags
4 Uhr findet auf dem hiesigen Bürgermeister—
amt die Verpachtung der Gemeindewiesen in
Friedrichssthal und Bildstock zum diesjährigen
Heu⸗ und Grummetgenuß statt.
Friedrichsssthal. den 16. Mai 1913.
Der Bürgermeister:
Forster.

Bekanntuue HIung.
Die Ausgabe der Berechtigungskohlenzettel
für Friedrichsthal findet am Mittwoch, den 21.
und Donnerstag, den 22. dss. Mts. von nach—
mittags 2 bis 6 Uhr in dem Wartezimmer des
Bürgermeisteramtes statt.
Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen,
daß die Kohlenzettel nur an den beiden ge—
nannten Tagen und nachmittaas verabfolat
werden.
Friedrichsssthal, den 16. Mai 1913.
Der Bürgermeister:
Forster.

Personal⸗Chrondk.
Ernannt: der Landwirt Heinrich Herr—
mann in Gersweiler zum Beigeordneten der
Bürgermeisterei Gersweiler im Kreise Saar—
brücken.
Versetzt: die Telegraphengehilsin Luise
Becker von Cöln nach Saarbrücken, Amts—
gerichtsassistent Wil de in Saarburg an das
Landgericht in Saarbrücken.

Saarkrücken, den 19. Mai 1013.
Der Pẽnigl. Landrat:
R5an Imionuel.

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Unll ue⸗
Die Beschickung der 26. Wanderausstellung der
D. S. G. zu Straßburg i. E. vom 5.-10. Juni
1913.
Am 5. Juni d. J. wird das altehrwürdige
Straßburg nach 23 Jahren zum zweiten Male
seine gastlichen Tore dem friedlichen Wettbe—
werb unferer Wanderausstellung öffnen. Wohl
keine der Ausstellungen der D8SG. bietet bei
der Mannigfaltigkeit der Landestrachten ein
so farbenreiches Bild wie diejenige im Gau 12.
Eine sehr rege Beteiligung des Ausstellungs—
gaues und der angrenzenden deutschen Lande
ist zu erwarten; auch die benachbarten französi⸗
schen und schweizerischen Kantone werden die
Gelegenheit gern benutzen, um die Erzeugnisse
der deutschen Landwirtschaft und Industrie in
einem so abgerundeten Bilde, wie es die Straß⸗
burger Ausstellung bieten wird, kennen zu
lernen. Manche Sorge erfüllte uns bei den
Vorarbeiten zu dieser Ausstellung. Die Maul—
und Klauenseuche, welche im Juni 1910 kurz
vor der Eröffnung unserer Hamburger Schau
zuerst in Ostpreußen auftrat und auf ihrem
Zuge durch ganz Deutschland, im August 1911
mit rund 39000 verseuchten Gehöften ihren
höchsten Stand erreichend, der deutschen Vieh⸗
zucht unermeßlichen Schaden brachte, ließ wie⸗
derholt die Frade laut werden: wie wird der

RAi Is ngf
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Seuchenstand im Frühjahr 1913 sein? Zum
Blück ist der Rückgang ein stetiger geblieben,
und der gegenwärtige Stand in Deutschland
bietet keine erhebliche Gefahr mehr. Trotz—
dem aber ist vor allem auch in Anbetracht
der größeren Verbreitung der Seuche in Frank—
reich und der Schweiz zum Schutze der deutschen
VBiehzucht und des Ausstellungsunternehmens
'elbst die Bestimmung getroffen worden, daß
sämtliches Klauenvieh vor dem Einlasse in die
Ausstellung mit Löffler'schem Serum geimpft
wird.
Die Beschickung der Tier-Abteilung ist eine
mittlere, sie weist fast dieselbe Zahl auf wie
die Ausstellung Stuttgart 1908, bleibt aber
gegen die Ausstellung Straßburg 1890 in der
Abteilung Rinder um rund 300 Tiere zurück
Die Abteilung Pferde ist, namentlich was
die Edelzucht anbelangt, schwach besetzt; diest
veist nur 58 Tiere auf, während der Arbeits
schlag mit 151 Tieren vertreten sein wird
An Landbeschälern und Militärpferden sind
30 Stück angemeldet, sodaß einschließlich von
1Gebrauchspferden 293 Pferde zur Ausstel
ung gelangen werden. Beschickt wird die Ab—
teilung Pferde mit Warmblut von Mecklen
durg⸗Schwerin, Schleswig-Holstein, Oldenburg,
Rheinprovinz, Württemberg, Baden und Elsaß—
Lothringen, mit Kaltblut von Schleswig—
dolstein, Provinz Sachsen, Rheinprovinz
Baden, Hessen und Elsaß-Lothringen. Am
tärksten sind hierbei die Rheinprovinz
und Elsaß-Lothringen mit Belgiern bezw
Ardennern vertreten.
Zur Abteilung Rinder sind im ganzen
343 Tiere angemeldet, dabei überwiegen die
döhenschläge, für die 494 Nennungen vor—
lsiegen, während die Tieflandschläge nur mit
114 Tieren und die Shorthorns mit 30 Haupt
ertreten sein werden. Unter den Höhen—
chlägen nimmt das große Fleckvieh mit 326
Tieren den größten Raum ein, während Glan—
Donnersberger, Braunvieh, kleines Fleckvieh
und Vogesenvieh sowie mittelgroßes Fleckvieh
annähernd gleichmäßig mit je rund 40 Haupt
erscheinen werden. Das große Fleckvieh wird
namentlich von Bayern, Württemberg und
Baden, das mittelgroße Fleckvieh von Elsaß—
Lothringen vorgeführt werden. An der Aus—
tellung schwarzbunter Tieflandrinder be—
teiligen sich Hannover, Oldenburg und Elsaß—
Lothringen, rotbunter Tieflandrinder Rhein—
brovinz, Westfalen und Schleswig-Holstein.
Zhorthorns werden zu fast gleichen Teilen aus
Schleswig-Holstein und aus Elsaß-Lothringen
zur Vorführung kommen. In der Abteilung
sinder werden außerdem ein Bulle und drei
dühe, welche aus einer Kreuzung von Zebus
und schwarzbunten Ostfriesen hervorgegangen
sind, außer Preisbewerb ausgestellt werden
Die Abteilung Schafe ist mit 90 Woll—
chafen, 180 Fleischschafen und 12 Bastard—
chafen beschickt. Es sind hierbei Schlesien,
Pommern, Mecklenburg, Hannover, Provinz
Zachsen, Königreich Sachsen, Thüringen. West—
alen und Württemberg beteiligt.
Im Gegensatz zu den früheren Aus—
tellungen ist die Abteilung Schweine mit
364 Tieren diesmal schwach vertreten. Es
zdürfte dies einerseits auf die Nachwirkungen
der Maul- und Klauenseuche, anderseits auf
ine seitens der Gesellschaft beschlossene Be—
schränkung in der Zulassung zurückzuführen
sein. Die Schweineausstellung hatte im Laufe
—D
bereinigungswesens, namentlich in der Gruppe
der veredelten Landschweine einen solchen Um—
zang angenommen, daß das Richtergeschäft
darunter zu leiden drohte. Es blieb infolge—
»essen nichts übrig, als entweder eine Be⸗
chränkung in der Beschickung oder aber eine
neitero Joisung der Richteraruppen vorzu—

nehmen. Die Gruppe weiße Edelschweine ist
mit 137 Tieren, die Gruppe veredelte Land—
schweine mit 186 Tieren beschickt. Der Rest
derteilt sich auf Berkshires und andere
Schweine. Bei der Beschickung sind sämtliche
Baue mit Ausnahme von Ostpreußen, West—
yreußen, Posen, Brandenburg, Mecklenburg
uind Württemberg-Hohenzollern vertreten. Am
zervorragendsten ist die Abteilung aus
dannover-Braunschweig mit 137 Tieren be—
chickt.
An der Ziegenausstellung beteiligen sich
Thüringen, Hessen-Nassau, Württemberg—
dohenzollern, das Großherzogtum Hessen und
Elsaß-Lothringen mit 125 weißen, Hannover,
dessen und Elsaß-Lothringen mit 34 bunten
Ziegen.
Ueber die Beschickung mit Fischen, Ge—
flügel, Kaninchen und Schäfer—
hunden läßt sich heute noch nichts Ab—
chließendes sagen, da die Anmeldetermine noch
offen sind. Jedenfalls wird die Abteilung
daninchen sehr stark vertreten sein, und
tamentlich wird hier zum ersten Male eine
»erhältnismäßig große Ausstellung von
saninchenfellen und Fellprodukten zur Dar—
itellung gelangen.
Die Abteilung II der Ausstellung
„Landwirtschaftliche Erzeugnisse und Hilfs⸗
mittel“ wird ein umfassendes Bild der deut—
schen landwirtschaftlichen Produktion, ihrer
Neben- und Hilfsgewerbe sowie der landwirt—
schaftlichen VBerwaltung und des Vereins- und
Benossenschaftswesens des Ausstellunasgaues
NReten.

Gruppe 1. Samen.
42 Aussteller, darunter die Sammelaus—
tellung der Gesellschaft zur Förderung deut—
scher Pflanzenzucht und innerhalb dieser die
gemeinsame Ausstellung der seit 1896 ver—
ꝛzinigten Saatgutzüchter. Ferner eine Sammel—
ausstellung der Provinzalsächischen Saatzucht—
zgenossenschaft in Halle a. S. und eine Aus—
stellung der Badischen Landwirtschaftskammer
mit anerkanntem badischem Saatgut und einer
Darstellung der Verbreitung der Saatbau—
tellen in Baden. An Landesteilen sind hier
»ertreten: Brandenburg, Hannover, Provinz
Zachsen, Westfalen, Schlesien, Lippe-Detmold,
Reuß j. L., Bayern, Rheinprovinz, Sachsen—
doburg-Gotha, Anhalt, Pommern, Baden und
dönigreich Sachsen. In Gruppe 1 kommen
ruch die Anmeldungen zum Preisbewerb für
Samen und zum Preisbewerb für Klee- und
Brassaatzuchtwirtschaften sowie für Klee- und
Brassamenbau zur Vorführung. Samen aller
Art, wie Getreide, Hülsenfrüchte, Rüben
Kartoffeln und Gräser sind angemeldet.
Gruvppe 2. Gebrauchsgetreide und
Hackfrüchte.
144 Gersten- und 14 Brauweizen-Proben,
die auf der 19. Deutschen Gersten- und Hopfen⸗
Ausstellung zu Berlin, vom 8.-417. Oktober
1912, mit Preisen ausgezeichnet worden sind.
die Proben sind auf sämtliche Anbaugebiete
Ddeutschlands verteilt. Außerdem eine Aus—
tellung der Ergebnisse der Sortenanbauver—
suche der Gerstenkulturstation der Versuchs
und Lehranstalt für Brauerei in Berlin.

Gruppe 3. Handelsgewächse.
Eine kleine Ausstellung von Hanf, Weiden,
roh und bearbeitet, überwintertem Gemüse
Kohl) und 56 mit Preisen ausgezeichnete
hopfenproben von der 19. Deutschen Gersten—
und Hopfen-Ausstellung. Der Hopfenbau-Ver—
ein für Elsaß-Lothringen führt eine lebende
Hopfenanlage vor. Die Tabakausstellung wird
mit 116 Proben aus dem Elsaß, 200 aus
Baden, 196 aus Bayern (Pfalz), 19 aus
Württembera. 70 4aus Rrandenhurg ind
            
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