Die Veranlagung erfolgt nach z 61ff. des Kom⸗
munalaobgabengesetzes durch den Oberoürgermeister.
Den Pflichtigen stehen gegen ihre Veranlagung
die Rechtsmittel der 88 69 ff. des Kommungalab⸗
daben⸗Gesetzes zu.
Durch die Einlegung des Rechtsmittels wird
die VBerpflichtung zur Zahlung nicht aufgehoben.
Die Abgaben werden mit den Steuern viertel—
sährlich erboben. Bei der Veranlagung im Lauft
des Jahres sind die auf die bereits verstrichenen
Steuerhele ermine entfallenden Vierteliahrsbeträoe
im nächsten Termine mitzunentrichten.
88.
Dieses Drtsstatut tritt mit dem Tage der Verkün⸗
dioung in Kraft.
Saarbrücken, den 1. Dezember 1918.
Der Dberbürgermeiiter.
J. V.: Dr. Bauer.
Vorstehendes Ortsstatut wird hiermit bekanni
Pone mit dem Bemerken, daß ein Plan der
eranstaltung sowie der Kostennachweis und der
—AXDD
dem Hause Gerberstrahe Nr. 12 für die einzelnen
Brundftückseigentümer während der Seit vom 20
Dezember 1913 bis 17. Januar 1914 zur Einsicht
offen liegt.
Die im Etatslahr 1914 zur Erhebung gelangen⸗
den Beiträge für die Reinigung der Gräben im
derbst 1913 und Frübiabr 1914 sind festgestellt
worden:
a) Stadtbezirk St. Johann;:
sür das laufende Meser Graben auf 7,2 Pfennio
b) Stadt bezirk Saarbrüden:
für das laufende Meler Graben auf 6,75 Pfennig
6) Stadtteil St. Arnual:
zür das laufende Meter Graben auf 6.75 Pfennig
d) Stadtbezirk Malstatt-Burbach:
sür das laufende Meter Graben auf 8.1 Pifenniog
Einwendungen gegen den Beschluß der Stadt—
berordneten⸗-Versammlung, das Ortsstatut betref—
send, den Vlan der Veranstaltung sowie der
stostennachweis und den Kostenvertilgungsplan
lind während der obengenannten Zeit bei der
unterzeichneten Behörde schriftlich oder aber zu
Vrotokoll auf dem Kanalbauamt im Hause Gerber—
nrasßze Nr. 12 anzubringen.
Saarbrücen, den 13. Dezember 1918.
Der Oberbürgerme iiter.
J. V.: Dr. Bauer.
Bekanntmachung.
Die durch Z 25 des Einkommensteuer⸗Ge—
setzes vom 19. Juni 1906 vorgeschriebenen
Steunuer-Erklärungen lind gemäß An—
ordnung des Herrn Finanzministers für das
Steuerjahr 1914 in der Zeit vom 4. bis ein
schließlich 20. Januar 1914 bei den Vorsitzen
hen der Veranlagungs-Kommissionen schriftlich
oder zu Protokoll abzugeben.
Trier, den 1. Dezember 1913. B. K. 968
Der Vorlitzende der Berufungs⸗sommission
Engelbrecht.
Rolizeiverordnung
Auf Grund der 88 5 und 6 des Gesetzes
Uber die Polizeiverwaltung vom 11. März 18560
und der 88 37 und 76 der Reichs-Gewerbeord—
nung wird fsolgende Polizeiverordnung für der
—6 Gersweiler⸗Ottenhausen erlas
en.
814.
Der 1. Satz des 8 14 der Oris⸗Polizei⸗
verordnung betr. Regelung des Leichenfuhr—
wesens in der Gemeinde Gersweiler⸗Otten
hausen vom 3. September 1902 wird aufge—⸗
hoben. An seine Stelle tritt folgende Bestim—
mung:
„Zuwiderhandlungen gegen diese Ver—
ordnung werden mit Geldstrafe bis zu
9 Mark, im Unvermögensfalle mit ent—⸗
sprechender Haft bestraft.“
82.
Vorstehende Verordnung tritt am 8. Tage
nach dem Tage ihrer Verkündigung in der
durch den Herrn Regierungs-Präsidenten zu
Trier unterm 18. Januar 1889 (Amtsbl. S.
20) vorgeschriebenen Form in Kraft.
Gersweiler, den 16. August 1913.
Die Polizeiverwaltung.
Der Bürgermeister:
Muüller.
Bekanntmachung.
Die Rotlaufseuche in dem Gehöfte des Berg—
manns Fritz Lautemann zu Guichenbach ist
erloschen und habe ich die angeordneten Schutz
maßregeln aufgehoben.
Riegelsberg, den 10. Dezember 1913.
Die Polizeiverwaltung
Der Bürgermeister:
Langer.
Bekanntmachung.
Nachdem die Schweineseuche unter dem
Echweinebestande des Bergmanns Joh. Nadky
zu Dudweiler, Blumenstraße Nr. 9, erloschen
ist die über das Gehöft verhängte Sperre auf—
gehoben worden.
Dudweiler, den 10. Dezember 1913
Die Polizei⸗Verwaltung
Der Bürgermeister:
Jost.
Bekanntmachung.
Ein Schwein des Fahrsteigers Matheis in
Bildstock ist nach amtlicher Feststellung an Rot⸗
laufseuche erkrankt; über das Gehöft ist des—
halb die Sperre verhängt.
Friedrichssthal. den 11. Dezember 1913.
Die Polizeiverwaltung
Gemeinde⸗Angelegenheiten von Fricdrichs hal
In der Gemeinderatssitzung vom 11. d8.
Mts. waren 22 Gemeindevertreter anwesend,
während 4 mit und 2 ohne Entschuldigung
sehlten.
Die Tagesordnung wurde wie folgt erledigt:
1. Die Herstellung der Heizungsanlage in
dem Schulhausneubau zu Friedrichsthal wurde
der Firma Bauanstalt zu Saarbrücken zu ihrem
UAngebot von 1731,30 Mk. und die Lieferung
er Echulbänke dem Schreinermeistär Whilipp
Schlarpp zu Friedrichssthal zu 1411,50 Me.
libertragen. — 2. Der Antrag der Oldenburg⸗
schen Glashütte, Zweigfabrik Friedrichsthal,
dorm. 8. Reppert Sohn um Reduzierung des
Preises für den Strom aus dem Gemeinde⸗
Elektrizitätswerk wird, dem Vorschlag der Kom⸗
mission entsprechend, abgelehnt. — 3. Das Ge⸗
fuch des pens. Bergmanns Peter Jakol
dillinger zu Friedrichsthal um Zustimmunc
zur Befreiung von der Krankenversicherungs
oflicht genehmigt. Ebenso das Gesuch des pens.
Bvergmanns Nik. Lambert zu Bildstock. Gleich⸗
zeitig wurde der Bürgermeister bis auf
Veiteres zur direkten Erledigung derartiger
Anträge ermächtigt. — 4. Die bisherigen
Zchiedsmannsstellvertreter Lehrer Kliebenstein
zu Friedrichssthal und Kaufmann Neuerburg zu
Bildstock wurden wiedergewählt. — 5. Zur
Prüfung der Gemeinderechnung für 1912
wurde eine Kommission bestehend aus den Ge⸗
meindevertretern Eisel, Giani, Kiefer und Linn
gewählt. — 6. Die Anträge des Gemeinderats⸗
mitgliedes Otto Linn zu Friedrichsthal auf
Einbauen von Elektrizitätszählern in der
Straßenbeleuchtung, sowie auf Ermäßigung des
Wassergeldes und der Minimaltaxe für Wasser⸗
lieferung wurde der Kommission für die Be—
triebswerke überwiesen. — 7. Die Ackerparzelle
auf dem Hoferkopf wurde dem Wirt Karl Häß—
ler zum bisherigen Pachtpreis auf ein weiteres
Jahr belassen. — 8. Die vorliegenden Unter—
tützungsgefuche wurden nach den Vorschlägen
zer Kommission erledigt. — 9. Unter Mit—⸗
eilungen wurde eine Gemeindeparzelle zum
Preise von 150 Mk. pro Ruthe an Ludwig
Neurohr und Adalbert Weber zu Friedrichsthal
berkauft. — 10. Die Entleerung der Schul⸗
aborte werde gegen eine jährliche Paufchale
von 250 Mk. dem Fuhrunternehmer Karl Häüß—
ler zu Friedrichsthal gegen den Widerspruch
von zwei Gemeindevertretern übertragen. —
11. Der Friseurinnung des Sulzbachtales wurde
für 1913 eine Beihilfe von 20 Mk. zu den
dosten ihrer Fachschule bewilligt. — 12. Den
Beitrag zum Handwerkererholungsheim wurde
auf 10 Mk. jährlich erhöht. — 13. Für die Hin—
terbliebenen der Freiheitskämpfer von 1813/ 18
vurde eine einmalige Weihnachtsgabe von 80
Mark bewilligt. — 14. Die Entsendung des
1. Bürgermeistereisekretärs Günther zu einem
in Düsseldorf stattsindenden Vortrag über die
steform des Kommunaglabgabengesetzes wurde
eschlossen.
Friedrichsthal, den 18. Dezember 1918.
Der Bürgermeister:
Forster.
— ⸗
Bekanntwachnung.
Unter dem Schweinebestande des Hütten
irbeiters Johann Steffensky zu Völklingen issl
zie Rotlauf-Seuche ausgebrochen und wurde
zaher über das betreffende Gehöft die Sperre
erhängt.
Völklingen, den 11. Dezember 1913.
Die Polizei⸗Verwaltung
Der Bürgermeister:
Sohns.
——n—nm—IIsWx——“—“—»,»»’»’»w’’’—,—,—,—,,,,—,—,—,—„—————»—vö——OO —
Personal⸗Chronik.
Seine Majestät der König haben Aller—
znädigst geruht, mittelst Allerhöchsten Erlasse⸗
bom 24. v. Mts. den Regierungs-Assessor Dr
Mulert in Trier zum Stelwertreter des
zweiten Mitgliedes des Bezirksausschusses ir
Trier, unter Enthebung des Regierungs—
assessors Dr. Rudorff von diesem Amte, auf
die Dauer seines Hauptamtes am Sitze des
Zezirksausschufses zu ernennen. P. 3243
Versetzt sind: die Postdirektoren Holle von
Saarbrücken nach Düsseldorf und Münch von
Olpe nach Saarbrücken.
Versetzt sind: Sekretär Jan sen von Saar
hrücken an das Amtsgericht in Bonn, Sekretär
Petry von Tholey an das Amtsgericht Saar
brücken.
Saarbrer
S» Â
2M dDesember 1018.
s andrat:;
110*
3
ert ser d reine u d e
p 711*
—I ——
Es ist eine unbestreitbare Tatsache, daß
zie Vereinsmeierei ein schwerer Krebsschaden
nnerhalb unseres volkswirtschaftlichen Lebens
sst. Wollte man aber den Begriff Vereins
neierei auf die Ziegenzuchtvereine ausdehnen
o wäre das weit gefehlt, denn der Begrif
Vereinsmeierei schließt nur die üblen Aus—
vüchse des Vereinslebens (allzu viele Festlich
leiten, unnütze Vereine usw.) ein. Im Gegen
teil beweist die Ersahrung, daß die Ziegen⸗
uchtvereine gerade in der heutigen schweren
zeit sehr notwendig sind. Dies näher zu
rläutern ist Zweck meiner Abhandlung.
Welches ist die allgemgine Bedeutung der
Ziegenzuchtveretne? a) Durch die stete Be—
ölkerungszunahme und die mit derselben im
imgekehrten Verhältnis fortschreisende Ab—
aahme des Rindviehbestandes, besonders in
inseren Industrie-Gegenden, entseht die Ge—
aahr, daß durch den Milchaussall die Ernäh—
rung unseres Volles beeinträchtigt wird. Denn
die gute und kräftige Milch ist besonders
nowendig sür Kinder. Ist aber die Jugend
mangelhaft ernährt, so gebricht es ihr in
Zukunft an der nötigen Kraft. Solches aber
zu vermeiden ist die Aufgabe der Ziegenzucht—
vereins-Bewegungen, wie die folgenden Ab—
schnitte noch näher ausführen werden
b) Diesen drohenden Milchmangel zu ersetzen
dazu ist die Ziege berufen. Nun könnte jenand
inwenden: Was bis jetzt ausgeführt ist selbit—
erständlich, beweist aber nicht die Notwen—
infkait dar Viedenzuchtvereine Weit gesehlt!
e —
Gewiß, Ziegen hatte man schon fruher eh
man an die Ziegenzuchtvereine dachte; aber
wie waren diese? Vor 15220 Jahren warer
die Tiere zum größten Teile durch die foet—
zesetzte Inzucht degeneriert, verwahrlost und
herkrüppelt. Solche Tiere sind aber nich!
geeignet, den eintretenden Milchmangel zu er
—VV
gering ist. Tarum mußten und müsser
bessere Ziegenarten eingeführt werden. S
ist man bestrebt bei uns an der Saar unten
Mitwirkung des Landwirtschaftlichen Verein?
sür Rheinpreußen die Saanenziegen einzu
führen. Durch die erwähnte Einführung und
kreuzung der Saanenziegen mit den Zßieger
der deutschen Landesrasse ist es zur Tatsach
geworden, daß die Ertragsfähigkeit sowoh
nach Quantität als auch nach Qualität bedeutend
zugenommen hat. Dieser große Vorteil is
viederum den Ziegenzuchtvereinen zuzuschrei
ben. e) Die Steigerung der Leistungssähig—
keit ist aber nicht bloß auf die Einführung
der edlen Ziegenarten zurückzuführen, son—
dern auch auf die richtige Anwendung der
Zuchtgrundjäte, auf die bessere Fütterung
und Pfrege der Ziegen. Ferner wurde auch
der Fehler der Inzucht (d. h. Berwandt-—
schaftszucht) begangen, wodurch die
ursprünglich gute deutsche Landesrasse zu—
rückaing. Ebenso ließ die Fütterung
und Pflege der Tiere viel zu wünschen
übrig. Daß es auch hierin um vieles besser
geworden, in hauptsächlich nur der Tätigkeit
der Ziegenzuchtvereine zu verdanken
Die Tätigkeit besteht in geeigneter Belehrung
häufigen Stallrevisionen und Prämlierunc
hervorragender Leistungen. d) Die meistern
Vereine gewähren Beihilfe zu Zuchtzwecker
und manche derselben auch solche bei Unglücks
fällen im Zuchtbestande.
Nach dem Ausgeführten besteht also die
allgemeine Bedeutung der Ziegenzuchtvereine
darin, daß sie bewirken, den durch Rückganç
der Rindviehzucht und steigende Bevölkerungs
zunahme eintretenden Milchmangel zu besei⸗
gen, damit verhindern sie aber eine schlechte
Volksernährung zum Nutzen und Besten unseres
Vaterlandes.
Dies geschieht direkt durch sorgsame Zucht
und Psflege der Tiere, indirekt durch ein—
chlägige Belehrung und Beithilfe für
Zuchtzwede und bei Unglücksfällen.
Welche Folgerungen ergeben sich aus der
soeben bewiesenen allgemeinen Bedeutung?
Die Beantwortung dieser Frage gestaltet sich
sehr einsach und muß lauten: Weil die Ziegen⸗
zuchtwereinsbewegung soviel Gutes schon ge⸗
schaffen hat und noch schafft, muß sie
allerseits kräftig unterstützt werden, aber
nicht allein durch Nedensarten, sondern auch
durch die Tat. Dies möge geschehen in erster
Linie durch die Züchter selbst, zweitens durch
die Bevölkerung, drittens durch die Indu⸗
strieverwahtungen und Behörden
Die Ziegenzüchter sollen in ihren Wohnorten
den bestehenden Ziegenzuchtvereinen sämt⸗
lich beitreten oder wenn keine vorhanden,
nene gründen. Nun ist es nicht genug, daß
der Ziegenzüchter dem Verein angehört, er
muß noch mehr tun, er muß ein eifriges
Mitglied sein, die Versammlungen fleißig
hesuchen und die übrigen Vorschriften des
Vereins genan besolgen.
Besser situierte Nichtziegenzüchter
können auch als inaktive oder Ehrenmit—
glieder die Vereine direkt unterstützen. Die
Anterstützung, die jetzt der Ziegenzuchtvereins—
Bewegung zuteil wird, ist ein angelegtes
Kapital, von dessen Zinsen die zukünftige
Generation profitiert. Zu den zukünstigen
Ziegenzüchtern werden auch solche gehören
deren Eltern heute noch zu den besser situier—
ten Kreisen zählen. An manchen Orten unter—
tützen die Industriellen in großarktiger
Wreise die Ziegenzucht. Möge dies Beispie!
allgemein besolgt werden.
In sehr anerkennenswerter Weise haben
hohe und niedere, staatliche und kommunale
Behörden und Körperschaften vieles für die
ziegenzucht getan. Was bis jetzt seitens der
Industrie-VBerwaltungen und Be—
Jöeden getang worden ist für uns, erkennen
pir mit aufrichtigstem Danke an, um
aber ihren Aufgaben fernechin und im größe—
ren Umfange gerecht zu werden, bedürfen die
Vereine auch weiterhin der Unterstützung.
Anschafsfung reinrassigen Materials, die
Antderhaltungen der Vockstationen und sonstige
rotwendige Zuchtaufwendungen verursachen
dem tleinen Maune bedeutende Mehrausgaben
deren Erschwingung ihm oft genug schwer fällt
Unsererseits hegen wir den sehr berechtigten
Wunjsch, daß bei diesen Beihilfen besonders
die Vereinsmitglieder berück ichtigt werden
möchten, denn gerade durch die Ziegenzucht—
dereine wurde bezüglich der Zucht vieles ge—
bessert; die Vereinsmitglieder müssen größere
petuniäre Opfer bringen, die den Nichtmit—
glieder erspart bleiben; eine solche Bei—
hilfe bildet fur die Vereine einen Ansporn
zu weiterem Schaffsen. Die Unterstützung kanr
geschehen durch Ueberlassung greigneter
wWweideplätze, Errichtung und Unter—
haltuag von Decksstationen mit beson—
derer Berücksichtigung der Vereinsmit—
Rieder (emn Privatbockhalter haben nur
den Gewinn im Auge), Erleichterung bei An—
ichaffung von Zuchtmaterial, Prämi—
serung hervorragender Leistung
Beihilfe zur Ziegenversicherung u. a. m
Werden nun nach den gemachten Ausführun
gen die Verelne unterstützt in ihrer Wirksam
keit, so gessalten sie sich zu wahrhaft all—
gemein wirkenden Institutionen zuwm
Wohle des kleinen Nannes, mithin auch
um Weoeahsba des Raterbandes. FMG
gu der auttorruug sur sntowen von
zue nhger ßedeutung?
Zeitgemãße Züchter betrachtung von Ausankt
Wüschner, Bildstod.
Es ist noch nicht so lange her, daß der
ür Grün⸗ und Fsrrutte bei der Kaninchenz
icy eingebürgert hat. Von der einen Seite betrachtet.
hal die Sacke etuas Vraltisches an ich, aber wenn
die sädigenden Eventugtiäten dieser Einrichtung
gegenüber gesterlt werden, so n ih jierem ein⸗
ihtspollen Züchter die bedent iche Frage aul: „Soll
sch diese Neuerung auf dem Geodiele der Kaninchenzucht,
ein ühren?“ Und wer sie schon hat, fragt
sin son ich die beibebalten? NRis ecfahrener Zub,
ler mit eigenen Saillungen und gut, unterritet
don erfahrenen Zucht orlegen, welche diesbezünliche
Wahrnehmungen schon genacht haoen, stele ich die
Behauptung auf, daß der Futterraut leine nennens
werten Vortele bietet, jondern darh die Rachteile.
weiche er im Gesolze hat, verdient abgeschafet zu
werden. — Inwiesern soll diese Einritdtang vor⸗
leihhalt sein Etwa, um Zutter zu iparen? Fur
den einlichlsvellen Züchter eine nasoe Frage! Das
Kaninden, dieser dankbare Wlezsre ser tann in⸗
ve seines angeborenen Rein ichr itsinstin tes uin
Fuͤller vergeuden oder vrerderben. Unser ile ner, nut
gis nußsider sleische un peld penden er belanner
nager. hält jich im Gehege einen besonderen dis⸗
ire en Piah und iejn Zuster wird die Beobachtung
Jemackt haben. daß dutlerteire mit den tierischen
Exldrementen ee werden. Ar il Nurelber, wer
cher nur in Freiställen zück!et und zvar auf, Roit,
weicher den Abluf zur Erde usäß!, hat die Wahr⸗
nehntung gemacht, daß eine este Einstren, wie gut
gedörrtes Farntraut, einen Bodenbesag ergibt, der
epi Jungtiere, weiche noch keine Musterexemplart
er Reinlichleit sind, an jeder Verunreinigung ver⸗
hindert.
Nun zu einer in dieler Sache wichtigen Frage.
Wie vhzieht sich die Nahrangsaufnagme ansecer
leinen Naßziere dei die er Fattetoanas ene? In iade
so, dae es einem wirrlichen Tier;reande wehe tat,
uzuauen. Als Abart des Wi dha ea und Wi.d⸗
ansnens, hal dem Tiere die Ralar den Körper⸗
bau und die Lebensberürinine beinet Bender iope
aus der frelsen Wierdoahn gelaszen. Insolge esen
niuß auch der Zührer mit den Gesezen ber Naltut
rechnen. Tiese Tiere, sind in analomischer Hinnicht
Jarnicht eingerictet, aus der jreien Höle ihren
Nahrungsbedars zu ertlettern. FJutterräuse finde!
der Widlase in deinem großen Salle, der sich de
weit ausdehnt, als der Himmel sicz spannt, über—
haupt kint und wenn er eamal hedend a.s „Männ—
chenmacher“ ajend ange rofsen wird, Lanng, maa es
sich wohl um eine Racerei hauden, welche er 3*
äulig au einem Strauche ober Bäumchen indeß
Tie Hauptnahrungeaumäahme gelchieht nur in de
— —— oben da⸗ Wort
ana. omtsch geblra chte und dies iriset dier recht be—⸗
geichnend zu. Wie müh am maß dieles Ziecchen sern
Fuller aus dem Gehene des hänge wen NRaues her⸗
ausarbeisen! Ter Bau der Synauze mit lurzem
Untertieler wirk ri störend, daz man an iele
men mß, es geht dem Teecrchen lapie an phn üchen
Kraft verloten, als das bishhen Fattecr einbringen
soil.e Auch wenn der Züchter alaubt, den Futter⸗
behärter in der brquenissen Lase, der Gröee de—
Tieres entjpreg end, anebracht zu haben. j0 nimm
es bei sesnen Madizeiren doh, eine Po e ein, werche
—
eine beraunde Tatsahe, das auch im äcmecer“ Stal
diesem üeben Haussreund der Tisch nicht so, targ
bemessen wird, es in immer noh ewas Uedrigolei
bendes da, was niut in jene tenische Einrichtune
gelrgt wirb. Insolgedessen laͤt cas Tier das Fatee
in der neuen Futtectälte vecderben, und der Miß
ecfoig ist der, paz im Winter, wo das beliehte
Grumfutter seinr und die Ausccahl der Futtebe
schaffung eine kolstspierzere ist, das Heu gemieden
wird. Taß da eine Unerernährang eintrütt, neg!
auf der Hand. Aus dieen wenigen Wer en i
ersichtlich, daß Fatterersparnisse mit dem Hifsmitte
nicht ecz?elt werden. Nun zu noch ernte en Er⸗
wägungen. Elugangs habe ich von Mödigenden
Folgen geredet, welhhe deeser Ft errauf nit fich
bringt. Welcte Vachtett!e lönnen denn dem Zuch er
durch dieses Ting noch entstehen? Ich age, es
ist nicht nur Gefündheit und Gedeihen, nein. am
allermeisten selbst das Leben der Tiere in bestän—
diger Gesahr und wie manches edre Jangier. das
vielleigt die Zierde jeter Aussteung geworden
ware, hat seinen jugend ihen Leiht ian und, Ueder⸗
mut mit dem Tode gebdüßt. Eia Sprrung mit Feh—
tritt in die Sprosen — des Kaninchhenmör ers —
das Tier bringt sich nicht mehr srei, vor S Imerz
gepeinigt beginnt ein Raden und Toben und im
handumdrehen hat das Tier einen Vorder⸗ 0 er
zinterlauf gebrochen. Das Ende einer so chen Szeune
it das Shlachtmesser! Nicht nar Leich sinn und
Ingebundenheit der Jungtiere en igen auf tragisthe
Wene an dieser 38 Necheit, auch alte
Tiere fallen ihr zum Opser. Ih erlaube mie, einen
in meinen Gehegen pasie ten Fall heraszugreifen.
In einem Zwinger meiner Ställe befand ih eine
Helb ilberhaä in mit einem Were vier Wochen ater
Jungen. Tas Muttertier lat shon, ais Jungatier
in diesem Raume gesessen, ohne daz es die Ge—
wohnheit hatie, in den Faltertauf zu spein;en. Im
Hegenteil, es zeigte in seinem ganzen Weren den
Zug äuferster Plegamalik. Cenes Morgenus komme
sch zur Fütterung an die Slenungen und bemerlt
zum größten Leidwelen, daz dzrie Häsin. der Stohz
meines Bestandes, mit zecbrochenem Hinter ause in
den Sprosßen des Rauses zo pelt. Welch einen
Kampf das a ze Tier bestandea haben maa, bewies
hie Art des Bruches, denn der Knochen des Un⸗
terlaufes war his durh die Haut geyrungen. Weche
Gesühte mich in diesem Momente beich ichen. kann
nur ein Zũchterherz nachsühlen. Es handete ich
um eine Häsin, welche zur schönsten Ausstellungs-Zukunft
Hoffnung gab. Der Verb eib ron wer⸗
waisten Jungen, und die traurigen Aussichten,
daß auch diese eingehen lönnen, ind geeignet den
desten Züchtermut ins Manken zu bringen. Der
Fabrikant von Futterrausen wird mir entgegnen!
Legen lie lich ein derarciges Ding neueter Kon—
trüktion zu. Der Naus. ioil an den Seiten ge—
Hlossen und oben mit einem Decdel verehen sein.
Dann wird die Klage verstummen. — Auch diesem
Rat für die Züchterweristatt soll von hieraus der
Text gelesen werden. Ta mene verunglüdte Hä—
fin als Jungier, derartige Laft prüng: nicht mach!e
wird sie als sorgende Mutter, die gerade in der
Nadet andere PfUchlen zu ersüllen ha, umsowenie
leicettinnig gehandelt haben. Es in desalb An—
lah vorhanden nach den Ursachen zi forschen. Ifh
bn überzeugt, daß das Tier nieht die noͤtige Mat⸗
ternahrunag besaßz, um so arozen Jungen das Be—
dürfnis 51 stillen. Das Tier hat in der Zet der
Trächtigleit mit Variebe Körnerfutter Gerite
Haser ülw.), Weichfutter und Grün genommen. Bet
diedlem reicehal igen Tische gipelte der Hochgenuh
sedoch in Grünfutter, weches zu einer solchen Manie
resartete, daß das andere nährd ästigere Fatter zu⸗
tetzt nur noch mit Gewalt aufgendrigt werden
onnte. Trotz aller Zühte?schliche ver veigerte die
Hästin die Aufsnahme von Miich. Die Folge konnte
nieet ausbleiben. Es krat eine —— Unterer⸗
nährung ein, die 4 Wochen nach dem Wur e Deut—
sich in Erscheinung trat. Tas Tier wird a jo im
ener Unplidznait vor dem ungestümen Trängen
einer nahrungshungrigen Jungen haben ichen
vollen, wobei es in den ge ährlihhen Futterrau
eriat und hbier den vwerbängnienallen Sen e