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gesetzlichen Güterstandes vollständige Güter⸗
Tennung vereinbart. Den ehelichen Aufwand
sat der Mann allein zu tragen. Hinsichtlich
es Vermögens der Ehefrau wird auf den
ertrag verwiesen. Güterrechtsregister S. 2521.
VBorladungen und Aufgebote.
Kegl Amtsgericht Saarbrücken.
Oeffentliche Zustellung.
Der Marx Hanau, Pferdehändler zu
zaarbrücken 8, Prozeßbevollmächtigter Rechts⸗
inwalt Dr. Scheuer in Saarbrücken 8, klagt
gegen die Eheleute Adolf Hafner, Schiffer,
rüher in Lisdorf. jetzt unbekannten Wohn—
und Aufenthaltsortes, auf Grund des Schuld⸗
cheins vom 13. Juli 1906 mit dem Antrage:
auf Verurteilung der Beklagten zur Zah⸗
lung von 452,23 Me. als Rest nebst 50/0
Zinsen seit 1. Dezember 1910.
Zur mündlichen Verhandlung des Rechts⸗
treits werden die Beklaaten vor das Königl.
Amtsgericht in Saarbrücken auf
den 24. Januar 1914, vormittags 9 Uhr,
zimmer 35, geladen.
Oeffentliche Zustellung.
Die Firma Müller K Baur, Manufak⸗
urwarengeschäfr zu Saarbrücken 5, Prozeß⸗
zevollmächtigter Rechtsanwalt RNiedner zu Saar⸗
rücken 5 kiagt gegen den Johann Hanus,
FJabritarbeiter, fruͤher zu Saarbrüden, jetzt
unbekannten Aufenthaltsortes, auf Grund der
m April und Mai 1913 käuflich gelieferten
Waren, mit dem Antrage:
auf Verurteilung des Beklagten zur Zah⸗
lung von 17227 Mark — in Worten: Ein—
hundertzweiundsiebenzig Mark 27 Pfennig
— nebst Zinsen zu 400 seit dem Klagetage.
Zur mündlichen Verhandlung des Rechts⸗
treits wird der Beklagte vor das Königliche
Amtsgericht in Saarbrücken auf
den 24. Januar 1914, vormittags 9 Uhr,
zimmer 35, geladen.
QBznigl. Landgericht Saarbrücen.
Deffentliche Zustellung.
Die Ehefrau Bergmann Theobald Lud⸗
vig, Philippine geb. Kappler in Altenessen,
Prozeßbevollmächtigter Rechtsanwalt Justizrat
dingenbrink in Saarbrücken, klagt gegen ihren
Fhemann den Bergmann Theobald Ludwig,
rüher in Neunkirchen, mit dem Antrag:
die am 18. Oktober 1890 vor dem Stan—⸗
desbeamten zu Hütchenhausen abgeschlos⸗
ene Ehe scheiden und den Beklagten für
den allein schuldigen Teil erklären und
diesem die Kosten des Rechtsstreits zur
dast zu legen.
die Klägerin ladet den Beklagten zur
nündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor
zie vierte Zivilkammer des Königlichen Land—
gerihts in Saarbrücken auf
de 10. Februar 1814, vormittags 9/ Uhr.
mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten
Berichte zugelassenen Anwalt zu bestellen.
Zum 8wecke der öffentlichen Zustellung
wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.
Kgl. Amtsgericht Sulzbach.
Oeffentliche Zustellung.
Der Hüttenarbeiter Jakob Decker zu Sulz⸗
ach, als Vormund der minderjährigen Emmi
decker in Sulzbach, klagt gegen den Bergmann
darl Wilyelm, früher in Sulzbach, jetzt ohne
ekannten Wohn- und Aufenthaltsort, auf
zrund der Behauptung, der Beklagte sei der
bater des von der Emma Decker in Sulzbach
imn 8. April 1913 außerehelich geborenen Kindes
amens Emmi Tecker, mit dem Antrage:
den Beklagten kostenfällig und vorläufig
oollstreckbar zu verurteilen, der Klägerin
vom Tage ihrer Geburt an bis zur Voll⸗
endung ihres sechzehnten Lebensjahres eine
Unterhaltsrente von vierteljährlich 45 Mk.
— fünsundvierzig Mark — zu zahlen und
war die rückständigen Beträge sofort, die
künftig sällig werdenden vierteliährlich
im Voraus.
Die Klägerin ladet den Beklagten zur
nündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor
zas Königliche Amtsgericht in Sulzbach auf
den 13. Februar 1914, vormittags 9 Uhr.
gum Zwecke der öffentlichen Zustellung
vird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.
Viehzucht.
Die Ziegenzucht.
Nicht jeder Ziegenhalter ist Ziegenzüchter.
Im allgemeinen versteht man unter Ziegen—
szucht den Besitz einer oder mehrerer Ziegen.
Dem ist jedoch nicht so. Wo Privatbockhaltung
»orhanden ist, kann von Zucht keine Rede
sein, bei Gemeindebockhaltung nur in be—
schränktenm Umfange, oder aber die Behörde
elbst bringt der Zucht ein größeres Interesse
entgegen, wie dies z. T. freudiger Weise kon—
statiert werden kann, indem nur Tiere bester
Abstammung eingestellt werden. Wer züch—
ten will, muß die Eigenschaft der Zuchttiere
genau kennen, folglich Stammbaum anlegen
is mindestens ins dritte Glied.
Da dies aber nur in den wenigsten Fällen
zeschieht, so kann auch von einer zweckbewußten
Zucht keine Rede sein zum Leidwesen der Zie—
Jenzucht. Es genügt meistens heute, wenn ein
Bock aus fremder Gegend eingestellt wird, wel⸗
her womöglich vorher schon angekört ist, folg—
lich ein schönes Aeußere hat, über dessen
Bewertung resp. Abstammung jedoch ein tiefes
Dunkel herrscht. Zwecks Verbefserung der Zie—
genhaltung war es notwendig, den Ziegen eine
qöhere Milchleistung anzuzüchten, weshalb ver—
angt werden mußte, daß der Bock von milch—
icher Ziege abstammt. Denn je höher die
deistung der Ziege ist, desto wertvoller deren
Nachzucht. Durch Kreuzung eines solchen
VBockes mit einem Kamm oder Viegde ebensolcher
Abstammung wird erreicht, daß die Nachzucht
benfalls in der Produktion steigt. Doch mit
zinstellen eines Bockes von schlechter Ziege be—
teht die Gefahr, daß die erst eingekreuzte
zigenschasft wieder weggezüchtet wird. Da aber
er Ziegenbesitzer ohne Einfluß auf die Bock
altung ist Gesonders wenn der Bockhalter nicht
erade freundlich ist), er auch höchstens die
rigenschaft seiner Ziege kennt, so ist er auch
nicht in der Lage, mit Bestimmtheit gute Nach⸗
ucht zu erhoffen. Nehmen wir an, ich besitze
ine Ziege, welche 4 Liter Milch täglich gibt,
iese stammt aber schon von einem Bocke,
ꝛessen Mutter nur 2 Liter Milch gab, —
ie Nachzucht dieser Ziege führe ich einem
Bocke zu (ohne es zu wissen), dessen Mutter
venfalls nur 2 Liter Milch gibt, so ist tot—
icher, daß die Nachzucht dieser Ziege, selbst
venn diese 4 Liter Milch gibt, nur /
ziter produzieren kann, da dieselbe ꝰ/. Blut der
zöcke schlechter Abstammung in sich
ührt.
Wird auf diese Weise der Ziegenbesitzer um
ine Hoffnung ärmer, so kann er noch von
hlück sagen, wenn nicht mit diesem noch eine
krankheit eingekreuzt worden ist. Bekanntlich
ererbt jedes Geschöpf nicht blos die guten,
ondern in noch erhöhtem Maße die schlech—
en Eigenschaften. Unter diesen sind vor
illem die Knochenweiche (Rachitis) zu zählen.
ẽs ist dies eine Krankheit, welcher der Züch⸗
er machtlos gegenüber steht. Zur Verhütung
erselben wird empfohlen Fütterung von gu—
em Hafer, phosphorsaurem Kalk, Lebertran
e. Zur Heilung etwa damit befallener Tiere
vird Einreiben der betreffenden Teile mit rus⸗
ischem Spiritus, Bepinseln mit Jodoform ꝛe.
ielfach enpfonten. Dyoch die Erfahrung hat
ezeigt, daß mit Knocheuweiche behaftete Tiere
ettungslos verloren sind. Ist diese Krank⸗
eit vorher nicht erkenntlich, so genügt irgend
in geringer Anlaß (Erkältung oder Verdau⸗
ingsstörung), dieselbe zum Vorschein zu brin—⸗
jen. Auffallend war ferner, daß Tiere, welche
— Pflege
atten, plötzlich mit dieser Krankheit behaftet
varen, besonders während der Trächtigkeit und
ach dem Lammen. Dahingegen zeigten Zie⸗
en, die weniger gutes Futter resp. Pflege
atien, nicht die geringsten Anzeichen dazu.
zetzteres sind Ziegen, die durch Weidegang
bgehärtet und mittlerer Leistung sind. Die
drankheit zeigt sih durch Anschwellung der
zackenknochen, Durchtreten, Beinanschwellung
Verkrümmung) bis zum Festliegen der Ziege.
Man nahm verschiedentlich an, durch das
Vegzüchten der Hörner hätte auch das
enochengerüst der Ziege überhaupt gelitten.
die Verinutung liegt jedoch nahe, daß die Zie—
sen zum Teil überzüch tet sind, da man
sie Leistung steigerte, ohne die Körperform
nit in die Höhe zu bringen. Es wäre somit
zache der Wissenschaft, einmal festzustellen,
pelche Ziegen am widerstandsfähigsten sind,
nit oder ohne Hörner, hohe, geringe oder mitt⸗
ere Milchleistung bei gleich starker Körper—
orm und denselben Bedingungen. Ferner
nüßte festgestellt werden, ob nicht (oder gerade
eshalb) dieienigen mit Knochenweiche befalle—
ien Tiere Nährsalze in erhöhtem Maße in der
Milch ausscheiden? Zu dieser Annahme ver—
inlaßt mich ein Artikel in „Deutsche Land⸗
dierzucht“ Nr. 3, aus welchem ich solgende
ztellen wiedergebe: Die Vorgänge, welche sich
m Organismus abspielen, sind kurz folgende.
der tierische wie der menschliche Körper ent—
ält in seinem Blute große Mengen von Koch⸗
alz (Chlornatrium), welche 0.600 des Gewich⸗
es der gesamten Blutflüssigkeit ausmachen.
Aber auch in andern Organen ist sehr viel
datron enthalten, ganz besonders gilt dies
von den Knorpeln. Es ist bekannt, daß sich
er gesamte Organismus in stetem Gleichge⸗
vicht halten muß bezgl. seiner stofflichen Zu—
ammensetzung. Durch verschiedene Versuche
vurde nun festgestellt, daß, wenn dem Körper
wei ungleichartige Salze zugeführt wurden,
ieses stets eine Verminderung des Gesamt—
zehaltes an Salz zur Folge hatte, da das eine
zalz das andere durch die Nieren aus—
chwemmte. Es zeigte nun, wenn man viele
ehr kalireiche Früchte an die Tiere verfütterte,
aß dadurch eine Verminderung des Kochsalz⸗
ehaltes im Blute eintrat. v. Bunge erklärte
ies dadurch, daß, wenn kohlensaures Kali in
dässeriger Lösung, wie sie in Pflanzen vorhan—
en ist, mit dem Kochsalz, dem Chlornatrium,
usammentrifft, eine teilweise Umsetzung in
)rganismen stattfindet, indem sich Chlor—
alium und kohlensaures Natrium bildet, welch
etzteres, da es in dem Organismus in dieser
zorm nicht gebraucht wird, durch die Nieren
ur Ausscheidung gelangt. Dadurch entsteht
run ein Mangel an Natron, der durch künst—⸗
iches Zuführen von Chlornatrium oder Koch⸗
alz beschafft werden muß, um das normale
zleichgewicht im Blute oder, wie man es wis—
enschaftlich nennt, den osmotischen Druck der—
elben wiederherzustellen. Es läßt sich nach
iesen Forschungen sehr leicht das Krankheits⸗
ild erklären, welches im Eingang kurz gegeben
var, nämlich Blutarmut und Blutwässerigkeit,
erner Erkrankung der Leber als blutreinigen⸗
es Organ, ebenso die Knochenweiche als stark
iatronhaltiges Gewebe. Auch dafür werden
pir jetzt eine Erklärung haben, warum die
Nenschen stets zu Kartoffeln, Radieschen, Ret⸗—
ich, Tomaten usw. als kalireichen Pflanzen
zalz efsen. Da nun die Nieren stets den eber—
huß des unbrauchbaren Blutgemisches aus—
heiden, so wird man natürlich darauf bedacht
ein müssen, diese in ihrer Funktion nicht zu
iberanstrengen und nun nicht etwa planlos
s Vorbeuge gewaltige Mengen von Koch—
alz den Tieren vorwerfen.
Diese Untersuchung ist ulcht an Ziegen vor—⸗
eugarnen worden, wohl aber gauf diese anzu
venden. Die Wissenschaft hat sich mit der
ziegenzucht noch nicht eingehend befaßt, es
nag dies zum teil daran liegen, daß man
zrkrankte Tiere einfach abschlachtete oder ver—
ndete verscharrte, ohne einen Tierarzt zu Rate
gezogen zu haben. Im Interesse der Ziegen—
ucht ist es gelegen, die Krankheiten resp. deren
Urfachen zu erforschen, sonst besteht die Ge—
ahr, daß die Zucht schwer darunter zu lei—
»en hat, sind doch im laufenden Zahre im
Völklinger Verein 31 Stück Ziegen verendet,
darunter 25 Stück an Knochenweiche.
K. V.
Es ist schon wiederholt an dieser Stelle auf
die Rentabilität der Kleintierzucht hingewiesen
borden. So besonders in Nr. 36 in den Aus⸗
ührungen des Herrn Dr. Leonhardt, wobei
dursusteilnehmer übereinstimmend dies bekun⸗
»en. Von der großen Mehrheit wird der Klein—
ierzucht, besonders aber der Kaninchenzucht,
aoch nicht das nötige Interesse entgegenge—
bracht. Es mag dies einesteils daran liegen,
daß die Kaninchen durch ihre frühere Vernach
lüssigung arg in Mißkredit geraten sind, au“
irkulieren über dasselbe bekanntlich Gerüchte,
ie jeder Grundlage entbehren. Die Kanin—
henzuchtvereine sind eifrig bemüht, hier Auf—
lärung zu schaffen, doch stehen den Vereinen
richt die Mittel zur Verfügung, um durch Flug⸗
lätter etwa eine schnellere Aufklärung zu be—
virken. Die einschlägigen Fachzeitschriften
verden nur von älteren Züchtern gelesen, so
aß auch diese ihre Aufgabe nicht voll erfüllen
önnen. Lokalzeitungen haben erst in letzter Zeil
hre Spalten diesen Zwecken geöf net. Vesondert
zei Beginn der Kaninchenzucht ist Vorsicht ge—
oten. Hat sich jemand entschlossen, mit der
zucht den Anfang zu machen, so fällt es ihm
chwer, unter den vorhandenen Rassen das Rich—
ige zu finden. Da wird vor allem nach einem
remd klingenden Namen gesucht. Nur keine
eutsche Rasse darf's sein und ja nicht am Orte
aufen — beileibe nicht — sondern lieber von
zachsen — wenn nicht gar aus Belgien oder
ẽngland kommen lassen! Ersteres lasse ich
zerne gelten, da in Sachsen die Zucht in hoher
Blüte steht, aber das Ausland? Nie und nim—
ner. Dasselbe gibt in der Rassebezeichnung
inen leeren Namen, der mit den Eigenschaften
'ast nichts gemein hat.
Zu empfehlen sind eigentlich alle und keine.
die Wahl muß sich aus dem verfügbaren Raum
ind dem Futter ergeben. Wer nur Abfälle
erwerten will, nehme jede Kreuzung, füttert
ie Abfälle, bis die Tiere fett sind und schlachte
ie dann. Wer aber züchten will und hat
inen genügenden Raum — Dof oder Stall —
»azu, versuche mit den Riesenkaninchen. Hier
ind zu nennen: Belg. Riesen, Franz. Widder,
zeutsche Riesenschecken, Belg. Land- und weiße
stiesen. Man kauft am besten eine trächtige
däsin. Der Preis beläuft sich pro Pfund Le—
»en auf 1.00 Mk. für gewöhnliche Zuchttiere,
aatürlich nicht für Ausstellungstiere. Es sind
dies Tiere, welche in Größe den anderen um
richts zurückstehen, aber etwa Schönheitsfehler
uufweisen, wie weiße Kralle oder Pfoten —
chiefe Blume, schlechte Ohrenhaltung ꝛe. Solche
Mängel kommen bei einer Zucht zu Schlacht—
aninchen nicht in Betracht. Trotzdem muß
nanbeim Schlachten vorsichtig sein,
za das Fell denselben Wert hat, wie das der
indern auch. Das Fell darf nicht aufgeschnitten
verden, man zieht es über den Rumpf und
teckt es so auf ein konisch zugeschnittenes Brett
ind läßt es trocknen. Für ein solches schönes
zell bezahlt der Kürschner pro Pfd. 0.60 Mk.
o daß oft 0. 80- 1.00 Mk. dafür zu exrhalten
ind. Für Felle der in der Haarung geschlach—
eten Tiere ist der Preis 0. 20-0. 30 Mk., eben⸗
o für jüngere Felle. Dagegen wird das Fell
ilterer Tiere, besonders der Rammler, mit
zorliebe zu Leder verwandt. Verschnittene
zelle werden zu Leim und die Haare in der
zutindustrie verarbeitet. Wer die Felle selbst
enützen will zu Vorlagen, Muffen oder auch
u Leder, erhält dieselben zum Preise von
30-35 Pfg. hergerichtet, die Verarbeitung zu
ꝛeder kostet 0.80- 1.00 Mk. je nach Größe.
Hyierüber ausführlich später.
Wer in Miete wohnt, wird des eventl. Um—
uges wegen nicht diese großen Rassen halten
önnen, da dieselben größere Ställe bean—
pruchen und diese schlecht transportabel sind
ind am neuen Wohnort nicht immer zur Ver⸗
ügung stehen. Für diesen Fall kommen eher
ie mittleren Rassen in Betracht, wie Rhein.
zchecke, Blaue Wiener, Japaner, Germania
der Riesensilber usp. Das Fell der Silber
ind Blauen Wiener ist sehr gesucht. Es wird
afür auch ein weit höherer Preis bezahlt.
zerner sind noch Angora zu nennen, die aber
hres Haares wegen (bis 27 em lang) eine be—
ondere Pflege benötigen. Für das Haar wird
ro kg 12-214 Mk. bezahlt. Es würde zu weit
ühren, alle Vor- oder Nachteile der einzelnen
sassen anzuführen. — Was die Herkunft der
inzelnen Rassen betrifft, so stammt der bel⸗
sische Riese, wie der Name schon sagt, aus Bel⸗
nien, allerdinas nicht das Tier. das wir heute
o bezeichnen; denn dasselbe ist ein Produkt
eutschen Zuchtfleißes. Der franz. Widder ift
zus Frankreich eingeführt und segelt in seiner
jeutigen Form ebenfalls unter fremder Flagge.
deutsche Riesenschecke, Belg. Land⸗ u. weiß. Riese
ind Kreuzungen, die sich großer Beliebtheit
rfreuen um ihres schnellen Wachetnms und
hres schönen Felles wegen. Von den mittle—
en empfehlenswerten Rassen ist die Rheinische
zchecke, ein dreifarbiges Tier, von einem rhei—
ischen Züchter herausgezüchtet worden, und
erbindet mit andern guten Eigenschasften ein
echt schönes Aeußeres. Der Blaue Wiener
tammt. wie der Name andeutet. aus Wien
qat ein wunderbar weiches Fell, welches i
iatura verarbeitet werden kann. Die Japa—
ier stammen nicht etwa aus Japan, sondern
ind eine Kreuzung verschiedener Rassen. Sie
ühren den Namen des bunten Felles wegen.
vermania Silber und Meißner Widder sind
zine große Silberrasse, die durch Kreu—
‚ung entstanden ist. Erstere haben blaues
Wiener, letztere Französisches Widder-Blut.
Begenwärtig sind die Riesensilber besonders
zesucht in Deutschland, infolge der kolossalen
Propaganda ihrer Importeure. Dieses Tier
st ebenfalls aus Frankreich im letzten Jahre
ingeführt worden, muß aber noch um vieles
yerbessert werden, wenn es die Sympathie aller
Züchter erringen soll K. V.
Geflägelzucht.
Braktische Sau'gefäße.
Machdruck verboten.)
Frisches Wasser ist für das GeUgel minde—
tens ebenso wichtig, wie das Futter. Wir fin⸗
zen heute vielfach noch recht unpraktische Sauf⸗
jesüze, die es zulassen, daß das Wa'ser in kur—
zer Zeit warm und beschmutzt wird, wodurch
eine mehrmalige Erneuerung sich nötig macht.
Recht praktische Saufgesfäße sind auch im Han⸗
del erhältlich, doch ist es sehr einsz*osch⸗
elbst herustellen.
Figur 1 zelhgt ein Gesfäß, velenent aus
einer Flasche und einem Untersatz. Die Flasche,
am besten aus Steingut, hat etva 8324 Zen—⸗
imeter vom Boden entfernt ein kleines Loch,
zas man natürllch eest einoogyren mugz. Die
e7 nung wird mit einem Kork verschloen und
die Flasche mit Wasser gefüllt. Nun wird sie
in die Unterschale gestellt und der Aork her—
rusgezogen, es läuft nur soviel Wasser in die
Schale, bis es die Flaschenöffnung erreicht hat.
Wir haben also ständig Zufluß frischen Was—
ers. Eine einmalige Füllung am Tage ge—
nügt, um den Tieren die Annehmlichleit des
frischen Wassers, das nicht beschmutzt werden
kann, zu geben. Damit die Flasche nicht um—
gestoßen werden kann, bindet man sie au oder
he“estigt sie so, wie Abbildung 2 zeigt, in der
eine Flasche mit Wasser gefüllt und mit der
Deffnung nach unten in ein Gefäß getrellt
wird, das mäßig tief ist. Auch hier findet
eine selbständige Erneuerung des verbrauchter
Wassers statt. Zwegmäßig stellt man die Ge
füße im Schatten auf
Abwechslung in der Huͤhnerfütterung.
Von Olten. Nachdruck verboten
Die Ernährung des Sausgeslügels ist meistens
ehr einseitig, und namenleich in den städtissen Be—
rieben, wo den Tieren nur enge und noch dazu
epsigsierte Höfe zur Verfüaung stehen. in dieses
zer Fall. Saben die Hühner jfreien Ausleu, jo
chen sie sih schon selber. was ihnen der Züchter
»orenthalten hat. Im Winter wird aber auch auf
dem VLande diese Futterzusatquelle, versiegen und
das Tier ganz auf die Hand des Geflügel reundes
angewiesen“ sein. In der Hauptsache wird dann
ine Körnerfütterung vorgenommen, und diee ist
ehr eimeitig. seibst wenn man morgens ein Weich⸗
utter reichht, das aus Küchenresten beiteht. Das
Wige Eineriei Fumpit auch die Tiere ab, es stelltt
sch“ Appetilmangel ein und die Hühner sind dann
inproduftiv. Guf ist es schon, wenn man von Zeit
u Zeit mit dem Kornfutter wechelt und bald Gerste,
hald Weizen, im Winter auh hin und wieder etwas
Hais gibt. Reis, etwas Hirse und zu gewisen
zeiten etwas Häanssamen sind angenehme Leder—
iñen.
ie beste Abwechselung in der Fütterung kann
n oem Weichfutter erfoigen. Tieses stellt pran gus
jedämpffen Kartoffeln ind Mühlen'abrikaten, wie
Teie oder Sarot ker. Taneben önnen und müslen
anne die verhiedenarligsten Stosse untermischt
erden. So sind z. B. sfrische und auch getrocknete
Bier reber ein nährkräftiges Geslügelfut'er und auch
die Malzleime baben eiuen verzüflichen Nährwert,
odaß man sie auch bei der Kückenaufzucht vergen—
Jen tonn. Auch die Weizenfeime, die bei der Ver
nal sung, von Weizen erzielt und zu verhältnis—
nähßig villigen Preisen abgegeben werden, wirken
auf die Legetätigkeit der Hühner in günstiger Weise
in. Einen Häbnlichen Einflußz übt angekeimter
Zafer aus. So ungern die Hühner trodenen Hafer
innel men. so begaierig jallen sie über die zur Kei
nung gebraͤckten Haferlörner 6
Außer den genannten vegetabiliichen Nahrungsniuein
muß den Hühnern auh Gründutter, zut Ver—
ünung stehen. Leßzteres muh aber zertleinert jein.
Mir fonnen ja oft besbachten, wie entlia die Tiere
n'“ Gatten. im Park oder auf Rasenslächen die
Grasspitzen abpiden, Kohr, Wruden- und Saladt⸗
dlätter berupfen oder Fallobst verzehren. Sie wer—
hen duo woötl ein Bedürfnis nach solchen Stofsen
aben. und diesem müssen wir Nechnung tragen.
Im Sonmer hat's damit keine Not, aber auch im
Winser sonen wir Ersatz dafür schafsen. Zerklei—
erte Rüben auigebruhtes Wiesen- oder Kleeheu⸗
dfel und Sertadellaspreu sind wertvolle Pflan⸗
zenitofe, die die Genmdheit der Tiere begünstigen
und ihre Produdinität erhöhen.
Auch tierische Stofte sind in der Hübnmnerfütte⸗
rung angebracht und doarum legt man ja besondere
Wurmagruben an, um den Sühnern etwas Fleich⸗
ahrung zukommen zu lassen. Minderwertiges Fleisch
ann, soweit es nicht pon vergifteten oder, verseuch⸗
en Tieren sammft, unbedentlich an die Hühner ver⸗
aͤltert werden. uch Knochen lIoden oder Knodten
rot sind wertvolle Futterstoffe. und scließligh sei
zuch noch die Mich erwähnt, die in beliebiger Form
men vertoolien Bestandteil der Geflügelfütterung
vsden sann. Werden alle diese Stoffe, in regel
naäsßiger Abrechselung gereicht. so wird das Huhn
d Abpenn reigen und dann auch dauernd leistungs
ähiag sein.