868 4 4776 —
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Amtliches Anzeigeblatt für den Kreis Saarbrücken verbunden mit Oeffentlichem Auzeiger, herausgegeben vom Königlichen Landratsamt Saarbrücken.
gern lprecher der Drucerei: Ar. 1104 Eut Saarbracen 39. Jahrgang
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eaatilen des nichtscatniden Teites
deus und Verlag von C. O. Scheur
Saachrücken Druckort Volllingenß.
der Ubonnetmentoprein für daß
relbblait betraͤgt jahrlich · Rark,
ndwaris bei den Postanfialten Rb
—ETEDT5æTDZAT9AD) J
r. 44. Fernlprecher der Geschaftastelle Bahnhofftrabe do) Rr. 2080 Amt Saarbrden.
—
aßanninzgetet uehörtl
egpsgtungen ger ÿentroshesorsen.
Gemeinsaliche Belehrung über den Rotlauf der
Srhweine.
Wesen.
Der Rotlauf der Schweine ist eine ansteckende, mit
rhedůcher Sltorung des Ällgemeinbefindens verlau⸗
ende, durch den Rotlaufbazillus verurjachte Erkran⸗
rung der Schweine.
Der Anficdungsstoff wird von den Tiexen mit
dem Furter (Gekranth oder auch gelegentlich beim
Wübhlen in? Shmuß und Unrat aufgenommen. Der
AÄnflecküngsstoff wird von den kranken Tieren haupt—
achlich mit dem Kote ausgeschieden und gelangt so
in die Staͤlle, Dungftätten, und Höfe. An seuchten
Stellen, z5. B.im feuchten Erdboden, in Jaucherinnen
ind Pfügen, kann sich der Anstechungsstoffe lange
Zeit erhalten und weilerentwickeln. Durch Kälte wird
r nicht unschädlich gemacht. Durch Wärme wird sein
vedeihen befördert. Deshalb tritt die Rotlaufseuche
»esonders in der warmen Jahreszeit auf.
Merlmale an den lebenden Tieren.
Die Ausnahme des Ansteckungsstofses des Rot⸗
anfs hat nicht die sofortige Erkrankung der Tiere
ur Folge. Es vergeht vielmehr eine bestimmte, Zeit
Inkuͤbationszeit,, bevor offensichtliche Krankheitser—
Heinungen hervortreten. Die Inkubationszeit ist
herschieden, beträgt aber meist zwei bis drei Tage.
Nach dieser Zeit zeigen die Tiere hohes Fieber mit
»rhöhter Temperatur der Haut, Verlust der, Munter—
keit Und des Appelits; sie liegen viel, verkriechen sich
in der Streu und zeigen nach dem Auäftreiben einen
chwankenden Gang
Rach kurzer Zeit treten in der Haut, besonders an
der inneren Fläche der Hinterschenkel, an den Ge—
chlechteteilen, untser dem Bauche, der Brust und dem
Hatse, zuweilen auch auf dem Nacken, dem Rücken
und an den Ohren, rote Flecke auf. Die Rotfärbung
der Haut breitet sjich schnell aus und nimmt an Stärke
zu, so daß die Tiere bei vorgeschrittener Krantkheit
in der vnteren Fläche des Körpers kupferrot bis
»laurot erscheinen. Die Krankheit endet bei den mei—
ten Titren in kürzer Zeit mit dem Tode.
Gusartig ist der Kranlkheitsverlauf bei einer, Ab—
art des Rotlanfs, den Baclsteinblattern MNesselfieber,
Fledentiauß, Matern, Knotenrose) Hierbti äußert sich
die Erkrankung in rundlichen oder eckigen, beetartig
über die gesunde Haut erhabenen, roten bis blau—
roten Flecken in der Haut. Störungen des Allgemein—
befindens, wie sonst beim Rotlauf, pflegen bei den
tZaͤcklteinbsaltetn nur im Ansang der Erkrankung zu—
Jegen zu sein.
Hei den Tieren, die den Rotlauf überstanden ha—
ben, entwickelt sich zuweilen als Nachkrankheit eine
mit jortschreikender Abmagerung und Anschwellung
der Gelente rerbundene Steifheit; in anderen Fällen
zeigen sich bei ihnen durch Herzfehler bedingte Er—
trankungen.
außer Husten und Atembeschwerden nach Umhertreiben
als Merkmal der erheblichen Störung des Allgemeinhesindens,
Verringerung der Futteraufnahme, man⸗
gelhastes Gedeihen (KKümmern), häufig verklebte Au—⸗
en und einen mit Schorfbildung verbundenen Aus—
chlag der Haut erkennen. Die an chronischer Schweine—
euche erkrankten Tiere können nach wochenlangem
dranktsein zugrunde gehen oder genesen und mast—
ihig werden. Die Verluste an Ferkeln bei chronischer
Schweineseuche sind häufig nur gering, können aber
zuch bis zu 50 und 7506 betragen.
Merkmale an den toten Tieren.
Bei gestorbenen, getöteten oder ge⸗—
sch ach teten schweineseuchekranken Schweinen findet
nan größere oder kleinere Teile der Lungen ent—⸗
ündet. Die entzündeten Teile fallen nach der Heraus—
lahme der Lungen aus dem Brustkorb nicht zusammen,
aben keine hellrote Farbe, wie die Lunge gesunder
kiere, sondern eine dunkelrote, graurote oder graue
arbe und fühlen sich fest an, etwa wie die Leber.
zei der akuten Schweineseuche sind in der
degel größere Abschnitte der Lungen entzündet und
leichzeitig das Brustfell, häufig auch der Herzbeutel
nit einem abziehbaren Belage versehen. Außerdem
ind die Veränderungen an Leber, Nieren, Mustkeln
ind Herzfleisch, unter Umständen auch an Milz und
ympudrüsen zugegen. Bei der chro nisscchen Form
er Schweineseuche beschränkt sich die Erkrankung ge—
oöhnlich auf die vorderen Lappen der Lunge. Gleich—
eitig zeigen die mit chronischer Schweineseuche be—
afteten Tiere während der eigentlichen Krankheit
inen schlechten Ernährungszustand.
Vermischung der Schweineseuche mit der Schweinepest
und anderen Erkrankungen.
Oer Verlauf der Schweineseuche kann dadurch ab⸗
eändert werden, daß die Tiere neben der Schweine—
zuche gleichzeitig von anderen Erkrankungen, insbe—
ondere von der Schweinepest, befallen werden. Die
-chweinevest ist eine ansteckende Darmentzündung, ihr
auptsächlichstes Zeichen ist ein heftiger Durchfall. Bei
zermischung der Schweineseuche mit Schweinepest
ritt mithin zu den geschisderten Symptomen der
zchweineseuche bei den lebenden Tieren Durchfall und
en gestorbenen, getöteten oder geschlachteten eine
entzündung der Schleimhaut des Darms, namentlich
es Blinde und Grimmdarms, hinzu. Die Schleim—
aut des Blind- und Grimmdarms weist bei schweine—
estkranlen Schweinen an einzelnen Stelle oder in
rößerer Ausdehnung trübe, gelbe Beläge der Schorfe,
rner Geischwüre auf
jen betreffen hauptsächlich die Schleimhaut des Didharmes
(Blind⸗ und Grimmdarm), können aber auch im
etzten Abschnitt des Dünndarmes (Hüftdarm) zugegen
ein. Die Schleimhaut der genannten Darmabschnitte
oeist bei pesikränken Schweinen an einzelnen Stellen oder
n gröhßerer Ausdehnung trübe, gelbe Beläge oder Schorfe,
erner Geschwüre auf. Die Shhorfe in der Schleimhaut
önnen sich knopfartig von der Umgebung abheben. Außer-»em
kann die ganze Darmwand so verändert sein, daß
er betreffende Darmabschnitt nach Entleerung des In—
alts nicht mehr zusammenfällt. Die im Darmgekröse
jegenden Lymphdrüsen (Gekrösdrüsen), die zu den ver⸗
nderten Daͤrmabschnitten gehören, sind geschwollen und
znnen dübe, graugelbe Einlagerungen aufweisen vder
megan trübe und graugelb erscheinen. Verkalkung
vird inen veränderten Lymphdrüsen bei Schweinepest
— im Gegensatz zur Tuberkulbse — nicht beobachtet.
ermischung der Schweinepest mit der Schweineseuche.
Tiere, die an Schweinepest erkrankt sind, können
leichzeitig von Schweineseuche befallen werden und dann
ußer den Krankheitsmerkmalen der Schweinepest auch
iejenigen der Schweineseuche zeigen. In solchen Fällen
reten zu den angeführten Symptomen der Schweine—
est noch Husten ünd Atembeschwerde bei den lebenden
dieren und eine Entzündung der Lungen bei, den ge—
orbenen, getöteten oder geschlachteten Tieren hinzu. Die
ntzündeten Vungen fallen nach der Herausnahme aus
vem Brustkorb nicht oder nicht vollständig zusammen,
haben im Bereiche größerer oder kleinerer Abschnitte
eine hellrote Fatbe, wie die Lungen gesunder Tiere,
ondern eine dunkelrote, graurote oder graue Farbe und
ühlen sich fest an wie die Leber. Außerdem können
»as Brustfell und der Herzbeutel mit einem abziehbaren
Zelage versehen lein.
Jakob Groß, München-Gladbach,
Martin Tenten, Bettrath-MGladbach,
derm. Bursch, Corschenbroich-M.Gladbach,
Jokob Cremer, Euskirchen,
Andreas Fritzen, Alfter-Bonn,
Michael Oh lert, Rupperath-Münstereifel,
Michael Bresgen, Schönan-Münstereifeh
Wilhelm König, Birgel-Düren,
Anton Schmitz, Enzen-Euskirchen,
Frz. Rosenbaum, Frauenberg-Euslirchen,
dzohann Gau, Pifaffendorf-Bergheim,
Franz Vorneweg, Werdohl in Westfalen
darl Meurer, Aachen,
donstantin Meurer, Aachen,
Adam Serf, Bad Kreuznach,
Michael Bambach, Saarbrücken 8,
dermann Antwerpen sen. Steckenborn⸗
Montijoie,
Jakob Speckens, Niederpleiß EGiegkreis)
Peter Meinhardt, Bärenbach-Sohren,
Johann Gietzen, Hirschfeld (Hunsrück)
daniel Schnitzler, Weiden-Cöln,
Franz Reiß, Bonn-Endenich,
Joh. Weber, Grengelsbitz-Heisterbacherott,
Matthias Gassen, Langscheid-Rheinbach,
Johann Zaun, Oberelvenich-Euskirchen,
Josef Höttges, Solingen,
Karl Diepenbrück, Essen-Rellktnghausen,
Josef Schumacher, Sinthern-Brauweiler.
Trier, den 21. Oktober 1913. I. A. 8198
Der Regierungs-Präsident.
J. A.: Schrakamp.
Anzeigepflicht.
Wenn ein Schwein umer den Erscheinungen, der
Ichweinepest oder der Schweinepest und Schweineseuche
ald nach dem Ankauf erkrankt oder, wenn
nehrere Schweine eines Bestandes die angeführten
drankheitsmerkmale zeigen, so liegt der Verdacht des
lusbruches der Schweinepest vor. Von dem Schweine—
estverdacht ist der Ortspolizeibehörde Anzeige zu er—
tatten, worauf durch eine amtstierärztliche Untersuchung
estgestellt wird, ob der Verdacht begründet ist oder nicht
Verhutung der Einschleppung der Schweinepest in
einen Bestand.
Zur Verhütung der Einschleppung der Schweinepest
n einen Bestand ist in erster Linie der Zukauf von
„chweinen mit größzter Vorsicht zu bewirken. Neue
„chweine, deren Herkunft nicht nachweislich unverdächtig
st, sind, wenn irgend möglich, in einen besonderen Stall
inter Beobachtung zu siellen, ehe sie zu dem alten
zZestande gebracht werden. Es empfiehlt sich, die neu
ingekauften Tiere mit einigen Ferkeln des alten Be—
tandes entweder unmittelbar oder so in einer Bucht
usammenzubringen, daß sie nur durch ein Gittert von
inander getrennt sind. Sind die Ferlel nach zehn Tager
noch gesund und frei von Erscheinungen der Schweine—-pest,
so können die neu angekauften Tiere unbedenklich
u dem alten Bestande in den gemeinsamen Schweinestall
zebracht werden. Um auch der Gefahr der Einschlep⸗
zung der Schweineseuche zu begegnen, ist die Beobach—⸗
ung auf die Dauer von vier Wochen auszudehnen.
Da die Schweinepest auch leicht durch Personenver—⸗
ehr und durch leblose Gegenstände (Stallgeräte, Futter⸗
ind Streumalerialien sowie Dünger) verschleppt werden
ann, ist die Berührung mit nicht nachweislich unverdäch—
igen Schweinebeständen und die Verwendung von Stall—⸗
eräten, Futterstoffen, Streu und Dünger aus solchen
u vermeiden.
Besondere Vorsicht ist bei der Einstellung von Sauen
1 die Ställe fremder Eberhalter geboten.
Bhic. I8n
3z 333 Rygtzt
sugr ßhase unß rehn.
Bektanntrnachung.
Wegen Verlegung von Doppelgleisen wird
die Dudweilerstraße zwischen Bahnhofstraße
und Beethovenplatz vom 27. 10. er. bis zum
3. 11. er. für den durchgehenden Fuhrverkehr
nolizeilich gesperrt. Tie Straßensperrung wird
»urch entsprechende Schilder kenntlich gemacht.
Zuwiderhandlungen werden auf Grund der
8 58 und 60 der Straßenpolizeiverordnung
om 20. September 1902 bestraft.
Saarbrücken, den 265. Oktober 1913.
Der Königliche Polizei-Direktor.
J. A.: Schlesinger.
«Anzeigepslicht.
Wenn ein Schwein unter den ange⸗
ebenen Erscheinungen bald nach dem
fnkauf erkrankt, oder wenn mehrere
—Achweine eines Bestandes die angeführten Krank—
seitsmertmale zeigen, so liegt der Verdacht des Aus—
ruches der Schweineseuche vor. Von dem Schweine—
euchenverdacht ist der Ortspolizeibehörde Anzeige zu
rstatten, worauf durch eine amtstierärztliche Unter—
— 388 wird, ob der Verdacht begründet ist
der mi
Mieetmele an den doten Tieren.
Bei gestorbenen, getöteten oder geschlachteten rot—
austranken Schweinen findet man neben der Ver—
ärdung der Haut eine mehr oder weniger hoch gra⸗
dige Etzündung der Magen-Darmschleimhaut, Schwel⸗
üng und blaurote Färbung der Milz, Schwellung und
Rörung der Gekröslymphdrüsen, Schwellung der Leber
ind gine meist mit Blutung verbundene Entzündung
ver Rieren.
Bei den Backsteinblattern sind die Veränderungen
in der Regel auf die erkrankten Hautpartien beschränkt.
Anzeigepflicht.
Wenn ein Schwein — angegebenen Er—
cheinungen erlrankt, so liegt der Verdacht des Rot—
laufs vor. Von dem Rotlaufsverdacht ist der Orts⸗
— 0
eszestellt wird, ob der Verdacht begründet ist oder
nicht
Berhutung der Schweineseuche.
Zgur Verhütung der Einschleppung der Schweine—
euche in einen Vestand ist der Zukauf von Schweinen
nit größter Vorsicht zu bewirken. Neue Schweine,
eeren Herkunft nicht nachweislich unverdächtig ist,
ind, wenn irgend möglich, in einem besonderen
ztalle unter Beobachtung zu stellen, ehe die Tiere
u dem alten Vestande gebracht werden. Es empfiehlt
ich, dies neu angelauften Tiere mit einigen Ferkeln
es alten Bestandes entweder unmittelbar oder so in
iner Bucht zusammenzubringen, daß sie nur durch
in Gitter voneinander getrennt sind. Sind die Fer—⸗
el nach vier Wochen noch gesund und frei von Er—
cheinungen der Schweineseuche, so können die neu an—⸗
ekauften Tiere unbedenklich zu dem alten Bestand
u den gemeinsamen Schweinestall gebracht werden.
gesondere Vorsicht ist bei Einstellung von Sauen in
ie Ställe fremder Eberhalter geboten.
Eine naturgemäße (Wild⸗) Haltung der Schweine,
esonders der Zuchttiere, ist zu empfehlen.
Bekanntmachung.
Wegen Auseführung von Kanalisations-Ar⸗
»eiten wird die Faktoreistraße bis auf Weiteres
ür den durchgehenden Fuhrverkehr polizeilich
gesperrt. Die Straßensperrung wird durch
mtsprechende Schilder kenntlich gemacht. Zu⸗
viderhandlungen werden auf Grund der 88 58
uind 60 der Straßenpolizeiverordnung vom
W. September 10902 bestraft.
Saarbrücken, den 2N. Oktober 1918.
der Königliche Polizei-Direktor.
J. A. Schlesinger.
Bekanntmachung.
Wegen Ausführung von Kanalisationsar⸗
zeiten wird die Kirchbachstraße vom Triller⸗
veg bis Schutzbergstraße bis auf Weiteres für
den durchgehenden Fuhrverkehr polizeilich ge—
perrt. Die Straßensperrung wird durch ent⸗
prechende Schilder kenntlich gemacht. Zu—
viderhandlungen werden auf Grund der 88 58
und 60 der Straßenpolizeiverordnung vom
20. September 1902 bestraft.
Zaarbrücken, den 28. Oktober 1913.
Der Kgl. Polizeidirektor.
J. A: Schlesinger.
Bekanntmachung.
Die Firma Gebr. Gans «& Co, hierselbst,
jat bei dem Herrn Regierungspräsidenten in
Trier die landespolizeiliche Genehmigung zur
krrichtung einer Gleisanlage auf ihrem Lager—
olatz am hiesigen Industriegelände nachgesucht,
vas ich hiermit gemäße8 17 des Gesetzes über
stleinbahnen und Privatanschlußbahnen vom
28. Juli 1892 zur öffentlichen Kenntnis bringe.
Die Pläne liegen bei der Königlichen Po—⸗
lizei⸗Direktion Saarbrücken, Schloßplatz 2
Zimmer Nr. 1, während den nächsten 14 Tagen
und zwar in der Zeit vom 3. bis ein⸗
schließlich 16 November 1913 zu
sedermanns Einsicht offen.
Während dieser Zeit können bei der vor—
genannten Stelle Einwendungen schriftlich
oder zu Protokoll erhoben werden.
Saarbrücken, den 29. Oktober 1018.
Der Königliche Polizeidirektor.
J. A.: Schlesinger.
eblihen
log künigumzen sorgrunhs ppüsttenten
Bekanntmachung.
Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung
bom 25. April ds. Is. (Amtsbl. S. 141) betr.
Wiederaufnahme des öffentlichen Wetterdienstes
n Norddeutschland, bringe ich hiermit zur
zffentlichen Kenntnis, daß die Ausgabe der
ontinentalen Abendbeobachtungen durch die
eutschen Seewarte in Hamburg am 16. Sep—
ember ds. Is. begonnen hat. Der geplante
Abendwetterdienst unter Herausgabe einer
Abendwetterkarte hat deshalb bei der Wetter—
ienststelle Hamburg mit dem gleichen Tage
zeginnen können und ist bei der Wetterdienst—
telle in Berlin am 1. Oktober eröffnet worden
Trier, den 9. Oktober 1913. I. B. 6957
Der Regierungs-Präsident.
J. V.: Engelbrecht.
Bekanntmachung.
Der Herr Ober-Präsident der Rheinprovinz
jat durch Erlaß vom 22. Juli 1913 (Nr. B.
19)9 dem Kirchenvorstande der katholischen
bfarrgemeinde Bourheim im Kreise Jülich
ie Erlaubnis erteilt, zum Besten des Neu—
»aues der dortigen Pfarrkirche im Jahre 1914
reine einmalige Hauskollekte bei den
tatholischen Bewohnern der Rheinprovinz ab—
zalten zu lassen:
Mit der Einsammlung der Kollekte sind
oAgende Personen beauftragt worden:
Jakob Göbbels, Pfarrer, Bourheim,
zosef Seulen, Bourheim,
stikolaus Freialdenhoven, Bourheim
Unton Krings, Bourheim,
Vilhelm Dederichs, Bourheim,
hzubert Zillikens, Bourheim,
zJohann Jos. Lenzen, Bourheim,
Josef Ehlen, Cöln,
MNichael Tives, Cöln,
dichard Huber, Cöln,
deinrich Speck, Cöln,
deter Dréssen, Cöln,
Inton Buick, Cöln,
ßottfried Würtz, Cöln-Deutz,
ßeter Schwamborn, Mülheim-Cöln,
Lilhelm Klein, Mülheim-Cöln,
ßeter Winhuysen, Cleve,
sosef Girkes, Born-Brüggen,
einr. Strerath. BedburdytGrevenbroich
Berhütung des Rotlaufs.
Hurt Verhütung des Rotlaufs ist eine saubere, mög⸗
ichst trockene Haltung der Schweine in Ställen mit
sesiem Fußboden erforderlich. Auch empfiehlt es sich,
von Zeit zu Zeit eine gründliche Reinigung der Ställe
anter Anwendung von Desinfektionsmitteln vorzu—
iehmen.
Einen fast sicheren Schutz gegen den Rotlauf ge⸗—
währt die Schutzimpfung.
In häufig von dem Rotlauf betroffenen Orten
mpfiehlt es sich, regelmäßig alle Schweine der Schutzmpfung
zu unterwerfen. Wo der Rotlauf jelten ist,
ann von einer regelmäßigen Impfung aller
Schweine abgesehen werden. Es ist jedoch dringend
atsam, beim Auftreten des Rotlaufs schleunigst alle
-chweine des betroffenen Bestandes impfen zu lassen.
Durch die Impfung gelingt es in der Regel, die
bedrohten Schweine zu schützen; auch wird ein nicht
merheblicher Teil der erkrankten Tiere durch die
Impfung geheilt
wemeinfaßliche Belehrung Uüber die Schweinepest.
Wesen.
Die Schweinepest ist eine ansteckende Krankheit der
-chweine, die in Form einer Entzündung der Schleim⸗
aut des Darmes auftritt. Der Ansteckungsstoff
bird von den erkrankten Tieren mit dem Kote aus—
——
lusscheidungen pestkranker Schweine verunreinigt ist,
ind durch die Aufnahme von Zutter, auf das der
Unsteckungsstoff übertragen ist, werden gesunde Schweine
mgesteckt. Die Versichleppung der Erreger der Schweine⸗
jest erfolgt nicht nur durch kranke Tiere, sondern auch
urch Zwischenträger. So können Personen, deren
leider und Schuhwerk durch die Ausscheidungen pest⸗
ranker Schwreine verunreinigt sind, die Seuche in ge—
unde Bestände einschleppen, und in ähnlicher Weise
ann die Schweinepest durch Stallgeräte, Futtermit—
el, Streu und Dünger aus verseuchten Ställen in
indere Ställe übertragen werden.
Merkmale an den lebenden Tieren.
Die Aufnahme des Ansteckungsstofses der Schweine⸗
yest hat nicht die sofortige Erkrankung der Tiere zur
Folge. Offensichtliche Erscheinungen der durch die An—
teckung bewirkten Erkrankung treten erst nach einer
zestimmten Zeit (Inkubationszeit) hervor. Die Inku—
ationszeit bei der Schweinepest ist nicht in allen
ällen gleich, beträgt aber durchschnittlich etwa 10
dage. Nach dieser Zeit zeigen die Tiere heftigen
durchsall.
Beim raschen (akuten) Verlauf der Schweine—
est ist gleichzeitig das Ailgemeinbefinden der Tiere
chwer gestoört. Die Tiere nehmen nur wenig oder gar
ein Futter zu sich, haben Fieber und sind sehr schwach.
die Tiere verkriechen sich in der Streu und bewegen
ch nach Auftreiben träge und teilnahmslos unter Schwan—
en des Sinterteils. Älut erkrankte Tiere können schon
iach einigen Tagen zugrunde gehen, oder sie sterben im
Zerlauf von ein bis zwei Wochen. Tiere, die erst nach
in bis zwei Wochen eingehen, magern stark ab. Bei der
rkuten Form der Schweinepest erkranken ältere und
üngere Tiere ohne Unterschied.
Beim schleichenden (hronischen), Verlauf der
weinepest werden vorwiegend die jüngeren Tiere
Ferkel und Läufer) von der Erkrankung befallen. Die
ronisch erkraniten Schweine lönnen wochen⸗ und
ronatelang leben und zeigen im Anfang der Erkran—
ung außer Durchfall wechselnden Appetit und Ab—
nagerung. Daneben haben sie häufig verklebte hen
ind einen mit Schorfbildung verbundenen Hautausschlag.
ym weiteren Verlauf der Krankheit kann bei den mit
zronischer Schweinepest behafteten Tieren Durchfall mit
zerstopfung abwechseln.
Merkmale an den toten Tieren.
Bei gestorbenen, getöteten oder ge—
hlachteten pestkranken Schweinen findet man die
zchleimhaut des Darmkanals in größerer oder geringerer
lüsdehnung entzündet. Die entzündlichen Veränderun—
— — —
Gemeinfaßliche Belehrung über die Schweineseuche
Wesen.
Die Schweineseuche ist eine ansteckende, mit exheb⸗
icher Störung des Allgemeinbesindens verlaufende
krkrankung der Schweine, die in der Regel in Form
ziner Entzündung der Brusteingeweide (Lungen,
Brustfell. Herzbeutel) guftritt. Her Ansteckungsstoff
vird von den kranken Tieren mit der Ausatmungsust
und mit den beim Husten entleerten Auswurf⸗
doffen ausgeschieden
Pierkmale an den lebenden Tieren.
Die Schweine, die der Ansteckung durch Schweine—
euche ausgesetzt gewesen sind, erkranken nicht un—
mittelbar nach der Aufnahme des Ansteckungsstoffes.
xẽs vergeht, vielmehr eine bestimmte Zeit Inkubalionszeil),
bevor ofjensichtliche Erkrankungserscheinun—
zen hervortreten. Die Inkubationszeit bei der
Schweineseuche ist in den einzelnen Fällen verschie
den, beträgt, aber, durchschnittlich etwa zehn Tage.
Nach dieser Zeit zeigen sich bei den erkrankten Tieren
dusten, und je nach der Art des Verlaufes der Seuche
wreitere tranihaste Erscheinungen. Die Seuche kann
rasch und bösartig (akut) oder langsam, ichleichend
und mild cchronisch) verlaufen.
Beim akuten Verlauftreten zu dem Husten
beschleunigtes und schmerzhastes Atmen und als Merk—
male der erheblichen Störung des Allgemeinbesindens
mangelnde Freßlust, Fieber und gtoße Schwäche.
detztetre ist so auffallig, daß die Tiere mit dem Hin⸗
terteil hin und her schwanken, und der Gang lau—⸗
melnd wird. Die an atuter Schweineseuche erkrankten
Schweine können schon nach wenigen Tagen oder im
VLerlauf von ein bis zwei Wochen zugrunde gehen.
Bei der aluten Form der Schweinefeuche erkranfen
Atere und jüngere Tiere ohne Unterschied.
Beim chronischen Verlauf der Schweine⸗
euche tritt eine Beschleunigung der Atmung häufig
rst hervor, wenn die Tiere umhergetrieben werden
Bewöhnlich erkranken nur die jüngeren Tiere (Ferkei
ind Läufer). Die chronisch erkrankten Tiere lafsen
Bekanntmachung.
Amtstierärztlicher Feststellung zufolge ist
inter dem Pferdebestande des Fabrikanten
ßeorg Heckel hierselbst, Fichtestraße Nr. 1 die
zufluenza in der Form der Brustseuche aus—
gebrochen.
Die erforderlichen Schutzmaßregeln sind an⸗
eordnet.
Saarbrücken, den 29. Oktober 1913.
Königliche Polizei-Direktion
XR. A.: Dr. Werther