Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

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Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert,
pätestens in. dem auf
den 1i5. Januar 1914, vormittags 11 Uhr,
vor dem Kgl. Antsgericht Saarbrücken, Zimmer 26,
iberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzu⸗
nelden und die Urkunde vorzulegen, widrigen—
Ii die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen
vird.

Arufgebot.
Der Kaufmann Fritz Heyer und seine Ehefrau
denriette geborene Ragnot in Saarbrücken haben
das Aufgebot des verloren gegangenen Hypotheken⸗
zriefs über die im Grundbuch von Saarbrücken
Band 24 Artikel 1180, Abteilung III Nr. .a, für
en verstorbenen Bierbrauereibesißer Rudolf Heyer
uu Saarbrücken eingetragene Darlehensforderung
von 11180 Mark beantragt.
Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert,
wätestens in dem auf
den 20. April 1914. vormittags 11 Ahr,
yor dem Kgl. Amtsgericht Saarbruücken. Zimmer 8,
mberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzu—
melden und die Ürkunde vorzulegen, widrigenfalls
die Kraftlosertiärung der Urkunde erfolgen wird.

Berschiedene gerichtliche Angelegenheiten.
dönigl. Amtsgericht Saarbrücen.
Durch, Beschlutß des Köoniglichen Amtsgerichts
ʒaarbrů den vom, 31. Juli 1913 ist der age
ohner Fohann Bier in, Saarbrücken 1, Probstei
afse 12 wegen Trunksucht entmündigt worden.

Viehzucht.
Die Behandlung der Kaninchen.
(Nachdruck verboten.)
De eigentliche Pflege der Kaninchen sollte stets
er Besißer selbst ausführen und niemals Kinder
»der Dienstboten damit betrauen. Denn das Auge
zes Herrn siehtt mehr als 10 andere. Besorgt man
die Pflege seibst, so bleiben Vorwürfe, die dann
neist doch zu spät kommen, erspart, und der
Züchter wird seine Freude an dem guten Gedeihen
einer Tiere haben.
Faßt man ein Kaninchen an, so pache man es
me an den Ohren, sondern dicht hinter denselben im
vell. Im allgemeinen sasse man die Tiere so
venig wie möglich an, ganz besonders aber sind
tragende Hälinnen, schonend zu behandeln. Ferner
halte man alles fern, was die Tiere beunruhigt,
was durch spielende Kinder und besonders durch
zunde geschieht. Die Beschaffung von Kaninchen
geschieht für den Anfänger am besten und billig—
ten, wenn er sich enfwöhnte Jungtiere, oder eine,
von einem guten Rammler belegte Hälin kauft,
edoch müssen die jungen Tiere eine Säugezeit von
nindestens 7 Wochen gehabt haben. Die beste
JZeit zur Anschaffung ist der Herbst; die Tiere fönnen
ich dann bis zur Zuchtzeit im Frühjahr an alle
Lerhältnisse gewöhnen. Will man sich Jungtiere
aufen, so muß man unbedingt die Häsin und den
Rammler ber peeree Züchtern kaufen, da
nan bei Inzucht (Paarung blutsverwandter Tiere)
niemals etwas rechtes zu Weage brinot. sondern
mneist Schwächlinge.
Kauft man erwachsene Tiere, so achte man da—
⸗Auf, daß diese nicht zu alt sind. Alte Kanin—
hen sind an den stumpfen Zähnen, den langen
tumpfen Krallen und dem fast immer schabhaflten
Jell zu erkennen. Die Kaninchen sind bis zum 6.
Fahre zuchtfähig und sind, im, dritten Jahre ausf
»er Höhe ihrer Leistungsfähigkeit. Man kaufe nur
zesunde Tiere, die sich durch munteres Wesen und
ebhaft blicende Augen auszeichnen. Niemals bringe
nan neu gekaufte Tiere zu einem alten Bestand.
krst setze man dieselben 8 bis 14 Tage allein und
zeohachte sie genau. Hat man sich von der voll—
tändigen Gesundheit der neu angeschafften Tiere
Wereugt, so mögen dieselben zum alten Bestand
zetan werden. Gerade in dieser Hinsicht werden
yft 88 Fehler gemacht; erhält man Tiere, welche
.B. Schnupfen, Ohrenräude usw. haben, so wird
mn kurzer Zeit der ganze Bestand mit der Krand—
jeit angestedtt sein, da die erwähnten Krankheiten
zußerst anstedend und gefährlich sind; deshalb, tue
nan erst die Tiere 8 bis 14 Tage allein. Auch
ʒei den Kaninchen ist es leichter Krankheit zu ver—⸗
züten als zu heilen. Die Heilung einer Krank
heit ist schwierig und nicht immer erfolgreich, Die
zäufigste Krankheit ist der Schnupfen, trockne Wärme
ind nur trockenes Futter helfen zuweilen. Der
Speichelfluß z.igt sich namentlich bei jungen Tieren
aach zu reichlicher Grünfütteruung. Die Behand—
ung ist die gfeiche wie bei Schnupfen. Auch 2
his3 Mal tagliches Baden der Nase in einer 5—
rozentigen Lösimg von chlorsaurem Kalk ist von
Zorteil. Bei Durchfall gibt man den Tieren nur
Trockenfutter. Hafer, Brot und Heu. Es sind
es die häufigsten und gefährlichsten Krankheiten
Bei guter Pflege sind sie selten, bei mangelhaf—
er dahingegen häufia. Landbeck, Oberwiesen.

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Geflügelzucht.
Hühner müissen arbeiten.
((Nachdruck vercd
Arheit macht das Leben froh, nicht nur das
nenschliche, sondern auch das der Tiere; denn
Rüßiggang ist aller Laster, Anfang. Wieviel hier
aber noch gesündigt wird, kann man gar zu häufig
beobachten, Wo den Hühnern unbeschränkter Aus—
auf zur Verfügung steht, braucht man für künst iche
Bewegung nicht zu sorgen, aber die meisten Züchter
ind leider Beschränkungen unterworfen, und für
diese gilt es, den Tieren Leichlich Bewegung zu ver—
schaffen. Ich bin deshalb auch kein Freund da—
bon, den Hühnern morgens reichlich Weichfutter
p verahreichen. Gewiß sselit sich nach der langen
Nacht ein Hungergefühl ein, das aber völlig zu
tillen gar Jein Anlaß vorliegt. Im Sommer kom⸗
men die Hühner, wenn ihnen Gelegenheit dazu
geboten ist, schon mit Sonnenaufgang aus dem
Stall. Bei einigermaßen, großem Auslauf finden
ie Würmer, Käfer und, Insekten soole, daß eine
fünstliche Gabe animglischen Futters sich erübrigt.
Finden sie aber gleich beim Verlassen des Staltes
einen gefüllten Trog, nun , so kann man es ihnen
—
bersuchen. Voller Bauch studiert aber nicht gern,
die Tiere stehen mit gesüllten Kröpfen herum und
arbeiten nicht, die Verdauung ist mangelhafter als
bet reichlicher Bewegung, die Futterstoffe werden
nicht ihrer Bestimmung gemäß verwertet, statt
Fleisch und Eier erhallen wir fette Hennen, die
richt legen. Darum morgens wenig Körner geben,
dann erst, wenn der Auslauf genügend groß ist,
füchtig selbst Futter suchen lassen, andernfalls aber
vweitere Körnergaben in den Scharraum unter—
harken, so daß jedes Korn erst mühsam ‚verdient
ver den muß, dann hat man gesundes und leistungs—
higes Geflügel. Ueberfütterung ist immer, ein
—2X der aber gar. zu Jeicht entsteht, beson⸗
ers dahnn wo nur beschraͤnkte Räume vporhanden
Mäßig aber gut füttern muß die, Vosung
in, kernig müssen die Tiere sein gber nicht fett,
unde es, mußz jedem Zuchter, ein Vergnugen sein,
penn die Tiere Laftig ardeiten dag allen ertalt
tie zum goree Teil gesund; die Blutziriulation
ind die Verdauung, werden gefördert, der gange
Iganismus wird durch ständige Krheit guüntig
eeinflutzt. Undeeeẽilt wirtlich eine Jeichle Muhe
Ar genügend Arbeit zu, sorgen, man spart an
dufter und hat doch den größten Nußen unnß

teinen Tieren; darum beherzige jeder, daß auch
——ð sein Brot durch arbeiten verdienen
u

Der englische Kröpfer.
Machdruck verboten.)
Der englische Kröpfer wird von Liebhabern
er König der Tauben genannt, ich glaube
iber kaum, daß alle Züchter anderer Rassen
amit einverstanden sind, da ja der Geschmack
erschieden ist. Soviel steht allerdings fest,
aß ein gutdressierter englischer Kröpfer nicht
nur den Züchter und Liebhaber, sondern auch
den Laien fesselt.
Die Zucht des englischen Kröpfers ist nicht
eicht; obgleich sie sehr gut züchten, fallen selbst
yon erstklassigen Paaren nur sehr wenig Tiere,
die den Eltern gleichen, oder sie gar über—
reffen, denn neben Farbe und Zeich—
tung, sind es in erster Linie die Formen, die
die Zucht schwierig gestalten. Eine einseitige
zucht, die entweder nur die Form oder nur
»ie Farbe berücksichtigt, wird nie ein gutes
Resultat liefern. Der englische Kröpfer muß
ine schlanke, aufrechte Körperform haben;
ange, engzusammenstehende Schenkel, lange,
chmale Taille, langer, leicht nach hinten ge—
ogener Hals, gut abgerundeter und abgesetzter
kropf, gut anliegende Flügel und lange Beine,
ie sollen bei hochrassigen Tieren 18 Zenti—
neter lang sein, und korrekt befiederte Füße
ind besondere Merkmale, die sich zu einem
zanzen vereinen müssen, um ein gutes Tier
n Form zu haben. Hierzu kommt noch die
zeichnung, die auch manche Schwierigkeit in
ich birgt, und es dürfte zur Genüge hervor—
gzehen, daß die Zucht erstklassiger Tiere wohl
ꝛine der schwersten unter den Taubenrassen
st. Sind die Beine zu kurz, erscheint das
kdier zu plump, ein kurzer Hals hat eine eben—
olche Taille im Gefolge. Der Schwanz darf
»en Erdboden nicht berühren, was aber bei
urzbeinigen Tieren stets der Fall sein wird.
In Paradestellung, wie die Abbildung zeigt,

*

oll die Schnabelspitze lotrecht über der Mit—
elzehe zu finden sein. Hierzu gehört aller—
ings eine gut durchgeführte Dressur, ein
veiterer Punkt, der die Zucht des englischen
tröpfers erschwert.
In bezug auf die Farbe unterscheiden wir
veiße, ferner schwarz-, blau⸗, lichtblau⸗, fahl⸗
rot⸗ und gelbgeherzt. Die Farben müssen alle
att und intensiv sein, der das Herz bildende
halbmond soll mit seinen nach oben gerichteten
5pitzen bis an die Augen reichen. Unterleib,
zchwingen, Bein- und Fußbefiederung sind bei
illen Farbenschlägen weiß, der Schwanz und
die niedere Schwanzdecke aber nur bei den rot
und gelb gezeichneten Tieren ebenfalls weiß,
zei den anderen Farbenschlägen farbig. Die
—„chulterblume besteht aus weißen und farbigen
Federn.
Damit der Kröpfer seine eigenartige,
schnittige Form nicht verliert, sollte man ihn
lie frei fliegen lassen, Ausstellungstiere dürfen
tur in der Voliere gehalten werden. Zur
fẽrzielung schlanker Formen trägt auch die
zütterung wesentlich bei, deshalb geben Kenner
olchen Tieren nie Mais, da er einen Hänge—
ropf erzeugt und auch sonst die Form un—
zünstig beeinflußt; man füttert lieber öfter
uind weniger, am besten kleinere Körnerarten.
Die Zucht der Kröpfer erfordert viel Ge—
zuld, denn Fehlschläge ireten gar zu häufig
uf, gute Tiere aber stehen sehr hoch im Preise.
der Name sagt schon, daß die Tiere in Eng—
land beheimatet sind, dennoch haben wir auch
'n Deutschland sehr gutes Material, wenngleich
»er Kreis der Liebhaber infolge der vielen
zchwieriakeiten in der Zucht nicht allzu groß
st. .B.

Soll der Landwirt ZTruthühner halten?
NMachdruck verboten.)
Reben den Perlhühnern sind es die Truthüh—
er, die seitens unserer Landwirte noch nicht die
zeachtung, sinden, die sie in Rücksicht auf ihre
orzüglichen wirtschaftlichen Eigenschaften bean—
»ruchen können. Sie liefern nicht nur einen sehr
ewichtigrn und vorzüglichen Braten, der bezüglich
iner Schwere von keinem anderen Geflügel
reichen wird, sondern sie suchen sich auch bei
leiem Auslauf der weitaus größten Teil ihres
xutters selbst, sodaß die Haltung von Truthüh—
lern für den Landwirt, der in den meisten Fällen
e Zieren einen unbeschränkten Auslauf bieten
ann, tatsächlich sehr billig ist. Die Truthühner
nachen nicht allein Sagd auf Würmer, Maden,
— und andere Schädlinge des Garten- und
Ibstbaues, sondern sie dersilgen auch große Men—
zen Unkrautsomen, und auf“ den Feldern und in
en Obstgärten sinden sie ebenfallz reichlih den
isch für ihren allezeit hungrigen Magen gededt.
iber auch dort, wo den Trushühnern“ kein unde—
chränkter Auslauf geboten werden kann, und sie
zus der Hand gefüttert werden müssen, stellen
N die Unterßbalfünaskosten im VNerhälinis zu dem

erzielten Nutzen kaum wesentlich höher als bei dem
inderen Federvieh.
Die Hennen legen im Frühjahr 15 bis 26 Eier
und machen meist gegen den Herbst noch ein kleineres
Helege. Die Eier sind ungemein wohlschmeckend,
ederh benützt man sie in Rüchksicht auf ihre kleine
Zahl nicht hierzu, sondern läßt sie ausbrüten, wie
nan die Truthühner überhaupt nur wegen ihres
borzüglichen Fleisches und zum Ausbrüten der Eier
bon aͤnderem Gesingel hält. Man hat die Trut—
zennen nicht mit Unrecht als die „Brutmaschine
es kleinen Mannes“ bezeichnet, denn tatsächlich
zibt es kein anderes Geslügel, das so vorzüglich
ind 31verlässig brütet, wie Truthennen, die lich
ogar künstlich zum Brüten zwingen lassen. Manche
Hennen sind in dieser Beziehung so eifrig, daß sie
cergessen, Futter 31 sich zu nehmen und sich zu
erleichtern. Wer diese Beobachtung macht, muß die
hrütende Henne mindestens jeden Tag einmal vom
Neste heben und ihr zu fressen und saufen geben.
ßute Nahrung für brütende Hennen ist besonders
Herste abwechselnd mit Grünsutter. Mehrere brü—
sende Hennen in einem Stalle sind so unterzubrin—
jen, daß sie sich gegenseitig nicht sehen fönnen,
da sonst Reibereien, die leicht den Erfolg des
zanzen Brutgeschäftes in Frage stellen können, an
er Tagesordnung sein würden. — Der Auswaähl
»er Zuchttiere ist besondere Aufmerksamkeit zu
chenken, namentlich ist darauf zu sehen, datz der
dahn von seurigem Temperament und ichöner Fi
Jur in, die Heñne soll groß und kräftig entwidel
ein.
Die Brutzeit dauert in der Regel 28, mirunger
auch 30 Tage. In den ersten Wochen sind die
ungen Trushühner gegete Kälte und Nässe und
zegen ꝛu große Hitze außerordentlich empfindlich.
vdaß sie besonderer Aufmerksamkeit bedürfen. Im
Alter von 8 bis 10, Wochen sind sie dann be—
eils so wetterfest, daß man sie nicht mehr ängst,
ich vpor jedem Regenschauer zu behüten braucht.
ze äller die Jungen werden, desto weniger empe
indlich gegen Witterungseinflüsse, sind tie und
ind koͤnnen bereits im Alter von 4 Monaten bei
altem Metter im Freien übernachten. Als Fut—
er erhalten die jungen Truthühner in ihren ersten
Tagen hartgekochte und zerkleinerte Eier, gemischt mit
erhackten Brennesseln und geriebenem altbadenem
Weißbrot, Mehlwürmer, frische oder angebrühte
Ameisenpunpen. Käsequark, geschnittenes Grünfutter
vie Löwenzahn, Nesseln,. Spinat, Schasgarbe,
Schnifttlauch usw., als Getränk gibt man außtzer
rischem Wasser auch verdünnte Milch. Nach und
ach werden die jungen Truthühner an das gleiche
Futter gewöhnt, wie es das andere Gesflügel er—
ält. Auch dae bekannten Fleischfaser-Futtermittel,
gie sie von verschiedenen Firmen in gleich guter
Zeschaffenheit auf den Markt gebracht werden, haben
ich auch bei der Auszucht dieses Geflügels bestens
enhrt.
Nicht allein durch die Güte, sonbern auch durch
die Menge des Fleisches zeichnen sich die Trut—
zühner dzus, da die Hähne ungemästet ein Gewicht
zis zu 12 und die Hennen ein solches bis zu 9
Kilogramm erreichen. ja selbst junge Hähne können
es bei der Mast bereits auf ein Gewicht von 10
hüchner sind sehr gesucht, und es werden gute
Preise dafür bezahlt.
Vielleicht verantassen meine Aussührungen die—
en oder jenen Landwirt sich auch der Truthuhn—
zucht zuzuwenden, und ich glaube bestimmt, daß er
;ann nach wenigen Jahren schon meine Frage:
„Soll der Landwirt Truthühner halten?“ mit
einem sreudigen „Ja! beantworten wird.

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Obsthan.
Etmas über die Behandlung doer Obstbäume im
Herbst.
VPon Karl Böde, Bucowine.
Machdruck verboten.)
Die erste Herbstarbett an den Obstbhäumen,
velche nun bald vorgenommen werden muß, wird
»as Abkratzen der Baumstämme von allen ihnen
nhaftenden alten, abgestorbenen Rindenteilen
dindenschorf, Flechten und Moosen sein. Dieses
Abkratzen kann mit einem sogen. Baumkratzer oder
onst einem geeigneten Instrument geschehen. Es
verden dadurch eine Unmenge Puppen, Eier und
darven, schädlicher Insekten, welche uünter dem
Kindenschorf ihr Winterquartier aufschlagen, ver
nichtet und getötet. Natürlich darf bei diesem Ab
raten die lebenstätige Rinde nicht verletzt werden.
Dann läßt man den Stamm und — wenn möglich
— auch noch die stärkeren Aeste mit einem Anstrich
yon Kalkmilch versehen. Dieser Kalkmilch kann man
twas Lehm und Kuhfladen heimischen. Der An—
trich bleibt dann besser am, Baume haften. Durch
»en Kalkanstrich werden die etwa in kleineren
Lindenspalten sitzengebliebenen Insektenlarven und
kier getötet; guch bekmmen die Bäume davon
ine schöne glatte, gesunde Rinde, so daß schädliche
nsektenlaryen und Puppen in derselben keine
?chlupfwinkel mehr nden können. Später wird
ich dann auch das Abkrathen der Stämme erübri—
zen, die Rinde wird dann mit der Zeit so glatt,
daß man nur nötig hat, alljährlich den Kalkanstrich
zu wiederholen. Ein wenig sind junge Bäumchen
zurch den Anstrich mit Kalknmilch auch vor dem Be
tagen durch Hasen geschützt, namentlich, wenn man,
vie gesagt, der Kalkmilch etwas Kuhfladen und
ielleicht auch Rindsblut und Kot zusetzt. Wil—
nan gher vor den Hasen ganz sicher sein, so muß
nan die jungen Obstbäume durch eine sorgfältige,
zut festgebundene Umhüllung mit Stroh, Schilf.
)ornen, alten Sachumpen, Weiden- oder Drahtge
lecht schützen. Das Drabtgeflecht muß aber eng—
iaschig gewählt werden. Auch muß die Umhülluncç
och genug gegeben werden, ‚um auch bei hohem
S„chneefall zu. genüägen, Vielfach wird auch emp—
ohlen, die jungen Stämmchen unten mit Fet!
inzureiben, dies halte ich aber nicht für gut
Die nächste Sorge dürste die sein, die Weib—
hen der Frostspanner daran zu hindern, ihre
Lier in die Baumkrone ablegen zu können. Das
Weibchen des Frosspanners hat keine Flügel, es
ann daher nicht auf den Baum fliegen, sondern
s ist gezwungen, an dem Baumstamm empor zu
lettern, wenn, es in die Baumkrone gelangen
vill. An diesem Hinaufklettern hindert man es
durch Anlegen der bekannten sogen. Klebegürtel
»der Raupenleimringe. Diese Klebegürtel bringt man
n etwa 1,25 Meter Höhe an. Man legt um den
Baum einen starken Streifen Papier und befestigt
hu oben und unten recht sorgfältig mit Bind—
aden oder schwachem Draht. Dann, wird der
zapierstreffen rund und recht ausgiebig mit Rau—
enleim, bepinselt. Da der erste, Anstrich des
gaupenleims in der Regel zum großen Teile vom
zapier aufgesaugt wird, ist in etwa acht Tagen
in zweiter Anstrich nötig. Will dann das Frojt—
pannerweibchen an dem Baumstamme in die
döhe kriechen, so bleibt es an dem Raupenleim—
inge kleben und muß zugrunde gehen. Beim An—⸗
egen des Papierstreifens achte man aber mit be—
onderer Sorgfalt darauf, daß derselbe auch über—
all gut anliegt, damit nicht eiwa manche Insekten
inter dem Papierstreifen hindurchkriechen oder zum
nindesten unter demselben ein behagliches Winter⸗
suartier finden. Das Anlegen dieser Klebegürtel
nuß baldmöglichst geschehen. Bei jungen Bäum—
hen, die noch Baumpfähle haben, muß in gleicher
zöhe wie am Stamme auch der Baumpfahl, mit
aupen leim bepinselt werden, sonst könnten leicht
ie Frostspannerweibchen statt am Baumstamme am
zaumpfahle hinauffriechen.
Fine andere, für das gute deeen der Objst⸗
*iime bhr wihtige Arheif it das Umarghen der

Baumscheiben. Ungefähr 1,25-1,50 Meter im Um—⸗
kreise um den Stamm lasse man alljährlich im
herbst oder Spätherbst die Baumscheiben um—
raben. Dann ist der Boden gelockert und durch
ziesen geloderten Boden kann die Winternässe besser
zu den, Baumwurzeln dringen, der Baum wird
dann eher in der Lage sein, trockene Zeiten zu
aͤberstehen. Der Graswuchs wird gestört und in—
folgedessen kann auch die Luft hesser zu den
Wurzeln dringen, und durch die Luft und das
Wasser werden die im Boden hefindlichen, schwerer
öslichen Pflanzennährstoffe aufgeschlossen und für
die Bgumwurzeln aufnehmbar gemacht. Beim
Umgraben der Baumscheiben, kann man reichlich
zuten Kompost mit untergraben. Im Winter soll
nan die gelockerten Baumscheiben auch mit 122
Kannen Jauche begießen. Da nun aber Jauche arm
an Phosphorsäuré ist, die Obstbäume aber gerade
zur Erzeugung der Früchte viel Phosphorsäure
aötig haben, kann man jeder Kanne Jauche zwei
dände voll Thomasschlackenmehl zusetzen. Von Zeit
u Zeit ist auch eine Kalkdüngung sehr zu emp—
ꝛehlen. Die Kalkdüngung geschieht in vielleicht fünf⸗
ährigen Zwischenräumen vor dem Umgraben der
Baumscheiben, auf ein Quadratmeter ein halbes
Pfund ungelöschter pulverisierter Kalk trocken
intergegraben. Auch eine Kalidüngung ist nament⸗
ich auf mittleren und leichteren Böden nötig, wäh⸗
end sie auf allen schwereren, tonigen und leh⸗
nigen Böden, die von Natur reich an Kali lind,
ich erübrigt. Auf mittleren und leichteren, Böden
vwWe Pen pro Quadratmeter etwa ein Viertel Pfund
ainit.
Sind, nun diese Arbeiten beendet, und ist frost
reies Wetter, so geht es ans Ausschneiden und
Auslichten der Baumkrone. Es werden alle abge—
torbenen, kranken und solche Zweige, die sich gegen—
eitig reiben und scheuern, entfernt. Auch wenn
in Obstbaum zuviel Holz hat und die einzelnen
Zweige sich gegenseitig Luft und Licht wegnehmen,
snuß er adusgelichtet werden. Beim Absägen der
Aesse mit der Bgumsäge achte man darauf, daß
richt zu große, Aststumpfe stehen bleiben; daraus
ntstehen allerlei Eefahren, für den Obstbaum;
nan lasse alle Zweige nahe an der Ursyprungs⸗
stelle abschneiden. Die Wunden werden. bei ganz
ungen Bäumchen zweckmäßigerweise mit Baum—
pachs, bei älleren mit Steinkobhlenteer gestrichen,
e sind dann vor den Witterungseinfluüssen ge—
— V
e bei frostfreiem Wetter bis Ende Februar
zeschehen.

Einige empfehlenswerte Pflaumensorten.
Machdruch verboten.)
Anna Späth, eine ganz empfehlenswerte
Zalbzwetsche von von großer Fruchtbarkeit, die
iber einen warmen, feuchten Boden verlangt. Die
ehr großen, saftreichen Früchte, die eine blaue
Faͤrbung zeigen, reifen Ende September bis An—
fang Oktober.
Althannus Reineclaude —. Reifezeit An⸗
fang September —, kommt nicht allein für Tafelsondern
 auch für Einmachzwede in Betracht und
ignet sich daneben vorzuüglich für den Versand.
die Frucht ist mtelgroß und braunrot gefärbt.
der Baumn trägt 5 und, fortgesetzt sehr reich,
so daß der Gärtenbesitzer usw. mit den erzielten
Erträgen immer, zufrieden sein wird.
Deutsche Hauszwetsche, Reifezeit En de
Zeptember bis Anfang Oktober, liefert große und
eine Früchte, die allgemein beliebt und geschätzt
ind und, sich ganz da zum Dörren eignen.
Die deutsche Hauszwetsche gedeiht in allen Lagen
ind Bodenarten und zeichnet sich durch eine außer⸗
»rdentlich grotze Fruchtbarkeit aus.
—
Früchte sind wohlschmedend und erfteuen dich
ielerorten großer Beliebtheit. Reifezeit Septemher.
8rankfurter PfirsichZwetsche. Der
ehr reichtragende Baum liefert eine Menge schöner
Früchte, die allgemein als vorzügliche Tafelfrucht
ingesprochen werben önnen. Mitte bis Ende Sep—
ember werden die Früchte reif und können als—
dann geerntet werden.
GroßeherzogeB8,wet ssche. Die blauschwarzen
Früchte, die einen sehr feinen süßen Geschmachk
saben, reifen Ende September. Sie liefert außer⸗
zrdentlich reiche Etträge und kann wodl als die
zrößte Zwetsche gelten, die bisher auf den Mark'
zebracht worden ist.
Frühe aus dem Bühlertal, die beste
aller Frühzwetschen, reift Ende August. Die schön
olau gefärbten Früchte zeichnen sich durch ihren
vürzigen Geschmach und, ihr festes Fleisch aus.
Der Baum gedeiht in jedem Boden und in allen
Lagen und sollte daher noch weit mehr ange—⸗
baut werden als es bisher der Fall gewesen ut,
Gelbe Mirabelle— Reifezert Ende August
Seignet sich besonders für Konservierungszwecke.
Die kleinen gelben Früchte haben einen sehr gan—
genehmen Geschmach. Reichträgend und keine be—
onderen Ansprüche an den Boden siellend sind
weitere gute Eigenschaften der gelben Mirabelle
die in jedem Garten, einen Platz verdient,
Grobe grüne, Reineckaudee gedeiht ganz
zesonders in sonnigen Lagen mit fruchtbarem
Boden. Sie eignet Jich vorzüglich zum Kinmachen
und reift bereits Anfang September.
Herzog von Edinburg. Ihr, Anhau
mpfiehlt sich namentlich dort, wo der Boden kalt
Ist. Sie liefert große Früchte von rotblauer
Färbung und kommt sowohl für Tafel- als auch
F Wirtschaftszwecke in Betracht. Sie reift Ende
August.
Italbienische Zwetsche, eine vorzügliche
Tafel- und Wirtschaftsfrucht, zeichnet sich durch
zroße Fruchtbarkeit und Widerstandsfähigkeit gus,
derlangt aber einen feuchten Boden. Die großen,
dunkelblauen Früchte, die besonders süß sind,
reifen von Mitte bis Ende September.
Königspflaume von Tours, reift Mitte
bis Ende August und liefert große, feinschmedende
Früchte von violetter Färbung.
Königin-Virttorga-Pflaume. Der Baum
iefert sehr große, saftreiche Früchte mit goid—
jelbem Fleisch und Zeichnet sich durch eine groze
rruchtbarkeit aus. Diese Pflaume kann ebenfalls
»as Recht für sich in Anspruch nehmen,, als eine
orzügliche Tafeifrucht zu gelten. Die Zeifegeit ist
xẽnde August bis Anfang September.
Mirabelle von Mesz, reift Ende August
zis Mitte September. Die großen Früchte, die
ich durch besondere Sußigkeit auszeichnen, sind von
eee Färbung und Leignen sich sowohl zum
ohessen als auch zum Einmachen.
Mirabelle von Nancy, ebenfalls eine
chöne „grotze Frucht von sühem Geschmad, die
Ende August bis Mitte September reif wird. Im
ibhrigen gilt von ihr das gleiche, was über die
„Mirabelle von Metz“ gesagt ist.
Prinsens rote Reineclaude. Die rot⸗
braunen Früchte sind von feinstem Geschmach und
reifen Ende ZJuli bis Mitte August. Sie dürfts
As die beste Reineclaude für die Tafel bezeichnet
werden, daneben wird sie auch in großen Mengen
für Konservierungszwecke verwendet.
Schöne von, Löwen, Reilezeit Anfung
August, bringt schöne pe Früchte von violetter
Färbung und süßem Geschmad.
The Czar. Ter Baum zeigt eine außer«
ordentlich große Fruchtbarkeit und daher sollte
diese Pflaume weit mehr angebaut werden. als
s bisher der Fall gewesen ist. Das gilt nament⸗
ich fur leinere Gaͤrten, wo Pflaumen 3
ufig gepflangt werden als Birnen und Aepfel.
die purpurrot gefärbten —— find von 9173
Heschmag und reifen von Anfenag bis Witt
            
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