—
r den schuldigen Teil zu erklären und ihm
qe e Rechtsstreits aufzuerlegen.
Die Klägerin ladet den Beklagten zur münd—
schen Verhandlung des, Rechtsstreits vor die vierte
ihntammer des Königlichen Landgerichts in Saar⸗
rücken auf
den 9. Dezember 1918, vormittags 98/, Uhr,
mit der Aufforderung, einen bei, dem gedachten
Ferichte zugelassenen Anwalt zu bestellen
Verschiedene gerichtliche Angelegenheiten.
Kigl. Amtsgericht Saarbrücen.
Ourch Beschluß des Königlichen Amtsgericht
Saarbrücken vom 24. Juli 1913 ist der Bergmann
deinrich Roos in Dudweiler wegen Trunksucht ent—
nündigt worden.
Durch Beschluß, des Königlichen Amtsgerits
Saarbrücken vom 15. Juli 1913 ist der Andtreicher
hermann Netterdon aus Saarbrücken, geb. 18. 11.
881 wegen Trunksucht entmündigt worden.
33
Viehzucht.
Die Blindheit der Pferde.
Machdruck verboten.)
Unsere fämtlichen Haustiere sind glerhand
drantheiten dausgesetzt; Kinter anderem trifft, man
uh Auͤgenleden und Blindheit au. Diese Krank
eit ist aber wohl unter den Pferden am häu—
sasten.“ Seiten budet sie sich von sebbst heraus:
“den auermeisten Fällen, ist. sie pielmehr die
Folge äußerer Einflüsse, die sich aber sehr gut
ermeiden“ offen. Richt selten ist die rohe Be—
andlung seitens des Rosselenkers schuld an der
ehlindng, desn, da, er weiß, daß das Tier
Kopf und Sals besonders empfindlich ist, zielt
rmite der Peitsche direkt nach diesem Körper—
eil und verleßt durch einen unvorsichtigen Schlag
eicht das Auge.
Auch die Scheuklappen sind Marterwertzeuge,
zie unlser Umständen, zu Entzündungen und zur
Erblindung führen. Das Pferd sieht naturgemäß
Zitwärts, hat aber beständig ein Brett vor dem
ue und dieses zwängt die Sehtüchtigkeit in
ine, unnatürliche Richtung. Auch die Schweißaus—
ünstung und der sich ansammelnde Staub sind
chädlich. Einsichtsvolle Tierhalter haben darum
ie Scheuklappen, die übrigens ihren Namen mit
sollem Recht tragen, weil sie das Pferd scheu
nachen und darum schon, so viele Unglücksfälle
yerursacht, haben, längst beseitigt,
Nicht selten, sind auch unpraktische Raufen die
Ursache zu eiternden Entzundungen und Erblin⸗
zungen. Sind nämlich die Raufen hoch über der
Futterkrippe angebracht, so kann das Pferd, nur
nit fast senkrecht nach ohen gerichtetem Kopfe
inige Heuhalme erlangen. Daben fällt so manche
deublume, Detelgranne, Stauh und dergl. herab
ind rufen, sobald sie ins Auge geraten, nach
eilige Folgen hervor.
Ebenso, wie der stark gmmoniakhaltige Pferoe—
—WV
Dunst auch auf das Auge des Pferdes eine unan⸗
zenehme Wirkung aus, und der Pferdepfleger
ollte deshalb nicht Mterlafsen, den Dünger aus
dem Pferdestalle häufig, zu entfernen, und autzer—
dem pro Kopf täglich 1/3 Kg. , Gips, oder Kainit
imn Stalle auszustreuen, um den so wertvollen
Ammoniak zu binden.
Schließlich ist auch die Einwerkung des Sonnen—
ichtes und die Anordnung der Stallfenster im—
tande, unter Umständen eine Angenkrankheit her—
orzurufen. Sind, die, Augen des, Pferdes, dem
dichte abgekehrt, so blendet der plötztiche Wechsel
eim Hingusführen, das Tier. Sind die, Fenster
vorn am Hopfe in Augenhöhe angebracht, so ist der
zauernde Einfluß des Lichtes ebenfalis schädlich,
ber auch das, von der Seite eintretende Licht
st nicht einwandfrei, wenn die Fenster zu niedrig
tehen. Letztere sollen vielmehr stets in etwa 1,770
his 2 Meter Höhe angebracht sein. Walter.
Keunzeichnung von Schweinen.
Nachdruck verboten.)
Zu einer rationellen Schweinezucht ist, be—
onders wenn dieselbe in größerem Maßstabe
zetrieben wird, auch eine äußere Kennzeich—
iung der zur Zucht bestimmten Tiere notmen—
ig, und zwar schon aus dem Grunde, weil
jerade in der Schweinezucht die Paarung bluts⸗
erwandter Tiere die nachteiligsten Folgen
ntach sich ziehen kann, da dadurch eine Verseine—
zung, eine sogenannte Ueberbildung eintritt,
velche eine weitgehende Degeneration herbei—
geführt, die sich bis zur gänzlichen Unfruchtbar—
leit steigern und selbst den Tod der Nachkom—
nen herbeiführen kann. Diese Kennzeichnung
solgt am besten durch das Tätowieren der Tiere
m Alter von sechs bis acht Wochen, zu welcher
zeit der Zuchtwert der Schweine schon mit
iemlicher Sicherheit hu erkennen ist. Die Täto—
vierung geschieht am zweckmäßigsten auf der
iußeren Ohrmuschel; wobei die Zahlen quer
zestellt werden, damit sie leichter auf weitere
Entfernungen gelesen werden können. Zur Aus—
ührung der Tätowierung müssen zuerst die
ziffern in eine Tätowierzange eingesetzt wer—
den, worauf diese auf die richtige Stelle des
nit einem Lappen gereinigten Ohres und zwar
o aufgesetzt wird, daß die Ziffern der Zange
nuf die Außenfläche des Ohres zu stehen kom—
men. Sodann wird die Zange mit größtmög—
lichstem Kraftauswand zusammengedrückt. Um
die einzelnen Nummern nicht falsch, d. h. ver—
kehrt in das Ohr zu drücken, empfiehlt es sich,
rft einen Abdruck auf ein Stück Papier zu
nachen. Die kleinen Stifte, aus denen die
Ziffern zusammengesetzt sind, dringen tief in
»as Ohr ein, wobei dieses häufig durchstochen
vird, was aber eher einen Vorteil als einen
Nachteil bringt. Die dadurch entstandene Wunde
vird dann mit der Tätowiermasse tüchtig ein—
zerleben, und zwar in der Weise, daß man
die Farbe auf den Daumen nimmt, den Zeige—
inger in die innere Seite der Ohrmuschel legt
und nun mit dem Daumen die Farbe einreibt.
Von dieser Einreibung, welche mindestens zwei
Minuten fortgesetzt werden muß, sowie von der
Zubereitung der Farbe hängt es ab, wie lange
die Tätowierung sichtbar bleibt. Um zu starke
Blutungen und damit das Wegspülen der zur
Verwendung kommenden Farbe zu vermeiden,
muß an dem betreffenden Ohr möglichst eine
Stelle gesucht werden, die frei von größeren
Adern iist. Sollte aber trohdem das Ohr länger
und stärker bluten, dann muß länger und mit
mehr Farbe eingerieben werden.
Die Tätowierungsmasse wird am einfachsten
in der Weise hergestellt, daß man Kienruß in
Spiritus zu einem dicken Brei von Butter⸗
onsistenz einrührt, welche Farbe bdann nonß
vem Gebrauche gut geschlossen aufbewahrt wer⸗
»en muß. Auch läßt sich als Tätowier—
arbe fein gemahlenes Beinschwarz, das ist
dnochenkohle, wie sie zur Anfertigung von
ztiefelwichse gebraucht wird, verwenden. Von
iesem Beinschwarz nimmt man 324 Vöffel
oll auf einen Teller und gießt so viel denatu⸗
ierten Spiritus hinzu, daß ein ziemlich dicker
zrei wird, der aber nie vor seiner Verwendung
janz trocken werden darf.
Zur Orientierung, in welcher Art die Kenn⸗
eichnung eines Zuchtschweines erfolgen kann,
ei in nebenstehender Figur ein Schema an—
jeführt, und zwar für das linke Ohr, das man
in der Regel hierzu benützt: die
91 711 8ahl 16 bedeutet das sechzehnte im
Jahre 1911 geborene Schwein. Die
stummer 4 bedeutet den Monat April, in wel—
hem das betreffende Schwein geboren ist. Ob
iun das Tier, hier also Nummer 16 vom Aprik
»es Jahres 1911, am 1. oder 30. April geboren
vurde, ist wohl für den Augenblick, in dem
nan das gerade wissen will, nicht von so großer
zedeutung. Wenn man aber diese drei Zahlen,
1. 4 und 16, weiß oder im Ohre lesen kann,
o kann man auch im Stammregister, in wel—⸗
hem jedes neugeborene Tier eingetragen sein
nuß, den Geburtstag sofort finden.
Dieses Tätowieren ist aber immer nur für
veiße Schweine anwendbar, da für schwarze
zchweine noch immer keine geeignete Farbe
jefunden wurde, weshalb diese Schweine durch
kinkerben in die Ohren oder mittels Ohrmar—
en gekennzeichnet werden müssen. Hier ist
aber wieder das Einkerben den Ohrmarken vor—
uziehen, da es nur zu häufig vorkommt, daß
rotz der größten Aufmerksamkeit ein Teil der
Marken im Laufe der Zeit verloren geht.
Herm. König, B.Leipa.
Die Kartoffelfütterung.
Nachdruck verboten.)
Die Einführung der Kartoffel hat bei uns
inen großen wirtschaftlichen Umschwung her—
orgerufen. Wenn man bedenkt, daß noch
zriedrich der Große mit erheblichen Schwierig—
eiten zu kämpfen hatte, um die Kartoffel ein—
zuführen und nun den heutigen Konsum dieses
dnollengewächses in Betracht zieht, so muß
nan die Wichtigkeit der Kartoffel als In—
dustriematerial und namentlich als Nahrungs—
nittel anerkennen. Ein landwirtschaftlicher
ßollbetrieb ist heute ohne die Kartoffel gar—
nicht denkbar; sie bildet einen wesentlichen Be—
tandteil des gesamten Viehfutters.
Namentlich für die Schweine geben die
dartoffeln ein sehr zusagendes Hauptfutter ab.
da sie roh schlecht ausgenutzt werden, erhalten
die Schweine sie nur in gedämpftem und ge—
rocknetem Zustande. Gar zu stark darf aber
die Ration an Kartoffeln nicht sein; die
SIchweine bekommen sonst Hängebäuche und
eiden dann sogar an Knochenweiche. Auch
er Geschmack des Fleisches leidet; es wird fade,
chrumpft beim Kochen ein und hat ein lockeres
und weiches Fett. Ferkel bekommen pro Tag
in Pfund, und diese Ration steigert sich bis
u höchstens 10 Kilogramm bei Ende der Mast.
Das Rindvieh verwertet die Kartoffeln so—
vohl in rohem als auch in gekochtem Zustande.
Milchkühe und auch Zugochsen können in der
Arbeitszeit bis 20 Pfund rohe Kartoffeln pro
dag und Haupt erhalten. Wenn das Vieh
emästet werden soll, so ist die Verfütterung
edämpfter oder gekochter Kartoffeln ratsamer,
a hierdurch der Nähreffekt wesentlich gesteigert
vird, und die hierbei gereichten größeren
Nengen roher Kartoffeln Durchfall veranlassen
zürden. Als stärkste Gabe sind für Mastrinder
twa 25 Kilogramm pro Tag zu rechnen. Auch
Nast- und alte Schafe, sowie erwachsene
dammel können kräftig mit Kartoffeln ernährt
derden. Für Lämmer, Kälber und Fohlen
ignen sich die Kartoffeln aber nicht. Das
tnochengerüst dieser Jungtiere ist in raschem
Vachstum begriffen, und die Kartoffel kann
vegen ihres geringen Kalkgehaltes diesem Be—
ȟrfnis nicht gerecht werden.
Wer gewillt ist, sein Vieh in der Haupt—
ache mit Kartoffeln zu ernähren, der möge
»edenken, daß die Kartoffel sehr arm an Ei—
veiß ist, und daß bei ungenügender Zufuhr an
tickstoffreichem Beifutter die stickstoffreien Be—
tandteile nicht zur Ausnützung gelangen. Es
st also dringend anzuraten, neben den Kar—
offeln erhebliche Kraftfuttergaben anzuwenden
ind in diesem Falle lieber die Kartoffelportion
u verringern. In Frage kommen Baumwoll⸗
aatmehl, Sesamkuchen, Kokoskuchen, Raps—
uchen u. dergl.
Die Kartoffel ist auch natronarm und fast
hlorfrei, und da auch das Raufutter und be—
onders das Stroh wohl kalireich, aber arm
in Natron ist, so muß dieser Mangel durch
egelmäßige Salzgaben ausgeglichen werden.
Praktikus.
Geflügelzucht.
Trennet die Geschlechter.
Nachdruck verboten.
Selbst bei späteren Bruten ist das
un soweit herangewachsen, daß sich die eschlech⸗
er — wenigstens bei Hühnern — erkennen lassen.
da der Bedarf an Hennen ein viel größerer ist
ls an Hähnen, sind allzuviel Junghähnchen nicht
ern gesehen, weil sich zu annehmbaren Preisen
nancherorts kaum ein Absatz erzielen läßkt. Dies
ilt besonders da, wo die Geslügelzucht wenig
der garnicht organisiert und rassiges Geflügel na—
ürlich selten ist; solche Jungtiere haben nur Schla ht⸗
vert, und so früh wie irgend möglich solsten die
iberzäbhligen Jungtiere geschlachtet“ werden. denn
u verdienen ist nichts dabei, wohl aber können si?
nit zunehmendem Alter sich —— beschädigen,
odaß Verluste nicht ausgeschlossen sind.
Der, Rassezüchter ist gezwungen, die jungen
zähne länger zu behalten, es sei denn, daß Tiere
orhanden sind, welche mit Fehlern behaftet sind,
te sie zur Zucht untauaglich erscheinen lassen Ti——
nit derartigen Iie mussen unbedingt mög⸗
ichst bald le tet werden, damit für die bessere
Nachzucht d vorhanden ist. Gute Preise für
Jungge'lügel lassen sich aber erst erzielen, wenn bie
kdiere sich in ihrer vollen Schönheit zeigen können,
vas im Herbst erst der Fall ist.
Nicht jeder Züchter rersügt über genügend Aus—
auf, um die Inn ere unbeschädigt bis zum Herbst
ind Winter behalten zu können, denn sobald die
Zähnchen sich einigermaken wohl fühlen, beginnen
ie ihre Kräfte gegenseitig zu messen, wobei es
»ft blutige Köpfe gibt. Ein wertbolles Tier kann
eicht Schaden nehmen, denn nicht immer Hist der
Sieger auch das schönste Tier. Um derartige Un—
innehmlichkeiten zu vermeiden, soll man nicht nur
ie Hähne, von den Hennen trennen, sondern zweck—
näßig auch die Janghähne isoliert halten, und, wo
dies nicht angängig, sie mindestens mit einem alten
dahn in einen besonderen Stall und Auslaul
—3 —
um Vorteil gereicht es den fungen Haunen
eineswegs, wenn sie mit dem alten Geflügel, einen
Laufraum teilen. Der Geschlechtstrieb stellt sich
ei den Tieren schon ziemlich früh ein, wodurch die
Rrperliche Entwicelung ganz entschieden ungünstig
eeinflußt wird, ganz, abgesehen davon, daß die
dennen unnstig belästigt werden, was wiederum
dämpfe ausloͤst. Sollte es sich nicht möglich machen
Men die Trennung vorzunehmen, so würde als
destes Mittel zur Verhütung der angegsbenen Uebel—
tände sem, den Junghähnen Beinfesseln anzulegen
venigstens den Tieren, die fortgesetzt Kampflus
eigen.
Züchter wertvoller Rassen sollten diese Ratschläge
nicht außer acht lassen, denn ein Kammfehler, der
durch Beißereien sehr leicht entstehen kann, macht
elbst das beste Tier, minderwertig, wodurch der
Absatz erschwert und die Einnahme verringert wird
Beflügel⸗-Zuchtstäͤmme.
Machdruck verboten.)
Oie meisten Geflügelzüchter halten ihre Hühner
n der Hauptsache der Eier wegen. Wo ein anderer
zwzeck nicht verfolgt wird, dort ist ein Hahn nicht
rforderlich. Da aber alljährlich einige Hühner ein—
‚ehen oder planmähig ausgemerzt werden müssen, so
ind wieder Jungtiere nötig, die diese Lücken aus—
üllen. Schließlich ist ein Junghahn in der Pfanne
ruch nicht zu verachten, und da ist es doch billiger,
venn man die nötigen Bruteier von dem eigenen
Bestande nimmt. Für diesen Zweck ist dann aber
och ein Hahn nötig, und zwar muß sich die Zahl,
das Alter und die Indiridualität der Hähne ganz
iach dem Bestande der vorhandenen Hennen richten.
Man kann bezüglich der Zusammensehzung der
Zuchtstämme nicht genau bestimmte Normen angeben,
denn es sprechen gerade hierbei sehr viele Um—
tände mit. In der Regel soll man einem Hahn
nicht mehr als acht bis zehn Hennen zugesellen;
s sind aber schon Fälle bekannt geworden, daß
het selbst kleineren Zuctstämmen die Befruchtung
ine mangelhafte war, während mancher Hahn die
Eier von dreißig und mehr Hühnern dauernd gut
efruchtete. Namentlich bei den lcbhaften südlän—
dischen Rassen, wie Italiener, Spanier und Mi—
norla dann man dem Hahn eine großere Zeugungs—
fraft utrauen; auch die jungen Hähne aller Rassen
sind als Zuchttiere wertvoll, soweit fie natürlich
pölhig erwachsen sind.
Iht der Hahn drei Jahre alt gewöorden, so
darf er keineswegs zur Zucht weiterbehutzt werden,
za er nicht imstande sein würde, die Befruchtung bei
elbst ganz kleinen Stämmen mit Ersolg vorzunch—
nen. In den allermeisten Fällen wird der Be—
tand an Hennen mehr wie zehn betragen und es
vürden dann naturgemäß mehrere Hähne nötig
ein. Da man letztere bei ihrer Streitbarkeit aber
richt gut, nebeneinander halten kann, wird man
jut vun. jeden Hahn nur immer ein Jahr zu be—
iützen, und ihm dann immer wieder einen jugend—
rischen Nachfolger zu geben, der aus der leßtjäh—
igen Frühbrut genommen ist.
Wenn jemand nur bis 15 Hennen hält, kann
in kräftiger Hahn zwei Jahre hindurch bei ihnen
helassen werden, dagegen verlangt ein Hühnerhof
nit einem Hennenbestand von mehr als 15 unbe—
ziingt jedes Jalx einen frischen Hahn, wenn die
Befruchtung der Eier eine genügende sein soll. Eine
inmalige Begattung der Henne kann zwar mehrere
Eier zugleich befruchten, jedoch ist dieser Begattungs—
einftlußnur von kurzer Dauer, und zwar nimmt
man als Durchschnitt zehn Tage an. Wenn man
. B. den Hahn von einem Hühnerstamm weg—
nmmt, so werden die Hennen nach längstens vier—
»ben Tagen unhbesrucktet: Eier legen Osten
Gartenßan.
Serrosen.
(Nachdruck verboten.)
Wer im Garten eine Wasserfläche, sei sie
ruch klein, besitzt, sollte nicht versäumen, die—
elbe mit Wasserpflanzen zu besiedeln. Hat
richt schon einen jeden von uns eine Seerose
iuf der glatten Fläche eines Teiches oder Sees
intzückt? Ich denke doch! Nun wird mancher
agen: Ich habe keinen Teich, sondern nur
in kleines Bassin, da gedeihen doch keine See—
osen? Und doch gibt es Arten, die auch unter
olchen Verhältnissen fortkommen. Es gibt
iun viele Neuzüchtungen, die mehr oder
veniger von der Stammsorte abweichen, aber
rotzdem noch wunderschön sind. Für kleine
Behältnisse geeignet sind folgende Sorten:
stymphaea hybrida Daubeniana, die Blüten—
'arbe ist zartblau, sie kann aber auch für
rroße Behälter (Teiche usw.) sehr gut ver—
vendet werden; N. zanzibariensis azurea, hell⸗
laue, große Blüten; N. mexiecana, kanarien—
gelbe, kleine Blüten, treibt auch Ausläufer;
N. laydekeri rosa, duftende, rosakarmin Blüten
nit gelben Staubfäden; N. aurora, Farbe der
Bblüte ändert sich von rosa bis dunkelrot,
»range Staubfäden, Form ist groß. Die vor—
zsenannten Sorten eignen sich auch für Aqua—
ien usw.
*
ãA
Für Teiche usw. sind gute Sorten: Nym—
haea alba, die bekannte weiße Seerose; N.
indreona, große, rote, schalenförmige Blüten,
ich über das Wasser erhebend, mit orange
Staubfäden: N. atropurpurea, dunkelrote
zroße, sternförmige Blüten; N. marliacea var
bida, milchweiße, am Grunde rosa, große
zlüte; N. mariliageeag flammeg, große, dunkel—
vein⸗rote Blüten, rote Staubblätter, Blätter
ind gefleckt: N. odorata var. sulphureg grandi—
flora, große, schwefelgelbe Blüten; Nuphar
utea, die bekannte, kleinblumige, gelbe Wasser—
rose, und noch viele andere geeignete Sorten.
Diese Sorten sind alle fast winterhart. Die
Kultur der Nymphaeen ist ziemlich leicht. Als
Erde gebe man ihnen lehmige Gartenerde mit
rꝛinem Zusatz von altem Kuhdung oder man
derwendet alten verrotteten Teichschlamm
Sollen die Seerosen später ausgepflanzt wer—
den, so pflanzt man sie in lockere Körbchen
auch Drahtkörbe (etwa 35 Zentimeter Weite
und 15 Zentimeter Höhe) und setzt sie dann
ins Wasser, das eine Tiefe von 25 Zentimeter
jaben soll. So bleiben sie, bis sie sich fest
eingewurzelt haben, es dauert etwa drei
Wochen, worauf man sie dann an ihren Stand—
ort bringt. Je nach der Sorte betrage der
Wasserstand 40-100 Zentimeter, bei manchen
Zorten auch 1,50 Meter. Der Stand der See—
rosen soll sonnig, in ruhigem Gewässer sein.
NMan muß sie auch vor Enten, Gänsen ꝛe.
chützen; desgleichen, wie schon gesagt, vor
tarker Strömung. Für Kübel oder Bassins
genügt eine Wasserhöhe von 15—30 Zenti—
meter über dem Herzen der Pflanze und eine
Erdstärke von etwa 20 Zentimeter. Im all—
gemeinen pflanze man Seerosen so tief, daß
ein Einfrieren nicht möglich ist; geht das nicht,
o läßt man erst eine Eisschicht frieren, bringt
»ann darauf eine Laub-eDeckung. Oder noch
einfacher, man läßt das Wasser der Bassins ꝛc.
ab und deckt dann so die Pflanzen ein. Zu
ängstlich braucht man wegen des Einfrierens
richt zu sein. Die Seerosen kann man den
ganzen Sommer hindurch pflanzen, so lange
ich die Pflanzen in Vegetation befinden, also
etwa zwischen Anfang Mai und Anfang
August. I. Schreiter
herbitbehandsung von Himbeerpflanzungen.
Nachdruck verboten.)
Noch bevor die Pflanzen den Trieb eingestell
haben, werden die abgetragenen Schößlinge bis
zuf den Wurzelstock weggeschnisten. Es genügt nicht
ije über der Erde abzuschneiden. In den höohi—
verdenben Sumefen sammelt sich nämlich alles an,
vas an Ungeziefer und Kranlkheiten einer Him—
eernflanzung gefährlich werden kann. Man warte
ruch nicht, bis der Winter herangekommen ist,
rühzeitiges Entfernen der giten Triebe hat di?
zrästigung der jungen zur Folge, und diese lind
s, wesche im nächsten Jahre die Ernte bringen sol—
len. Sorgfältig entferne man auch jene Shößlinge,
velche verkrüppelt erscheinen oder eine krankhafte
Spitze besitzen. deren dürftiges Laub und unzu—
eihende Ausbildung auffällt. Solche Triebe ent—
alten im Mark dewöhnlich die sehr gefährliche
Made des Himbeerglasfliegers. Wie überall, so
st es auch hier empsehlenswert, das Abfallholz za
erbrennen. Menn der Trich gegen Mitte Oktg—
her ganz aufgehört hat, schneidet man die schwäch—
ten einjährigen Triebe ebenfalls fort, so daß nur
die 5 bis 7 stärlsten Schößlinge als näch'tjährige
Hauptträger stehen bleiben.
Im September, alsbald nach dem Ausschneiden
des alten Holzes, wird zum letten Mal gehackt und
dabei Kunstdünger gegeben. Man streut Thomas—
nehl und Kainit aus, die unmittelbar vor der Ver—
vendung miteinander vermischt werden. Von dem
Hemenge streut man auf je ein Quadratmeter 1009
Sramm aus und hadt diese Düngung ganz slach
inter. Tiefe Bodenhearbeitung ist der flach wur—
elnden Himbeere schädlich. Da Kunstdüngung allein
ur guten Traglfäbigtkeit von Himbeeren nicht ge—
rügt gibt man zur Ergänzung Stallmist. Diesen
Wer erst im Frühjahr, kurz ehe der Trieb beginnt
1. Janson.
Campanuta Mahi.
Mackhdruck vervoten.)
Oiese herrliche Kalthausstgude. auch fürs Zim—
ner vorzüglich geeignet, ist keine Neuheit mehr, son—
zern schon mehrere Jahre in Kultur. Troß ihrer
Schönheit, insolge prächtigen, hellblauen Blamen,
vomit sie mehrere Sommermongate hindurdt ge—
chmückt ist, scheint sie noch nicht sehr verbreitet zu
ein. Ich möchte sie die schönste Ampelpilanz: nen—
nen, denn in vollem Blütenflor ist Lampanula Mayi
virklich entzückend. Ihre Vermehrung geschitht leicht
durch Stecklinge wie auch durch Abnatme von
Wurzelausläusern, beziehungsweise Ttilung. Jhre
ganze Kultur besteht in einer jährlichen Umpflan—
ung in etwas größere Töpfe mit qguter. kräftiger
iahrhafter Erde. und möglichst fühler Aufstellung.
vährend ste jedoch vor startem Wind geschützt wer—
»en muß, da derselbe die zarten Ranten in Un—
»rdnung bringen würde. Im Winter bält man sie
benfalls möglichst kühl und hell, damit die dann
ervorkommenden neuen Triebe. an welchen im
Zommer die Blumen erscheinen. nicht zu lang und
u dünnwüchsig werden. Kampangla Mant als De
oration am FJenster oder im Blumentisch zwischen
dradeskantien hängend wirkt großartig, besonders
die vielen hellblauen Blumen heben lsich sehr her
9or
Behaudlung kranker Topfpflauzen.
Machdruck rerboten.)
Wenn Pflanzen ihr Laub abzuwersen beginnen,
o ist das ein Zeichen, daß ihre Gesundheit beein—
trächtigt ist, indem entweder durch Mangel an
Rahrung, durch zu vieles Gießen, durch Ueber—
hitung. durch Kälte oder andere Ursachen die
Faserwurzeln, welche die Nahrung zuführen, zer—
lört sind. Der Fehler, der in solchen Fällen be—
sonders begangen wird, besteht darin, daß man
eine starke Pins Wasser oder gar einen tüch
tigen Dungguß gibt, wodurch aber das Uebel nur
verschlimmert wird. Wenn, eine Pflanze trauert,
lasse man den Boden vorerst beinahe troden wer—⸗
ven, dann stürze man sie aus dem Topfe, nehm
»en Ballen zwischen die Hände und drücke ihn so—
ziel, um die äußkere Kruste abzuschütteln. Darauf
»ersetze man die Pflanze in frische, trockene Erde
ind nehme dazu einen frischen Topf oder wasche den
alten gut aus. Der Topf soll nur so groß sein,
»aß nicht mehr als ein Zoll Erde zwischen dem
kdopfe und dem Wurzelballen Platz findet. Nach
»em Verpflanzen gebe man Wasser genug, damit
ich der Boden im Topf um den Wurzelballen
etzt, und man gieße nicht eher wieder, als bis die
IJlanze wieder zu wachsen anfängt oder der, Boden
ollemmen tfroden geworden ist. Auf die oben an—
esührte Weise kann man manche kranke Topfpflanz:
ioch vor dem sicheren Verderben retten. C. Schipte.
öæ
ldochriczten gug den dereinen, der eondwirisczast
und suginflerzucht im aretig earhrten.
Verwaltungsstudium an der landwirtschaft⸗
lichen Akademie Bonu⸗Poppeledorf.
An der landwirtschaftlichen Akademie Bonn—
Poppelsdorf wird vom kommenden Winter an ein
weisemestriger Lehrgang der landwirfschaftlichen