V
nelmehr muß der vorsorgende Landwirt fur jeden
ren p wde f ———
Iteit haben, sich rig zu schaffen. Diese Mög⸗—
ichkeit bletet ihm die iehpericherung. Wie stark
der Todesfall oder guch nur jede Krankhejt des
Hsehs auf die ganze, Wirtschaft einwirkt, ist ja zur
henüge bekannt. Vielleicht trägt die Kenntnis der
vichligsten über diesen Zweig der Versicherung im
hefetz gegebenen Vorschriften dazu bei, die Vieh—
eaeunge zu verbreiten. Die nachiolgend er—
auterten, Bestimmungen des Gesetzes gelten jedoch
n den Landesteilen nicht oder nicht imbeschränkt,
n dexen, die, Viehwersicherung oder eine beson—
erer Teil derselben: die
ine stgatliche Zwangsversicherung ist und sie geh
en auch dort nicht, wo die Versicherungsgesellschaft
mit dem Landwirt im Versicherungsvertrag be—
timmte Bedingungen festgesetzt hat, die aber wohl
meist den gesetzlichen Vorschriften entsprechen wer—
»en. Deshälb ist es auch hier wie bei der Hagel—
zersicherung notwendig, dak sich der Landwirt von
ʒer Versicherungsgesellschaft genau über seine Pflichen
unterrichten läßt, damit er nicht durch die
sersäumnis der ihm nach dem Vertrag oder Ge—
ehn wbliegenden Pilichten seiner Rechte, insbeson⸗
)ere seines Anspruches, auf Auszahlung der Ver⸗
icherungssumme vexlustig gebt. Die Viehyersiche—
ung wird in der Haurtsache für zwei Fälle ein—
segangen: für den Tod oder für durch, Krank⸗
eit vder üÜünfall ohne Todesfolge entstandenen
dchaden. Als Todesfall ist auch die sogenannte
dotfotunganzusehen d. h. die Schlachtung des
Tieres zweds Berwertung des, Fleisches oder son⸗
iger Beftandteile, wenn infolge einer Verletzung
»der Erkrankung des Tieres zu erwarten ist, daß
as Tier fallen wird. Jedoch darf der Versiche⸗
ungsnehmer die Rottstung nur mit Einwilligung
er Versi herungsgefellschasf rornehmen, es sei, daß
e Rottolung unbedingt sofort erfolgen muß. Die
zeselischaft ann aber aus der ohne ihre, Zu—
mmung erfolgten Nottötung dann keine Rechte
ur sich“ herleilen, wenn ein Tierarzt oder zwei
achkundige Versonen festgestellt haben, daß, die
kösung notwendig war. Liegt eine solche Fest—
ellung nicht vor, und war auch die Nottötung
icht unbedingt sofort erforderlich, so braucht, die
zersicherungsgelellschaft nicht zu zahlen. — Eine
jesondere Art der Viehversicherung ist die Schlacht—
Fiehversicherung und die Trichinenversiherung. Wir
jaben auch shavon schon gesprochen, daß durch das
Hesetz über die Schlachtvieh⸗ und Fleischbeichau an
ie Beschaffenheit des Fleisches als dem wigthtigsten
nenschlichen Nahrungsmittel gewisse Anforderungen
gestellt werden und sür den Fall, daß diese nicht
rfüllt werden, gänzliche oder teilweise Vernichtung
»es Fleisches angeordnet wird. Durch sosche An—
»dnung kann der Landwirt als Besitzer von
Zzchlach!vieh Schaden erleiden, den ihm die Schlacht—
iehversicherung oder Trichinenversicherung pergütet.
Ddagegen umfaßt, die Vielversicherung nicht den
Ersatz desjenigen Schadens, der dem Landwirt schon
ach dem Viehseuchengesetz vergütet wird oder ver—
zütet worden wäre, wenn er nicht durk, Zuwider⸗
sandlungen gegen seuchenpolizeiliche Vorschriften ihn
erwirkt hätle. Die Viehversicherung, umfaßt auch
licht denjenigen Schaden. der durch Maßregeln ver—
irsacht wird, die im Kriege durch Auordnung eines
nilitärischen Befehlshabers getroffen sind. Die Ver—
icherungsgesellschaft hat den durch Krankheit oder
Unfall des Tieres für den Landwirt sich ergeben⸗
den Schaden zu ersetzen, jedoch nicht die Kosten
der Fütterung und Pflege des kranken Tieres. Die
Kosten der ersten tierärztlichen Untersuchung bei
Erkrankung nur zur Hälste, dagegen nicht die Kosten
der weiteren ärztlichen Behandlung. Mird durch
Kraukheit oder Unsallder Tod herbeigeführt, auch
zurch Nottötung. so ist als Betrag des Schadens
»or allem der Wert zu ersetzen, den das Tier
uinmittelbar vor Eintritt der Erkransung oder des
Anfalls gehabt hat. Tritt nun nach Krankheit
»der Tod eines Tieres, für welche die Gesellichaft
Ersatz geleistet hat, ein neuer Unfall ein, so
hraucht sie hier nur den Skaden noch bis zur
zöhe des Restbetrazes der Versicherungssumme zu
ersehen. Da es für die Gesellschaft äußerst schwierig
ist, bei einem Unfall festzustellen, wie weit dieser
auf Verschulden des Landwirtes zurück-uführen ist,
o steht ihr nach dem Gesetze das Recht zu, jeder—
ꝛeit auf ihre Kosten eine Besichtigung und Unter—
uchung der verlicherten Tiere pornehmen zu lassen.
Die Hauptpflichten des Landwirtes, der eine Vieh—
ersicherung abgeschlossen hat, gegenüber der Ge—
ellijchaft sind sehr mannigfaltig; auf sie muk be—
onders eingegangen werden.
—F
Geflügelzucht.
Die Behandlung des Geflügels in der Maner⸗
zeit.
Bon M. Senydel-Brieg. Nachdruck verboten.
In der Zeit, in welcher das Geflügel sein
Sommerkleid gegen das Wintergewand vectauscht.
vomit manche Rassen schon im August beginnen,
»edarr es besonderer Pflege. Manche Haussrauen
zlauben im Gegenteil den Hühnern in dieser Zeit
jeringeres Futter geben zu können, da sie ja doch
pährend derselben keine oder doch nur wenig
fFier legen! Das ist jedoch grundfalsch. Gergde
vährend der Mauser, wo der Körper zur Bil—
ung der Kiele und des Flaums der neuen Federn
ehr viel abgeben muß, ist ein Ersatz durch bessere
Fütterung und größere Wärme im Stall, wo die
ft halbnackten Tiere bei kaltem Herbitwetter frieren
nüssen, ein unumgänglich, notwendiges Erforder—
tis. Ein, gantes Körnerfutter von Gerste und
Weizen (nicht Hinterkorn!). was auch trocken sein
nuß und keine Schimmeldilze enthalten dars, (man
pärmt es in einer Futtersäwinge oben auf dem
derde „etwas an), müssen mausernde Hühner in
rster Reihe erhalsen. Dann aber auch, Am beiten
»es morgens, ein Weichfutter ron Kleie oder
Schwarzmehl. Gerstene oder Buchweizenschrot, mit
—VV gehrüht und, wenn angängig, mit
twas saurer, Milch, Buttermilch oder Raͤgetmilch
jermischt. Um dies Futter, was aber immer den
daupthestandteil des Weichfutters bilden muß, etnas
u verbilligen, fügt, man gelochte und gehadte Kar—
offeln. Rüben oder Kuͤrbisse hinzu. Hat man,
vie in städtischen Hühnerhaltungen, dergleichen
icht, so verwendet man eingeweighte Broireste oder
erstampften und gebrühten Leinkuchen und kann
uch lleingehackte Fleischabfalle aus Schlächtereien
»der, von Pferdefleish, — aber immer gekocht —
in kleinen Portionen dem Futter beimengen. Bei
tassem Wetter hält man mausernde Hühner im
Stall, wo sie am besten einen Vorraum als Scharr—
zaum eingerichtet erhalten, damit sie die nötige
Bewegung nicht entbehren. Zuglust ist zu, ver⸗
neiden und für Gelegenheit zu sorgen, daß die
hühner sich in trodnein Sand oder in Asche ein—
vBühlen könnoer
LTruthühner, Enten und Gänse sind wührend
er WMauserzeit ebensalls besser zu füttern. Be—
onders die zur Mast bestimmten Tiere sollten
wahrend derselben, nickt vernachlässigt werden.
Immer wird ein gutes Aussehen des Geflügels, ein
eichliches Eierlegen und ein schnelterer Fettansatz
Ur die hessere Pflege während der auserzete jch
ien, Idahrend, wenn das Gegenteil der Fall war,
e Tiere weniger gut durch“ den Winter kommen
ind in keiner Hinsicht so leistungsfähig sein wer
den, als qut gepiledte —V
Wie vermehrt man den Cierertrag?
Nachdruck verboten.
Unter den Mitteln hierzu kommt zunächst
ie Auswahl des Zuchtstammes in Betracht.
Bei der Paarung der zur Nachzucht bestimm⸗
en Tiere ist darauf zu achten, daß keine
Inzucht getrieben, d. h. niemals blutsver wandte
Tiere gepaart werden. Es tritt dadurch Dege—
ierieruͤng ein, indem die Nachzucht, je länger je
nehr, der guten Eigenschaften der Stammeltern
zerlustig geht. Um das zu vermeiden schafft
nan mindesiens alle zwei Jahre einen neuen
Zahn an, wobei es nicht einmal so sehr auf
ie Rasse desselben, als vielmehr darauf an—
ommt, daß er die Eigenschaften seiner Nasse
virklich besitzt. Hierin erreicht man am sicher⸗
ten seinen Zweck, wenn man den Hahn dort
'auft, wo auf Verbesserung der Rasse Wert
gjelegt wird. Nicht gle'chgiltig ist es, ob die zu
rIbrütenden Kücken, welche zu Legehennen
jeranwachsen sollen, selbst von guten Hennen
bstammen. Hennen, die von früh bis abends
leißig Futter suchen, werden auch größere und
nehr Eier legen, als träge, schlecht fressende
zennen. Gute Legehennen vererben ihre guten
figenschaften auf ihre Nachzucht, man muß
ilso solche wählen, welche jene Eigenschaften
zesitzen, wenn man gute Legehühner erzielen
vill, und nur deren Eier zur Brut verwen—
en. Auch ist es dienlicher, nur die Eier von
Nund s8jährigen Hennen zu nehmen. Ferner
tt zu beachten, daß nur Frühbruten
sch eignen, wenn man zeitig und fleißig legende
zennen erzielen will, da die nach Anfang Juni
iusgeschlüpften Kücken vor dem Winter ihre
ẽntwicklung nicht beenden können und dann
elbstredend minder leistungsfähig sind. Doch
arf man ebensowenig zu früh mit der Brut
»eginnen, da vor Ende März ausschlüpfende
zZücken des ungünstigen Wetters wegen zu lange
m geschlossenen Raum gehalten werden müssen,
vas ihnen nicht dienlich ist. Im allgemeinen
vird man die besten Bruten von Anfang Mär;
is Ende Mai erzielen, falls nicht ein besonders
nildes Klima eine Februarbrut schon zuläßt.
Aus falscher Sparsamkeit begeht man oft den
Fehler Hennen, die gut legten als sie noch jung
varen, zu lange zu behalten. Haben sie aber
urch 83, aller höchstens 4 Jahre ihre Pflicht ge—
an, dann ist es höchste Zeit, sie als Suppen—
jühner, die ja auch immer noch einen guten
Lreis erzielen, zu verwerten.
Schließlich gehört zur Aufzucht guter Lege—
jennen noch eine von früh an geübte nahrhafte
ind gute Jütterung. Besonders in der Mauferzeit,
nn der die Hühner ja Kräfte für den Winter
uind die mit Ende desselben beginnende Legezeit
ammeln, darf man nicht knausern. Toch ist
u raten, kein fettbildendes Futter, oder nur
venig davon, zu geben, da fette Hühner mit
dem Legen aufzuhören pflegen.
Nun möchte ich noch darauf aufmerksam
nachen, daß die Landwirtin gut tut, ihren
zühnerstamm immer genau zu beobachten. Mit
iniger Aufmerksamkeit kennt man bald die Eier
der verschiedenen Hüuhner anseinander, und kann
auch mit Hülfe von Fallnestern und Hühnerringen
eicht ein genaues Verzeichnis führen, durch das
man die besten Legerinen herausfindet. Schlecht
ressende Hennen, solche die Fließeier legen, oder
ei denen Krankheiten der Legeorgane zu be—
nerken sind, müssen ebenso unnachsichtlich aus
emerat werden, als die zu alten. M. Seydel—
t nngdn 7icß
spuo sor Lun esschns.
Landuanns Arbeiten im Septentber.
Non Vetter Gottlieb.
(Nachdruck verboten.)
Her Anfang des vorigen Monats hat uns
röchtiges Wetter beschert. Die zweite August⸗
älfke hat aber gar vielen Landwirten einen dicken
Strich durch die Rechnung gemacht, denn anhal⸗
ende Regengüsse heftiger Art haben allerorten
ie Erntearbeit sehr verzögert. Trotz des reichen
Erntesegens ist aber die Bergung der Halmfrüchte
vohl jetzt, in der Hauptsache als beendet anzu—
ehen. Wir haben schon in unserer Augaustanwei—
ung allen Landwirten ans Herz gelegt, jedes leer
zewordene Stoppelfeld zu schälen. Jetzt ist es dazu
u spät; wo es unterblieb, kann aber mit dem
ßrubber oder Kultivator vorgearbeitet werden.
damentlich auf verquecktem Acker ist es dienlich.
Nindestens 14 Tage vor der Saatzeit muß die
zaatfurche gezogen werden; auf dem leichteslten
zoden beginnt man zuerst. Unmittelbar nach dem
Zaatpflügen wird der künstliche Duünger ausge—
treut, damit sich derselbe auflösen bezw. im Boden
erteilen kann. Man vermeide Einseitigkeit und
jebe nicht etwa Kainit allein. Es ist ein
nsinn, wenn behauptet wird, daß man z. B. die
hosphorsäure sparen könne, wo Seradella wächst.
cin Rährstoff muß den anderen unterstützen, alsp
homasmehl (Phosphorsäure), Kainit (Kali) und
chwefelsaures Ammoniak (Stickstoff) müssen ge—
ichen werden und zwar von ersteren beiden 2
is 4 Zentner, von letzterem im Herbst 40 Pfd.
»ro Morgen. Das Saalgetreide bringe man nicht
u tief unter und man säe nicht zu did. Nur bei
—38 darf man tiefer in das Säetuch grei—
en. Auf unebenem Terrain sind Wasserableitungs
urchen zu gziehen, damit lich nicht Wasser auf
»en Feldern staut und die Saat, erslickt.
Die Wiesen sind fämtlich abgeerntet und wer—
den jetzt beweidet. Sobald eiwas Jeit,eist, dann
nan mit dem Eggen und Besfahren der Gras—
iarbe beginnen. Der Chausseeabrgum ist hierzu
ehr gut zu gebrauchen; man muß ihn aber auf
inem“ großen Haufen erst ein Jakr lang liegen
ind verrorten lassen.
Im Obstgarten beginnt die Ernte des
Wintexobstes; leider wird es in den meisten
Hegenden heuer nicht viel zu ernten gehen. Man
darf das Obst auf dem Baume nicht überreif
verden lassen; es hält sich viel länger, wenn
s auf besonderen Obstgestelien nachreift. Damit
die Ernte im nädtiten Jahre besffer aussfällt, sich
uiso viel Fruchttnospen büden, muß. ijeßzt eine
Düngung vorgenommen werden. Auch im Obit—
zarten tun die eingangs erwähnten drei Tünge—
tofse gute Dienste. Gegen das Ende des Monats
ersieht man die Obistbäume mit VLeimrinoen, da—
nit die ungefhigesten Weibchen des Frossspanners
ind anderer Schädlinge nicht in die RBaumfryone
elaugen.
Im Gemüsegarten werden die meisten
Beete leer. Man nützt sie immer wieder aus,
Bain man lie Umarüiht yit nmoettern ungi »
dersieht und mit Wintergemüse bestellt. Alle
Inollen und Wurzeln, die gur den Winter auf⸗
ewahrt werden, muͤssen na der Entnahme aus
er Erde dueschwihen und, in der Sonne gut
rocknen. Die, Frühkartoffeln sind in der, Miete
uftig zu halten und häufig zu untersuchen.
Die Pferde, haben jetzt eine schwere Zeit
durhzumachen; sie müssen darum gut gepflegt
verden. Man kürze nicht unnötig die Mittagspause
ind gebe für die Nacht die gröͤßte Ration. Gutes
deu müssen die Tiere jetzt unbedingt erhalten.
Die Fohlen können auf das Feld mitgenommen
perden; sie machen dort feinen Schaden und die
Bewegung ist ihnen dienlich.
Das Rindvieh geht noch zur Weide und
indet in diesem Jahre auch gute Nahrung. Na—
nentlich Seradellga ist üppig gewachsen und sie
virkt günstig auf die Milch ein. Im September
st Es morgens schon recht kühl, und Nebel und
elbst Reif sind keine Seltenheit. Das Vieh darf
uicht eher zur Weide getrieben werden, bis die
Sonne den Reif beseitigt hat. Die Tiere bekommen
»eshalb morgens eine Portion Trockenfutter. Wird
»ie Weide mapper, so gibt man ein Zusatzfutter
ind bereitet so gleichzettig die gänzliche Troden—
ütterung, vor. Wo Rüben in großer Menge ange—
aut werden, kann man mit der Verfütterung der
Kübenblätter schon beginnen, damit es später, des
Huten nicht zuviel wird. Junger Klee bläht!
„„Auch „die Weideschafe verlangen eine org
ältige Behandlung. Sie sind gegen Nässe recht
mpfindlich und müssen oft bis Mittag uim Stalie
leiben und dann natürlich mit Rauöfutter ver—
orgt werden. Auf jungem Klee dürfen sie nicht
ange verweilen, da er leicht Blähungen ver—
irsacht. Wo zweimal jährlich geschoren wird,
ann jetzt mit der zweiten Schur begonnen werden.
Im Schweinestale sind die Fettmastkoben
efüllt, da reichlich Mastfutter, vorbhanden ist.
Herstenschrot ist als bestes Kraftfutter allgemein
hekannt, es übertrifft auch das Haferschrot be—
rächtlich, Man vergesse das Salz nicht und gehe
äglich etwas Wasser. Die Herbstferkelung fällt in
ielen Wirtschaften in diesen Monat. Hat eine Sgu
viederholt wenig Ferkel geworfen oder zeigt sie
Milchmangel, so muß, sie von der Zucht aus
eschlossen bleiben. Aile Schweine — die Fett—
chweine ausgenommen — dürfen sich immer noch
tundenweise im Freien tummeln.
Der Geflügelhof steht im Zeichen der Mauser;
»er Eierertrag ist gering und die Tiere zeingen
in krankhaftes Aeußere. Doppelt sorgsame Pflege,
Schutz vor Wind und, Wetter, sowie reichliche und
rahrhafte Fütterung ist jetzt, geboten, damit die
Tiere die naturgemähße Periode des Federwechsels
chnell überstehen, Was nicht zu Zuchtzwecken ver—
vendet werden kann, wird abgeschafft, denn bald
äumt Mutter Natur ab, und dann gehts üher den
Speicher her. Enten und Cänse werden auf Mait
zestellt; bei warmer Witterung dürfen sie aber
richt zu eng eingepfercht werden.
Die Bienen haben ein überaus schlechtes Jahr
zinter sich, und es gibt viele Imker, die die
Zonigschleuder gar, nicht, in, Bewegung setzen
onnten. Aber dafür dürfen sie jeht füttern und
war täglich und rüchtig.
Das Saatkorn.
Machdruck verboten.)
„Wie die Saat, so die Ernte!“ Dieses
Wort hat gewiß große Berechtigung, denn wie
hei den Haustieren nur von guten Eltern ein—
vandsfreie Nachzucht zu erwarten ist, so kann
auch nur dann gutes Korn geerntet werden,
venn das Saatgetreide von guter Beschaffen—
heit ist. Zunächst muß das Saatkorn votikom-—
nen entwickelt und ausgereift sein. Tarum
vählt der Landmann auch mit Recht immer
»on dem Acker der Staatgetreide, der infolge
eines Nährstoffreichtums ein schönes, volles
dorn hervorbringen konnte. Solches Getreide
zietet dem Keimling anfangs ausreichende Nah—
rung und bringt kräftige Pflanzen und an
diesen wieder vollwichtiges Korn hervor.
skleine, verschrumpfte Körner geben auch nur
chlechte, schwächliche Pflanzen und sorit
chlechte Ernten. Das Saatgut soll auch un—
erletzt sein. Leider ist ein solches mittels der
dreschmaschinen nicht immer zu gewinnen und
nan findet bei dem Maschinendrusch viel ange—
chlagene und halbe Körner, die als Saatgut
inbrauchbar sind. Ist der Prozentsatz der be—
chädigten Körner erheblich, so steht nachher
»as Getreide zu dünn. Zur Gewinnung von
Zaatkorn sollte man Hand- oder Flegeldrusch
inwenden. Eine weitere Forderung für das
Zaatgetreide ist die Keimfähigkeit des letzzteren.
Ist das Saatgetreide infolge der Nässe ange—
eimt, so eignet es sich zur Aussaat nicht und
nan muß schon verhältnismäßig stärker säen,
venn nicht anderes Getreide zur Verfügung
teht. Um sicher zu gehen, macht man eine
zeimprobe, indem man ein abgezähltes Quan—
um Körner mehrere Tage feuchtwarm hält und
zum Anlaufen bringt. Bei angekauftem Ge—
reide läßt man sich die Keimfähigkeit garan—
ieren. Much die Unkrautfreiheit ist eine wich—
ige Forderung und gutes Saatgetreide muß
hr völlig gerecht werden. Kornrade, Klatsch—
nohn, Trespe, Winde, Distel und auch Wicke
zdürfen nicht vorhanden sein, denn diese Un—
kräuter machen sich dann auf dem Acker breit,
herauben die Kulturpflanzen des Raumes, des
dichtes, der Luft und der Nahrung und ver—
ringern den Ernteertrag sehr. Fleißige Bennutz—
ung der jetzt vorhandenen Hilfsmittel, wie
Putzmühle, Windfege und Trieur sind zur Er—
zielung eines reinen Saatgutes Bedingung.
Schließlich sind bei der Wahl des Saat—
jutes auch die klimatischen Verhältnisse zu
derücksichtigen und das ganz besonders, wenn
es sich um Einführung neuer Arten handelt.
Wie sehr dem Saatwechsel an und für sich
ruch das Wort geredet werden muß, so ist doch
zroße Vorsicht dabei gebbten. Man darf nur
olches Saatgut einführen, dem wir die bis—
jerigen Bedingungen bezüglich des Klimas
»der des Bodens gewähren können. Niemals
darf man Getreide aus Gegenden mit günsti—
gen Verhältnissen nach weniger günstigen Ge—
ieten verpflanzen, da hierbei immer Mißer—
olge zu erwarten sind. Wird Saargetreide
.B. aus nördlichen Gebieten nach weniger
alten Gegenden gebracht, so wird sich der
Zaatwechsel sehr lohnen; ebenso wird sich z. B
doggen von Sandboden auf besserem und gu
»m Boden recht aut entwickeln
CKarposfsus.
Der Aubau der Wintergerste.
Machdrud verboten.)
Wohl in allen landwirtschaftlichen Betriebe
vrd den Winterhalmfrüchten der Vorug eien
obaleich die Körner des Sommergetreides guferfi
aͤhrstotfreich und nicht gut zit entbehren sind. Es
ist darum recht erfreulich, dah es durch Versuche
Jelungen ist, Gerjstensaat F überwintern. Der
Inbau von, Wintergersie Bietet aber auch viele
Porteile, in-besondere dort, wo der Ertrag dieser
Getreideart ai Sommerfrucht durch das“ Ueber—
wuchern von Hederich Jefährdet isi. Auch hat die
Erfahrung gelehrt, dak überali, wo kein Auswin—
kern zu befuͤrchten, ist, der Ertrag bei der Herbii—
aussaat ein viel höherer war. Worch man aller⸗
ings auch darauf verzichten muß, die Gerste zu
Bratzweden zu verwenden, so wind sie als Fut
ermittel doch sehr willkommen sein. Ein weilerer
Korteil, Der Wintergerste ist der Umstand, daß se—
vohl die Bestellung als auch die Ernte der Frucht
rüher sällt, als die der übrigen Winterhalmfrüchte,
uind daß dadurch die Arbeitseinteilung eine gan;
ingenehme geworden ist.
Mean bestellt die Wintergerste schon Anfang
Zeptember und wird sie dann Ende Juni oder
pätestens anfangs Juli mähen können. Sie ist un
»edingt 14 Tage vor dem Winterroggen schnitt—
reif, und ihr Korn kommt zu dieser Zeit gewik
ehr geiegen. Da es dann schon Frähkartoöffeln
zibt, kann mit der Mast von Läufern viel eher
zegonnen werden. Für den Anbau der Winter-—
zerste spricht auch noch ihre Anspruchslosigkeit.
Zelbst auf steinigem und schlechtem Boden hat sie
zei verhältnismähiger Dungkraft bis 15 Zentner
obom Meorgen gegeben. Für tieserliegende und
värmere Böden eignet sich die Wintergerste garnicht,
reit sie ser leicht lagert und dann sowohl be—
züüglich des Körnerertrages als auch am Stroh
ẽkinbuhe erleidet. Im übrigen paßt sie für die in—
ensio betriebene Wrhhne ebenso wie für den
seringeren Boden. Auf besserem Boden kann die
Lintergerste als Nachfruht nah Roggen oder Früh—
artoffeln gelten. Auch nach Wicke, die zur Grün—
ütterung verwendet wurde, bringt Wintergerste
inen hohen Ertrag. Auf leichteren Böden muß
nan schon stickstoffsammelnde Pilanuzen als Vor—
rucht wöhlen, also entweder auch Grünwickestoppel
der zweijährige Rot- oder Gelblleebrache redtzei—
ig vorbereiten. Da die Wintergerste das Land
rüh räumt, können ihr noch Gründüngungspflan—
jen folgen. Nach entsprechender Düngung kann
nan aber auch Roggen nach ihr anhauen. *—
niach der Beschaffenheit des Bodens gebraucht man
ur Aucsfaat nur 45 bis 50 Pfund,. da die Gerst—
onst einen zu dichten Stand bekemmf
der Buchweizen.
Nachdruck vrerboten.)
Eine der anpruchlosesten Pflanzen ist der Buch—
wieizen, und doch wird er verhältnismäßig wenig
ingebgut. Die Aussgat des Buchweizens erfolgt
zn Mitte Mai bis Mitte Juni, also zu einer Zeit,
vo alle anderen Kulturgewächse dem Erdboden
hergebhen sind. Soll der Buchweizen als Grün—
tlerpflanze dienen, so kann man ihn bdis in den
lugust hinein säen, da er eine schnelle Wachsstums—
errode hat. Buchweizen ist ein aus den wärmeren
Fegenden Atiens stammendes Gegächs, verlangt als
olches also diel Wärme; auf den Boden, auf die
Züngung und auf die Fruchtfolge macht er da—
zegen keine nennenswerten Anfsprüche. Bald nachdem
er Buckweizen aufgegangen ist, bedeckt und be—
attet er das Land und üst deshalb vorzüglich
zeécianet, wenn es gilt, vergrastes und verquecktes
?and rein und lacer zu machen. Als Gründün—
jungspilanze ist Buchwmeiezn nicht zu empfehen.
Es gibt zwei Sorten von Buchweizen, nämlich
den braunen und den silbergrauen oder schottischen
Den ersteren baut man auf Neuland, Sand und
rohem Boden an; der silbergraue Buchwelzen wird
ruf besserem Boden und zu Futterzwecken ange—
»aut. Er eignet sich aber auch zur Samengewin—
aung. gehört aber zu den sogenannten „unsicheren
Zantfenisten“, indem er im allgemeinen wohl vriel,
nonchmeal aber auch gar keinen Samen aneßzt. In
eida vierzehn Mochen ist der Buckweizen völug reif.
Man darf die Ernte aber nicht bis zu diesem Zeit—
zunkt hinausschieben. weil dann zu riele Körner
aussallen; mit der Ernte bezinnt man schhen, wenn
twa noch ein Viertel des Bestandes blüßt. Die
Stengel der Pflanzen lind ziemüch dick und saftig;
zarum wird die Trodssung ziemlich rerzögert. Tritt
neälhrendd der Ernte Regenwetter ein so darf man
ne nwöllige Trocknung nicht abwarten, man muß
zie Köner dann abdreschen und das Stroh nas
räglich trodnen.
Der Puchweizen kann in der mannigialtigsten
Weije rerwertet werden; zunächit gewinnen wir da—
aus das Buchweizenmehl und die Buchweizeitgrütze,
ie in unserer Küche und Hauswirtichaft wertoolle
zergandung sinden. Die Körner können aber auch
nzit guten Erfolge an alle Tiergattungen gefüttert
erden. und zwar bildet das Buchweitenmehl oder
21d. eizenschrot ein Masutter für Ninddviely,
ZTchweine und Schase. Auch Kälbern kaun man
olches in die Magermilch run und es auch an
bferde verfüttern. Selbst das Geflügel verwertet
zen Buchweizen gut, und bei Hamburg dildet Bach—
veizenichtvi den Haurtbestandteil des Futters bei der
Winlermasttückenzuk. Das Strol wird geschnitten
ind im Gemisch mit der Stroh auderer Kultur—
Rlanzen an alle Strohfresser gereicht. Für den
Anbau des Buchweizens spricht vor allen Dingen
zer Umstand, daß die Pflanze in fürzester Zeit
40 Tagen, ein willfkemmenes Grüniutfer liefert
Die Dungung der CObjtbanite.
Aachdruck verboten.)
Wenn ein Baum im Laufe des Sommers
eine Schuldigkeit getan und vielleicht eine sehr
reichliche Ernte geliefert hat, so wird er im
Imfange der Kronentraufe durch seine Wurzeln
dem Boden viel Nährstofse entzogen haben.
Vährend des Winters bedarf er einer weiteren
Stoffzufuhr nicht, denn der Safttrieb hört auf
uind alle Teile des Baumes ruhen. Aber im
Frühjahr beginnt er von neuem, den Boden
iach Nährstoffen abzusuchen. und nach der
Fülle der letzteren wird sich auch die Pro—
zuktivität im neuen Jahre richten. Erwarten
vir also eine befriedigende Obsternte, so müssen
vir den Untergrund des Baumes mit Ersatz⸗
tofsen versehen. Wo geschieht aber wohl etwas
in dieser Hinsicht?
Gern will ich anerkennen, daß einzelne Obst⸗
freunde bestrebt sind, den entkräfteten Baum
ieu zu beleben, aber dieser Zweck wird in
zen seltensten Fällen erreicht. Ta karrt viel—
eicht jemand im Schweiße seines Angesichts
zroße Mengen Stalldünger in den Garten und
däuft diesen um den Wurzelhals eines jeden
Baumes womöglich im Durchmesser von 1
Meter an; ein anderer jaucht den ganzen Obst—
zarten im Herbst mehrmals ab, und doch
aben beide etwas ganz Ungenügendes geleistet.
Bi frißschgeprsanrtfon inngen RMäumen. derern
Obstban.