Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

ute l Franz, Bäcer und Ron—
bee e Vesae ee geb. Thome in Saarbrücken
ben durch Ehevertras vom 18. Juli 1813 unten
dn des bisherigen gesetzlichen Güterstandes
rilfiandige Gütertrennung unter Ausschluß aller
Herwaltung, und Nutznießung des Ehemanns an
dem Vermögen, der Ehefrau vereinbart. Güter
jechtsregister Seite 2461.
Die Eleleute Ulrich Schrejber, Kaufmann,
und Emma geb. Borjschel in Saarbrüden haben
durch Ehevertrag vom 27. Mai 1913 volsständige
Fütertrennung vereinbart. Den ehelichen Aufwand
d der Mann allein zu tragen. Bezüglich der
ermögens der Frau wird auf den Verfrag ver—
wiesen. Güterrechtsregister Seite 2362

BGenossenschaftsregistersachen.
Kgl. Amtsgericht Völklingen.
Im hiesigen Genossenschaftsregister TRuißt
Rei dem unter Nr. 18,,eingetragenen Geislauterner
Spax—⸗ und Darlehnskassen-Verein e. G. m. u. 5.
zu Geislautern folgendes eingetragen worden:
An Stelle des Vereins-Vorstehers Johann
Hild wurde Joha,un, Pütz, Gastwirt
ünd Vostagent zu Geislautern, als
RPereins⸗Vorlteher gewählt
Vereiusregistersachen!
Agl. Amtsgericht Saarbrücen.
Anter Nr. 753 des Vereinsregisters ist der
Verein Südwestdeutscher Verkehrsverband für
das Saar⸗, Blies- und Nahegebiet, eingetrage—
ner Verein in Saarbrücken, eingetragen.
Im Vereinsregister wurde unter Nr. 74
der Theater⸗Verein mit dem Sitze in Saar—
hrücken eingetragen.
Vorladung?u und Aufgebote.
Kal. Amtsgericht Saarbrücken.
Oeffentliche Zustellung.
Der Bergmann Otto Bechtohd aus Ottweiler,
Paulusect 10, als Vormund des minderjährigen Lud—
vig Otto Simon, geboren am 12. Januar 1910
nOttweiler, Pauluseck, Prozeßbevollmächtigter:
Rechtsanwalt Dr. Weiler in Saarbrücken, klagt ge—
den Maurer Ludwig Allein, zur Zeit ohne
ekannten Wohn⸗- und Aufenthaltsort, früher in
Saarbrücken, Margaretenstraße 14, auf Grund der
kKlage-Behauptung, mit dem Antrage:
dem Kinde von seiner Geburt an bis zur Voll—
endung seines 16. Lebensjahres als Unterhalt
eine im voraus zu entrichtende Geldrente von
vierteljährlich a8ß Mark und zwar die rüchstän—
digen Betrage sofort, die künftig fällig wer—
denden am J. Januar, 1. April, 1. Juli und
. Oktobr jeden Jahres zu zahlen und das
Urteil für drihtg vollstredbar zu erklären.
Zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits
vird der Beklagte, vor das Königliche Amtsaericht
in Saarbrücken duf
den 12. Norember 1913, vormittags 9 Uhr,
geladen

Oeffentliche Zustellung.
Die Ehefrau des Kaufmannes Rudolf
Hanau, Rosa geb. Mai in Haupersweiler
hei St. Wendel, Prozeßbevollmächtigter Rechts—
anwalt Dr. Abraham in Saarbrücken 8, klagt
gegen ihren Ehemann, den Kaufmann Rudolf
Hanau, früher in Lebach, jetzt ohne bekannten
Wohn⸗— und Aufenthaltsort, auf Grund der
Behauptung, daß der Beklagte die Klägerin
mißhandelt, nicht für sie gesorgt und Ehebruch
getrieben habe, mit dem Antrag:
1. die zwischen den Parteien am 11. Mai 1911
vor dem Standesbeamten in Lebach ge—
fchlossene Ehe der Parteien zu scheiden,
2. den Beklagten für den allein schuldigen Teil
zu erklären und
3. demselben die Kosten des Rehhtsstreits auf—
zuerlegen.
Die Klägerin ladet den Beklagten zur münd—
lichen Verhandlung des Rechtsstreits vor die
vierte Zivilkammer des Königlichen Landge—
richts in Saarbrücken
auf den 14. Oktober 1913, vorm. 9/ Uhr.,
mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten
Gerichte zugelassenen Anwalt zu bestellen
Oeffentliche Zustellung.
Der Schlosser Jakob Jung in Sulzbach
(Saar), Bahnhofstraße 8, Prozeßbevollmächtig—
ter Rechtsanwalt Dr. Mehl in Saarbrücken, klagt
gegen seine Ehefrau Magdalena Jung geb. Reiter,
z. Zt. in der Shweiz unbekannten Aufenthalts
wegen Ehescheidung, mit dem Antrag:
die Ehe der Parteien zu scheiden, die Be—
klagte für den allein schuldigen Teil zu er—
klären und ihr die Kosten des Rechtsstreits
zur Last zu legen.
Der Kläger ladet die Beklagte zur münd—
lichen Verhandlung des Rechtsstreits vor die
dierte Zivilkammer des Könialichen Landaerichts
m Saarbrüden auf
den 14. Oltober 1913, vorm. 917, Ahr,
mit der Aufforderung, einen bei dem gedahken
Gerichte zugelassenen Anwalt zu bestellen.
Zum Zwecde der öffentlichen Zustellung wird
Reser Nusaugn der Klage hefannft gewrat

Oeffentliche Zustellung.
Der Schausteller Ferdinand Augusi
heinrich Breitenstein in Saarbrücken 2
Neustraße 21, Prozeßbevollmächtigter Rechts—
anwalt Bessenich in Saarbrücken 3, klagt gegen
seine Ehefrau Henriette Luise Therese Brei—
tenstein geb. Michel, zur Zeit ohne bekannten
Wohn⸗ und Aufenthaltsort, wegen Ehe—
scheidung, mit dem Antrag:
die am 23. März 1882 vor dem Standes—
beamten zu Hannover geschlossene Ehe
der Parteien zu scheiden und auszu—
sprechen, daß die Beklaate die Schuld an
der Scheidung trägt.
Der Kläger ladet die Beklagte zur münd—
lichen Verhandlung des Rechtsftreits vor die
vierte Zivilkammer des Königlichen Lardge—
richts in Saarbrücken auf
den 25. November 1913, vorm. Pi Uhr,
mit der Aufsorderung, einen bei dem gedach—
ten Gerichte zugelassenen Anwalt zu bestellen
Zum Zwede der öffentlichen“ Zustellung
vird dieser Auszpua dor X hekann
*

salz dlor Lunstwirtschufl.
Die Krankheiten der Ziege.
Von Ost en. Nachdrud verboten.
Die Ziegen gelten im allgemeinen als sehr
unfällige Tiere, die leicht erkranken und auch
elten ein hohes Alter erreichen. Diese Meinung
var vielleicht früher berechtigt, als man die
Ziege allgemein als ein ganz untergeordnetes
daustier hielt und sich selbst die Besitzer der—
selben schämten, eine Ziege zu halten; sie war
ja die „Kuh“ des armen Mannes. Infolge
der unzweckmäßigen Haltung und Pflege, die
den Ziegen früher zuteil wurde, waren Erkran—
kungen natürlich nicht ausgeschlossen und durch
die Degeneration wurde der Boden der Emp—
indlichkeit und Krankheitsneigung sehr ge—
nährt. Bei guter Haltung sind auch Ziegen
sehr widerstandsfähig und Krankheiten oder gar
Verluste durch dieselben gehören zu den Selten—
heiten. Die häufigsten Krankheiten sollen im
solgenden kurz angegeben und begründet, so—
wie Mittel zur Beseitigung derselben genannt
verden.
Die leichteste Erkrankung ist der Schnup⸗
en, der gerade in Jahren mit stark wech—
elnder Temperatur häufsig vorkommt, aber auch
urch Zugluft in dem Stalle hervorgerufen
werden kann. Eine besondere Behandlung wird
sich erübrigen und die Unterbringung in war—
men und trockenen Räumen das Uebel heben
Aus denselben Ursachen kann sich zuweilen auck
Durchsall einstellen; letzterer tritt auch nach
ausschließlicher Grünfütterung auf, überhaupt
wenn dieselbe nicht ganz einwandfrei ist. Ein
Wechsel des bisherigen Futters und ein Zusaß
bon gutem Heu wird in solchen Fällen ange—
bracht sein. Man darf den Wechsel aber nicht
zu plötzlich vornehmen, weil man dadurch das
lebel nur vergrößert, indem sich anstelle des
Durchfalls eine Verstopfung einsteilt. Man
beseitigt diese durch leichte Klystiere und Mas—
sage des Unterleibes. Als Kraftfutter gibt man
Weizenkleientränke. Das Klystieren ist aber
nicht so einfach als man sich vorstellt, und
durch unkundige Hand ist schon viel Unheil
angerichtet worden. Wenn es irgend möglich
ist, ziehe man einen Tierarzt zu Rate.
An äußeren Krankheiten sind die Klauen—
geschwüre zu nennen, die in der Regel in
iußeren Einflüssen, z. B. Verletzungen durch
Dorne oder Glassplitter oder auch durch Quet—
schungen bei mangelhafter Klauenpflege ihre
Ursache haben. Die Geschwüre bilden sich immer
zwischen den Klauen und bis an das Knie—
gelenk hinauf beobachtet man eine Geschwulst
kFine Heilung erzielt man, wenn man das Ge—
schwür zur Reife bringt und den Eiter ent—
fernt. Warme Fußbäder oder auch Leinsamen
brei⸗- Umschläge tun hierbei gute Dienste. Nach
der Entleerung des Eiters badet man die
Klauen in Kamillentee und verhindert durch
einen geeigneten Verband, daß die Eiterung
durch Zuführung von Schmutz nicht von neuem
angeregt wird.
Ferner ist die Räude zu nennen, die durch
Milben erzeugt wird und ein heftiges Juckge—
fühl hervorruft, sodaß die davon befallenen
ziegen sich scheuern und reiben, um sich Er—
leichterung zu verschaffen. Die verkrustete Haut
vird dadurch blutig gerieben und den Para—
siten willkommene Nahrung geschaffen. Um die
Milben zu töten. muß man zunächst die Ver—
didungen der Haut durch eine Einreibung von
75 Gramm Schweineschmalz mit 40 Gramm
Terpentinöl ablösen. Nachher wird die Milb
benbrut mit einer 5prozentigen Lösung von
Pixolkarbol eingerieben und zwar drei Tage
lang je einmal. Nach einer Woche wird das
Verfahren wiederholt. Gleichzeitig ist natür—
lich der Stall auszumisten und zu desinfizie—
ren. In unreinlichen Stallungen siedeln sich
ruch Ziegenläuse und Haarmilben an.
velche die Ziege derart belästigen, daß sie ein
krankhaftes Aeußere zeigt und in ihrer Pro—
duktivität stark zurückgeht. Nach guter Des—
insektion des Stalles wird das ganze Fell mit
einer schwachen Lösung des oben erwähnten
Desinfsektionsmittels gewaschen und das Tier
gegen Erkältung geschützt. Besser ist es immer,
durch geeignete Vorsorge die genannten Krank—
heiten garnicht erst aufkommen zu lassen, be—
sonders da Krankheiten leichter zu verbüten
als zu heilen sind

Haltet nur soviel Vieh, als ihr reichlich üttern
füunt?

Nachdruck verboten.)
Jedes Haustier braucht zu seiner Ernährung
ein gewisses Maß von Nahrung, wovon es
veder Nutzen gewähren, noch Kraft zur Ar—
beit erlangen kann. Nur von dem, was es
über den Bedarf erhält, kann es Nutzen geben.
Bibt man zwei Kühen täglich neben dem Strok
19 Pfund Heu, so werden sie zwar leben, abe—
kaum nennenswerte Milch liefern; gibt mar
asselbe Futter dagegen an eine Kuh, so wird
ie von den zweiten 5 Pfund Heu reichlich
Milch geben. Ebenso verhält es sich bei Pferden
mit Bezug auf ihre Arbeitskraft. Viehhaltuncç
st also nur von Nutzen, wenn das Vieh reich
lich genährt werden kann; im anderen Falle
ist die auf Fütterung und Pflege des Vieh—
ausgewendete Arbeit nutzlos. Bei eingeschränk
ter Viehhaltung kann man dem Vieh größere
Sorgfalt, bessere Pflege angedeihen lassen, hat
veniger Unglücksfälle und somit geringere Ver—
luste zu befürchten, ganz abgesehen davon, daß
hesser genährtes Vieh weit weniger einer Er—
krankung ausgesetzt ist. Man könnte vielleicht
entgegnen, daß man von einer größeren Stück
zahl Vieh, selbst geringer genährt, mehr Dünger
erhalte? Ganz im Gegenteil ist aber der
Dünger von wenigem, aber gut genährtem
bieh bedeutend wirtsamer als der von vielew
chlecht genährtem. Hält der Landwirt außer
20—R—0 MiDnR 5 2 BMIPATLS

ernte das Futter sehr sorgfältig einteilen muß
im damit auszukommen, so kommt er in schlech
en SFutterjahren in größte Not mit seinen
Bleh, wenn er nicht teures Futter kaufen will
zesonders wenn ein langer Winter auf der
chlechten Sommer folgt. Aus alledem leuchte
ein, daß es selbst bei guten Milch- und Fleisch
zreisen unrationell ist, mehr Vieh zu halten
als die Wirtschaft ernähren kann, und daß es
sich als vorteilhafter herausstellt, eine geringere
ioh zu halten, die gut gefüttert werden
ann

Der Versand lebender Kaninchen.
Machdrudck verboten.)
Wer 38 mir schon einmal in der Lage
jewesen ist, Kaninchen, von auswärts beziehen
u müssen, wird ebenfalls bereits die wenig er—
reuliche Wahrnehmung gemacht haben, daß die
Behälter, in denen die Tiere zum Versand kom—
nen, keinesfalls den Anforderungen entsprechen, die
disten und dergleichen haben sollen, in denen
ebende Tiere Beförderung finden. Man ist tatsäch
ich manchmal erstaum, wenn die Tiere in derart
—D—
Versandbehältern heil und wohl am Beitimmungsorte
 ankommen.
Wie sollen nun die Versandbehälter beschaffen
ein? Das ist, die erste Frage, die sich aufdrängt,
 und ich beantworte sie dahin, daß sie
inmal genügend groß und das anderemal auch
est. sein müssen. Tiere in Behällern zu ver—
enden, die so klein sind, daß sich die Insassen
uicht bewegen können, ist eine Tierquäserei, wo—
rauf immer und immer wieder hingewiesen wer—
den muß. Der, Grund, weshalb so oft ganz un—
zenügende Versandhehälter gewählt werden, is
nicht selten in eiser Vortoersparnis zu süchen.
Das ist aber ein Sparen am unrechten Hlatz, denn
nan muß sich immer vor Augen halten, daß
der Schaden, der durch die Wahl unzureichemder
Versandbehälter unter Umständen entstehen lann,
ie kleine Porto-Ersparnis weit übersteigt. Am—
»esten eignen sich zum Versenden von Kaninchen
Aabile Kisten oder Weidenkörbhe von angemessener
vröße. Werden Kisten gewählt, so tritt an Stelle
»es Dedels ein Lattenrost d. h. es werden Latten
Zentimeter, von einander, entfernt aufgenagelt,
ruch engmaschiges Drahtgeflecht kommt für diesen
Zweck in Frage. Ganz gleich, ob Kisten, oder
Weidenkörbe gewählt werden, muß auf diese ein
farbiger Zettel gufgeklebt werden, der, in großzer
ind deutsicher Schrift auf den Inhalt hinweist.
da Zettel mit dem Aufdruck Vorsicht, lebende
Tiere!“ käuflich erhältlich sind, dürfte es sich
empfehlen, diese zu benützen. um, so mehr, als sie
iur ein weniges kosten. Wo dieser Hinweis fehlt,
st es nicht ausgeschlossen, daß die Versandbehälter
mit den lebenden Tieren in den Packwagen zu
unterst kommen und dann mit allerhand anderen
Sachen belegt werden.
Die Aufschrift der Aufklebeadresse und der
Paketadresse sei, deutlich und genau, außerdem
st, es notwendig, noch fsolgenden Vassus anzu—
bringen;: „Wenn Annahme verweigert, sofort zu—⸗
rück!“ denn man weiß niemals, ob der Vfsteser.
was namentlich bei Nachnahmesendungen gilt, die
Nachnahme auch eintöff. Als Beförderungsweg
kommt, ledigalich die Post in Frage, und es ist
erfreulich, daß diese in neuerer Zeit verschärfte
Bestimmungen über den Versand von lebenden
Tieren in Bezug auf die Wahl der Versand—
hehälter erlassen hat. Da die Beförderung leben—
der Tiere zur Sperrouttaxre erfolgt, ist das Vorto
etwas höher als das für agewöhnliche Vaket—
sendungen.
Als Einstreu gibt man den Tieren Streu und
ßeu, im Winter natürlich reichlicher als im
Zommer. Außerdem Hänugt man einige Brotreste,
kRüben uswp. in dem Ner'andbehälter auf; Futter
hineinzuwerfen, ist zwecklos
Dort, wo die Tiere wie vorstehend angegeben,
bersandt werden, werden auch die Klagen, über
schlechte Ankunft usw. verstummen und damit auch
der Aerger und Verdruß aufhören, der natur—
gemäß die Folge ist. Beide, Käufer wie Ver—
käufer, werden jeder auf, seine Weise zufr'eden—
gestellt und das ilt doch schließlich die Haupt—
ache für die Mmiclung eines jieden Meschäüfte

Tie Sitzitaugen.
Non Gustav Boas-Halle a.
(Nachdruck verboten
HDie heute noch weit verbreitete Methode, die
Sitzstangen leiternsörmig anzubringen, ist das Ver—
ehrt s geschehenn7 Allabendlich nn
ehrteste, mas geschehen kdann. labendlich, wenn
ich die Tiere zur Ruhe begeben, entsteht ein Kampf
um die höchsten Plätze. wobei häufig Verletzungen
bperrommen. Außerdem liegt doch die Gesahr, daß
ich die Tiere »oenieitia peichmußen. sehr nahe

Sitzstangenlager
deshalb ist darauf zu halten, die Stangen alle in
zleicher Höhe anzubringen. Hierbei muß berüchichtigt
verden. daß die edleren Teile, Lunge, Nieren usw.
irekt unter dem Rücken liegen, weshalh den Tieren
zon oben nmiglichster Schutz zu bieten ist. Im
Winter ist das Dach sehr kalt, im Sommer wieder
zu warm, es empsiehlt sich daraum, die Stangen
mindeitens 1 Mieter von der Decke entsernt zu be—
jestigen. Je näher die Tiere der Erde sitzen, desto
wärmer ist es im Minfter und Fühbler im Sommer

Sikltange

Wo bhelckränlkte Verhältnisse herrschen ist im Win—
er die Dede mit einer Vage Stroh zu belleiden,
ndem entweder Bretter oder Drabtgeflecht gaer
zurch den Schlasraum angebracht werden, sodaß ein
Zwischenraum, von 10 bis 15 Zentimeter entsteht,
der mit Stroh gefüllt wird. Erkältungen der Tiere
ind dann ausgeschlossen, Kosten aifstehen wenig,
)a das Stroh immer wieder verwendet werden
ann, ebenso die Bretter oder das Drahtgeflecht.
Zehr verwerflich sind die zu dünnen Sitzstangen,
ie oftmals nicht stärker sind als ein Bejenstiel. Die
Tiere müssen sich sehr anstrengen, damit sie
nicht herunterfallen, wodurch natürlich die eigentliche
Kuhe gestört wird. Die Sitzgelegenheiten müssen
nindestens 5 Zentimeter breit sein. Ein Kiefern
tamm von 56 Zentimeter Durchmesser, der der
— ——

2 schöne Stangen, wenn die scharfen Kanntien ab—
gerund⸗ werden. Ebenso sind andere Latten von

Bifragenetien

zieicher Breite nach — der scharfen Kan⸗
en zu verwenden. Die Höhe der Anbringung der
Stangen ist insofern verschieden, als wur —
Rassen, die gut sliegen fönnen, und schwere Rassen,
die schlechte Flieger sind, haben. Italiener, Mi—
norka, Bräkel, Ramelsloher uüsw. erreichen die Stan—
Fy noch begeum, wenn sie 14 2 Meter vom
Boden entfernt sind, während Wyandottes, Orpington,
 Langschan usw. nie so hoch fliegen werden,
darum dürsen die Stangen für schwere Rassen nicht
her als 60 Zentimeter vom Boden entfernt sein.
Ich bin überhaupt nicht dafür, die Tiere die
Sitzstangen erst durch große Flugleistungen erreichen
ollen. Oftmals, wenn, die Tiere sich zur Ruhe
»egeben, ist es im Stall schon dunkel, wodurch ihnen
das Erkennen der Stangen sehr erschwert wird, so—
daß auch vielfach erst nach wiederholten Versuchen
»ie Stangen exxeicht werden. Daß dies den Tie—
en nicht zum Vorteil gereichen kann, liegt auf der
dand. Jedenfalls ist es gar kein Fehler, wenn
eine Leiter oder ein Brett mit aufgenagelten Lat—
ten zum Sitzraum führt; wenn dennoch einzelne
Tiere den Flag vorziehen, so mögen sie es tun.
Die Abstände zwischen den einzelnen Stangen wähle
man nicht zu klein, wenn genügend Raum vorhanden
ist; mindestens sollen sie 385—40 Zentimeter von
einander entsernt sein, die an der Wand befindliche
oll wenigstens 50 Zentimeter Abstand haben von
dieser.
Damit die Sitzstangen schnell herausgenommen
werden können. empfiehlt es sich, sie nicht anzu—
nageln, sondern an den Wänden Leisten anzubrin—
gen, wo die Stangen ruhen können. Die Ab—
dildung veranschaulicht die Art der Befestigung.
Auch PVitrageneisen (. Abb.) geben gute Stangen—
ager 0b. Damit die roten Milhen, die, nachts
hre Wanderungen beginnen, die Tiere nicht er⸗
zeichen können, gibt es im Handel eine Art Sitz⸗
tangenträger, die mit einem Oelbehälter versehen
ind, wo die Plagegeister aufgefangen werden. Sie
zaben sich sehr gut bewährt, und wer die Kosten
richt zu scheuen braucht, sollte sie verwenden, sie
ind rür die Tiere eine Wohltaf

Der Stoppelumbruch.
Machdruck verboten.)
Aid die Getreidefelder abgefahren sind,
soll mit der Bearbeitung des Ackers begonnen
werden und es ist durchaus nicht übertrieben,
venn verlangt wird, daß der Schälpflug dem
Erntewagen folgen soll. Die Vorteile einer
'olchen Wirtschaftsweise sind ungeheuer groß.
Zunächst werden doch die Unkrautsamen unter⸗
gebracht, die auf dem Acker liegen. In der
euchten Erde werden sie bald keimen und auf—
gehen und können schon vernichtet werden, be—
oor die richtige Saatfurche gegeben wird. Ist
das Wetter sehr trocken, so wird die Schäl—
urche angewalzt, damit der Ackerboden von
unten her angefeuchtet wird und dann den
Unkrautsamen zum Keimen bringt. Um einer
ibermäßigen Verdunstung vorzubeugen, muß
das festgewalzte Land aber nach einigen Ta—
gen wieder leicht aufgerissen werden.
Ein weiterer Vorteil des beschleunigten
Ztoppelumbruches ist die Vernichtung der tieri—
chen und auch pflanzlichen Schädlinge. Je
tärker diese Feinde aufgetreten sind, desto tie—
ser muß die Stoppel umgebrochen werden, da—⸗
mit die vielen Parasiten auch sämtlich um—
'ommen. In diesem Jahre zeigte z. B. der
Roggen an seinen Halmen sehr viel Rost, und
ruus diesem Grunde ist das Stoppeln gans be—
onders zu beschleunigen.
Der Hauptvorteil des Stoppelumbruches be—
teht darin, daß der Ackerboden dadurch seine
vare behält. Diese Gare wird bekanntlich da—
durch hervorgerufen, daß die Früchte ihren
Nährboden vor zu starkem Austrocknen schützen
und zugleich den Bodenbakterien, den Erregern
zer Gare, die nötigen Lebensbedingungen bie—
en. Bleibt der Ackerboden nach der Ernte
chutzlos dem Wind und der Sonne ausgesetzt,
o trocknet er in kurzer Zeit bis zu einer be—
rächtlichen Tiefe aus, und infolgedessen gehen
uuch die Bakterien zu Grunde, die im Boden
die Gärung vornehmen und die Gare erzeugen.
Vird dagegen bald nach der Beseitigung der
Deckfrucht die oberste Bodenschicht flach gestürzt,
o ist das Ausdorren des Bodens verhindert;
zum mindesten kann es nicht in so schnellem
Tempo erfolgen. Durch die lockere Schälfurche
ind die Bodenkapillaren oben durchschnitten
und das Wasser des Untergrundes kann nicht
an die Oberfläche steigen, also auch nicht ver—
dunsten. Da die Bakterien auf diese Weise
n ihrer Wirksamkeit nicht aufgehalten werden,
önnen sie ihr Arbeitsfeld in die tieferen
Schichten des Ackers verlegen und dort lockernd
virken. Durch den zeitigen Stoppelumbruch
ersparen wir uns in der ohnehin so bedräng—
ten Saatzeit das Vielfache an Arbeit mit Walze
und Egge und es kann aus den angeführten
Bründen nicht dringend genug geraten wer—
den, möglichst früh mit dem Stoppesumbruch
U hedginnen 6

ÆAAñ———

Welche Johanmisbeerjorten sollen wir
aupflanzen?

Machdruck verboten.)
Seit jeher wurden in den Oitgärten auch Becren
träucher angepflänzt, deren Früchte den verschie—
hensten Zweden dienen können. Da die Stachel—
heeren hartnädig an dem Stachelbeermehltan leiden,
hat man die Johannisbeeren besonders bevorzugt,
und bei richtiger Sortenauswahl und zwämähiger
Pflege bringen dieselben einen bedeutenden Ertrag.
jdeuerdings werden viele Johannisbeeren zur Wein—
ereitung benutzt, und es fragt sich mun, woelche
Sorten sich hierzu befonders eignen. Wo es sich
uuf, die Sorte nicht wesentlich an; die Güte des
Veines ist nämlich nicht von der Sorte abhangig.
— A —
            
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