Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

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Mai 1913 unter Aufhebung des bisherigen Gü—
terstandes der übergeleiteten Fahrnisgemeinschaft
vollständige Gütertrennung vereinbart. Güter—
rechtsregister Seite 2416.
Die Eheleute Stefan Roth, Hausdiener in
Saarbrücken und Elisabetha geb. Kaesbauer ha—
ben durch Ehevertrag vom 30. Januar 1912
Gütertrennung vereinbart. Güterrechtsregister
Seite 2417.
Königl. Amtsgericht Völklingen.
Im hiesigen Güterrechtsregister ist in Band V
Seite 65 für die Eheleute Bergmann Peter
Daniel Bache blier und Louise geb. Klos,
ohne Stand, beide in Ludweiler, eingetragen
worden: Durch Ehevertrag vor Notar Dr. Allert
vom 18. April 1913 ist vollständige Güter—
trennung vereinbart.
Im hiesigen Güterrechtsregister ist in Band V
Seite 60, betreffend die Ehe des Arthitekten
Friedrich Kramer und Anna geborene Nehring
in Völklingen folgendes eingetragen worden:
Durch Ehevertrag vom 4. Februar 19183 ist voll—
ständige Gütertrennung vereinbart. Die Ver—
woaltung und Nutznießung des Mannes an dem
Vermögen der Ehefrau ist ausgeschlossen. Ueber
das Vermögen der Ehefrau ist Bestimmung ge—
troffen worden.

Vorladungen und Aufgebote.
Königl. Landgericht Saarbrücken.
Oeffentliche Zustellung.
Der Fritz Lukat, Fuhrmann zu Saar—
brücken 1, Metzerstraße, Prozeßbevollmächtigter:
Rechtsanwalt Giersberg in Saarbrücken 3, klagt
gegen seine Ehefrau Fritz Lukat, Adelheid geb.
Zellner. Ihne bekannten Aufenthaltsorts, früher
in Saarbrücken 1, weil die Beklagte Ehebruch
getrieben habe, mit dem Antrag:
Königliches Landgericht wolle die Ehe der
Parteien scheiden, Beklagte für den schuldigen
Teil erklären und ihr die Kosten zur Last
legen.
Der Kläger ladet die Beklagte zur münd—
lichen Verhandlung des Rechtsstreits vor die
vierte Zivilklammer des Königlichen Landae—
richts in Saarbrücken
auf den 11. Juli 1913, vormittags 9/ Uhr,
mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten
Gerichte zugelassenen Anwalt zu bestellen.
Oeffentliche Zustellung.
Die Ehefrau des Kaufmannes Rudolf
Hanau, Rosa geb. Mai in Haupersweiler
bei St. Wendel, Prozeßbevollmächtigter Rechts—
anwalt Dr. Abraham in Saarbrücken 3, klagt
gegen ihren Ehemann, den Kaufmann Rudolf
Hanau, früher in Lebach, jetzt ohne bekannten
Wohn- und Aufenthaltsort, auf Grund der
Behauptung, daß der Beklagte die Klägerin
mißhandelt, nicht für sie gesorgt und Ehebruch
getrieben habe, mit dem Antrag:
1. die zwischen den Parteien am 11. Mai 1911
vor dem Standesbeamten in Lebach ge—
schlossene Ehe der Parteien zu scheiden,
den Beklagten für den allein schuldigen Teil
zu erklären und
demselben die Kosten des Rechtsstreits auf—
zuerlegen.
Die Klägerin ladet den Beklagten zur münd—
lichen Verhandlung des Rechtsstreits vor die
oierte Zivilkammer des Königlichen Landae—
richts in Saarbrücken
auf den 14. Ottober 1913, vorm. 9/ Uhr,
mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten
Gerichte zugelassenen Anwalt zu bestellen.
Königl. Amtsgericht Saarbrücken.
Ladung.
Der Peter Hoff, 38 Jahre alt, geboren
am 30. März 1875 zu Malstatt-Burbach, dessen
Aufenthalt unbekannt ist, wird beschuldigt, von
hier in nicht rechtsverjährter Zeit als Wehr—
mann ohne Erlaubnis ausgewandert zu sein.

ohne von seiner bevorstehenden Auswanderung
der Militärbehörde Anzeige erstattet zu haben.
Uebertretung gegen 8 3603 des Strafge—
ietzbuches.
Derselbe wird auf Anordnung des König—
lichen Amtsgerichts auf
den 30. Juli 1913, rormittags 9/ Uhr,
vor das Königliche Schöffengericht in Saar—
hrücken, Zimmer Nr. 31, zur Hauptverhandlung
zeladen.
Auch bei unentschuldigtem Ausbleiben wird
zur Hauptverhandlung geschritten werden.
Verschiedene gerichtliche Angelegenheiten.
Königl. Amtsgericht Saarbrücden.
Durch Ausschlußurteil des Kgl. Amtsgerichts
Saarbrücken vom 19. Mai 1913 ist das Spar—
kassenbuch No. 50 277 der Spar- und Darlehns—
kasse des Kreises Saarbrücken, ausgestellt für
den Fonds zur Pflege unbemittelter Kranken zu
Zaarbrücken 3, für kraftlos erklärt worden.
Der Bergmann Friedrich Bickelmann zu
Dudweiler, Schachtstrafe Nr. 1 wohnhaft,
zwangelisch, ist durch Beschluß des Kgl. Amtsge—
richts Saarbrücken vom 19. Mai 1913 wegen
Trunksucht entmündigt worden.

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sucheichten zug gen hereinen. ger Lenstürttthant
und sugirfserzunt jm sieelse 8hurhrütton.
Von der Kreisziegenaufzuchtstation
berichtet die Kreisverwaltung: Die Kreis—
ziegenaufzuchtstation bei Bischmisheim ist
ertiggestellt und seit dem Monat September
1912 im Betriebe. Die Grunderwerbskosten
einschließlich aller Nebenkosten stellen sich auf
1861,70 Mark, während die Herstellung des
Stallgebäudes, des Wärterwohnhauses und der
dmwehrung ꝛc. eine Ausgabe von zusammen
21230 Mk. erfordert hat. Zu den Kosten der
Einrichtung der Station ist aus Provinzial—
mitteln eine Beihülfe von 1000 Mk. und von
der Landwirtschaftskammer für die Rhein—
provinz eine solche von 400 Mk. bewilligt
vorden. Sämtliche Ziegenzuchtvereine des
—D0
des Unternehmens durch Leistung eines laufen—
den Jahresbeitrages, der sich je nach der
Leistungsfähigkeit des einzelnen Vereins zwi—
ichen dreißig und fünfzig Pfennig pro Ver—
eꝛinsmitglied und Jahr bewegt. Die Wärter—
telle ist dem bisherigen Steinbruchbesitzer
Albert Burgard zu Bischmisheim gegen eine
Jahresvergütung von 800 Mk. sowie freier
Wohnung, freiem Wasser und freier Beheizung
in dem Wärterwohnhause übertragen worden.
Außerdem ist dem p. Burgard gestattet, sich
an Vieh zwei Ziegen und zehn Hühner zu
halten und aus den für die Ziegen des Kreises
angekauften Futtermitteln umsonst mitzu—
üttern. Der augenblickliche Stamm der
Station beträgt 3 Böcke und 10 Ziegen. Da—
zu kommen 28 am 13. April d. J. im Kreise
angekaufte Ziegen- und Bocklämmer sowie 16
auf der Station bereits geborene.
Provinzial⸗Pferde-Ausstellung der Landwirt⸗
schaftskammer für die Rheinprovinz am 11.,
12. und 13. Juli 1913 in Köln⸗Merheim.
Auf dem Rennplatze in Cöln-Merheim wird
in den Tagen vom 11. bis 13. Juli wiederum
eine Provinzial⸗Pferde-Ausstellung stattfinden,
deren Beschickung voraussichtlich eine sehr starke
ein wird. Dieser große Wettbewerb der rhei—
nischen Kaltblutzüchter, der im Jahre 1909 zum
ersten Male veranstaltet wurde, wird alljährlich
auf dem Rennplatze in Cöh durchgeführt. Seine
Exzellenz der Königliche Staatsminister und
Minister für Landwirtschaft, Domänen und
Forsten, Herr Dr. Freiherr von Schorlemer, halt
wieder, wie in den Vorjahren, das Protektorat
über die Ausstellung und Seine Exzellenz def

Oberpräsident der Rheinprovinz, Herr Staats—
minister Dr. Freiherr von Rheinbaben, den
Vorsitz im Ehrenausschusse übernommen.
Das Programm der Ausstellung sieht folgende
Zeiteinteilung vor:
Die Aufstellung der Ausstellungspferde ist be—
reits am Donnerstag, den 10. Juli, abends 7
Uhr, beendet. Am Nachmittage desselben Tages
treten die Vorprüfungskommissionen zusammen,
die die Zuweisung der Pferde in die richtige
Klasse zu überwachen haben.
Am Freitag, den 11. Juli, findet von vor—
mittags 8 Uhr ab das Richten der Pferde (Prä⸗
miierung der Einzelklassen) statt. An diesem
Morgen wird auch der Provinzial-Siegerpreis
oon 2000 Mark zuerkannt. Um 4 Uhr nach—
nittags wird die Ausstellung eröffnet. Hieran
chließtt sich an: die Vorführung der prämiier—
ten Pferde, die Vorführung und das Vorfahren
von Wickrather Gestüthengsten, die Vorführung
von einzelnen Zuchten und Koppeln, das Vor—
fahren von Geschützen der Fuß⸗ und Feld-Artil—
erie und das Vorreiten von Remonten des
Husaren-Regiments König Wilhelm J. (J. Rhei—
nisches) Nr. 7 in Bonn und des Kürrassier-Re—
giments Graf Geßler (Rheinisches) Nr. 8 in
Cöln⸗Deutz.
Am Samstag, den 12. Juli, erfolgt von vor⸗
mittags 8 Uhr ab die Prämiierung der Fa—
milienklassen und Sammlungen (Zuchtleistungen,
Koppeln und Sammlungen von Pferdezuchtvereinen).
 Nachmittags von 3 bis 6 Uhr finden
dieselben Vorführungen wie am ersten Tage statt.
Am Sonntag, den 13. Juli werden nachmit—
tags von 3 bis 6 Uhr dieselben Vorführungen
wie am Tage vorher veranstaltet.
An allen drei Tagen, auch am ersten Tage,
ist die Ausstellung für die Besucher von 8 Uhr
vormittags ab geöffnet.
Die Anmeldung von Pferden isst
bis zum 11. Juni auf den von der
Landwirtschaftskämmer in Bonn zu
beziehenden Anmeldescheinen zu tä—
tigen. Nachmeldungen werden aus—
nahmsweise noch bis zum 21. Juni
angenommen; für alle Nachmeldun—
gen ist aber das doppelte Standgeld
zu entrichten.
Um ein möglichst vollständiges Bild vom
Stande der rheinischen Zucht zu geben, ist es
erforderlich, daß jeder rheinische Pferdezüchter,
der über ausstellungswürdiges Material perfügt,
die Ausstellung beschickt. Allen Interessenten aus
rheinischen und anderen Kalltblutzuchtgebieten,
die sich für die Entwickelung der rheinischen
Pfecdezucht interessieren, kann der Besuch der
Provinzial⸗Pferde-Ausstellung dringend empfoh—
len werden, da an allen drei Tagen reichlich
Gelegenheit geboten wird, sich über die Qualität
der rheinischen Zuchtprodukte und die Leistungen
der rheinischen Züchter genau zu informieren,
wozu einerseits die Vorführungen in den ein—
zelnen Richtringen an den beiden ersten Tagen,
andererseits aber besonders die Nachmittagsvor—
führungen im großen Vorführungsringe beson—
ders geeianet ersckeinen.

Zur ländlichen Wohlfahrts⸗- und Heimatpflege
Die große Bedeutung der ländlichen Wohl—
jahrts- und Heimatpflege für das Land und
damit indirekt auch für die Stadt, deren Nähr—
quelle das Land ist, ist allgemein anerkannt.
Auch in der Rheinprovinz wird von vielen Sei—
ten auf diesem Gebiete in hingebender Weise
zearbeitet; leider dringen diese Bemühungen
oft nicht über einen kleinen Kreis hinaus, auch
wenn sie vorbildlich wirken könnten. So muß
jeder, der sich im Sinne der Volkswohlfahrt auf
dem Lande betätigen will, sozusagen von vorn
anfangen, während doch aus dem, was bereits
geschieht, Vorbilder für die Tätigkeit anderer
mit Leichtigkeit entnommen werden könnten. Um
diele Nußbarmackuna von Erfahrungen zu er
            
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