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vorzügliche Milch auszeichneten. Im Gegensatz dazu
beobachteten wir, daß sich die Saanenböcke besser an
die neuen Verhältnisse gewöhnten. Der Klima—
und Futterwechsel wurde von den Böcken gut
ertragen, gar bald hatten sich die Tiere voll—
ständig eingelebt.
Außerdem war mir bereits bei der ersten Nachzucht
und besonders bei den Kreuzungsprodulten von Saanenböcken
und einheimischen Landziegen aufgefallen, daß fast alle
Zickel in Farbe und Körperbau den Vatertieren
ähnlich waren. Gar bald konnten wir auch feststellen,
daß die Saanenböcke auch die guten Nutzungs—
eigenschaften und zwar besonders die große Milchergiebigkeit
auf ihre Nachkommenschaft vererbt
hatten. Sofort haben wir uns diese vorzügliche Vererbungs⸗
fähigkeit der Tiere zu Nutze gemacht und gingen zur Züch⸗
lung der Kreuzungsprodukte über. Heute können Sie auf
allen Ausstellungen der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft
diese Kreuzungen als hessische Edelziegen bewundern, und
Sie können sich in Hessen davon überzeugen, daß diese Tiere
den Saanenziegen nicht nur gleichkommen, sie in vielen Be⸗
ziehungen sogar übertreffen.
M. H! Was man in Hessen erreicht hat, muß auch
bei uns möglich sein, und wenn diese meine Bestrebungen
die nötige finanzielle Unterstützung finden, dann werden wir
auch im Kreise Saarbrücken uns bald über eine blühende
Ziegenzucht freuen können.
Doch ist mit der Einfuhr guten männlichen Zucht—
materiales unsere Aufgabe nur zur Hälfte gelöst. Die Ver⸗
befserung der Ziegenhaltung und Pflege bedarf ebenfalls
unserer ganz besonderen Aufmerksamkeit und Fürsorge. Durch
die bessere Haltung und Pflege, sowie durch rationelle Fütte⸗
rung der Ziegen werden wir nicht nur die Nutzungseigenschaften
derselben erhöhen, wir werden dadurch auch von den Tieren eine
bessere, schmackhaftere Milch erhalten, und die Vorurteile gegen
Ziegenhaltung im Allgemeinen und Ziegen⸗ milch im Be—
sonderen werden nach und nach immer mehr verschwinden.
Zur besseren Durchführung der besprochenen Maßnahmen
müssen Ziegenzuchtvereine gegründet werden, welche
das Verständnis und Interesse für die Ziegenzucht wach—
halten sollen, und in welchen die Mitglieder über rationelle
Haltung, Fütterung und Pflege der Ziegen von sachver—⸗
staͤndiger Seite unterrichtet und belehrt werden.
Wenn sich diese Zuchtvereine zu einem Verbande
zusammenschlitßen und sich ein gemeinsames Zuchtziel stecken,
dann ist der erste und schwerste Schritt zur Hebung der
Ziegenzucht bereits getan. Es ist ganz selbstverständlich, daß
der Verband mit seinen Vereinen sich eng an die Lokal⸗
abteilung des landw. Vereins anschließt, denn unter dem
Schutze, und hoffentlich auch mit tatkräftiger finanzieller
Unterstützung derselben werden wir gar bald unserem idealen
Ziele näher kommen.
M. H! Ich komme zum ächlusse meiner Ausführungen.
Um Ihre Aufmerksamkeit nicht gar zu lange in Anfspruch zu
ñehmen, konnte ich nur einen kleinen Teil der Maßnahmen
berühren, welche zur Hebung der Ziegenzucht notwendig sind,
ich hoffe aber bei späterer Gelegenheit zu diesem Thema aus
meinen persönlichen Erfahrungen noch weitere Beiträge
liefern zu dürfen.
Wenn ich durch meine heutigen Ausführungen der Ziegen⸗
zucht nur einige Freunde gewonnen habe, bin ich für meine
Bemühungen reichlich entschädigt.
Bekanntmachungen anderer Behörden.
Bekanntmachung.
Vom 3. August bis 4. September d. Is. bin ich von
Kgl. Regierung beurlaubt. Die Vertretung hat die Kgl.
Kreisschulinspektion II übernommen.
Saarbrücken, den 20. Juli 1904.
Der Königliche Kreisschulinspektor,
Ewald.
Bei einem eingegangenen Schweine des Bergmannes
Peter Wilhelm von hier ist Schweineseuche amtlich fest⸗
gestellt worden. Ueber das Gehöft ist die Sperre verhängt
Friedrichsthal, den 16. Juli 1904.
Die Polizei-Verwaltung.
Bekanntmachung.
Nachdem der Ausbruch der Schweineseuche in den Ge—
höften der Georg Maurer, Georg Wagner und Wilhelm
Deutsch, sämtlich zu Scheidt, amtlich festgestellt worden ist.
wird über die Gehöfte die Sperre verhängt.
Brebach, den 16. Juli 1904.
Die Polizei-Verwaltung
Der Bürgermeister.
J. V.: Becker.
Saarbrücken, den 25. Juli 1904.
Der Königliche Landrat Bötticher.
Deffentlicher Anzeiger.
Bekanntmachung.
Der Meßzgermeister Heinrich Spielmann zu Alltenkesssel
beabsichtigt, auf seinem daselbst belegenen Grundstücke, Flur 47. Varzelle
Nr. 170, ein
Schlachtbaus
zu errichten.
In Gemäßheit des 817 der Gewerbeordnung und der Ausführungs-Anweisung
vom 1. Mai 1904 wird dieses Unternehmen mit der Auf⸗—
'orderung zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß etwaige Einwendungen,
velche nicht auf privatrechtlichen Tileln beruhen, binnen 14 Tagen bei
nir schriftlich in 2 Exemplaren oder zu Protokoll anzubringen sind.
Zpäter eingehende Einwendungen können keine Berücksichtigung mehr
inden.
Beschreibungen, Zeichnungen und Pläne liegen innerhalb der Ein—
I— während der Dienststunden auf meinem Bureau zur Ein—
icht offen.
Die Einspruchsfrist nimmt ihren Anfang mit dem Tage, an dem
die diese Bekanntmachung enthaltende Nummer des Kreisblattes er—
cheint. Termin zur mündlichen Erbrterung der rechtzeitia erhobenen
xkinwendungen wird auf
Montag, den 15. August d. Is, vormittags 10 Uhr,
auf meinem Bureau anberaumt. Im Falle des Ausbleibens des Unter⸗
nehmers oder der Widersprechenden wird gleichwohl mit der Erörterung
der Einwendungen vorgegangen werden.
Puttlingen, den 20. Juli 1904.
Der Bürgermeister.
Pickard.
Redaktion des ranmcee Teils. Druck und Voerlan — rühd — fer in Saarbrücken