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Bekanntmachungen anderer Behöͤrden.
Von den Horchheimer Räubern ist einer, namens Simon
Pleeas am 31. Janunar 1902 in Bingerbrück ergriffen.
Der andere Peter Kovaö genannt Strila ist dabei
Jüchtig geworden. Er ist etwa 1,80 megroß, hat schwarzes
Haar, kleinen Schnurrbart, dunkle Joppe und grünlichen
Hut. Er trägt 6000 Mark in Gold unter dem Hemd bei
ich.
Er soll noch in der Nacht vom 2. Februar in der
Nähe von Kreuznach gewesen sein, während nach anderen
ielleicht aber irrigen Nachrichten er schon am 2. FFebruar
in Basel gesehen sein soll.
Es wird unter Hinweis auf die ausgesetzte Belohnung
300 Mark und 2006 des wiedergebrachten Geldes) um
eifrige Recherchen nach dem Raubmörder und um möglichste
Verbreitung dieser Bekanntmachung ersucht.
Neuwied, den 4. Februar 1902.
Der Untersuchungsrichter bei dem Königl. Landgerichte.
J. V.: Tiemann.
Bekanntmachung.
Bei einem im hiesigen Schlachthause geschlachteten Pferde
des Ziegeleibesitzerss Ludwig Niedner hierselbst wurde die
Räude amtlich festgestellt.
Die im Gehöfte des p. Niedner Bergstraße 67 hier
antergebrachten 2 Pferde sind gleichfalls räudeverdächtig.
Die bei einem Pferde des Bäckermeisters Rothe, Wilhelm—
straßr 30 hierselbst festgestellte Räude ist erloschen und sind
die angeordneten Schutzmaßregeln aufgehoben worden.
Malstatt-Burbach, den 7. Februar 1902.
Der Bürgermeister,
Schmock.
Auszug aus der Vakanzenliste für
Militär-Anwärter.
Die Liste enthält der Reihe nach folgende Mittheilungen:
1) Laufende Nummer. 2) Die Vacanz tritt ein: wann? wo?
hei welcher Behörde? 3) Nähere Bezeichnung der Stelle. 4) Be—
eichnung der Anforderungen, welche an die Bewerber gestellt werden.
5) Dauer der etwa der Anstellung vorangehenden Probezeit.
63) Ob die Anstellung auf Lebenszeit oder auf Kündignng erfolgt.
7) Betrag der zu bestellenden Kaution und ob dieselbe durch Ge—
haͤltsabzüge gedeckt werden kann. 8) Einkommen der Stelle.
9) Ob Aussficht auf Verbesserungen vorhanden. 10) Bemerkungen.
1. 2) 1. Juni 1902, Budenhard, Bürgermeisteramt
St. Goar, 8) Gemeindeförster, 4) Bewerbungen find unter
Beifögung des Forstversorgungsscheins resp. Militärpasses
und der sonstigen Dienst- und Führungszeugnisse bis zum
22. März 1902 einzur ichen, 5) 1 Jahr, 6) —, 7) —, 8)
das Baargehalt der Stelle beträgt für das abzuleistende
Probejahr 1000 Mk, mit der definitiven Anstellung wird
dieser Gehaltsbezug als pensionsfähiges, jährliches Anfangs⸗
zehalt angenommen, freie Dienstwohnung im Werthe von
100 Mk. und eine Brennholzentschädigung von 100 Mk.;
die Beiträge zur Wittwen⸗ und Waisen-Versorgungsanstalt
verden von den betheiligten Gemeinden getragen, 9) steigt
nach den ersten 3 Jahren um 100 Mk., dann von 3 zu 8
Jahren um 50 Mk., bis mit 27 Jahren ein Höchstgehalt
non 1500 Mk. erreicht wird
2. 2) 1. April 1902, Cöln, Königl. Polizei-Präsidium,
3) 24 Schutzleute, 4) Bewerber müssen mindestens 6 Jahre
aktiv gedient haben, von tadelloser Führung, lese- und schreib—
faͤhig, mindestens 1m 65 em groß, durchaus gesund, nüchtern
und gewandt sein, 5) 6 Monate, während welcher der
Wohnungsgeldzuschuß nicht gewährt wird, 6) bei erwiesener
Qualifikatios nach Ablauf der Probe auf Lebenszeit mis
Pensionsberechtigung, 7) —, 8) je 1200 Mk. Gehalt pro
Jahr und 180 Vk. Wohnungsgeldzuschuß sowie freie Dienst—
bekleidung, 9) ja, bis zum Höchstgehalt von 1600 Mk. pro
Jahr, 10) Bewerber, welche noch im aktiven Militärdienss
stehen, erhalten den Vorzug.
3. 2) 1. April 1902, Cöln, Bürgermeisteramt, 8)
Markt⸗Aufseher, 4) gute Elementarschulbildung, Sicherheit
im Rechnen, körperliche Rüstigkeit, 5) 6 Monate, 6) aui
gegenseitige 3monatige Kündigung; nach Ablauf der Probe—
zeit Anstellung mit Dienstvertrag und mit Rubegehalts—
berechtigung und Anspruch auf Wittwen⸗ und Waisenver—
sorgung; während der Probezeit gegenseitige 4wöchige
Kündigung, 7) —, 8) Anfangsgehalt 1200 Mk. jährlich,
steigend mit Alterszulagen alle 3 Jahre 2 mal um 100 Mk.
und 5 mal um 60 Mk. bis zum Höchstbetrage von 1700
Mk. und freie Dienstkleidung; während der Probezeit 95
Mk. Diäten monatlich, 9) —, 10) den Meldungen find
selbstgeschriebener Lebenslauf, Abschriften der Zeugnisse und
des Zivilversorgungsscheins beizufügen; die Militärdienstzeit
kommt bei der Pensionirung nach Maßgabe der desfallsigen
Bestimmungen in Anrechnung; Bewerber darf nicht über
35 Jahre alt sein.
4. 2) 1. April 1902, Erkelenz, Bürgermeisteramt, 8)
Stadt Sekretär, 4) Bearbeitung sämmtlicher Büreauarbeiten,
wenigstens aber die Befähigung, sich die erforderlichen Kennt—
nisse während einer angemessenen Probedienstzeit anzueignen;
Bürgermeisteramt, Standesamt, gute Handschrift, 5) 3 Mo—
nate, 6) auf 3 monatige Kündigung, nach Verbringung einer
h jährigen Dienstzeit in der Stadtgemeinde Erkelenz und Er⸗—
reichung des 30. Lebensjahres auf Lebenszeit, 7) —, 8)
900 Mk. Gehalt pro Jahr, 9) vorläufig nicht, 10) die Stelle
ist pensionsberechtigt und kommt die Militärdienstzeit bei der
Vensionirung in Anrechnung.
5. 2) sofort, Forst, Landkreis Aachen, Bürgermeister—
amt, 3) 2 Polizeidiener, 4) körperliche und geistige Rüstig—
keit, sowie die Fähigkeit, sich die erforderlichen Kenntnisse in
stürze anzueignen, 5) 6 Monate, 6) zunächst auf 3monatige
stündigung, 7) —, 8) je 900 Mk. Anfangsgehalt pro Jahr,
steigend von 8 zu 3 Jahren um je 90 Mk. bis zum Höchst—
betrage von 1440 Mek. und 90 Mk. Kleidergeld und 240
Mk. Miethsentschädigung oder freie Dienstwohnung, 9) —,
10) die Stelle ist p nsionsberechtigt und kommt die Militär—
dienstzeit bei der Pensionirung in Anrechnung.
6. 2) 1. April 1902, Heddesdorf, Bürgermeisteramt,
3) Polizeisergeant und Vollziehungsbeamter bei der Ge—
meindekasse, 4) körperliche Rustigkeit, lese-, rechen⸗ und
schreibekundig, Unbescholtenheit und Nüchternheit, 5) —.
6) auf Lebenszeit, aber erst nach 5 jähriger Dienstzeit und
nach Vollendung des 30. Lebensjahres, bis dahin Uezjährige
Kündigung, 7) —, 8) 1200 Mk. Gehalt pro Jahr, mit 6
alle 2 Jahre und 4 alle 3 Jahre eintretenden Steigerungen
von je 40 Mk. bis 1600 Uik., außerdem Antheil an den
Gebühren für die Vollziehungsbeamtengeschäfte circa 150
Mk. jährlich, 9) —, 10) die jStelle ist pensionsherechtigt und
kommt die Militärdienstzeit bei der Pensionirung in An—
rechnung.