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Montag, den 15. Dezember
1592.
Ansprache vr. Majrstüt des Kuisers und Königs an dir Irbriter-Ahordunng
in Breslau am 5. Dezember 1902.
Daß die Arbeiter Breslaus sich entschlossen haben, zu Mir, ihrem Könige und Landesvater, zu kommen,
hat Mich mit freudiger Befriedigung erfüllt, und das auf zweifache Weise: Zum ersten hat Mich Meine in
Essen ausgesprochene Erwartung nicht getäuscht, zum andern haben Sie dadurch das Andenken Meines seligen
Freundes Krupp vorwurfsfrei wahren helfen. Von Herzen danke Ich dem Sprecher für seine warm empfundenen
patriotischen Worte. Sie zeugen dafür, daß ehrenhafte Gesinnung und Anhänglichkeit an König und Vaterland
bei Euch fest wurzeln. Euer Stand ist stets Gegenstand Meines eingehenden Interesses und Meiner Fürsorge
gewesen, und mit Stolz konnte Ich im Auslande beobachten, wie der deutsche Arbeiter, vor allen anderen
angesehen wird, und das mit Recht. Ihr dürft freudig an Eure Brust schlagen und Eurer Arbeit und Eures
Standes froh sein. Durch die herrliche Botschaft des großen Kaisers Wilhelm angeleitet, ist von Mir die
soziale Gesetzgebung weiter geführt worden, durch die für die Arbeiter gesicherte und gute Existenzbedingungen
geschaffen wurden bis ins Alter unter Auferlegung von oft bedeutenden Opfern für die Arbeitgeber. Unser
Deutschland ist das einzige Land, in dem diese Gesetzgebung bereits in hohem Maße zum Wohle der arbeitenden
Klassen fortentwickelt ist. Auf Grund dieser von Euren Königen Euch zugewendeten großen Fürsorge bin
Ich berechtigt, auch ein Wort aufklärender Mahnung an Euch zu richten. Jahrelang habt Ihr und Eure
deutschen Brüder Euch durch die Agitatoren der Sozialdemokraten in dem Wahne erhalten lassen, daß, wenn
Ihr nicht dieser Partei angehört oder Euch zu ihr bekennt, Ihr für nichts geachtet und nicht in der Lage
sein werdet, Euern berechtigten Interessen Wehör zu verschaffen zur Verbesserung Eurer Lage. Das ist eine
große Lüge und ein schwerer Irrtum. Statt das Volk objektiv zu vertreten, haben diese Agitatoren Euch
aufzuhetzen versucht gegen Eure Arbeitgeber, gegen andere Stände, gegen Thron und Altar, und auch zugleich
aufs rücksichtsloseste ausgebeutet, terrorisiert und geknechtet, um ihre Macht zu stärken. Und wozu wurde
diese Macht gebraucht? Nicht zur Förderung Eures Wohles, sondern um Haß zu säen zwischen den Klassen
und zur Aussftreuung feiger Verleumdungen, von denen nichts geblieben, die sich schließlich am Hehrsten
vergriffen, was wir hienieden besitzen, an der deutschen Mannesehre. Mit solchen Menschen könnt und dürft
Ihr als ehrliebende Männer nichts mehr zu thun haben und nicht mehr von ihnen Euch leiten lassen
Nein, sendet Uns Eure Freunde und Kameraden aus Eurer Mitte, den einfachen, schlichte Mann aus der
Werkstatt, der Euer Vertrauen besitzt, in die Volksvertretung — er trete ein für Eure Wünsche und Interessen
und freudig werden Wir ihn willkommen heißen als Arbeiter, als Vertreter des deutschen Arbeiterstandes,
nicht als Sozialdemokrat. Mit solchen Vertretern des Arbeiterstandes, so viele ihrer sein mögen, werden Wir
gern zusammen arbeiten für des Volkes und des Landes Wohl, und es wird so für Eure Zukunft gesorgt
sein, zumal sie natürlich fest fußen wird auf der Königstreue, auf der Achtung vor dem Gesetz und dem
Staat, und auf der Ehre Eurer Mitbürger und Brüder — getreu dem Schriftwort:
Fürchtet Gott, ehret den König, habt die Brüdet lieb!