Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

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Auszug aus der Vakanzenliste für
Militär-⸗Anwärter.

Die Liste enthält der Reihe nach folgende Mittheilungen:
4) Vaufende Nummer. 2) Die Vacanz tritt ein: wann? wo?
bei welcher Behörde? 3) Nähere Bezeichnung der Stelle. 4) Be—⸗
zeichnung der Anforderungen, welche an die Bewerber gestellt werden.
*) Dauer der etwa der Anstellung vorangehenden Probezeit.
63) Ob die Anstellung auf Lebenszeit oder auf Kündignng erfolgt
7) Betrag der zu bestellenden Kaution und ob dieselbe durch Ge—
haltsabzüge gedeckt werden kaun. 8) Einkommen der Stelle
9) Ob Aussicht auf Verbesserungen vorhanden. 10) Bemerkungen.
1. 2) 21. Dezember 1901, Aachen, Königl. Gefängniß,
3) Schreiber, 4) muß eine gute Handschrift haben und in
den 4 Grundarten rechnen konnen, eine Prüfung des Be⸗
werbers in dieser Hinsicht bleibt vorbehalten, 5)) —, 6) auf
1wöchige Kündigung, seitens der vorgesetzten Behörde kann
seine Entlassung sofort erfolgen, 7) —, 8) 75 Mk. monatlich,
9) ja, bis 100 Mk. monatlich.
2. 2) 1. Januar bezw. 1. Februar 1902, MAachen,
Königl. Polizei⸗Direktion, 3) 3 Schutzmänner, 4) Dienstgrad:
Unteroffizier. Eigenschaften: Nüchternheit, Energie, gutes
moralischen Verhalten, körperliche Gesundheit und Rüstigkeit,
jetzige Größe mindestens voll Im 70 em, gutes Auffassungs—
vermögen, genügende Gewandtheit in der schriftlichen Dar—
stellung und Schuldenfreiheit, 5) 6 Monate, 6) zunächst
probeweise, event. später auf Lebenszeit, 7) —, 8) je 1200
Mk. Anfangsgehalt und 180 Mk. Wohnungsgeldzuschuß und
freie Dienstkleidung (Uniform), 9) ja, durch stufenweises
Aufrücken in die höheren Gehaltsklassen bis zum Höchstgehalt
von 1600 Mk., auch ist Aussicht auf demnächstigen Bezug
einer Theuerungszulage vorhanden, 10) während der Probe⸗
zeit wird nur eine Remuneration in Höhe des Anfangs⸗
gehalts der Schutzleute von 1200 Mk. jährlich gezahlt.
3. 2) 1. Januar 1902, Machen, Stadt-Verwaltung,
3) Schuldiener an der höheren Mädchenschule zu St. Leon⸗
hard, 4) Bewerber muß verheirathet, gesund und rüstig sein,
5) 3 Monate, 6) auf 3 monatige Kündigung, 7) —, 8) 900
Mk. Gehalt neben freier Dienstwohnung, für Besorgung
der Heizung und Reinigung wird außerdem eine Entschädigung
von 1050 Mk. jährlich gewährt, 9) bei zufriedenstellenden
Leistungen steigend von 3 zu 3 Jahren und zwar 5 mal
um je 50 Mk. und 2 mal um je 25 Mk. bis zum Höchst-—
betrage von 1200 Mk., 10) die Stelle ist pensionsberechtigt;
die Militärdienstzeit kommt bei der Pensionierung in An—
rechnung; den Bewerbungen sind Zeugnisse, Lebenslauf,
Zivilversorgungsschein und ein amtliches Zeugniß über den
Gesundheitszustand beizufügen.
4. 2) sofort, Forst (Laundkreis Aachen), Bürgermeisteramt,
83) Polizei⸗Wachtmeister, 4) körperliche und geistige Rüstigkeit,
 Alter nicht unter 30 Jahren, Fähigkeit zur schnellen
Erlernung der für den polizeilichen Exekutiv- und Bureau—
dienst erforderlichen Kenntnisse, 5) 6 Monate, 6) zunächst
auf 3 monatige Kündigung, 7) —, 8) 1200 Mk. Anfangs⸗
gehalt, steigend von 3 zu 3 Jahren um je 100 Mk., bis
zum Höchstbetrage von 1800 Mk. und 100 Mk. Kleidergeld
und 300 Mk. Miethsentschädigung oder frei Wohnung, 9) —,
10) die Stelle ist pensionsberechtigt; die Militärdienstzeit
kommt bei der Vensionierung in Anrechnung.
5. 2) sofort, Gummersbach, Stadt-Verwaltung, 3)
Assistent, (Registrator), 4) schöne flotte Handschrift, die
Befähigung, sich die zur Führung der Registratur einer
größeren Stadt-Verwaltung erforderlichen Kenntnisse, sowie
die Kenntnisse der Verwaltungsgeschäfte im allgemeinen

während der Probedienstzeit anzueignen, 5)3 Monate, 6) nach
Erreichung des 30. Lebensjahres auf Lebenszeit, bis dahin
auf Kündigung, 7) —, 8) 1000 Mke., steigend alle 3 Jahre
um je 100 Mk. bis 1600 Mk., 9) —. 10) die Stelle ist
pensionsberechtigt; die Militärdienstzeit kommt bei der Pen—
sionierung in Anrechnung.
6. 2) 1. Januar 1902, Hechingen (Hohenzollern),
Bürgermeisteramt, 3) Schutzmann, 4) Aufrechterhaltung der
Sicherheits- und Reinlichkeitspolizei, )) 6 Monate, 6) auf
Lebenszeit 7) —, 8) 1050 Mk. nebst Dienstkleidung und
Wohnungsentschädigung, 9) ja, 10) die Stelle ist pensions—
berechtigt; die Militärdienstzeit kommt bei der Pensionierung
in Anrechnung.
7. 3) sofort bezw. 1. Januar 1902, Koblenz, Könial.
Regierung, 3) 2 Hilfsboten, 4) körperliche Rüstigkeit, sowie
Fertigkeit im Lesen, 5) —, 6) auf Kündigung, 7) —, 8)
je 1000 Mt. jährlich, 9 —, 10) die Hilfsbotenstelle ist
vorläufig auf 4 Jahre bewilligt worden, die Aussicht auf
etatsmäßige Anstellung als Regierungsbote ist nicht aus—
geschlossen.
8. 2) sofort event 1. Januar 1902, Neuwied, Polizei-Verwaltung,
 3) Hilfs-Polizeidiener und Nachtwächter,
4) körperliche Rüstigkeit, Energie und Nüchternheit, 5) 6
Monate, 6) auf Kündigung, 7) —, 8) 900 Mt. jährlich,
9) ja, bis 1200 Mt. 10) die Stelle ist pensionsberechtigt;
die Militärdienstzeit koöommt bei der Pensionierung in An—
rechnung.
9. 2) 1. März 1902, Ostrach (Hohenzollern), Kaiserl.
Postamt, 3) Landbriefträger, 4) Kenntnisse im Lesen, Schreiben
und Rechnen, körperliche Rüstigkeit, ) 6 Monate, 6) auf
a/0 jährige Kündigung, 7) —, 8) 700 Mk. Gehalt und 60 Mk.
Wohnungsgeldzuschuß, 9) ja.
10 2) 1. April 1902 Sayn (Landkreis Ktoblenz), Bürger⸗
meisteramt Bendorf, 3) Polizeidiener, 4) Energie, körperliche
Rüstigkeit und Zuverlässigkeit, sowie Fähigkeit zur Erstattung
von Änzeigen, 5) 6 Monate, 6) zunächst auf Kündigung,
nach zuröckgelegter 10 jähriger Dienstzeit auf Lebenszeit,
7) — 8) 1000 Mk., steigend alle 2 Jahre um je 100 Mk.
bis 1500 Mtk. und freie Wohnung oder 120 Mk. Mieths⸗
entschädigung und 75 Mk. Kleidergeld, 9) —, 10) die
Stelle ist pensionsberechtigt; die Misitärdienstzeit kommt bei
der Pensionierung in Anrechnung.
11. 2) 1. März 1902, wird bei der Einberufung be—
stimmt, Kaiserl. Ober-Postdirektion Köln, 3) Posischaffner,
4) Elementarschulbildung und körperliche Rüstigkeit, 5) 6
Monate, 6) auf 3 monatige Kündigung, 7) —, 8) 900 Mtk.
Gehalt und der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß und u. U.
Theuerungszulage, 9) ja, bis 1500 Mk.
12. 2) 1. März 1902, wird bei der Einberufung be—
stimmt, Kaiserl. Ober-Postdirektion Aachen, 3) Postschaffner
4) Volksschulkenntnisse, 5) 6 Monate, 6) auf Kündigung,
später auf Lebenszeit, 7) —, 8) 900 Mk. Gehalt und der
bestimmungsmäßige Wohnungsgeldzuschuß, 9) ja.
13. 2) 1. Januar 1902, wird bei der Einberufung be—
stimmt, Königl. Eisenbahn-Direktion in Köln, 3) Anwärter
für den Matrosendienst, 4) Bewerber darf das 40. Lebens⸗
jahr nicht überschritten haben, muß körperlich gesund, rüstig
und gewandt sein, namentlich ein ausreichendes Hör⸗, Seh⸗
und Farbenunterscheidungsvermögen besitzen; er muß die
Begenstände des Volksunterrichts kennen, insbesondere in
deutschen und lateinischen Buchstaben Gedrucktes und Ge—
schriebenes lesen, deutsch leserlich schreiben, owie in den 4
Grundarten mit ganzen benannten Zahlen rechnen können;
            
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