Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

Der Gerichtsassessor Gayer zu Völklingen ist zum
Amtsrichter in Lebach ernannt worden.

Auszug aus der Vacanzenliste
für Militair-Anwärter.

Die Liste enthält der Reihe nach folgende Mittheilungen:
1) Laufende Nummer. 2) Die Vacanz tritt ein: wann? wo?
bei welcher Behörde? 8) Nähere Bezeichnung der Stelle. 4) Be—
zeichnung der Anforderungen, welche an die Bewerber gestellt werden.
5) Dauer der etwa der Anstellung vorangehenden Probezeit.
6) Ob die Anstellung auf Lebenszeit oder auf Kündignng erfolgt.
7) Betrag der zu bestellenden Kaution und ob dieselbe durch Ge—
haltsabzüge gedeckt werden kann. 8) Einkommen der Stelle.
) Ob Aussicht auf Verbesserungen vorhanden. 10) Bemerkungen.
1. 2) sofort, Aachen, Königl. Polizei-Direktion, 3) Poli—
zeibote, 4) Nüchternheit, Energie, gutes moralisches Verhalten,
örperliche Gesundheit und Rüstigkeit, gutes Auffassungsver⸗
mögen, genügende Gewandtheit in der schriftlichen Darstellung
und Schuldenfreiheit, 5) 6 Monate, 6) zunächst probeweise,
event. später auf Lebenszeil, 7) —, 8) 900 M. Anfangsgehalt
und 180 M. Wohnungsgeldzuschuß, 9) ja, durch stufenweises
Aufrücken in die höheren Gehaltsklassen bis zum Höchsigehalt
bon 1500 M.; daneben bleibt die Höhe des Wohnungsgeld—
zuschusses unverändert, 10) während der Probezeit wird nur
eine Remuneration in Höhe des Anfangsgehaltes der Polizei—
boten von 900 M. jährlich gezahlt.
2. 2) 1. Oktober 1899, Altenkirchen, Bürgermeisteramt,
3) Hilfspolizeidiener, Bürgermeistereibote und Vollziehungs⸗
beamter, 4) mechanische Dienstleistungen, 5) 6 Monate, 6)
auf 3 monatige Kündigung, 7) —, 8) 600 Mk. jährlich, 9)
ungewiß, 10) die Stelle ist nicht pensionsberechtigt.
3. 2) sofort, Bonn, Königl. Amtsgericht, 8) Lohnschrei⸗
ber, 4) gute Handschrift und Befähigung, kleinere Schreib—
arbeiten selbständig anzufertigen, 5) —, 6) kann jederzeit
ohne Kündigung entlassen werden; der Entlassung soll jedoch
in der Regel eine 1monatige Kündigung vorhergehen, 7) —,
8) 5, 6, 7, 8, 9 und 10 Pfg. pro Seite Schreibwerk, 9)
nach 5 Jahren.
4. 2) sofort, Dudweiler. Bürgermeisteramt, 8) Feldhüter,
Mkörperliche Rüstigkeit und Fähigkeit zur Abfassung schrift⸗
licher Anzeigen, 5) —, 6) auf 1monatige Kündigung, 7)
—, 8) 420 Mk. jährlich, 9 —. 10) die Stelle ist nicht ven—
sionsberechtigt.
5. 2) 1. Juli 1899, Düren, Bürgermeisteramt, 8)
Schutzmann, 4) Bewerber muß körperlich durchaus rüstig
sein, sowie ordentlich lesen und schreiben können, 5) —, 6)
auf 14 tägige Kündigung, 7) —, 8) 2 Mk. 75 Pfg. täglich,
Mija im 2. Jahre 83 Mk. und vom 3. Jahre ab 3 Mk. 25
Pfg. 10) die Stelle ist nicht pensionsberechtigt.
6. 2) 1. Juli 1899, Gummersbach, Königl. Amtsge—
richt, 3) Kanzleigehilfe, 4) deutliche Handschrift, 5) 6 Wo⸗
hen, 6) auf Kündigung, 7) —, 8) 60 bis 80 Mk. Schreiblohn
monatlich, 9) —, 10) die Bewerbung ist an den aufficht⸗
führenden Amtsrichter in Gummersbach zu richten.
7. 2) sofort, Kalk, Polizei Verwaltung, 3) Nachtschutz⸗
mann mit theilweisem Tagesdienst, 4) Energie und Nüchtern⸗
hzeit, nicht über 35 Jahre alt, 5) 6 Monate, 6) auf 4wöchige
Qündigung, 7) —, 8) 1000 Mk. Gehalt und 100 Mk. Kleider⸗
geld, 9) Gehaltserhöhung bei guter Führung nicht aus—
zeschlossen, 10) die Stelle ist nicht pensionsberechtigt.
8. 2) sofort, Koblenz, städtische Verwaltung, 3) Weicheu⸗
steller bei der Werftbahn. 4) Bewerber muß durchaus gesund—

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örperlich rüstig und darf mit chronischen Leiden nicht behaftet
sein bezw. keine Anlagen zu chronischen Leiden haben, was
er ärztlich nachzuweisen hat, er muß mit den Fahrbestim—
nungen der staatlichen Eisenbahnen genau vertraut und mit
dem Telegraphenwesen bekannt sein, auch muß er die Prü—
iung als Weichensteller vor einer staatlichen Kommission be—
tanden haben, 5) 6 Monate, 6) auf 3 monatige Kündigung,
7) —, 8) während der Probezeit 3 Mk. Diäten täglich, nach
ndgültiger Anstellung 1200 Mk. Gehalt jährlich, 9) ja, 10)
nit der endgültigen Anstellung tritt Pensionsberechtigung,
Wittwen- und Waisenversorgung, wie bei den Staatsbeamten,
in; 5 Jahre lang sind 3 vom Hundert des jeweiligem Ge—
jalts an Wittwen- und Waisenversorgung der städtischen Be⸗
amten zu zahlen; wegen Anrechnung der Militärdienstzeit wird
besondere Vereinbarung vorbehalten.
9. 2) 1. August 1899, Koblenz, Proviantamt. 3) Maschi⸗
nist und Heizer, 4) Besitz des Ziwilversorgungsscheins, Ge⸗
undheit, körperliche Rüstigkeit, geordnete Lebensverhältnisse,
Schuldenfreiheit, Nüchternheit, Vorlegung der Militärpapiere,
Führungszeugnisse und sonstige Ausweise über Lebens⸗ und
Dienstverhältnisse, auch für die Zeit seit dem Ausscheiden
uius dem Heeresdienste bis zum Tage der Bewerbung; Be—
ähigung, Kessel zu bedienen, Maschinen zu leiten und kleinere
Reparaturen auszuführen, 5) 6 Monate, 6) auf 3 monatige
Z,undigung, 7) —. 8) 1200 M. Gehalt und 180 M.
Wohnungsgeldzuschuß jährlich, 9) ja, steigt bis zu 1800 M.
Behalt jaͤhrlich nach dem Dienstalter, 10) Bewerbungen sind
in die Königl. Intendantur VIII. Armee-Korps zu Koblenz
daldigst zu richten; Reisen zur ärztlichen Untersuchung auf
Besundheit und Rüstigkeit ferner die Reise zum Anstellungs⸗
orte und im Entlassungsfalle von da zurück hat der Bewerber
auf eige ne Kosten zu machen.
10. 2) 1. August 1899, Köln, Königl. Polizei⸗Präsidium,
3) 15 Schutzmänner, 4) Bewerber müssen mindestens 6 Jahre
zedient haben, von tadelloser Führung, lese- und schreibfähig,
mindestens 1 m 65 em groß, durchaus gesund, nüchtern
und gewandt sein, 5) 6 Monate Probezeit, während welcher
der Wohnungsgeldzuschuß nicht gewährt wird, 6) bei erwie—
sener Qualifikation nach Ablauf der Probe auf Lebenszeit
mit Pensionsberechtigung, 7) —, 8) je 1200 M. Gehalt,
180 M. Wohnungsgeldzuschuß, sowie freie Dienstbekleidung,
9) ja, bis zum Höchsigehalt von 1600 M. Aussicht auf
Beförderung zum Schutzmanns-Wachtmeister; Gehalt 1500 bis
1800 M. und 180 M. Wohnungsgeldzuschuß, 10) Bewerber,
welche noch im aktiven Militerdienst stehen, erhalten den Vorzug.
11. 2) 1. August und 1. November 1899, wird bei der
Einberufung bestimmt, Kaiserl. Ober-Postdirektion Trier,
3) je ein Landbriefträger, 4) körperliche Gewandheit, Rüstig⸗
keit, Elementarschulkenntnisse, 5) 6 Monate, 6) auf 3 monatige
Kündigung, 7) —, 8) 700 M. Gehalt, außerdem der gesetz⸗
liche Wohnungsgeldzuschuß, 9) Gehalt steigt bis 1000 M.
ährlich.
Anmerkung zu lfde. Nr. 4 der Vacanzenliste vom 5. Juli
1899. Nr. 27. Die Anforderungen bezüglich der Verwal—⸗
tungs⸗Sekretärstelle beim Bürgermeisteramt Kempen, sind
insoweit herabgesetzt worden, daß der Bewerber nur die
Befähigung nachweisen muß, sich die erforderlichen Kenntnisse
n Zürze aneignen zu können.

A
Der Königliche Landrath. Bake
            
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