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Saarbrücker
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den Kreis Saarbrücken. —
Kreis—
Amtliches Anzeigeblatt für
Ar. 30. Montag, den 25. Juli
* l
Bekanntmachungen der Central-Behörden.
Das Preußische Staatsschuldbuch ist auch in dem am
31. März d. Is. abgelaufenen Geschäftsjahre seitens der
Befitzer von Schuldverschreibungen der konsolidirten Staatsmleihen
lebhaft in Anspruch genommen worden.
Die Zahl der tingetragenen Konten betrug am 31. März
1896: 18037 über 1058733800 Mtk. Kapital.
1897: 19 467, 1158586500 ,
sie ist bis zum 831. März 1898 auf
21569 über 1288193 100 Mk. Kapital gestiegen.
Von den letzgedachten Konten entfallen 84,5 0/0 auf Kapitalien
bis zu 50000 Mk. und 15,5 9 auf größere Kapitalsanlagen.
Für physische Personen waren am 31. März 1898
14237 Konten über 578374 850 Mk. für juristische Personen
3472 Konten über 468175 550 Mk. eingetragen.
Die Zahl der Konten über bevormundete oder in Pfleg⸗
schaft stehende Personen ist im letzten Jahre von 1234 auf
1280 gestiegen.
Von den Zinsen ließen sich die Empfangsberechtigten
halbjährlich 12092 Posten von der Staatsschulden-Tilgungs—
kasse in Berlin durch Werthbrief oder Postanweisung direkt
zusenden, 3340 Posten wurden durch Gutschrift auf Reichs—
bank-Girokonto berichtigt und 10490 Posten wurden bei den
nit der Auszahlung beauftragten Königlichen Kassen abgehoben.
Von den Konten-Inhabern wohnen 18316 in Preußen,
2992 in anderen Staaten Deuftschlands, 194 in den übrigen
Staaten Europas, 21 in Asien. 11 in Afrika und 35 in
Amerika.
Das Staatsschuldbuch ist allen denjenigen Besitzern
Preußischer Konsols zu empfehlen, für welche diese Papiere
eine dauernde Anlage bilden, und welche Kapital und Zinsen
zegen den Schaden unbedingt sichern wollen, der ihnen, so
lange ihr Recht von dem jeweiligen Besitze der Schuld⸗
verschreißnungen und Zinsscheine abhängig ist, durch Diebstahl,
Verbrennen oder sonstiges Abhandenkommen dieser Effekten
richt selten entsteht.
Laufende Verwaltungskosten werden von den Konten—
inhabern nicht erhoben. Für jede Einschrift ist ein ein—
maliger Betrag von 25 Pfennig für jede angefangene
1000 Mk. des Kapitalbetrages, über welchen verfügt wird
smindestens 1 Mk.) zu zahlen.
Die von uns veröffentlichten „Amtlichen Nachrichten
über das Preußische Staatsschuldbuch“, welche über Ziveck
und Finrichtung des Schuldbuchs Genaueres ergeben, konnen
durch jede Buchhandlung oder direkt von dem Verleger
J. Guttentag, Berlin, für den Preis von 40 Pfg. oder
durch die Post frei 45 Pfg. bezogen werden.
Berlin, den 19. April 1808.
Hauptverwaltung der Staatsschulden.
v. Hoffmann—
1828.
Bekanntmachungen der Provinzial-Behörden.
Der Weinban hat in den letzten Jahren und befonders
an der Mosel einen ungeheuren Aufschwung genommen,
der Moselwein sich einen Weltruf errungen, und so werden
denn auch, um diesen Ruf zu erhalten, von Jahr zu Jahr
höhere Ansprüche an den Winzer und Weinhändler der
Mosel gestellt, welchen zu genügen er nur imstande sein
vird, wenn er eine gründliche, zeitgemäße, praktische und
wissenschaftliche Fachbildung genossen hat. Hierzu Gelegenheit
zu geben war die Ursache dr Gründungder Provinmzial—
Weinbauschule zu Trier.
Die Anstalt wurde im Jahre 1883 eröffnet und hat
seit dieser Zeit schon eine beträchtliche Anzahl Schüler aus—
zebildet, von denen ein guter Theil angesehene Stellungen
auf größeren Weingütern ꝛc. einnimmt. Zweck und ZSiel
der Anstalt ist, den jungen Winzern, die sie besuchen, nicht
nur viel Wissen, sondern auch viel Können beizubringen;
d. h. es wird an dieser Anstalt nicht nur auf die theoretische
Ausbildung der Zöglinge Werth gelegt, sondern aanz besonders
auch auf die praktische.
Die theoretische Ausbildung der Zöglinge erstreckt sich
auf den Unterricht in Weinbau und Kellerwirthschaft, Obst⸗
hau und Obstverwerthung, Ackerbau und Viehzucht, Bienen⸗
zucht, Bodenkunde, Düngerlehre, Weinchemie, Buchführung,
aufmännisches Rechnen ꝛc. Was den Schülern im Unter⸗
cicht theoretisch vorgetragen worden ist, müssen dieselben in
den Nachmittagsstunden praktisch ausführen, so daß sie für
alle vorkommenden späteren Fälle in der Praxis ausgerüstet
iind.
Die praktischen Arbeiten finden statt in den über 8
Morgen großen, an dem Olewiger Wege gelegenen Wein⸗
bergen, Rebschule, Wiesenland, umfangreichen Obstpflanzungen
sowie im Obstmuttergarten, welch' letzterer sich dem Anstaltsgebäude
anschließt. In diesem wird außer Obstbaumzucht
besonders Formbaumzucht) auch das für die Anstaltsökonomie
nöthige Gemüse herangezogen. Im Anstaltsgebäude selbst
befindet sich das mit allen modernen Geräthschaften ausge—
rüstete, geräumige Kelterhaus, serner Gär- und Lagerkeller.
Auch eine Küferwerkstätte fehlt nicht. In den Wintermonaten
erhalten die Schüler auch Anleitung im Korbflechten.
Unter Leitung des weithin bekannten Bienenzüchters
Herrn Fledrich findet der Unterricht in Bienenzucht an seinen
im Obstmuttergarten der Anstalt gelegenen Bienenständen statt.
Durch Besuch mustergültiger Weingüter und Kellereien
an Mosel und Saar soll der Gesichtskreis der Schüler
erweitert werden.
Durch alle diese Einrichtungen ist den Schülern im
vollsten Maße Gelegenheit geboten sich in jeder Hinsicht
praktisch auszubilden.
Die Kurse sind ein⸗ und zweiiährige