durchstochen und fortgesetzt fest eingetreten wird; vortheilhaft
ist es, wenn man zwischen die einzelnen Schichten immer
etwas Viehsalz streut, vielleicht auf 6—8 Zentner ein Pfund.
Alsdann wird die Grube mit einer Hand hoch Spreu (zum
Schutze gegen das Eindringen des Sandes und hierauf mit
4 m Sand, Erde, Ziegelsteinen ꝛc.) versehen. Unter diesem
Drucke setzt sich die Masse auf 1 bis 193 mäherunter und
ziebt ein ausgezeichnetes, weinsauer riechendes, vom Vieh
ehr gern und gierig genommenes Futter, von dem dem
Broßvieh an anderen Stellen bis zu 25 Pfd. täglich ver⸗
mischt mit Kleie, Baumwollensaatmehl, Spreu ꝛc. ꝛ⁊c. verab⸗
reicht worden ist. Mit einem scharfen Spaten läßt sich die
Masse am besten gleich in der Grube in 3—4 Zoll langen
Brocken abstechen. Der Abfall verdorbenen Futters beschränkt
ich auf eine etwa 8 Zoll starke Außenschicht ringsum. Ein
Unterschied zwischen Aufschichtung ganz frischen oder mäßig
ibgewelkten Futters besteht nicht.
Diese Aufbewahrungsart wird sich auch für den kleineren
Landwirth empfehlen, da zum Festtreten der entsprechend
55 Menge Futters auch weniger Hülfskräfte erforder⸗
lich sind.
Sofern es nicht möglich ist, eine Grube auszuwerfen
oder sonst einen derartigen Raum zu gebrauchen, so kann
man auch 'auf dem Hofraum eine Miete (Haufen) aufsetzen,
doch ist es besser, hier größere Massen zusammenzufahren.
Nach Aufbringung von Belastungsmaterial (Sand) setzt auch
die Miete sich so fest, daß der Luftzutritt unmöglich wird.
Trier, den 3. Juli 1898.
Der Regierungs-Präsident.
J. V.: v. Rosenberg-Gruszczynski.
Der zur Zeit als Konsularagent der Vereinigten Staaten
pon Amerika in Solingen amtirende Verne E. Joy, auf
welchen sich meine Bekanntmachung vom 22. Februar d. Is.
l 3881 — Amitsblatt Seite 84 — bezog, ist zum 1. Juli
d. Is. in der gleichen amtlichen Eigenschaft nach Sonneberg
in Sachsen⸗Meiningen versetzt worden.
Trier, den 3. Juli 1898.
Der Regierungs-Präsident.
J. V.: von Rosenberg-Gruszcezynski.
Bekauntmachungen des Kgl. Landrathsamtes.
Aufruf.
Der zwischen Spanien und Amerika entbrannte Krieg
beginnt, namentlich durch ausgebrochene Krankheiten, größere
Opfer zu fordern, sodaß durch Vermittelung des internationalen
stomitees vom Rothen Kreuz in Genf die Bitte um Unter—
tützung auch hierher gerichtet worden ist.
Das unterzeichnete Zentral-Komitee erachtet es als seine
Pflicht, im Hinblick auf das solidare Verhältniß der Gesell—⸗
schaften vom Rothen Kreuz untereinander und in dankbarer
FErinnerung der vom Auslande der Deutschen freiwilligen
Kriegskrankenpflege gewährten Hülfe sowohl die amerikanische
vie die spanische Gesellschaft vom Rothen Kreuz in ihren
Bestrebungen, die Kriegsleiden zu lindern, durch Gewährung
von Geldmitteln nunmehr zu unterstützen.
Um jedoch die für eigene und näherstehende Zwecke sehr
in Anspruch genommenen Mittel unserer Vereine vom Rothen
—V
alle diejenigen Kreise in Deutschland, welche für die Ver—⸗
vundeten- und Krankenpflege im ausgebrochenen Kriede
Beitraͤge zu spenden willig find, mit der Bitte, uns solche
anzuvertrauen, und uns dadurch in die Lage zu versetzen,
die Gefühle der Humanität zu bethätigen, weiche in deutscher
Herzen allezeit auch für fremdes Leid tief empfunden unt
durch freiwillige Spenden kund gegeben worden find.
Unser mitunterzeichneter Schatzmeister wird Beiträgt
unter der Bezeichnung: „für die Gesellschaften vom Rothen
Kreuz in Amerika und Spanien“ emgegen nehmen, deren
Empfang in der Presse bescheinigt werden wird. Außerdem
werden alle Landesvereine vom Rothen Kreuz in Deutschland
unfererseits ersucht werden, Sammelstellen zu eröffnen.
Berlin, im Juni 1898.
Das Zentral-Komitee
der deutschen Vereine vom Rothen Kreuz.
Der Vorsitzende:
B. von dem Knesebeck, Vize-Ober-Zeremonienmeiste
und Königlicher Kammerherr.
Der J. stellvertretende Vorsitzende:
gez.: von Spitz, General der Infanterie z. D.
Der II. stellvertretende Vorsitzende:
gez.: Dr. Koch, Präsident des Reichsbankdirektoriums
Wirkl. Geheimer Rath.
Der J. Schriftführer:
gez.: Lademann, Erster Staatsanwalt beim Köonigliche—
Landgericht IIl Berlin.
Der II. Schriftführer:
ge.: Marcinowski, Geheimer Ober⸗Finanzrath.
Der Schatzmeister:
gez.; von Burchard, Präsident der Seehandlung
Wirkl. Geheimer Rath.
Der Generalsekretär:
qgez.: Dr. Lieber, Generalarzt a. D.
Vorstehenden Aufruf veröffentliche ich hierdurch mi
dem Bemerken, daß auch ich Beiträge enigegennehme un
an die Haupt ⸗Sammelstelle abführen werde.
Saarbrücken, den 16. Juli 1898.
Der Vorsitzende des Vorstandes
des Kreis-Vereins Saarbrücken zum Rothen Kreu
Bake, Landrath.
Bekanntmachungen anderer Behörden.
Am 8. k. Mts. findet zu St. Johann die diesjährig
Hauptversammlung des Rheinischen Lehrerverbandes zur
Förderung der erziehlichen Knabenhandarbeit statt. Wi'
ersuchen die Herren Orisschulinspektoren, die ihnen unter
tellten Lehrer hierauf aufmerksam zu machen mit dem Be
deuten, daß denjenigen, welche an der Versammlung theil
nehmen wollen, Urlaub ertheilt werden wird. Auf Grund
der Verfügung Königl. Regierung vom 6. d. Mts, IIl 7408
bemerken wir jedoch, daß Tagegelder und Reisekosten nich
gewährt werden können.
Saarbrücken, den 12. Juli 1898.
Konigliche Kreisschulinspektion J und II.
Ewald. Mylius
Hinsichtlich der von den Lehrern bezw. Lehrerinne'
einzureichenden wöchentlichen Auszügen aus den Schult
persäumnißlisten hat die Königliche Regierung, Abtheilun—
für Kirchen- und Schulwesen. zu Trier gemäß Verfüagune