Die Herren Bürgermeister des Kreises ersuche ich mir
die etwa noch aus Anlaß der vorjährigen Herbstübungen rück—
ständigen Servis- und Vorspann Liquidationen spätestens
bis zum 19. ds. Mts. einzureichen, andernfalls aber mir
bis zu gleichem Tage Fehlanzeige zu erstatten.
Saarbrücken, den 10. März 1897.
Der Landrat.
Bake.
Bekanntmachung.
Nachdem der Milzbrand bei einer gefallenen Kuh in
dem Stalle des Ackerers Nikolaus Amann, Metzerstraße
Nr. 102 amtlich festgestellt worden ist, ist das fragliche Ge—
höft polizeilich gesperrt.
Saarbrücken, den 6. März 1897.
Die Polizeiverwaltung.
Der Bürgermeister.
Feldmann.
Bekanntmachung.
Die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindviehbe—
stande der Witwe Johann Schmidt und Bahnwärters Johann
Jakob zu Völklingen ist wieder erloschen, weßhalb die Sperr—
maßregeln aufgehoben worden sind.
Völklingen, den 10. März 1897.
Die Polizeiverwaltung.
Der Bürgermeister.
Stürmer—
Bekanntmachungen anderer Behörden.
Die Schulamts-Bewerberin Katharina Gunkel aus Trier
ist an die Schule zu Hähnerfeld-Sulzbach einstweilig berufen
worden.
Der Lehrer Jakob Kammer zu Altenwald ist an die
Schule zu Dörsdorf im Kreise Ottweiler berufen worden
Auszug aus der Vacanzenliste
für Militair-Anwärter
Die Liste enthält der Reihe nach folgende Mittheilungen:
1) VLaufende Nummer. 2) Die Vacanz tritt ein: wann? wo?
bei welcher Behörde? 3) Nähere Bezeichnung der Stelle. 4) Be—
zeichnung der Anforderungen, welche an die Bewerber gestellt werden.
5) Dauer der etwa der Anstellung vorangehenden Probezeit.
6) Ob die Anstellung auf Lebenszeit oder auf Kündignng erfolgt.
7) Betrag der zu bestellenden Kaution und ob dieselbe durch Ge—
haltsabzüge gedeckt werden kann. 8) Einkommen der Stelle.
9) Ob Aussicht auf Verbesserungen vorhanden. 10) Bemerkungen.
1. 2) 1. April 1897, Aachen, Königl. Polizei-Direktion,
3) Schutzmann, 4) Charge: Unteroffizier; Nüchternheit,
Energie, gutes moralisches Verhalten, körperliche Gesundheit
und Rüstigkeit, jetzige Größe mindestens voll 1m 70 em,
gutes Auffassungsvermögen, genügende Gewandtheit in der
schriftlichen Darstellung und Schuldenfreiheit, 5) 6 Monate,
6) zunächst probeweise, event. später auf Lebenszeit, 7) —,
8) 1000 Mk. Anfangsgehalt, 180 Mk. Wohnungsgeldzuschuß
und freie Dienstkleidung (Uniform), 9) ja, durch succesives
Aufrücken in die höheren Gehaltsklassen bis zum Höchstgehalt
von 1500 Mk.; daneben bleibt die Höhe des Wohnungsgeld⸗
zuschusses und die freie Uniform unverändert, 10) während
ved Ai ni— ——
der Probezeit wird nur eine Remuneration in Höhe des
Anfangsgehalts der Schutzleute von 100 Mk. jährlich gezahlt
2. 2) sofort Bergneustadt, Bürgermeisteramt, 3) Schul⸗
diener, an der evangelischen Volksschule, 4) körperliche Rüftig—
keit und die Fähigkeit, eine Niederdruck-Dampfheizung zu be⸗
dienen, 5) —, 6) auf 2monatige Kündigung, 7) —, 8)
766 Mk. Gehalt jährlich, 9) nein, 10) die Stelle ist nicht
pensionsberechtigt.
3. 2) 1. April 1897, Bonn, Ober-Bürgermeisteramt,
3) Polizeisergeant, 4) Rüstigkeit, Energie und Zuverlässig
keit, 5) 6 Monate, 6) auf Kündigung, 7) —, 8) 1000 Mk
Gehalt, 300 Mk. Mietsentschädigung und 100 Mk. Kleider⸗
geld jährlich, 9 ja, das Gehalt steigt zehumal von 2 zu2
Jahren um je 50 Mk. bis zum Höchstbetrage von 15600 Mk.,
jährlich, 10) die Stelle ist pensionsberechtigt, die Militär—
dienstzeit vom Beginn des 21. Lebensiahres ab wird bei
der Pensionierung angerechnet.
4 2) sofort, Hechingen, Königl. Amtsgericht, 3
Kanzleigehilfe 4) leserliche Handschrift, 5) —, 6) auf
1monatige Kündigung, 7) —, 8) Einkommen richtet sich nach
den Bestimmungen der Kanzleiordnung vom 9. Februar
18905. 99 2.
5. 2) 1 April 1897, Kirn, Bürgermeisteramt, 8)
Polizeisergeant, 4) Erfahrung im Polizeidienst, gute Fertig—
keit im Lesen und Schreiben, körperliche Befähigung ist durch
Attest nachzuweisen, 5) 6 Monate, 6) bleibt vorbehalten,
7) —, 8) 1200 Mk. Gehalt, außerdem Nebeneinnahme als
Exekutivbeamter und für Privatbekanntmachungen, 9) Gehalf
steigt bis 1600 Mk, jährlich, 10) die Stelle ist pensions
berechtigt und wird bei einer Pensionierung die Militärdienst
zeit angerechnet.
6. 2) 1. April 1897, Kirn. Bürgermeisteramt, 3)
Nachtwächter, 4) —, 5) 6 Monate, 6) auf 3monatige Kün—
digung, 7) —, 8) 300 Mk. jährlich, 9 nein, 10) die Stelle
ist nicht penfionsberechtigt.
7. 23 1. April 1897, Mülheim (Khein), Polizei-Ver—
waltung, 3) Polizeisergeant. 4) Gewandtheit in der An—
fertigung von schriftlichen Berichten und Protokollen, kräftiger
Körperbau, unbescholtener Lebenswandel, 5) 6 Monate, 6)
auf 3monatige Kündigung, 7) —, 8) 3 Mtk. pro Tag für
die Dauer der Probedienstzeit, nach Ablauf derselben 1200 Mk.
jährlich, 9 nach definitiver Anstellung steigt das Gehalt von
4 zu 4 Jahren um je 100 Mk. bis zum Höchstbetrage von
1600 Mk, außerdem wird ein Kleidergeld von 90 Mk. pro
Jahr gewährt, auch werden Achselstücke, Koppel, Degen, Helm
und Portepee unentgeltlich leihweise gelicfert, 10) die Stelle
ist pensionsberechtigt, die Militärdienstzeit wird nicht an—
gerechnet.
9. 2) 1. April 1897, Siegburg, Königl. Direktion
der Geschoßfabrik, 3) Nachtwächter, 4) körperliche Rüstigkeit
Nüchternheit und zuverlässigkeit, 5) 6 Monate, 6) auf Kün—
digung, 7) —, 8) 800 Mk. Gehalt und 108 Mk. Wohnungs⸗
geldzuschuß jährlich, 9) ja, bei bewiesener Thätigkeit und
Zuverlässigkeit kann das Gehalt van 3 zu 3 Jahren steigend
in 21 Dienstjahren, bis auf 1200 Mk. neben dem Wohnungs⸗
geldzuschuß erhöht werden, 10) den Meldungen sind Lebens—
lauf, Zivilversorgungsschein, ärztliche Bescheinigung über den
Besundheitszustand, polizeiliches Fuührungsattest und etwaige
Zeugnisse beizufügen, Reise- und Umzugskosten werden nicht
gewährt.
Saarbrücken, den 15. März 1897.
Der Königliche Landrath, Bake
Nerlag von Hehräder 62fer in Saarbrücken