Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

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Der Lehrgang umfaßt einen Zeitraum von acht
Wochen. Es findet in jedem Vierteljahr ein solcher statt,
dessen Schluß jedesmal mit der von der staatlichen Prüfungs⸗
stelle für Hufschmiede anberaumten, in dem Amitsblatt
bekannt gemachten Prüfung zusammenfällt.
Die Schüler erhalten den Unterricht und ihre praktische
Ausbildung unentgeltlich. Für ihren Unterhalt haben die⸗
selben selbst zu sorgen.
Mit Rückficht auf die hohen Anforderungen, welche
bei den Prüfungen für das Hufbeschlaggewerbe in steis
steigendem Maße gestellt werden, kann der rege Besuch der
Lehrschmiede nicht dringend genug empfohlen werden.
Trier, den 4. März 1896.
Der Regierungs-Präsident
von Heppe.

Bekanntmachung,
betreffend die Bekaͤmpfung der Kleeseide.
Das beobachtete häufige Auftreten der Kleiseide im
Regierungsbezirke macht es nothwendig, rechtzeitig vor weiterem
Vordringen dieser verderblichen Pflanze die allgemeine Auf⸗
merksamkeit der Landwirthschaft treibenden Bevölkerung auf
dieselbe zu lenken. Es wird neben der Vernichtung der
Pflanze, wo fie gefunden wird, das Bestreben besonders
darauf zu richten sein, nur solchen Kleesamen auszusäen,
der von Kleeseide völlig frei ist. Ein jeder lasse sich daher
bei Ankauf von Kleesaat von dem Verkäufer dafür Gewähr
leisten, daß dieselbe vollständig von Kleeseide frei sei.
Ferner warne ich davor, Klee, in welchem Kleeseide
vorkommt, zur Gewinnung von Samen stehen zu lassen, sowie
Verunreinigungen von Samen oder von Getreide u. s. w.
auf die Düngerstätten zu werfen. Von diesen Siellen
kommen alle schädlichen Pflanzen von Neuem auf die Aecker.
Trier, den 25. Februar 1896.
Der Regierungs-Präsident.
von Heppe.
Der Herr Minister des Innern hat mittelst Erlaß
vom 22. v. Mis. II. 1968 dem Verbande der Pferdezuchtvereine
 in den Holsteinischen Marschen (Abtheilung des
Schleswig⸗Holsteinischen landwirthschaftlichen Generalvereins)
die Erlaubniß ertheilt, in diesem Jahre wiederum eine
öffentliche Verloosung von Pferden, Wagen und Pferde—
geschirren 2c. zu veranstalten und die Loose — 200000
Stück zu je 1Mk. — im ganzen Staatsgebiete zu vertreiben.
Trier, den 8. März 1896.
Der Regierungs-Präsident.
von Heppe.

Des Koͤnigs Majestät haben mittelst Allerhöchsten Erlasses
vom 18. Dezember v. Is. der Willibrordi⸗Kirchbau⸗Kom⸗
misfion zu Wesel die Erlaubniß zu ertheilen geruht, zur
Gewinnung der Mittel für die Vollendung des Ausbaues
und für die Freilegung der Willibrordi⸗Kirche zu Wesel
zwei öffentliche, innerhalb zweier Jahre zu beendende Ver—
loosungen mit Geldgewinnen zu veranstalten und die Loose
im ganzen Staatsgebiete zu vertreiben.
Trier, den 27. Februar 1896.
Der Regierungs-Präsident.
von Heppe.

Bekanntmachung betreffend die Bekämpfung der Dasselfliege
Rinderbremsfliege, Biesfliege).
Der Herr Landwirthschaftsminister hat in einem Erlasse
vom 21. Januar d. Is. wiederholt auf die Nothwendigkeit
der Bekämpfung der in der Anmerkung“) näher beschriebenen
Dasselfliege hingewiesen. Die Schäden, die die Dasselfliege
oerursacht, bestehen einerseits darin, daß die Haut eines
mit Dasselfliegen behaftet gewesenen Rindes durchlöchert ist
und daher sehr an Werth verloren hat und andererseits,
daß die heimgesuchten Rinder durch den in der sog. Dasseldeule
 sich vollziehenden Eiterungsvorgang im Fleischansatz
und in der Milchergiebigkeit erheblich zurückbleiben.
Jedem Landwirthe werden schon die haselnußgroßen
Beulen aufgefallen sein, mit welchen sich im Frühjahr
manches Stuck Rindvieh behaftet zeigt. Wenn dann auf
der Stelle mit einiger Kraft gedrückt wird, so gelingt es,
eine Larve herauszudrücken. Es handelt sich in diesen Fällen
gewöhnlich um die Larven der Dassel- oder Rinderbremsfliege.
Als wesentlichstes Mittel, um eine erhebliche Vermehrung
dieser Fliege zu verhindern, wird nun vor Allem das vor—
erwähnte Ausdrücken der Larve (Abdasseln) empfohlen. Wenn
im Frühjahr das Vieh auf die Weide getrieben oder,
wo dies nicht der Fall ist, das Vieh sonst aus dem Stall ge—
zogen wird, sollte es kein Landwirth unterlassen, dasselbe
auf das Vorhandensein von Dasselbeulen zu untersuchen, sie
dann auszudrücken und die Larven gründlich zu vernichten.
Außerdem würde es in den Monaten Juni bis Sep—
tember gerathen sein, das Rindvieh öfters abzukartätschen,
um die dann etwa an den Haaren haftenden Eier der
Dasselfliege zu entfernen. Wo dies aber nicht möglich ist,
da führe man wenigstens die erwähnte Ausdrückung der
Beulen sorgfältig durch.
Trier, den 2. März 1896.
Der Regierungs-Präsident.
von Heppe.

Bei der am 20. d. Mts. unter dem Vorfitze des Herrn
Ober⸗Präsidenten abgehaltenen Wahlversammlung der Nerzte—
kammer der Rheinprovinz und der Hohenzollern'schen Lande
ist der Geheime Sanitätsrath Dr. Leni in Köln an Stelle
des verstorbenen Geheimen Sanitätsrath Dr. Graf zum
Vorsitzenden der Aerztekammer gewählt worden.
Trier, den 26. Februar 1896.
Der Regierungs-Präsident.
von Heppe.

*. Anmerkung. Beschreibung der Dasselfliege.
Die Dasselfliege ist etwa 8 min lang, der Rumpf' (Kerf) ist
chwarz, an Schienen und Füßen rotgelb, der Korper ist dicht behaari,
um zweiten und dritten Hinterleibringe schwarz, an der Spitze gelb,
sonst weiß oder grauweiß; auf dem Rückenschild treten einige stumpfe
dängsleisten deutlich hervor.
Die Weibchen legen ihre Eier einzeln an die Haut oder die Haare
des Rindes. Die sehr junge feine Larve bewirkt durch ihre Thätigkeit
dald eine Entzundung und ein Anschwellen des Hautgewebes, wodurch
fie wulstartig enge uümschlossen wird. Diese Beulen vergrößern sich
bis reichlich Haselnußstärke, bleiben aber auf ihrem Gipfel stets offen.
Die reise Made verläßt im Frühjahr die Beule, fällt zu Boden
und verwandelt sich hier flach unter der Bodendecke zu einem Tonnen—⸗
zuppchen, aus welcher dann nach 486 Wochen die Fliege ausschlüpft.
Die Daffelbeulen finden sich vorzugsweise zu beiden Seiten des
Ktückenwirbels auf den Stellen, wo das Stück Rind weder durch Ab—
cheuern, Abschlagen mit dem Schwanze noch durch Ablecken die jungen
darven entfernen kann. Eine Abart der Dasselfliege ist die Reh— und
dirschdasselfliege. Bei dieser werden die Larvens, Engerlinge“ sich am
eichtesten hei den Futterpläken des Wildes finden saften
            
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