3
Haushaltuagsschule.
Am 2. Januar k. Is. wird zu Ottweiler zunächst auf
Grund privater Wohlthätigkeit
ine Haushaltungsschule für junge Mädchen aus
dem Arbeiterstande, jeder Konfession und in nicht mehr
schulpflichtigem Alter, unter Leitung einer zu diesem
Zwecke ausgebildeten Schwester des zweiten Rheinischen
Diakonissenhauses eröffnet werden.
Fltern und Vormünder, welche gewillt sind, ihre Töchter
und Mündel in diese Schule zu entsenden, werden ersucht
dieses baldgefälligst bei dem Herrn Bürgermeisterei—
Verwalter Zeitz oder dem Herrn Pfarrer Henning, beide
hierselbst, anzuzeigen.
Die Schule zerfällt in eine eigentliche Haushaltungs—
ichule und in eine Näh- und Flickschule.
Der Kursus der ersteren ist auf 12 Wochen (bei höch—
stens 9 Schülerinnen) berechnet. Der Unterricht dauert an
allen Wochentagen von 812 Uhr Morgen-bis nach 4 Uhr
Nachmittags.
Er besteht in praktischem und theoretischem Erlernen
—DDV
ckparsamkeit im Haushalten und im beschränkten Maße
auch des Waschens.
Das Schulgeld für diesen Kursus beträgt wöchentlich
1,50 Mark, wofür auch eine zweifache Mahlzeit der selhst—
gefertigten Speisen gerricht wird: Mittagessen und Nach—
mittagskaffee.
Die Näh- und Flickschule, an welcher auch solche
Schülerinnen Theil nehmen können, welche der eigentlichen
Haushaltungsschule nicht angehören, dauert von 6—9 Uhr
Abends, das Schulgeld beträgt hier 50 Pfennig für die
Woche.
Nähere Auskunft wird jeder Zeit von den oben ge—
nannten beiden Herren ertheilt werden.
Auch sind diese bereit, auswärtigen jungen Mädchen
zeeignete ehrenhafte Familien nachzuweisen, in welchen sie
für die in der Schule nicht verwendbare Zeit Unterkunft
finden können.
Ottweiler, den 8. Dezember 1894.
Namens des Vorstandes
der Haushaltungsschule zu Ottweiler.
gez.: von Harlem, Kgl. Landrath.
RAuszug anus der Vacanzenliste
für Militair⸗-Ruweer.
Die Liste enthält der Reihe nach folgende Mittheilungen:
1) Laufende Nummer. 2) Die Vacanz tritt ein: wann? wo?
bei welcher Behörde? 3) Nähere Bezeichnung der Stelle. 4) Be—
zeichnung der Anforderungen, welche an die Bewerber gestellt werden,.
5) Dauer der etwa der Austellung vorangehenden Probezeit.
6) Ob die Anstellung auf Lebenszeit oder auf Kündigung erfolgt.
7) Betrag der zu bestellenden Kaution und ob dieselbe durch Ge—
haltsabzüge gedeckt werden kann. 8) Einkommen der Sielle.
9) Ob Ausücht auf Verbesserungen vorhanden. 10) Bemerkungen.
1. 2) sofort, Bonn, Königl. ürresthaus-Verwaltung,
3) Hilfs-Aufseher, 4) Nüchternheit, körperliche Rüstigkeit,
befonders ruhiges Verhalten den Gefangenen gegenüber,
5) —, 6) auf unbestimmte Zeit, 7) —, 8) Diäten pro
Tag 2 Mk. 95 Pfg.. 99 —
2. 2) 1. Februar 1895, Hillesheim (Eifel), Königl.
Amtsgericht, 8) Kanzleigehilsfe, 4) gute Schrift, 5) —,
6) auf Kündigung, 7) —, 8) 60 bis 75 Mk. monatlich
9) nein.
3. 2) 1. April 1895, Illingen (Bez. Trier), Bürger⸗
meisteramt Uchtelfangen, 8) Vollziehungsbeamter, 4) Feriig⸗
keit im Lesen, Schreiben, Rechnen; körperliche Rüstigkeit und
nüchterner Lebenswandel, 5) 6 Monate, 6) auf Kündigung
7) 600 Mk., kann durch Gehaltsabzüge gedeckt werden, 8)
die bestimmungsmäßigen Gebühren im Betrage von 500 bis
300 Mk. jährlich, 9 Aufbesserung des Einkommens nicht
ausgeschlossen im Wege einer Remuneration bei erfolgreicher
Thätigkeit, 10) die Stelle ist nicht pensionsberechtigt.
4. 2) 1. Januar 1894, bei verschiedenen Verkehrs—
anstalten in Köln (Rhein), Kaiserl. Ober-Postdirektion Köln
Rhein), 8) 3 Packetträger, Elementarschulbildung und körper—
liche Rüstigkeit, 5) 6 Monate, 6) auf 4wöchige Kündigung,
7) 200 Mk. kann durch monatliche Gehaltsabzüge gebildet
werden, 8) 830 Mk. Gehalt und 180 Mk. Wohpungsgeld—
zuschuß jährlich, 9) das Gehalt steigt bis 1100 Mk. jährlich,
10) Bewerbungen sind an die Kaiserl. Ober-Postdirektion
in Köln (Rhein) zu richten.
5. 2) sofort Cochem, Königl. Amtsgericht, (Grundbuch—
Abtheilung), 8) Lohaschreiber, 4) gute, deutliche, orthographisch
richtige Handschrift, 5) —, 6) auf Kündigung, 7) —, 8)
5 bis 10 Pfo. fur die Seite des gelieferten Schreibwerks
durchschnittlich 60 bis 70 Mk. monatlich, 9) nein.
6. 2) 1. Januar 1895, Flamersheim (Rheinl.), Kaiserl.
Postamt, 8) Landbriefträger, 4) Elementarschulbildung und
körperliche Rüstigkeit, 5) 6 Monate, 6) auf 4wöchige Kun—
digung, 7) 200 Mk, kann ourch monatliche Gehaltsabzüge
zebicdet werden, 8) 650 Mk. Gehalt und 60 Mk. Wohnungsgeldzuschuß
jährlich, 9) das Gehalt steigt bis 900 Mt.
jährlich, 10) Bewerbungen sind an die Kaiserl. Ober-Post⸗
direktion in Köln (Rhein) zu richten.
7. 2) 1. Februar 1895, Mülheim (Rhein), Polizei—
Verwaltung, 3) Polizeisergeant, 4) kräftige Körperbeschaffenheit,
gründliche Kenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen,
owie unbescholtener Lebenswandel, 5) 6 Monate, 6) auf
3 monatige Kündigung, 7) —, 8) 3 Mtk. pro Tag für die
Dauer der Probedienstzeit; nach Ablauf derselben 1200 Mk.
Anfangsgehalt, steigend von 4 zu 4 Jahren um 100 Mk.
zis zum Höchstbetrage von 1600 Mk.; außerdem wird ein
Kleidergeld von 90 Vik. gewährt, auch werden Achselstücke,
Koppel, Degen, Helm und Portepee unentgeltlich gewährt,
9) —, 10) die Stelle ist pensionsberechtigt, und kommt bei
einer event. Pensionierung die Militärdienstzeit nicht in
Anrechpung.
Spar- und Darlehnskasse für den Kreis Saarbrücken.
Im Monat Dezember 1894 sind an Einlagen
eingezahlt.. 2141015,31
und zurückgenommen worden. .. 138913,71 ,,
Mithin Mehr-Einnahme. 2101,60 M
Saarbrücken, den 1. Jannar 1895.
Der Rendant,
Dettweiler
Saarbrücken, den 7. Januar 1895
Der Königliche Landrath, Bake.