Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

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zäährlich, 10) Bewerbungen sind an die Kaiserl. Ober-Post⸗
——
13. 2) sofort, Zülpich, Kaiserl. Postamt, 8) Landbrief⸗
kräger, 4) Elementarschulbildung und körperliche Rüstigkeit,
5) 6 Monate, 6) auf 4wöchige Kündigung, 7) 200 Mk.,
kann durch monatliche Gehaltsabzüge gebildet werden, 8)
650 Mk. Gehalt und 72 Mk. Wohnungsgeldzuschuß jährlich,
)) das Gehalt steigt bis zu 900 Mk. jährlich, 10) Bewer⸗
bungen sind an die Kaiserl. Ober Posidirektion in Köln
Rhein) zu richten.

ziner Form enthält, welche eine Verschlechterung der Löoslich⸗
keitsverhaͤltnisse im Boden gänzlich ausschließt; bei ihr bilden
sich keine schwer löslichen Phosphorsäure-Verbindungen, und
damit ist ein außerordentlich günstiger Moment grade für
die Herbstbestellung, wie für die Wirksamkeit des Thomas—
ichlackenmehls überhaupt gegeben.
Die Thomasmehl Phosphorsäure ist zwar in reinem
Wasser unlöslich, dagegen in Säuren sehr leicht löslich.
Bei der Aufnahme der im Boden vorhandenen, im Wasser
unlöslichen Mineralstoffe wird die Lösung von der Pflanze
selbst bewirkt, und zwar geschieht dies durch die Wurzelaus—
cheidungen, welche außer Keohlensäure auch organische Saͤuren
enthalten. Diese Thäaͤtigkeit der Pflanzenwurzeln, sich die
nöthige Nahrung in Loͤsung überzuführen, wird sowohl für
die Phosphorsäure des Thomasschlackenmehls, als auch für
die in löslicher Form dem Boden zugeführte Superphosphat—
Phosphorsäure in Anspruch genommen, da letztere ja, wie
wir gesehen haben, bald in wasserunlösliche und zum Theil
in schwerer lösliche Formen übergeht, als wir sie in den
Thomasmehlen besserer Beschaffenheit finden.
Waͤre es möglich, die Phosphorsäure des Thomasschlacken—
mehls mit unseren Bodenbearbeitungsgeräthen in gleich voll⸗
kommener Weise im Boden zu vertheilen, wie sich die Super—
phosphat⸗Phosphorsäure im Boden vertheilt, so würde die
Thomasschlackenpfosphorsäure überall zu bevorzugen sein, nicht
nur bei den Herbst'gaten, sondern auch bei der Frühjahrsbe—
stellung, und bei Pflanzen mit kurzer Vegetationszeit. Fassen
wir das Vorstehende, was auch durch die Erfahrungen in
der großen Praxis unter den verschiedensten Bodenverh iUtnissen
und bei den verschiedensten Gewächsen sich bestätigt hat, kurz
zusammen, so muß man sagen: Wir besitzen in dem Thomas—
schlackenmehl ein vorzuͤgliches Dangemittel, dessen Phosphor⸗
saure für die Pflanzen nicht nur schnell aufnehmbar ist, soudern
welche diese Aufnehmbarkeit auch behält, und sich deshalb zur
Verwendung bei der Herbstbestellung mehr wie jede andere
Phosphorsaͤure-Dünger eignet. —

Saarbrücken, den 80. September 1895.
Der Königliche Landrath, Bake.

Soll man bei der Herbstbestellung Thomasschlacken⸗
mehl oder Superphosphat anwenden?
Obgleich heute schon zahlreiche Landwirthe, durch eigene
günstige Erfsahrungen belehrt, dem Thomasschlackenmehl bei
)en Herbstsaaten überall den Vorzug vor dem Superphosphat
inräumen, gibt es doch auch noch manche, welche gewohn—
heitsgemaͤß das ihnen laͤnger bekannte Superphosphat anwenden.
Bei der Dungung aber durfen weder Gewohnheit noch Lieb—
haberei eine Rolle spielen, und erscheint es deshalb zeitgemäß,
die vorgestellte Frage einmal ganz objektiv zu beleuchten, um
so dem Vandwirth Gelegenheit zu geben, sich ein selbstaͤndiges
Urtheil zu bilden. — Bekanntlich enthalten die Superphoös—
phate die Phosphorsäure in wasserlöslichem sauren Zustande.
Man darf nun aber nicht glauben, daß die wafferlösliche
Phosphorsäure von den Pflanzenwurzeln direkt aufgenommen
verde; freie Phosphorsäure würde sogar schädlich auf das
Samenkorn und die Pflanzenwurzeln einwirken. Indem man
das Superphosphat ausstreut und durch Einpflügen und Ein—
ꝛggen mit dem Boden mischt, wird bei genügender Boden—
euchtigkeit die Phosphorsaͤure desselben zunächst gelöst, und
zrfaäͤhrt so, den Boden nach allen Richtungen durchdringend,
zewissermaßen eine vollständige Vertheilung in der Ackerkrume,
so daß die Wurzelfasern mit ihr in unmütelbare Beruhrung
lommen müssen. Bei dieser Vertheilung aber trifft die
Phosphorsaure auf Kalk, der sich in jeden Boden vorfindet,
und sie wird dabei aus der wasserlöslichen Form in eine
Verbindung übergeführt, die im Wasser unlöslich ist; in die
ursprüngliche Verbindungsform „dreibasisch phosphörsaurer
Kalk.“ — Ferner enthält jeder Boden Eisenoxyd uͤnd Thon⸗
erde; auch durch diese wird die Phosphorsäure des Super—
phosphats gebunden, indem sich theiis phosphorsaures Eisen⸗
oxyd, theils phosphorsaure Thonerde bi den. welch' letztere
ur die Pflanzen nicht aufnehmbar ist und erst durch längere
Berührung mit Kalk wieder in eine wurzellozliche Form uͤm—⸗
gewandelt werden muß. — Das Ausschließen eines phosphor⸗
äurehaltigen Düngemittels hat also nicht, wie man noch
dielfach glaubt, den Zweck, die Phosphorsaure den Pflanzen
direkt in loͤslicher Form zuzuführen; vielmehr bewirkt dasselbe
nur die gleichmäßigere Vertheilung desselben im Boden, wobei
allerdings die lösliche Phosphorsäure vom Boden gebunden
wird und ihre Wasserloslichkeit einbüßt. Besonders in einem
genügend feuchten Boden geht diese Bildung außerordentlich
casch vor fich, was sich schon daraus ergibt, daß in einem
mit Superphosphat gedungten Boden nach dem ersten Regen
F noch Spuren wasserldslicher Phosphorfäure nachzuweisen
sind. —
Ganz anders liegt die Sache beim Thomasschlackenmehl.
Zunäͤchst ist festzuhalten, daß dasselbe die Phosphocsaͤure in
Redaction des nicht⸗amtlichen Theils, Drud und Verlag von Gebrüder Hofer in Saarhrücken

Deffentlicher Anzeiger.

Henigst, Cullmann & Co., Banb
in Awei briielen (Réichshankplatæ)
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— —— Saarbrücken.
            
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