Auszug aus der Vacanzenliste
für Militair-⸗Anwärter.
Die Liste enthält der Reihe nach folgende Mittheilungen:
1) VLaufende Nummer. 2) Die Vacanz tritt ein: wann? wo?
dei welcher Behörde? 3) Nähere Bezeichnung der Stelle. 49) Be—
seichnung der Anforderungen, welche an die Bewerber gestellt werden.
5) Dauer der etwa der Anustellung vorangehenden Probezeit.
6) Ob die Anstellung auf Lebenszeit oder auf Kündigung erfolgt.
7) Betrag der zu bestellenden Kaution und ob dieselbe durch Ge⸗
haͤltsabzüge gedeckt werden kann. 8) Einkommen der Stelle.
5) Ob Aussicht auf Verbesserungen vorhanden. 10) Bemerkungen.
1. 2) 1) Oktober 1895, Beeck, Gemeinde, 3) Feld⸗
hüter und Hilfspolizeidiener, 4) körperliche Tüchtigkeit, gute
Flementarschultenntnisse und gute Handschrift, 5) —, 6) auf
Zmonatige Küudigung, 7) —, 8) 390 Mk. Gehalt und
50 Mk. Kleidergeld jaͤhrlich, 9 nein, 10 die Stelle ist nicht
pensionsberechtigt.
2. 2) i Oktober 18985, Linnig, Königl. katholisches
Schullehrer-Seminar, 3) Schuldiener, 4) Reinigung und
Heizung der Anstaltsräume, Reinigung des Schulhofes, Be⸗
sorgung der dienstlichen Aufträge des Direktors und des
sassenführers, 53) 6monate, 6) auf Küündigung, 7) —,
8) 800 Mk. Gehalt jährlich, und Dienstwohnung, 9) das
Gehalt steigt bis zu 1200 Mk. jährlich, 10) Meldungen,
denen auch der Lebenslauf beizufügen ist, sind an das Königl.
Provinzial⸗Schulkollegium in Koblenz zu richten.
3. 2) 15. September 18980, Mayen, Königl. Amtsge⸗
richt, 3) Kanzleigehilfe, 4) fehlerlose, leserliche und saubere
Handschrift, 5) —, 6) auf 2monatige Kündigung, 7) —-3)
85 bis 10 Pfg. für die Seite, 99 durch Erhöhung des
Schreiblohns bis zu 10 Pfgͤ. für die Seite und durch Ge—
währung eines Mindesteinkommens bis zu 93 Mk. monatlich
nach djaͤhriger ununterbrochener Beschäftigung.
4. 2) sofort, M. Gladbach, Königl. Amtsgericht, 8)
Hilfsgerichtsdiener, 4 —, 5) —, 6) gegen jederzeitigen Wi—
derruf, 7) —, 8) 800 Mk. Gehalt jährlich, 9) nein, 10)
Bewerbungen sind an den Präsidenten des Ober Landesge⸗
richts in Köln zu richten.
5. 2) 1. Oktober 1895, Much, Kaiserl. Postamt, 3)
Landbriefträger, 4) Elementarschulbildung und körperliche
Rüstigkeit, 5) 6 Monate, 6) auf 4wöchiger Kündigung, 7)
200 Mk. kann durch monatliche Gehaltsabzüge gebildet wer—
den, 8) 680 Mk. Gehalt jährlich und der gesetzliche Wohnungszeldzuschuß,
9 Gehalt steigt bis 900 Mk. jährlich, 10) Bewer⸗
bungen sind an die Kaiserl. Ober-Postdirektion in Köln
Rhein) zu richten.
6.2) 1. Oktober 1895, Mülheim (Rhein), Kaiserl.
Postamt, 3) Briefträger, 4) Elementarschulbildung und
körperliche Rustigkeit, 5) 6 Monate, 6) auf 4wöchige Kün—
digung, 7) 400 Mk., kann durch monagtliche Gehaltsabzüge
Jebildet werden, 8) 800 Mk. Gehalt und 144 Mk. Wohnungs-—VV—
jährlich,
10) Bewerbungen find an die Kaiserl. Ober-Postdirektion in
in Köln (Rhein) zu richten.
7. 2) sofort, Neunkirchen, Königl. Amtsgericht, 8)
Hilfsgerichtsdiener, 4) —, 85) —, 6) gegen jederzeitigen
Widerruf, 7) —, 8) 800 Mk. Gehalt jährlich, M) nein 10)
Bewerbungen sind an den Präsidenten des Ober Landesgerichts
in Köln zu richten.
8. 2) sofort, Niederbrombach im Fürstenthum Bir⸗
lenfeld, Bürgermeifterei, 8) Bürgermeistereibote, 4) Gesund⸗
heit, körperliche Rustigkeit und einige Gewandtheit mit der
Feder 5) 8monaie, 6) vorläufig auf Kündigung, 7) —,
3) Anfangsgehalt 1200 Mk jährlich, einschließlich Kleider—
zeld, 9) das Einkommen kann bei fortgesetzt guter Dienst⸗
führung bis auf 1800. Mk. jährlich erhöht werden, 10) Be—
verber haben ihre eigenhändig geschriebenen Gesuche nebst
kurzem Lebenslauf, Geburtsschein, ärztlichem Gesundheits—
attest, Führungsattest und Zivilversorgungsschein beim Se—
kretariat des Großherzogl. oldenburgischen Gesammt-Ministe—
riums einzureichen.
9. 2) sofort, Pfalzel, Bürgermeisterei zu Ehrang, 83)
Feldhüter, 4) körperliche Rüstigkeit 53) —, 6) auf 4wöchige
Fündigung, 7) —, 8) 210 Mek. Gehalt jährlich, 9) —, 10)
die Stelle ist nicht pensionsberechtigt.
10. 2) 1. Oktober 18985, Pfalzfeld, Bürgermeisteramt,
3) Gemeindeförster, 4) Bewerbungen sich uuter Vorlage des
Forstversorgungsscheins resp. Militärpasses und der sonstigen
Dienst und Führungszeugnisse bis zum 3. September d. J. einzu⸗
reichen, 5) 1 Jahr, 6) —, 7) —, 8) 1000 Mk. 9) steigt
von 3 zu 3 Jahren um je 50 Mk. bis zum Maximalbetrage
von 1200 Mk.
II. 2) 1. November 1895, Rheinbach, Kaiserl. Postamt,
3) Landbriefträger, 4) Elementarschulbildung und körperliche
Rüstigkeit, 5) 6 Monate, 6) auf 4wöchige Kündigung, 7)
200 Mk., kann durch monatliche Gehaltsabzüge gedeckt wer—
den, 8) 650 Mk. Gehalt und der gesetzliche Wohnungsgeld⸗
zuschuß jährlich, 9 Gehalt steigt bis 900 Mk. jährlich, 10)
Bewerbungen find an die Kaiserl. Ober-Postdirektion in Köln
(Rhein) zu richten.
12.“ 2) sofort, Siegburg, Bürgermeisteramt, 8) Nacht—
wächter, 4) körperliche Rüstigkeit, Energie und Nüchternheit,
5) 6 Monate, 6) auf Kündigung, 7) —, 8 600 Mk Gehalt
jaͤhrlich, 9 nein, 10) die Stelle ist nicht pensionsberechtigt.
13. 2) 1. Oklober 1895, Siegburg, Königl. Strafanstalt,
3) Strafanstalts-Aufseher (Lazareth-Aufseher),, die 78 m
hoͤhe Lage der Strafanstalt erfordert, daß Bewerber von
besonderer körperlicher Rüstigkeit, gefunden Gliedmaßen und
frei von Lungenkrankheiten sein müssen; Bewerber die auch
nicht das 35. Lebensjahr überschritten haben dürfen, müssen
fertig lesen, schreiben und rechnen können, ruhigen aber ener—
zischen Charakters sein und sich die zu tragende Uniform aus
zigenen Mitteln anschaffen; Bewerber muß Lazarethgehilfe
oder geprüfter Heilgehülfe sein, 5) 6 Monate, 6) vorläufig
auf 2monatige Kündigung; nach vorwurfsfreier S„jähriger
Dienstzeit steht Anstellung auf Lebenszeit in Aussicht, 7) —,
5) 900 Mk. Gehalt jaͤhrlich, freie Dienstwohnung oder
150 Mk. Miehtsentschädigung; auf Widerruf ist mit der
Lazareth Aufseherstelle eine nicht pensionsfähige Zulage von
jährlich 130 Mk. verbunden, 9) neben der Dienstwohnung
der Mietsentschädigung Gehaltsverbesserung bis zu 1300 Mk.
steigend in Zeiträumen von 3 zu 8 Jahren um 100 resp
30 Mk., 10) Bewerber hat selhstgeschriebenen Lebenslauf,
ODriginat⸗Zivilversorgungsschein, Militärpapiere, Militär⸗ und
Zipuͤführungsatteste, Atlest eines beamteten Arztes über den
Fesundheitszustand vorzulegen; hat derselbe bereits bei Be—⸗
hörden amtirt, so ist dies in der Eingabe anzuführen.
14. 2) sofort, Sinzig, Königl. Amtsgericht, 8) stanzlei
gehilfe, 4) schöne und geläufige Handschrift, Gewandtheit
im Lesen von Schriften und Rechtschreibung, 5) —, 6) auf
Imonatige Kundigung, 7) —, 8) 50 bis 60 Mk. monatlich
9) ja.
A
Der Königliche Landrath, Bake.